aram Ockert
23.01.2014 | 18:26 63

Hans-Ulrich Jörges – Der Über-Lanz

Sahra Wagenknecht Hans-Ulrich Jörges glaubt, er hätte Wagenknecht die Maske der Lauterkeit vom Lügenkopf gerissen. Jetzt hat er nach "Markus Lanz" einen „Zwischenruf“ aufnehmen lassen

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied aram Ockert

Hans-Ulrich Jörges – Der Über-Lanz

Bild: Screenshot

Hans-Ulrich Jörges und Markus Lanz haben sich verabredet, um Sahra Wagenknecht zu entmystifizieren. Am 16. Januar ist das dann so gründlich gescheitert, dass es seitdem eine Debatte darüber gibt, wie viel geballte Inkompetenz man als gebührenzahlender Fernsehzuschauer hinnehmen muss?

Die entsprechende Petition hierzu entfaltet eine ungeheure Dynamik und wächst stündlich um viele tausend UnterzeichnerInnen. Im Zentrum der Kritik steht Markus Lanz, ein fesch anzusehender smarter Mann Mitte 40 aus Südtirol.

Lanz kann ein begnadeter Plauderer sein, aber ihm fehlt nahezu jedes politische Wissen sowie Gespür im Umgang mit Politikern. Man darf annehmen, dass Lanz sich seiner Schwächen ebenso wie seiner Stärken einigermaßen bewusst ist. Insofern kann man auch ausschließen, dass es Lanz' Idee war, Sahra Wagenknecht noch einmal einzuladen.

Es könnte H.-U. Jörges gewesen sein, der Markus Lanz dazu überredete, Sahra Wagenknecht nach seinem persönlichen Debakel Ende Februar 2013 erneut Anfang 2014 einzuladen. Im Jahr zuvor hatte Lanz bereits einmal schmerzlich erfahren müssen, dass er Frau Wagenknecht von der Linken nicht das Wasser reichen konnte. Sky Dumont und Daniel Kübelböck waren damals keine wirkliche Hilfe, sie konnten und mochten dem hilflosen Moderator nicht beistehen.

Diesmal allerdings sollte es eine Verhörsituation geben, in der wahlweise der große Politikjournalist Hans-Ulrich Jörges und der Dampfplauderer Markus Lanz gegen die rote Sahra agieren. Der Plan ging schief. Erstens weil insbesondere Jörges sich überschätzt und zweitens und vor allem Sahra Wagenknecht unterschätzt hatte. Deswegen sorgte gerade das Mitglied der stern-Chefredaktion Hans-Ulrich Jörges für unerwartet hohe Ausschläge – auf der nach oben hin offenen Skala des Fremdschämens.

Die bereits erwähnte Petition wurde von Maren Müller dann aber gegen den Moderator der Sendung und nicht gegen Jörges gestartet und damit Lanz mehr Ehre erwiesen, als ihm von Amtswegen zustehen und es der selbstverliebte Jörges ertragen würde.

So hat es denn Jörges keine Ruhe gelassen, der bis zum heutigen Tage glaubt, er hätte der Wagenknecht die Maske der Lauterkeit vom Lügenkopf gerissen, weswegen seiner Meinung nach die linke Meute tobt, die sich aber leider das falsche Gegenüber ausgesucht hat – ist der Linkenbezwinger doch in Wirklichkeit Hans-Ulrich Jörges. Er war es doch, der Wagenknecht die Lüge über den Mindestlohn ins kommunistische Lügenmaul zurück gestopft hat. Da war ihr aber das süßliche Lächeln ganz schön vergangen. Jetzt tobt der rote Mob und das zurecht. Seinetwegen. Deswegen hat der Jörges schnell ein Aufnahmeteam geordert. Über den Dächern von Berlin hat er einen „Zwischenruf“ aufnehmen lassen. Thema: „Die Methode Wagenknecht“.

