anker

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RE: Die drei E weisen den Weg | 21.03.2010 | 21:16

Eins ist sicher: wir haben die Sonne, einen hervorragend funktionierenden Fusionsreaktor, direkt vor der Nase. Jeden Tag liefert uns dieser Reaktor eine schier unerschöpfliche Menge an Energie frei Haus. Es wird die Aufgabe der Menschen sein, dieses Potenzial jetzt zu nutzen und nicht auf Technologien zu warten, die zur Stromgewinnung vermutlich erst in einigen Jahrzehnten einsetzbar sein wird -- wenn überhaupt.

Trotzdem ist die Erforschung der Kernfusion ein wichtiges Ziel. Nicht nur um der reinen Wissenschaft willen, sondern auch um jene Hochtechnologien voranzutreiben, die mit dem Bau und der Erforschung von Fusionsreaktoren eng verknüpft sind. Jedes große Projekt der Grundlagenforschung, egal ob Mondlandung, Kernspaltungsreaktoren oder Teilchenbeschleuniger, hat sehr viele neue Technologien hervor gebracht, die sich heute unmittelbar auf das tägliche Leben der Menschen auswirken. Auch die erneuerbaren Energien profitieren von den technologischen Fortschritten, die die Grundlagenforschung quasi als Nebenprodukt abwirft. Es wäre Verschwendung, dieses Potenzial ungenutzt zu lassen.

Die Autorin trifft allerdings einen wunden Punkt. Das Geld. Die Kernspaltung als Energiequelle zu erschließen war schon ein äußerst geldintensives Projekt. Die Kernfusion wird noch viel teurer werden. Die Forschung der erneuerbaren Energien muss sich mit vergleichsweise geringen Beträgen abfinden. Das muss sich ändern, jedoch nicht durch Streichung bei der Grundlagenforschung. Die Staaten der EU müssen insgesamt mehr für die Entwicklung einer nachhaltigen Energiepolitik, denn nur im Verbund mit allen kann Energie vernünftig nutzbar gemacht werden, sei es durch Windparks und Wellenkraftwerke im Norden oder durch Solaranlagen im Süden.