aram Ockert
07.08.2013 | 11:33 41

Veggie Day oder Recht auf Schnitzel?

Tierschutz Die heftigen Reaktionen beweisen es. Es gibt ein klares Bewusstsein darüber, dass Fleisch ein Luxus zulasten anderer ist

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied aram Ockert

Veggie Day oder Recht auf Schnitzel?

Foto: Justin Sullivan/ AFP/ Getty Images

Der CO2-Abdruck eines Kilos Fleisch ist ungefähr 10 mal größer als der von einem Kilo Gemüse. Der Aufwand an Energie beträgt für Fleisch ca. neun mal mehr als für die gleiche Menge Energie (kcal) in Gemüse.

Von Transporten reden wir an dieser Stelle nicht. So wurden im ersten Halbjahr 2013, 272.000 Tonnen Schweinefleisch aus der EU nach China exportiert. Anders als Blumenkohl muss ein Schwein, Rind, Schaf usw. getötet werden. Dass wir damit im Falle der Schweine eines der intelligentesten Säugetiere töten, weit schlauer als der klügste Hund, verdrängen wir dabei lieber.

Die Freiheit des Bürgers auf unbegrenzten Fleischkonsum, ist die Freiheit der selbsterklärten Schöpfungskrone, alle Lebensverhältnisse zu ökonomisieren und sich und seine Bedürfnisse absolut zu setzen. Allein das sanfte Anstoßen des Themas führt zu schroffer Abwehr, weil zur Freiheit dazugehören soll, nicht mit den Folgen eigenen Tuns belästigt zu werden.

Wenn die Grünen in ihrem Wahlprogramm fordern: Deshalb fordern wir mehr Verbraucheraufklärung zu den gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen des Fleischkonsums. Öffentliche Kantinen sollen Vorreiterfunktionen übernehmen. Angebote von vegetarischen und veganen Gerichten und ein „Veggie Day“ sollen zum Standard werden. Wir wollen ein Label für vegetarische und vegane Produkte“, so ist das offenbar viel zu liberal.

Natürlich nicht für die FDP, deren Freiheitsbegriff sich im Wesentlichen auf die Aufrechterhaltung von Privilegien für Starke beschränkt. Wenn die FDP Freiheit sagt, so meint sie die auf Rücksichtslosigkeit gegenüber Schwachen.

Ein dummer FDP-Bundestagsabgeordneter und ausgerechnet noch Lars Lindemann, hat die Grünen wegen ihrer Haltung zum sog. Veggie-Day sogar – vollständig von jedem Inhalt befreit – durch Bildsprache in die Nähe von Nazis gerückt. Lindemann, der auch noch Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands und zugleich Mitglied des Gesundheitsausschusses ist, arbeit gleich für zwei Anwaltskanzleien und wird für Tätigkeiten im Bereich der Verwaltung des St. Joseph-Krankenhauses bezahlt. Für die Jungen Liberalen in Berlin ein klarer Fall von Interessensüberschneidung und Lobbyismus. Dieser Mann, der praktisch schon von Berufs wegen gegen eine allzu gesunde Lebensweise sein muss, greift die Grünen an, weil er offenbar der Meinung ist, das Recht auf Schnitzel sei ein Grundrecht. Das glauben mit ihm viele, wie die Reaktionen der vergangenen Tage zeigen.

Selbst bei den Grünen ist man mehr als vorsichtig: „Im übrigen freue man sich nach einem Veggie Day besonders auf den Sonntagsbraten“, verriet Renate Künast der Bild.

Also alles nicht so gemeint. Nach dem Motto, nichts wird so heiß gegessen, wie es von der Partei gebraten wurde, macht Künast auf Defensive und trotzdem schreibt Bild: „Grüne wollen uns das Fleisch verbieten“.

Beim Mitgliederentscheid hat sich die grüne Basis für neun Regierungsprioritäten entschieden. Eines dieser Projekte heißt: „Die Massentierhaltung beenden - ein neues Tierschutzgesetz für artgerechte Haltung“. Da die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der UNO davon ausgeht, dass sich die Fleischproduktion bis 2050 verdoppeln, also auf 463 Millionen Tonnen p.a. steigen wird, darf man davon ausgehen, dass der Wunsch der grünen Basis quer zu dieser Aussicht liegt.