Und wer wissen will, wie einmal ein Qualitätsjournalist aus dem Hause, das 1983 die „Hitler-Tagebücher“ veröffentlichte, Deutschland und die Welt vor dem Kommunismus beschützte, der schaut das jetzt:

http://www.stern.de/politik/deutschland/joerges-der-video-zwischenruf-die-methode-wagenknecht-2085007.html

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (63)

ch.paffen 23.01.2014 | 19:03

stylisch ist das was z.zt. auf dem medien + blogging marktplatz abgeht ja auch irgendwie nicht * so ein wenig wie hängt sie höher * öffentliche hinrichtungen erscheinen mir irgendwie nicht mehr zeitgemäß ..... * ursache - wirkung *

letztens gesehen

Markus Lanz killt Openpetition: Karriere am Ende? | IKNews

eben gesehen

„Bedarf vorerst gedeckt“: Wagenknecht erwägt Lanz-Boykott - Deutschland - Politik - Handelsblatt und „Bedarf vorerst gedeckt“: Lanz: „Jetzt aufzuhören, wäre uncool“ - Deutschland - Politik - Handelsblatt

feinsten resttag noch cp

tolu0309 23.01.2014 | 19:56

Naja da geht es ja nicht um eine Hinrichtung sondern darum dass hier ein überdurchschnittlich gut verdienender Angestellter öffentlich rechtlicher Rundfunkanstalten unterdurchschnittliche Leistungen bringt.

Für dem sein Gehalt könnte das ZDF 10 immer noch gutbezahlte Journalisten einstellen. Schlechtere Sendungen können die dann auch nicht machen.

Dass der Stern mit solchen "Qualitätsjournalisten" nicht mehr auf die Füße kommt wundert ja niemanden mehr, aber das ist das Problem der Sterneigentümer.

opepper 23.01.2014 | 20:50

Es gibt jetzt auch eine Petition, welche sich eben aktuell auf o.g. Thematik beruft.

" Der Pettionsausschuß möge dem Ansinnen entsprechen, auf die entsprechenden Stellen - wie z. B. den Presserat - hinsichtlich eines Kodex hinzuwirken, der im Journalismus einen höheren Qualitätsanspruch bewirkt. Journalismus hat zu informieren - auf sachlicher Grundlage, auf sauberer Argumentation und objektiv. Wie man am Beispiel Hans-Ulrich Jörges vom Stern sieht - bedarf Journalismus entsprechender Impulse aus der Gesellschaft. Meinungsmache wie man sie in dem Video des Herrn Jörges erleben muss, hat mit Qualitätsjournalismus nichts zu tun. Natürlich wird Herr Jörges nicht über die Fernsehgebühren finanziert, sondern durch die Werbeeinnahmen und die Zahl der verkauften Stern-Exemplare - dennoch ist es durchaus angebracht, diese Art von Meinungsjournalismus anzuprangern und abzumahnen."
(Auszug)

https://www.openpetition.de/petition/online/mehr-sachlichkeit-im-journalismus-schlechtes-beispiel-hans-ulrich-joerges

aram Ockert 23.01.2014 | 21:09

Oh Gott, wie schrecklich ist das denn? "Journalismus hat zu informieren - auf sachlicher Grundlage, auf sauberer Argumentation und objektiv". Der Erste der das unterschreiben könnte, wäre Hans - Ulrich- der-Große-Jörges. Seiner Meinung nach, hat er genau das gemacht. Nun sehen das die Online-Petenten sicherlich anders, aber wer bitte soll den Streit entscheiden? Ach ja, der Presserat, eine Organisation der großen deutschen Verleger- und Journalistenverbände Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e. V. (VDZ), Deutscher Journalisten-Verband (DJV) sowie Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju). Sie soll die Arbeit einer Zensurbehörde leisten, die "diese Art von Meinungsjournalismus an(..)prangern und ab(..)mahnen" soll.

Ehrlich gesagt, da ist mir dann sogar ein größenwahnsinniger und selbstverliebter Jörges lieber, als diese verhinderten Saubermänner und Meinungspolizisten!

Jörges Rede kotzt mich an, aber ich trete jederzeit dafür ein, dass er reden darf!

sch123 23.01.2014 | 21:35

Meine Güte ist das bitter peinlich Jörges!!!

In der Diskussion bist Du ihr nicht gewachsen und trittst jetzt in dieser Form nach? Wenn das mal nicht nach hinten losgeht.

Alles, was Du S.W. vorwirfst, nicht ausreden lassen, den anderen übertönen wollen, unliebsame Wahrheiten nicht hören wollen etc... hast DU par excellence demonstriert! Deswegen der Shitstorm, verstehste. Ich habe viele Beiträge zum Thema gelesen und SEHR viele Kommentatoren weisen zunächst darauf hin, dass sie ja eigentlich nichts von S.W. und der LINKEN halten, aber trotzdem die Art und Weise inakzeptabel finden usw. usf.

