Anne v. Fircks

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Anne v. Fircks
RE: Im Kreis gedacht | 17.06.2014 | 22:18

Bei cradle to cradle geht es ja hauptsächlich um Produktdesign und Konstruktion und um die Frage, was mit dem Produkt passiert, wenn es endgültig ausgedient hat. Da gibt es zum Beispiel eine Firma die Teppichfliesen macht und eine Trenntechnik für die Rückenbeschichtung erfunden hat, so dass Garn und Beschichtung getrennt wiederverwertet werden können.

Ich könnte mir auch vorstellen, dass sich cradle to cradle Produkte besser reparieren lassen, weil darauf geachtet wird, dass man sie auseinander nehmen kann.

RE: Im Kreis gedacht | 17.06.2014 | 22:03

Dass der Verpackungsmüll vom grünen Punkt hauptsächlich verbrannt wird, liegt unter anderem auch daran, dass es so viele Müllverbrennungsanlagen in Deutschland gibt. Die haben Überkapazitäten, so dass sogar Müll importiert wird ,um sie zu füttern. Dadurch ist das Verbrennen von Plasikmüll auch wesentlich billiger als das Sortieren und anschliessende recyclen. Abfallwirtschaft nennt sich das und die Profite sind immens. Mit "grün" hat das alles gar nichts zu tun.

RE: Im Kreis gedacht | 17.06.2014 | 14:50

Es geht ja auch gar nicht ausschliesslich um die Verpackung, sondern eigentlich um das gesamte Produktdesign. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr wundert es mich eigentlich auch, dass es nicht längst Standard ist.

RE: Die neue Macht der Algorithmen | 11.11.2013 | 21:58

Da haben Sie mich wohl missverstanden. Ich habe gar kein Problem mit Algorithmen. Es sind nützliche Werkzeuge. Ich wende mich dagegen, dass ihnen immer mehr Macht zugeschrieben wird. Ich habe unlängst einen Artikel gelesen, wie sich zum Beispiel die Sozialforschung verändert, weil verstärkt, das geforscht wird, was sich empirisch beweisen lässt. Daten sind so verführerisch, weil sie Klarheit vorgaukeln, greifbarer sind und Sicherheit versprechen und das trifft offenbar den Nerv der Zeit. Ich sehe, dass dieser Prozess, der schon eine Weile andauert durch Big Data massiv beschleungt wird und frage mich, wo das hinführt. Arbeit der Mensch hier etwa ganz aktiv an der Abschaffung seiner selbst? Was ist mit Eigenschaften wie Kreativität, Empathie, Leidenschaft, Uabhängigkeit? Wird dafür dann noch Platz dafür sein? Ich möchte, dass wir uns emanzipieren und Algorithmen/Daten wieder als Werkzeuge benutzen und nicht andersherum.

Und noch einmal zur Keilschrift. Ich bin ja kein Historiker und lasse mich gern belehren. Nachdem ich das bei Rudolf Bahro gelesen hatte, habe ich das nachrecherchiert. Nach meiner Recherche war die frühe sumerische Schrift tatsächlich sehr kompliziert (900 Zeichen) und wurde von der Priesterschaft hauptsächlich für ökonomische Zwecke (Steuern, Abgaben etc.) eingesetzt. Die Schreiber waren ein priviligierter Stand, verfügten über hohes Ansehen und einiges an Macht. Aber so wie die Schrift im Laufe der Zeit vereinfacht und immer mehr zum Allgemeingut wurde, hat sich sicherlich auch die Rolle der Schreiber verändert.

RE: Die neue Macht der Algorithmen | 06.11.2013 | 21:39

Sie haben natürlich Recht, dass viel menschliche Intelligenz in die Algorithmen fliesst, aber noch verhaftet kein Computer einen Menschen. Die meisten Entscheidungen werden immer noch von Menschen gefällt. Was mir Sorgen bereitet ist die Tatsache, dass die Wert- (und Über)schätzung von Daten immer weiter zunimmt und ich wollte eigentlich nur eine Emanzipierung davon in Richtung Menschlichkeit anregen.

RE: Schöner Scheitern | 06.09.2013 | 10:22

na ohne einen Hauch von Zynismus wäre das Leben doch nicht auszuhalten! Mir wäre ein idealistischer Zyniker allerdings lieber.

RE: Schöner Scheitern | 06.09.2013 | 09:30

Also für mich ist das kein Luxusproblem, sondern der Versuch Idealismus zu bewahren und nicht zynisch zu werden. Es ist mir auch eigentlich egal ob jemand Idealist ist, weil er es sich sich leisten kann. Wichtiger ist, das er es ist. Wir brauchen diese Gegengewichte in unserer materiellen Welt.

RE: Schöner Scheitern | 06.09.2013 | 09:21

Natürlich, das sollte man unbedingt! Aber damit man das kann, sollte man wissen, was einen erwartet.