„(E)in „Veggie Day“ sollen zum Standard werden“. Klare Ansage. Das hat nichts mit Freiwilligkeit zu tun, sondern ist der Zwang, bei Rückgriff auf das Kantinenangebot am Veggie Day kein Fleisch konsumieren zu können. Und dafür gibt es mehr, als einen guten Grund. Darüber kann und muss man jetzt mit den Leuten reden, wenn es die Grünen mit dem angekündigten Tierschutzgesetz für artgerechte Haltung wirklich ernst meinen. Bei einem verbesserten Tierschutz, wird es künftig mehr als nur einen Veggie Day in der Woche geben. Genau das müsste auch die Mitteilung an die Wähler sein. Mit einem Veggie Day fängt es an und mit einem Fleischtag hört es auf.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (41)

Achtermann 07.08.2013 | 12:24

"Ein dummer FDP-Bundestagsabgeordneter und ausgerechnet noch Lars Lindemann, hat die Grünen wegen ihrer Haltung zum sog. Veggie-Day sogar - vollständig von jedem Inhalt befreit – durch Bildsprache in die Nähe von Nazis gerückt."

Ob er wirklich so dumm ist? Lindemann ist ein ideales Beispiel eines Abgordneten, der nur deshalb im Bundestag sitzt, weil er sich als Lobbyist sieht. Er hat die Fäden perfekt gezogen und wird, sollte er mal nicht mehr ins Parlament einziehen, eine für ihn grandiose Anschlussverwendung finden, die deutlich besser alimentiert sein wird als sein derzeit angegebener Hauptjob.

aram Ockert 07.08.2013 | 13:27

Dumm deswegen, weil er um das Geschenk der Bildzeitung: "Deutsche Bürger, die Grünen wollen euch das Fleisch wegnehmen", noch blaues Geschenkpapier gewickelt und es mit einer gelben Schleife versehen hat. Denn durch die Hetze werden die Grünenfeinde in ihrer Ablehnung, ebenso wie die Grünfreunde in ihrer Zustimmung bestärkt. Zudem werden die Grünen auf einmal unterscheidbar, weil das Tierschutzgesetz und die artgerechte Tierhaltung in den Fokus gelangen. Ein Thema, dass mehr Menschen interessieren dürfte, als so mancher glaubt. Niemand wird eine Partei wählen, weil sie für das uneingeschränkte Recht auf Partizipation an geschlachteten, toten Tieren eintritt. Aber eine Partei, die das Ende der tierqälerischen Haltung von Schlachtvieh fordert, könnte durchaus Anlass für eine Wahlentscheidung zu ihren Gunsten sein.

aram Ockert 07.08.2013 | 22:17

Andreas Krug beantwortet es so: "Massentierhaltung hat zwei charakteristische Kennzeichen: 1. die oft an Tierquälerei grenzenden Haltungsformen (z. B. die Käfighaltung von Legehennen); 2. die industriemäßige Produktion und Struktur der Betriebe. Als typische Form der Massentierhaltung gelten daher für den BUND die erwähnte Käfighaltung von Legehennen, die Haltung von Masthähnchen, die Putenhaltung sowie bestimmte Formen der Kälber- und Schweinemast in sehr hohen Tierbeständen (Dunkelhaltung, Anbindehaltung). Massentierhalter sind meist nicht bäuerliche Familienbetriebe, sondern zunehmend „agro-industrielle Konzerne“, die ihr Imperium als Kapitalgesellschaften steuern und meist mehrere, sehr weit verzweigte Betriebe und Zusatzfirmen (Schlachthof, Zerlegebetrieb) besitzen. Solche Betriebsstrukturen sind vorwiegend in der Geflügelfleisch- und Eierproduktion verbreitet. Der BUND verwendet daher auch den Begriff „industrielle Tierhaltung“ als Synonym für Massentierhaltung.

