Die Wirtschaft visuell reflektieren

Erklärvideo "Wirtschaft ist CARE" hinterfragt den heutigen Stand der Wirtschaft mit kleinen Gedankenspielen.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Erklärvideos sind ein ganz eigenes Animationsgenre, denn sie wollen Sachverhalte vertiefen, sie wollen aufklären und belehren. Das ist unerträglich, wenn Belehrung als brüllender Hammer vor allem Meinungshoheit betont. Erklärvideos aus den USA sind geradezu berüchtigt, schon durch die Stimme des Sprechers Dogma pur verbreiten zu wollen. Da bleibt nur die Flucht.

Überaus nett und erhellend ist das Video "Wirtschaft ist CARE", das den heutigen Stand der Wirtschaft mit kleinen Gedankenspielen hinterfragt. Es stammt von Guave Motion, einem Schweizer Studio für Film und Animation:

Eingebetteter Medieninhalt

Die Nutzung des englischen Wortes "Care" irritiert. Man denkt an Care-Paket. Doch sicherlich haben die Macher des Films lange über deutschsprachige Begriffsalternativen nachgedacht. Und seltsam: Das Wort "Fürsorge" mag trefflich sein, doch klingt es derart antiquiert, dass man es kaum in den Mund nehmen mag. Dies wiederum führt zur Frage, ob die kollektiv gemeinte Aussage des Films überhaupt noch vermittelbar ist.

Wenn Wirtschaft noch vor dem Profit (vermittelbar) eigentlich gemäß klassischer Wirtschaftssoziologie "Versorgung durch gemeinschaftliche Arbeit" meint, es dafür aber keine kernigen Worte mehr gibt, dann spiegelt die Aussage des Films vor allem die Tatsache wieder, dass Fürsorge als gesellschaftliche Option ausgestorben ist. Umso wichtiger ist es, diesen kleinen Film zu verbreiten und Solidarität als die Essenz des Wirtschaftssystems massentauglich zu kommunizieren.

11:00 21.12.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Kommentare