„Holy Spider“ von Ali Abbasi: Im Netz der Misogynie

Kino True Crime aus dem Iran: Ein eindrucksvoller Film noir des iranischen – in Dänemark lebenden – Regisseurs Ali Abbasi greift eine Mordserie an weiblichen Prostituierten im Iran auf und ist dabei so viel mehr als „nur“ ein Krimi
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 02/2023
„Sittenlose“ Frauen? Der Film erzählt auch viel über Doppelstandards in Bezug auf die Sexualmoral
„Sittenlose“ Frauen? Der Film erzählt auch viel über Doppelstandards in Bezug auf die Sexualmoral

Foto: Alamonde Film

Es ist geradezu unmöglich, während Holy Spider nicht an die Proteste in Iran zu denken. Zwangsläufig bringt man dem Mut der Frauen, die seit September mit ungeahnter Vehemenz gegen das autoritäre Regime auf die Straße gehen, noch ein wenig mehr Bewunderung entgegen. Selbst wenn Ali Abbasi (Border) seinen neuen Thriller nicht als Film über die aktuelle Situation in Iran verstanden wissen will. Der in Dänemark lebende iranische Regisseur und Drehbuchautor arbeitet in Holy Spider eine Mordserie auf, bei der zwischen 2000 und 2001 in Maschhad, der zweitgrößten Stadt des Landes, 16 weibliche Prostituierte getötet wurden. Der Film ist weder ein „Whodunit“-Krimi noch das bloße Porträt eines Serienmörders. Stattdessen bet