Kuba und die USA - Freunde oder Feinde

Tertium non datur: Freund oder Feind - Sozialismus oder Kapitalismus - Markt oder Mangel - Kuba auf dem Weg in den Individualismus - Die USA auf dem Weg in den kubanischen Markt
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Nein, eine (politische) Öffnung der USA gegenüber Kuba ist die Aufwertung von Interessensvertretungen zu Botschaften in Havanna und Washington keineswegs (vgl. Konrad Ege über die Entkrampfung zwischen USA und Kuba: Die Eiszeit ist zu Ende, Freitag 30/15, S.1). Vielmehr ist es der Versuch der USA sich einen Zugang zum entstehenden Markt in Kuba zu sichern.

Gegenwärtig werden mit der Öffnung der kubanischen Wirtschaft für den Markt die Pfründe bereits verteilt. Franzosen, Chinesen und viele andere drängen in die kubanische Wirtschaft. Nur die USA haben sich durch ihr Handelsembargo selbst ausgeschlossen und nun fürchten sie, die entstehenden absatzträchtigen Märkte und Investitionsmöglichkeiten den europäischen und asiatischen Konkurrenten überlassen zu müssen . Darum erfolgt jetzt eine „Öffnung“ gegenüber Kuba. Wäre es um politische Akzeptanz gegangen, hätte Obama das schon vor Jahren tun können - aber ohne die Öffnung der Märkte war eine politische Annäherung für die USA nicht von Interesse.

Und ja, natürlich, wie Ege schreibt, befürwortet „selbst die US-Handelskammer [ ] eine Neuorientierung“. Nicht „selbst“, sondern „gerade die US-Handelskammer“, wer sonst? Als hätte die US-Handelskammer schon jemals Beschränkung von Warenströmen aufgrund von politischen Differenzen befürwortet.

Hier geht es um den Zugang zu einem neuen, lukrativen Markt und seit Kuba sich entschieden hat, den für ausländische Investoren zu öffnen und auch im Inland marktförmiges Wirtschaften zuzulassen treibt der Geschäftssinn die us-amerikanische Politik gen Kuba.

Was ist die Folge? Kuba wird binnen zehn Jahren kapitalistisch, es wird all die Vorzüge, die es im Verhältnis zu den armen südamerikanischen Länder hatte, gute Schulbildung, sehr gute Gesundheitsversorgung, keine Elends-, Armutsquartiere, etc. verlieren.

Mit der anstehenden Umstellung von den gegenwärtig zwei Währungen (Peso und Convertible) auf eine wird auch das gegenwärtige System der Subventionierung von Gebrauchsgegenständen (Grundnahrungsmitteln, öffentlicher Verkehr, Gesundheitsvorsorge, etc.) ersetzt werden durch eine auf Antrag gewährte öffentliche Unterstützung von bedürftigen Einzelnen (was freilich viele sein werden), mithin eine Individualisierung sozialer und gesellschaftlicher Risiken und Lasten.

Also alles wie gehabt in den schönen demokratischen Marktgesellschaften: die Ökonomie steuert die Politik – tertium non datur. Ein drittes gibt es nicht – kein Weg? Schade! Kuba ade!

15:03 24.07.2015
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Geschrieben von

antithese

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