Anna-Lena H

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RE: Sehr geehrter Herr Augstein, | 14.11.2009 | 13:48

@meisterfalk (u.a.)
Sicherlich war meine Beschreibung des alten Freitag vordergrünig und vereinfachend, da es mir mit dem Kommentar darum ging, meine allgemeine Zustimmung zu den Veränderungen zu signalisieren. Wäre der Blogbeitrag ein anderer gewesen, dann hätte ich vielleicht die Kontinuitäten betonen wollen. Die es ja ganz offensichtlich gibt und wie ich finde auch die richtigen. Aber augenscheinlich gibt es doch so große Unterschiede, dass sich (einige) alte Leser des Freitag verabschieden und (einige) neue hinzugewonnen werden.

"Und wenn ein Hindernis für das Gewinnen von neuen Lesern Deiner Generation ist, dass noch zu viele an den alten Freitag denken, soll ich dann verschwinden wie gbattmer, damit's hier gemütlicher wird?"
Das ist aber eine sehr freie Interpretation. Wieso denn gemütlich? Davon habe ich doch nichts geschrieben :) Um Leser "meiner" Generation zu gewinnen (obwohl ich den Generationen-Begriff eigentlich sehr unhandlich finde und ihn gern zurückziehe), bedarf es wohl eher ein wenig Geduld und/oder die Überwindung einer um sich greifenden Trägheit in Bezug auf gesellschaftliche Fragen, statt eines Rückzugs weiterer "alter" Freitag/Sonntag-Leser. Außerdem haben Sie, pardon, hast du (und andere) hier in dieser "noblen Gaststätte" samt Print-Beilage ja eindeutig das Älterenrecht. Ich mache also einen Knicks und stelle mich hinten an ;)

RE: Sehr geehrter Herr Augstein, | 13.11.2009 | 19:37

Ich habe den "alten" Freitag nur sporadisch gelesen, das heißt, ich habe es immer wieder versucht, da ich zwar auch andere Zeitungen hin und wieder mit lauwarmem Interesse gelesen habe (und weiterhin lese), mir aber eine "irgendwie linke" Zeitung sehr gefehlt hat. Von dem alten Freitag habe ich mich aber, abgesehen von einigen sehr guten Artikeln, (als 30-jährige) überhaupt nicht angesprochen gefühlt. Die ideologische Linie war so klar vorgegeben, war eine ständige Selbstbestätigung, alles davon abweichende wurde geradezu feindselig abgewiesen. Umso neugieriger war ich auf den relaunch und muss sagen, der neue Freitag ist gewissermaßen (bei aller möglichen Kritik im Einzelnen) genau die Zeitung, die mir auf dem dt. Medienmarkt gefehlt hat. Vielfalt und Debatte und geistige Offenheit (verbunden mit einem bestimmten politischen Selbstverständnis) finde ich wesentlich wichtiger als eine Zeitung, die mir "Orientierung" gibt.
Ich bin sicher, es gibt da draußen noch viele potenzielle Leser des neuen Freitag (vor allem in meiner Generation). Schade nur, dass sich der relaunch so träge herumspricht (denn das höre ich immer wieder, beim Freitag denken sehr viele immer noch an den alten). Aber das wird sich ändern denke, hoffe ich. Das dabei nicht alle Leser des alten Freitag mitgenommen werden können ist vielleicht schade.