Das will schon was heißen! Dass es also um die "sakrosankte" S.W. ginge ist selbstverständlich und offensichtlich Quatsch ...

Und S.W. vorzuwerfen, sie würde populistisch argumentieren, oder Fakten zurechtbiegen ist ja wohl lächerlich. Natürlich tut sie das manchmal, JEDER Politiker tut das.

...ich bin wirklich fassungslos über das unterirdischen Niveau, das Herr -"Sie reden nur Stuss Frau Wagenknecht!"- Jörges an den Tag legt...auweia...

mcmac 23.01.2014 | 23:00

Das Video zeigt einen ganz schlechten Verlierer beim Nachtreten; es ist unglaublich peinlich in dieser Erbärmlichkeit, Fremdschämen inklusive.

Der Eiferer, der selbst solche Peinlichkeiten nicht scheut, wird vielleicht verständlicher, bzw., dessen Motivation wird es, wenn man liest:

"[...] Im Mai 2006 geriet Jörges in die Kritik mit einem Kommentar zu Hartz IV unter der Überschrift „Der Kommunismus siegt – Arbeit wird verhöhnt, Nichtstun belohnt“. Er sprach darin und in einer Sendung von Sabine Christiansen in der gleichen Woche von „2.000 Euro Sozialleistungen“, die Familien mit mehreren Kindern unter „günstigsten Umständen“ bekommen könnten.[...]" (Quelle: Wikipedia).

weitere Stimmen dazu:

=> Stimmungsmacher der Hartz-Republik (taz)

=> Hartz IV: Ist das Existenzminimum für arme Familien zu hoch? – oder: wie Herr Jörges vom Stern der raffinierten Verschwörung des Fürsorgestaats zugunsten von Familien auf die Schliche gekommen ist. (neue praxis)

mymind 23.01.2014 | 23:24

Diese Petition unterstütze ich voll & ganz! Auszug:

>>Wie bereits angedeutet, ist es in unser aller Interesse von den Medien als meinungsbildende Organe mehr Sachlichkeit und objektive Information einzufordern. Wir haben sowohl als Steuerzahler als auch Gebührenzahler der öffentlich-rechtlichen Medien einen Anspruch darauf.

Noch wünschenswerter wäre, diese Forderung bez. der absichtlichen & allgemeinen Desinformation zu stellen, mit der hierzulande inzwischen seit mdst. 2,5 Jahrzehnten operiert wird. In anderen Ländern wird dieser Status Quo von eben diesen Medienträgern Propaganda genannt _ bzw. Volksverdummung.

Der perfide Showshit von Lanz/Jörges & den Auftraggebern ÖRF & Besitzer sollte weitere Kreise bilden.

Corina Wagner 24.01.2014 | 00:04

Fremdschämen und Bärendienst

Hm, Jörges und Lanz zeigten sich von ihrer besten Seite als Laienschauspieler. Herrlich! Ganz großes Kino. Sie spielten die bösen Jungs und wollten eine linke Lady auseinandernehmen. Diese beherrschte ihre Rolle, damit hatten wohl die beiden Selbstdarsteller nicht gerechnet und dies merkten auch ZuschauerInnen, die kein Fan von Wagenknecht sind. An diesem Abend waren ja noch Profis in der Sendung. Echte Schauspieler, aber einer der beiden hat der Branche auch einen Bärendienst erwiesen. Bleibtreu sprach von Anfängergagen von 3000 Euro an Theatern. 1600 Euro brutto sind da realistischer…

„Die monatliche Mindestgage für am Theater fest angestellte Schauspieler, Regisseure, Bühnenbildner, Dramaturgen, Regie- und Bühnenbildassistenten liegt derzeit bei brutto 1.600 Euro. Für viele ist das nicht nur zu Beginn ihrer Karriere das Einkommensniveau, an das sie sich gewöhnen müssen.“http://www.goethe.de/kue/the/tba/de6047861.htm

ch.paffen 24.01.2014 | 01:11

danke für den kommentar zum kommentar * okay, der vergleich "hinrichtung" wär wohl eher suboptimal * lanz + joerges waren kein high light, ohne frage, aber die art sich an den beiden abzuarbeiten @ x statements die, ähnlich wie die aufführung der beiden (lanz/joerges) wirklich stilfrei (wildestes rumbashing) war * ich finde das entwertet die durchaus berechrigte kritik * das wiederum finde ich ärgerlich, ich finde stylstorm wäre eben die steilere form der kritik * feinste restnach noch cp

weinsztein 24.01.2014 | 03:53

Wie lange werden die Herausgeber des Stern diesen Chefkommentator Hans-Ulrich Jörges noch akzeptieren?

