Anton

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RE: Flüchtlinge sterben? Stärker abschotten! | 23.04.2015 | 22:36

Was wollen sie hören?! Von mir aus können auch 2 Millionen jährlich hier eintrudeln, gerne auch als "Wirtschaftsflüchtlinge" oder auf der Suche nach einem besseren Leben.

Das Etablishment hat die Europäter befriedet. Vulgärmaterialismus und Elendsverwaltung sichern den sozialen Frieden. Soziale Spannungen können nur noch über das Mittelmeer zu uns gelangen, von denen, die unseren Wohlstand garantieren. Entweder wir machen uns an den tödlichen Grenzen mitschuldig, am Mord des Etablishment oder sehen darin eine non-monetäre Krise des Kapitalismus.

Die moralisierende Linke mit ihrer empathischen Minderheitengläubigkeit sollte die Widersprüche radikaler artikulieren. Die tausenden Toten sollten uns kein schlechtes Gewissen machen, sondern die Widersprüche die sie hervorrufen, sollten klar benannt werden.

RE: Unaufgeklärt und unaufklärbar | 13.12.2014 | 01:48

1. Ist schon wieder eine WM? Sind doch nur unverkrampfte Deutsche und schließlich sind wir Weltmeister.

2. Wenn die Widersprüche stärker werden, muss auch der Ton rauer werden. Warum erreichen linke Argumentationslinie nicht eine ähnliche Polemik um die arbeitende und sich sorgen Bevölkerung in eine revolutionäre Stimmung zu versetzten. Soviel Bewegung gegen den Staat gab es lange nicht mehr. Traurig nur, dass es nicht Klasse gegen Klasse sondern Wir gegen die Anderen heißt. Emanzipatorische Politik führt direkt in das nächste Progrom.

RE: Neben der Spur | 22.09.2014 | 01:15

Ich studiere und wäre manchmal lieber Bäcker. Ich studiere seit 8 Jahren und lebe seitdem am Existenzminimum, mal geht es, mal ist der finanzielle Druck so hoch, dass ich icht schlafen kann. Mittlerweile arbeite ich mehr, als das ich studiere. Immer in Projekten und Foschung. Mittlerweile dürfte meine Vita relativ interessant und dennoch kehre ich der Universität nicht den Rücken. Auf mich wartet nichts, denn Arbeitslos kann ich nocht lange genug sein. Trotzdem teile ich ihren Gram nicht. Ich habe für mich studiert. Gesellschaftliche Anerkennung erfahre ich außderhalb der Arbeitswelt und das ist auch gut so. Mit Hartz4 Empfänger war ich auch schon immer solidarisch und dem Vorsitzenden der jungen Christdemokraten habe ich auch nie zugestimmt. Ich erobere die Welt, auch ohne einen Arbeitsvertrag. Schade das junge Menschen ihre gesellschaftlichen Ambitionen mit dem Beruf verknüpfen. Genießen sie ihre freie Zeit, lernen sie eine weitere Sprache und engagieren sie sich für Dinge die ihnen wichtig sind und einen Mehrwert haben.

RE: "Andere Antifas werden sich auch auflösen" | 15.09.2014 | 23:43

Es ist beachtlich, mit welcher Sorgfalt hier recherchiert wird. Der Titel "Andere Antifas werden sich auch auflösen" spricht für sich - wenn schon verallgemeinern, dann richtig.

Die Antifa ist auch nur eine Subkultur wie jede andere, nur eben politisch. Es ist nicht schwer dazu zugehören und gerade aktionsorientierte Jugendliche zog das Antifa-Konzept der jungen 2000 Jahre an. Aus diesem Ausgangspunkt, dem Versprechen einer "Kiez-Kampfgruppe", eine weit über das Ziel formulierte Praxis zu verstetigen, verlangt mir Respekt ab. Das jeder(e) mal älter wird und klassische Konzepte sich mit den Jahren auswaschen, muss dabei nicht zwingend was mit der einen Überholung zutun haben. Eine größere Schwäche wäre es, die eigenen Widersprüche zwar zu Erkennen, aber daraus nicht die richtigen Konsequenzen zu ziehen.

