Angelo D'Abundo

Das sehe ich nicht so.
Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Was hat er denn? | 21.03.2013 | 12:20

Liebe Rechercheuse,

Ihre Argumente finde ich sehr interessant. Sicher, es ist möglich, dass auch die Wutbürger noch zu einer Reformidee finden, lernfähig sind. Nur sehe ich dafür bisher wenig Anhaltspunkte. Nicht zuletzt, weil es sich um eine schwer greifbare, über die Republik verstreute Menge von BürgerInnen handelt. Was meinen Sie dazu?

Würden Sie sagen, dass die Menschen hinter der Guttenplag-Plattform auch den 'Wutbürgern' zuzuordnen sind? Ich hielt dieses Projekt eher für ein Beispiel von Schwarmintelligenz, Transparenz und Kontrolle. Zumal es ja um eine Person und nicht um eine politische Entscheidung ging.

RE: "Ist Gunter schon da?" | 08.11.2012 | 16:47

Liebe Leserinnen und Leser, hallo Internet,

vielen Dank für Euer/Ihr ehrliches Feedback. 'Dorfschreiber' etwa gefällt mir sehr gut. Über den Fokus und die Qualität des Beitrags kann man selbstverständlich streiten. Aber nicht in diesem Ton.

Liebe/r Luna76,

ich finde Ihren Vorwurf bemerkenswert. Schließlich hat GG diese Aussage während seines Konzerts sehr wohl so getätigt. Sie fiel nach einer Anekdote zu dem Günter Netzer-Verschnitt, der ihm die Frau ausgespannt habe und vor seinem Lied 'Willkommen im deutschen Wunderland', so gegen 15:15 Uhr. Warum ich das noch weiß? Weil ich alles haarklein notiert habe.

Ich kann mir gut vorstellen, dass er Ihnen danach etwas anderes erzählt hat. Darauf habe ich mich aber nicht bezogen - schließlich war ich nicht dabei. Ich bezog mich bei der Wiedergabe dieser Aussage ausschließlich auf das Konzert.

Offensichtlich haben Sie da etwas missverstanden. Seien Sie mit solchen Diskreditierungen also bitte vorsichtig.

RE: Das neue Unbehagen an der streitbaren Demokratie | 01.02.2012 | 17:27

Erst einmal vielen Dank für Eure/Ihre Rückmeldungen.

Liebe Nizzre Dra'Velven,

ich geben Ihnen Recht. Ich habe tatsächlich eine Kennziffer aus den Ergebnissen der Studie ausgewählt, die möglicherweise Verzerrungseffekte semantischer Natur aufweist. Das bezweifle ich aber, weil die weiteren Ergebnisse zur Fremdenfeindlichkeit auf einen ähnlich großen Anteil an Fremdenfeind_innen in der deutschen Bevölkerung hinweisen. Ich zitiere:

Im Erhebungsjahr 2010 stimmten 49% der befragten Deutschen der Aussage „Es leben zu viele Ausländer in Deutschland“ „eher“ oder „voll und ganz“ zu (2002: 55%). Der Forderung, die Ausländer in ihre Heimat zurückzuschicken, wenn die Arbeitsplätze knapp werden, stimmen rund 24% zu (2002: 28%). In den vergangenen Jahren war das Ausmaß fremdenfeindlicher Einstellungen leicht zurückgegangen. In 2010 deutet sich jedoch eine erneute Trendwende an.

(www.uni-bielefeld.de/ikg/projekte/GMF/Gruppenbezogene_Menschenfeindlichkeit_Zusammenfassung.pdf)

Liebe/r Matto,

Ich finde Ihren Groll gegenüber dem Verfassungsschutz (VS) nachvollziehbar. Vielen Ihrer Argumente für eine Abschaffung stimme ich aber nicht zu.

Der VS ist keineswegs eine Institution, die lediglich die politische Linke bekämpfen soll. Der VS hat den Auftrag, die freiheitlich-demokratische Grundordnung schützen. Mir ist aber klar, dass der VS in seiner Geschichte 'auf links' viele Böcke geschlagen hat.

Die 'Negation der rechten Gewaltbedrohung' und die Bespitzelung der Parlamentarier gehen auf Fehlentscheidungen leitender Personen zurück. Dieses 'menschliche Versagen' macht doch aber den Verfassungsschutzes nicht überflüssig. Dessen Auftrag hat auch über grobe Fehler hinaus Bestand.

Interessieren würde mich ein Beleg für Ihre These, dass der VS in keinem der vom Tagesspiegel recherchierten 148 Fälle etwas unternommen hat. Das würde mich wundern, weil die Bundesregierung selbst ja etwa 40 dieser Fälle als rechtsextreme Gewalttaten einstuft. Ist trotz dieser Einschätzung nichts passiert?

Lieber Schelm,

Wenn es tatsächlich ständig "mindestens 10% der Bevölkerung gab und gibt, die ein geschlossen rechtsextremes Weltbild haben", wäre dieser Anteil in Deutschland ja in etwa doppelt so hoch (,wenn (!) die in meinem Text angeführten Zahlen diesen Schluss erlauben). Damit sind rechtsextreme Gesinnungen also ein mehr als akutes Problem.

RE: Kinder an die Urne? | 28.01.2012 | 13:35

Liebe Nizzre Dra'Velven,

in ihrem Kommentar stecken einige interessante Punkte. Herausgreifen möchte ich den letzten.

Der Vorschlag eines "Eltern-"/"Familienwahlrechts" ist ja nicht neu. Äußerst problematisch finde ich an diesem Konzept, dass es mit der Gleichheit und Unmittelbarkeit zwei Prinzipien freier Wahlen verletzt.

Der demokratische Wille einer kinderlosen Mutter (1 Stimme) wäre weniger wert als der eines Familienvaters (2 oder mehr Stimmen). Weil Kindern dieser Idee nach die unmittelbare Wahl verwehrt bliebe, bin ich bezüglich der Vorzüge dieses Konzepts recht skeptisch.

Hier steht eine demokratische Gemeinschaft also vor der Wahl, die Verletzung des Grundsatzes politischer Gleichheit beizubehalten oder aber konstitutive Merkmale freier Wahlen zu beugen, ohne das Problem politischer Ungleichheit zu lösen. Das ist eine harte Nuss!