Jörges, Mitglied der Stern-Chefredaktion, der sich über ein im Internet verbreitetes Video nachträglich bemühen will, Recht gehabt zu haben bei seinen Anwürfen gegen Sahra Wagenknecht während der Lanz-Sendung.

Das Video ist so unfreiwillig komisch und Jörges so sehr um Souveränität bemüht! Ich werde es per Facebook verlinken. Auch meine Freunde sollen Spaß haben.

weinsztein 24.01.2014 | 04:18

Wer Stern-Chefkommentator Hans-Ulrich Jörges zu diesem Statement mit wehendem Haupthaar auf einem Berliner Hochhausdach geraten hat, ist sein Feind, seine Feindin.

Jörges neben eine zum Schweigen verurteilte Sahra Wagenknecht stellen - weil hier aus Pappmaché - ihn Tage nach seinem TV-Debakel bei Lanz gegen die Linke-Politikerin vom Leder ziehen zu lassen, setzt subversive Talente voraus.

Jörges ist so eitel und merkt es nicht.

Diese Video sehe ich immer wieder gern, es wird Geschichte machen:

http://www.stern.de/politik/deutschland/joerges-der-video-zwischenruf-die-methode-wagenknecht-2085007.html

karamasoff 24.01.2014 | 06:18

Von welchem, von gegnerischer Seite aus völlig sinnleer konstruierten Mythos (mythologisierte Gegner sollen dabei wohl eine Art Übertragungsleistung von nicht vorhandenem Pathos hervorrufen) wird da eigentlich öffentlich und selbstgerechtlich geschwafelt?

Die alte Taktik vom Gegner- samt Mythosaufbau ging ja wohl dank Lanz völlig in die Hose. Der Pathos jedenfalls, der da keifend und brüllend herbei bemüht werden sollte, entpuppt sich nach Jörges´ Sternartikel und der Antworten der ZDF-Granden inzwischen als pathologisch bedingte Appetenz .

Auch eine Art Aufklärung. Danke Lanz! :D

Guy Fawkes 24.01.2014 | 07:57

Da wir an die Hintermänner, Strippenzieher und Kausatoren des weltweiten Leids ohne Gewaltanwendung eh nicht rankommen, lassen wir einfach deren Frontmänner bluten. Lanz muss sich demnächst einer stündlich anschwellenden Petition stellen und vielleicht passiert das Jörges ja auch bald. Machen wir diese Marionetten der neoliberalen Pseudoelite und all die anderen ausführenden Popanze in Funk und Fernsehen zu Kanonenfutter. Zeigen wir ihnen, dass sie auch trotz Lobbyschutz nicht mehr tun und lassen können, was sie wollen! Transformieren wir die körperliche Gewalt in ihren eigens errichteten Digitalen Raum! shock'n awe

lastmich 24.01.2014 | 09:24

hmm wieso Maren Müller und nicht Max Mustermann?

Fernsehmoderatoren werden per Demokratie gewählt? Wusste ich gar nicht.Muss man dazu auch einen falschen Doktor machen?

Politiker sollten sich zu sowas stellen müssen ob der Moderator gut oder schlecht ist . Andernfalls sollten diese Politiker sonst woanders hin , beruflich meine ich

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Ehemaliger Nutzer 24.01.2014 | 10:57

Hans-Ulrich Jörges und Markus Lanz haben sich verabredet, um Sahra Wagenknecht zu entmystifizieren.“

Sie beginnen mit einer Annahme, die Ihnen im Zweifel Post vom Anwalt einbringt, womit Sie aber auch die Teile im Text, die Sie völlig richtig sehen, entwerten. Schade.

Sehen Sie, wenn Frau Wagenknecht das erste Mal in ihrem Leben in einer Petition von über 130.000 Menschen voller Wohlwollen getragen wird, ist wer der Sieger?

