André Wendler

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RE: Das elektronische Reenactment | 26.02.2011 | 01:27

Ehrlich gesagt finde ich diesen Artikel etwas wohlfeil. Sie lassen einen vermeintlich etwas minderbemittelten Film ins Messer bürgerlich-literarischer Bildung laufen. Das ist rhetorisch nicht nur durchschaubar und mir zu einfach, sondern es wird dem Film auch nicht gerecht. Wieso findet sich in dem Text kein Wort zur 3D-Technik? Es fällt mir einigermaßen schwer, hier nicht einen gewissen Dünkel dieser Technik und dem Film gegenüber zu sehen. Am Ende geht es dann auch gar nicht mehr um den Film selbst, sondern um » ein[en] Film wie Tron – Legacy«. Ich nenne eine solche Redeweise ideologisch. Dabei stellt der Film durchaus hochinteressante Überlegungen etwa zum Kino-Licht an, zum Verhältnis von Licht und Gegenstand. Dazu muss man aber sehen wollen und nicht schon wissen, was man von einem solchen Film zu erwarten hat. Genauigkeit in der Beschreibung wäre vielleicht auch nicht schlecht. Die Programme zerfallen nämlich durchaus nicht zu Pixeln, sondern zu Partikeln, die zunächst die Eigenschaften von Glas haben um sich dann ganz aufzulösen. Und das hat optische Konsequenzen für das Kinobild, für die eben nicht gilt, dass nicht erzählt werden muss, was weiter geschieht. Hier haben Filmkritik und -wissenschaft ihre Hausaufgaben noch lange nicht gemacht, bevor sie sich zu so großformatigen Verrissen aufschwingen sollten, wie sie dieser Text versucht.