Die gesellschaftliche Wirklichkeit zeigt, dass die LINKE ob radikal oder bürgerlich, ob postradikal oder prerevolutionär einem Wandel im Ganzen unterliegt. Davon sind auch die klassichen Antifa Modelle betroffen. Dennoch hoffe ich inständig, dass gerade in Bezug auf die "neue Rechte" (AfD, CDU, Identitären und Nationalisten in Europa) ein bisschen "Streetart" weirerhin bestandteil einer linken Kultur bleibt. Nur zahnlose Tiger in Parteien machen keine Solipartys.

Antifa - Auf ein Neues.

RE: Der „Freitag“ muss sparen | 20.12.2012 | 20:43

Genauer Zahlen wären immer interessant um die Situation besser einschätzen zu können. Zum Beispiel kann ich mir vorstellen, dass die Printausgabe in den "linken Zentren" der Großstädte und Stadtstaaten angekommen ist, aber in der Prärie universitären Kleinstädte in West und Ost noch immer ein unbeschriebenes Blatt ist. Wir selbst haben den Freitag in unserer Universitäts Bibliothek eingefordert und legen unsere gelesenen Abo-Ausgaben am Montag in den Kaffees der Stadt aus, anstatt sie irgendwo in der WG Küche vergammeln zu lassen. Da der Freitag eine hervorragende Communityarbeit leistet, ist es nicht verkehrt, diese bei der Aquise von Neulesern mit in das Boot zuholen. Mitgestalten anstatt nur konsumieren, hört nicht im Netz auf. Lieber bin ich tätig solidarisch mit einem "guten" (beziehe 3 Wochenzeitungen, Freitag wird als einziges Abo mit in das neue Kalenderjahr gehen) Blatt, als mich mit Stellenkürzungen oder Qualitätsbeschnitten abzufinden. Die Möglichkeiten der Leseraquise durch Leser wurden bis dato wohl nicht ausgeschöpft.

RE: Ein Stück vom großen Brotlaib | 18.11.2012 | 18:52

Danke für die Buchempfehlung. Die Nase voll habe ich von ganz anderen Dingen, denn ich selbst bin ein "nicht-mehr-ganz-junger" Zirkelteilnehmer. Wobei die Klausel "links" eher ein Stempel zur Vereinfachung ist, als eine tatsächlich für mich zu generalisierende politische Ausrichtung.

MfG Anton

RE: Ein Stück vom großen Brotlaib | 15.11.2012 | 19:10

Fraglich an der BGE Debatte, die es wert ist geführt zu werden, da sie ermöglicht alternierende Wirklichkeitsmodelle zu denken und die generelle Verschränkung von Arbeit und Lohn als Grundfeste der neoliberal geprägten Gesellschaft offenbart, bleibt die Verfasstheit der Märkte. Ist mehr Geld im Umlauf, steigen die Preise! Das BGE würde "weg-inflationiert" werden. Von der strukturellen Idee der Befreiung des Subjekts aus Lohnverhältnissen, hin zum bspw. Kreativ-Subjekt wären passé.


Das im Artikel vorgeschlagene Konzept ist zwar nett, aber in einer funktional ausdifferenzierten Gesellschaft wie unserer bislang nicht umsetzbar. Erst wenn jedes Subjekt eine klare Rolle in einer Gesellschaft bekommen hat, oder je nach dem wie man diskurstheoretisch drauf ist, gefunden hat, könnte ein BGE Sinn machen, sofern wie angeprangert, der Markt es nicht negiert. In einer kommunitaristischen Gesellschaft, ähnlich der Struktur eines afrikanischen Dorfs, mag dies gelingen. In einer individualisierten Gesellschaft, wären Probleme zu erwarten. Die Probleme wurden in anderen Kommentaren etwas unpassend als RTL2 Couchpotatoes bezeichnet.

Der (ich beobachte die Debatte vor allem in jungen linken Zirkeln) Diskussion fehlt ein Konzept von Gesellschaft, wie die Teilsysteme mit einander funktionieren sollen und was der Faktor Mensch darin ausmachen soll. Daher ist das BGE schlussendlich, auch wenn ich ein Freund von Gedankenspielen bin, Ablenkung und Alibi. Viel interessanter finde ich, dass sich diese Idee solange aufrechterhält. Woher kommt diese zweite Luft um über "Utopien" (bitte nicht zu wörtlich nehmen) mit Form und Inhalt nach zudenken. Ich lese darin mehr als nur "den neuen Kommunismus", wie ein Vorredner es beschrieb.