Herr Lanz ist so auf sich selbst fixiert, dass es ihm rein biologisch betrachtet gar nicht möglich ist, andere Menschen auch nur wahrzunehmen, geschwiege denn diese zum Ziel einer Intrige zu machen, und Herr Jörges hat sich vorgenommen im Casting um die Nachfolge der beiden älteren Herren in der Muppet-Show in die engere Wahl zu kommen.

Frau Wagenknecht konnte sich vermutlich solch unterirdisch schlechte Gegner nicht einmal im Traum vorstellen, sie wirkte auf den Bildern eher amüsiert. Recht hat sie. Das war eine Schmierenkomödie, OK, aber den beiden Aspiranten einen Plan zu unterstellen, wäre eine ungerechtfertigte Aufwertung ihrer Gestalt.

aram Ockert 24.01.2014 | 13:18

Die deduktive Spekulation, dass eine Verabredung stattgefunden hat, ist einerseits hypothetisch und andererseits naheliegend. Der anwaltlichen Post sehe ich jedenfalls mit großer Gelassenheit entgegen. Das dürfen Sie auch, obwohl Sie sich Waldorf und Statler deutlich in beleidigender Absicht genähert haben.

Ihrer Theorie, wonach "Plan" nachgerade Ausdruck höherer Inteligenz sei, folge ich nicht. Eher im Gegenteil. Die Art des Scheiterns beweist es.

Natürlich kann man in soetwas auch hinein stolpern. Dagegen spricht, dass Lanz seine Watschen schon Ende Februar 2013 abbekam. Die Veränderung des Settings - Jörges statt Sky Dumont - und Wagenknecht in der Mitten, spricht deutlich für (schlechte) Planung.

Aber ich gebe zu, eine Besprechung der Beiden, als völlig auf sich selbst konzentrierte Narzisten, die rein vegetativ reagieren, entbehrt auch nicht des provokativen Reizes.

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Ehemaliger Nutzer 24.01.2014 | 13:33

Vermutlich habe ich, immer noch nachhaltig geschädigt durch den Biologieunterricht, unterstellt, dass nur bewusste Lebensformen zwei Beine haben, sprechen können und eine Erkenntnis a posteriori erlangen.

Das Setting ist eine Wiederholung? Wie süß. Talentfreie Moderation scheint selbst dann in die Falle zu führen, wenn es sich um eine Wiederholung handelt, eine völlig neue Sichtweise, die doch zu denken gibt, wenn man bedenkt, was passieren kann, sollten diese Lebensformen aus dem ZDF entfleuchen.

kurt klemm 24.01.2014 | 13:40

Könnte die Motivation der beiden nicht ziemlich einfach zu erklären sein?! Es ziemt sich nicht, im ÖR-TV unbequeme Wahrheiten zu äußern - folglich werden sie unterdrückt, es wird davon abgelenkt und sie werden übertönt. Der einfältigste Konsument dieser Sendungen muss zu dem Schluss kommen. Nur so ist die gewaltige Anzahl von Petitions-Unterzeichner zu erklären.

aram Ockert 24.01.2014 | 14:53

Mit Sicherheit antizipiert der Lanz die Erwartungshaltung seiner Programmverantwortlichen: Ein pluraler Mix und dazu gehören auch "unbequeme Wahrheiten", ist sicherlich ebenso gewünscht, wie das Gegenhalten. Es darf aber wohl bezweifelt werden, dass das von "den Verantwortlichen" als flegelhaftes Benehmen eingefordert wird.

Daher geht es bei der Kritik an Lanz und Über-Lanz Jörges auch nicht um den armseeligen Inhalt, den sie versucht haben Wagenknecht zu entgegnen, sondern um die völlig inakzeptablen Verkehrsformen, die sie in der Sendung an den Tag gelegt haben.

Wie man sehen konnte, diente dass nicht der Unterdrückung unliebsamer Meinungen, sondern zurecht bestehender Anstandsregeln.

Achtermann 24.01.2014 | 15:54

Das sollte auch mal gesagt werden:

"Im Jahre 2004 wurde Jörges zum Journalisten des Jahres in der Kategorie Politik gewählt. Die britische Financial Times zählte ihn 2006 zu den einflussreichsten Kommentatoren der Welt." (Wiki)

Wir haben es hier mit einem Spitzenkönner des deutschen und internationalen Journalismus zu tun, der uns in Opposition zu Sahra Wagenknecht die Welt erklärt.

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Will 24.01.2014 | 17:55

Der Über-Lanz Jörges ist ein ganz schlechter Verlierer . . Wenn man seinen "Zwischenruf " sich ansieht, kann man zu keinem anderen Schluss kommen. Es ist ein perfekter Leitfaden für Demagogie.

Er sagt u.a.:

"Im Internet und in sozialen Netzwerken ist der Teufel los, besser gesagt - die Linke" - LÜGE

Wenn man die Begründungen der Protestierer für den Rausschmiss von Lanz liest, ist es eindeutig der miserable Stil von Lanz. Es ist auch nicht auszumachen, dass der Protest besonders stark aus linken Hochburgen im Osten kommt, wo die Partei bis zu 30% Wähler hat.

Weiter:

"Es geht um die Tabuisierung einer kritischen Auseinandersetzung" - LÜGE

Es geht gerade um eine sachliche kritische Auseinandersetzung

"Bei Lanz haben Ungläubige gewagt, diese linke Ikone zu berühren" - Kompletter Blödsinn!

Sie haben nicht gewagt, sie zu berühren, sondern sie anzupinkeln und das ist im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose gegangen.

... "..erlebt man immer, dass sie dazwischen oder dadrüber quatscht, dass einen die Zuschauer nicht mehr verstehen"

Das war der absolute Gipfel der Frechheit !

Wie nennt man diese Methode ? Haltet den Dieb !

..."Sie hat sich mit Bernd Lucke von der AfD verschwistert gegen den Euro" - LÜGE

Sie kritisiert die Politik der Bankenrettung zu Lasten der Steuerzahler. Warum soll Bernd Lucke, der sicher mehr Grips im Kopf hat als dieser eitle Selbstdarsteller, nicht auch zu dieser Erkenntnis kommen ?

Zum Schluss noch:

" Die Wahrheit ist die Wahrheit ist die Wahrheit"

um seine Lügen besser unters Volk zu bringen. George Orwell "1984" lässt grüßen.

"

Manfred Fröhlich 24.01.2014 | 18:06

Markus Lanz & Jörges - Die penetranten Dilettanten

Moderieren ist seine Sache nicht, er möchte gerne jedem Gesprächspartner seine persönliche Meinung eintrichtern. Markus Lanz fehlt es an Anstand und Respekt gegenüber anderen Menschen.

Er wirkt manchmal beinahe gewalttätig, wie er seine Gäste durch körperliche Nähe einschüchtern will. Wie mag man sich als Gast dabei fühlen?

Normalerweise schalte ich an dieser Stelle in ein anderes Programm. Heute wollte ich unbedingt wissen, wie sich Sarah Wagenknecht in diesem Kreuzfeuer an verbalen Entgleisungen verhält.

Sie hat geduldig die Tobsuchtsanfälle von Herrn Jörges (hat der was genommen?) ertragen und sie hat die penetranten Angriffe der beiden Dilettanten überlebt.

Glückwunsch. Der Rest ist Gesschichte.

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Ehemaliger Nutzer 24.01.2014 | 18:27

{Der Mann ist auch nicht dumm, aber leider obsessiv. Er hasst Sahra Wagenknecht.}

Hass kann die Folge einer Obsession sein, ist aber nicht ihre automatische Konsequenz.

Im Fall Jörges verknüpfen sich zwei Faktoren: zum einen die egomane Selbstverliebtheit des Stern-Politanalysten und ferner die Erwartung der Medien, dass Bürgerliche Redaktionseliten ihre Lügengeschichten so auftischen, dass non-konformistischen Kritikern das Wort im Munde stecken bleibt.

Bei Sarah Wagenknecht ist dies nicht gelungen, weil sie der Fraktion Lanz/Jörges sowohl vom Intellekt wie von der Tiefe ihres analytischen Hintergrundes haushoch überlegen war.

So blieb dann nur die testosterongesteuerte Bracchial-Intervention... :-)

Was Sarah Wagenknecht auch in anderen Talkshows häufig erlebt hat, weil vor allem die Machos vom rechten Rand (Stoiber, Söder, Dohnanyi ...) nur bedingt kommunikationsfähig sind.

Robinsohn 24.01.2014 | 19:10

Jörges vergaß in seiner Suada, dass er in der Sendung bestritt, dass die EU militärische Neuerungen auflegt. Da lag er falsch und im Nachhinein korrigierte er seinen Fehler nicht. Zweitens ist beliebt, aber sehr bedenklich, dem Gegner unlautere Motive unterzuschieben. Hat Wagenknecht die Zuhörer gezielt von "wichtigeren Themen" ablenken wollen oder war sie ehrlich empört über die Umverteilung in EU und die Lage der Verlierer? Jörges behauptet einfach das Erste. Woher weiß der Typ, was andere WOLLEN? ....Zu Lanz noch eine Ergänzung. Irgendwo steht, dass er zu dem Shitstorm geäußert habe, er ziehe dann auch mal die Spülung. Auch das noch: der richtige Mann auf dem falschen Klo!

Ratatörskr 24.01.2014 | 19:35

Den Jörges muss es schwer schmerzen, einer attraktiven intelligenten und rhethorisch ihm haushoch überlegenen Frau gegenüberzustehen, der er nicht das Wasser reichen kann! Da scheut er nicht vor Häme über ihre Garderobe zurück! Weil sonst nichts geht. Und das nun auch nicht. Pech gehabt Herr Jörges.

Ich habe diese Petition unterschrieben. Ich sah das Video, weil ich Lanz nie schaue, nur vor einiger Zeit einmal zufällig, als er die Tochter des Klaus Kinski in der Runde hinterhältig u. unvorbereitet mit ihr unbekannten Familienvorkommnissen konfrontierte, die sie aus der Fassung brachten, die ihre Fassungslosigkeit verstecken wollte und die er quälend weiter verfolgte! Für ein derart menschenverachtendes Spiel eines solchen Journalisten sollte sich die komplette ZDF-Besatzung schämen. Wenn die Petition hilft, ihn in die Wüste zu schicken, begrüße ich das sehr.

weinsztein 25.01.2014 | 04:33

Aus meiner Sicht durchaus möglich, dass Hans-Ulrich Jörges eine Berliner Hausdachbühne für seinen eindrucksvollen Videoauftritt bauen ließ. Dann wäre auch ein Fön im Spiel gewesen, der sein wallendes Haupthaar so anmutig wehen ließ. Gleich neben einer Darstellung von Sahra Wagenknecht aus Pappe, die er beschimpfte.

Kann sein, dass Jörges sich das alles selbst ausgedacht hat. Er gilt ja als Vordenker innerhalb der Chefredaktion des Stern.

aram Ockert 25.01.2014 | 12:51

Ich finde interessant, dass Lanz aus der Nummer noch eher herauszukommen scheint, als Jörges. So hat sich Lanz bereits zu einer halben Entschuldigung durchgerungen und wird es in dem "längeren Telefonat" mit Wagenknecht wohl auch zu einer Ganzen gebracht haben.

Jörges schafft das nicht, da liegt sein Ego wie ein schwerer Stein vor der Tür. Am Ende ist es natürlich so, dass sein Ego gar kein schwerer Stein, sondern leicht wie ein Luftballon ist und er deswegen nicht zum Ergebnis kommen kann, er, der große Jörges hätte einen Fehler gemacht. Und so bastellt er sich eine Sicht auf die Dinge, in der er im Zentrum einer linken Verschwörung steht.

Das mit am Abstand Lustigste daran ist, dass er damit den Linken eine Fähigkeit unterstellt, über die er und sein Freund Lanz ganz offensichtlich nicht verfügen. Und wärend die beiden nur sich selbst zu koordinieren hatten, müssen wir Linken Hundertausende im Handeln aufeinander abstimmen.

Ich könnte mich wegwerfen :)

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Ehemaliger Nutzer 25.01.2014 | 12:59

... wie viel geballte Inkompetenz man als gebührenzahlender Fernsehzuschauer hinnehmen muss?

Die Hüttensteuer zahlen wir nicht für die Qualität der Programme an die Staatssender, sondern damit die Politiker uns überhaupt noch erreichen mit ihrer Göbbelsschnauze, TV und Video-Botschaft.

Private Sender könnten es sich gar nicht leisten, solchen Unsinn zu senden.

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Ehemaliger Nutzer 25.01.2014 | 19:09

so:

Als Gebühren zahlender Nicht-Fernsehgucker kann ich nur lachen.

Die Hüttensteuer zahlen wir nicht für die Qualität der Programme an die Staatssender, sondern damit die Politiker uns überhaupt noch erreichen mit ihrer Göbbelsschnauze, TV und Video-Botschaft; die Kosten dafür werden überwälzt.

Private Sender könnten nicht dazu verurteilt werden, solchen politischen Unsinn zu senden und für Politiker jederzeit verfügbar zu sein.

Was dann zwischen den politischen Botschaften noch an Sendezeit übrig bleibt, wird aufgefüllt, notfalls mit Mist oder Schwachsinn wie Dschungelcamp.

Das Geschäftsmodell der Staatssender lautet Politische Botschaft und der Rest ist Müll.

Bei den Privatsendern ist das "ganz anders", dort lautet das Geschäftsmodell Werbung und der Rest ist Müll.

poor on ruhr 26.01.2014 | 15:38

Ich höre gerade in den Link von Meyko rein. Mir geht diese Art von Lanz schon lange auf den Zwirn, wenn die Gäste eine andere Meinung haben. Hier übertrifft er sich selbst. Ich finde es gut, dass die Leute sich darüber so aufregen. Auch wenn sie es 100.000 mal shitstorm nennen, ist es berechtigt sich darüber aufzuregen. Die Linkspartei wird im Osten Deutschlands von Millionen Menschen gewählt. Wenn er nicht in der Lage ist mit Sarah Wagenknecht normalk zu reden, soll er sie nicht einladen.

An dem Abend hatte ich weitergezappt. Nach der Spätschicht fiel es mir schwer solch einen Lanz zu ertragen. Beide können (Lanz und Jörges könen Frau Wagenknecht nicht das Wasser reichen.

Wenn die öffentlich rechtlichen Sender Frau Wagenknecht nicht mögen sollen sie Menschen mit glkeicher Intelligenz und gleichen Fähigkeiten aussuchen, wenn sie sie interviewen.

Lanz hat seine vorgefassten Argumente und versucht seine Linie gnadenlos durchzuziehen ohne wirklich auf die Argumente von Frau Wagenknecht einzugehen.

Mir kommen schon beim Zuhören dieser Zusammenfassung Aggressionen hoch.

Ich mag Lanz und Jörges nicht.

Ich weiss es , dass andere gibt, die Frau Wagenknecht nicht mögen, aber man sollte wenigstens fair miteinander umgehen.

Ich werde gleich unterzeichnen auch wenn ich Europa trotz aller berechtigten Kritik von frau wagenknecht einwenig positiver als sie sehe.

Viele Grüße

poor on ruhr

aram Ockert 26.01.2014 | 23:42

"Wie man am Beispiel Hans-Ulrich Jörges vom Stern sieht - bedarf Journalismus entsprechender Impulse aus der Gesellschaft. Meinungsmache wie man sie in dem Video des Herrn Jörges erleben muss, hat mit Qualitätsjournalismus nichts zu tun".

Ja und? Gleichwohl gehört es zur Meinungsfreiheit dazu, dass man selbst entscheidet, ob man sein Ruf weiter ruinieren möchte oder nicht. Davor muss niemand geschützt werden. Leute wie Jörges nicht und wir, die Öffentlichkeit eben auch nicht!

Gitti S. 31.01.2014 | 12:03

Klar haben die sich verabredet. Jörges hatte während der ganzen Sendung kein eigenes Thema, zu dem er befragt wurde - kein Buch, kein Film, keine Krankheit ... irgendwas bringen sie doch alle immer mit.

Außerdem befragt er Sahra Wagenknecht zu einem Thema (ich glaub, es war Militarisierung der EU), und drei Minuten später liest Lanz genau das Stichwort von seinen Moderationskärtchen ab.

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Ehemaliger Nutzer 08.03.2014 | 14:03

Wenn zwei Egomanen in die gleiche Kerbe schlagen, muss dahinter kein Plan oder eine Absprache stehen, denke ich. Von dem heutigen Jörges erwarte ich schlicht nichts anderes, denn der hinkt weit hinter der Form, die er einmal hatte. Dem bleibt nichts anderes als sich auf Kosten anderer zu profilieren. Lanz hat abgelesen (immerhin das kann er!), was ja nur heisst, dass jemand, der schreiben kann, ihm dieses Stichwort mitgegeben hat. Das mag - positiv gedacht - gute Recherche sein, vielleicht auch gute Kennnisse von der Person Wagenknecht. Für einen Plan halte ich Lanz für viel zu simpel gestrickt.