Die industrielle „Massen“-Produktion bedingt auch den Einsatz von Chemie im Stall. Die hohen Tierbestände auf engstem Raum bieten Krankheitserregern „gute“ Bedingungen. Verbunden mit den nicht tiergerechten Haltungsbedingungen (Vollspaltenböden, die zu Klauenschäden führen, ganzjährige Stallhaltung, zu geringer Bewegungsspielraum der Tiere) und dem geringen Betreuungsaufwand folgt daraus eine hohe Infektionsgefahr. Um den Ausbruch der Krankheiten zu verhindern, werden dem Futter vorbeugend Antibiotika beigemischt. Diese wirken auch mastbeschleunigend, d.h., sie bewirken einen schnelleren Fleischzuwachs und höhere Umsätze, ein willkommener Zusatznutzen für die Agro-Industrie. Da die Fütterungsantibiotika zur Resistenzbildung bei Krankheitserregern auch gegen Human-Antibiotika beitragen, fordert der BUND ein vollständiges Verbot des Antibiotika-Einsatzes in der Tiermast. ¨

BAT Beratung Artgerechte Tierhaltung e.V. sagt: "Artemäße Haltung bedeutet die Haltung von (Nutz-)Tieren auf der Grundlage ihres arteigenen Verhaltens. Hiermit ist das Verhalten des Einzeltiers in Bezug auf die eigene körperliche Unversehrtheit (Körperpflege, Ernährung, Bewegung...) und der natürliche soziale Kontakt zu Artgenossen (Herden- oder Einzeltiere, Gruppengröße, getrennt- oder gemischtgeschlechtliche Gruppen...) zu berücksichtigen.

Die Tiere müssen frei sein von Schäden, Leiden, Schmerzen, möglichst auch von Krankheiten. Schäden können z.B. durch (schadhafte) Stalleinrichtungen entstehen, was zu Verletzungen am Tier führt; Schmerzen können durch Haltungssysteme hervorgerufen werden, z.B. führt dauernde Anbindehaltung zu Schmerzen an Fußgelenken.
Durch Leiden enstehen Verhaltensstörungen,wie z.B. Trauern und Stangenbeissen bei Zuchtsauen, Schwanzbeissen bei Mastschweinen, Zungenspielen bei Mastbullen und vieles mehr".

Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Matthias Höhn, wetterte gegen eine «grüne Erziehungsdiktatur». Da hat er ja auch Recht. Wenn Veggie Day ist, gibt´s in der Kantine kein Fleisch. Die ganze Debatte über Tierhaltung führt über kurz oder lang außerdem zu einer Verteuerung des Fleischkonsums, was besonders arme Leute treffen wird.

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Ehemaliger Nutzer 08.08.2013 | 10:49

Wirklich naiv ist es aber auch zu glauben, dass ein Veggietag irgendetwas bewirkt in Richtung Aufhebung der Massentierhaltung. Da müssen Gesetze her. Ganz klar ein Verbot von Massentierhaltung und äußerst strenge Vorschriften wie Nutztiere gehalten werden müssen. Dann wird es allein aus preislicher Sicht mehr Veggie Tage geben als diese Augenwischerei. Ich bin gespannt, wie die Grünen dieses Ansinnen des Verbots von Massentierhaltung in der auf uns zu kommenden schwarzgrünen Regierung umsetzen werden.

rheinhold2000 08.08.2013 | 10:58

Als ein Mensch der überhaupt kein Mitleid mit Tieren kennt (weiß auch nicht warum) finde ich es sonderbar das menschen die aus ethischen (?) Gründen kein Fleisch essen wollen immer wieder Pseudoargumente suchen um anderen den Fleischkonsum zu vermiesen.

Der Klimaschutz ist jedenfalls kein gutes Argument:

http://www.heise.de/tp/artikel/39/39650/1.html

scheint mir jedenfalls ein Phänomän der gehobenen Mittel und Oberschicht zu sein, so kann man billig zeigen was für nen edler Mensch mann ist. Sollen die Prolls doch Billignudeln mit Zucker essen. Man selbst hat ja die Ökoläden und kann sich auch teuren Kram kaufen. Ob der allerdings wirklich soooo klimafreundlich ist? mein örtlicher Bioladen (den ich nie betrete) wird jednfalls nicht mit kutschen beliefert. Und hat auch einen Parkplatz......

dubio 08.08.2013 | 11:42

Der verlinkte Artikel ist zwar interessant, aber wissenschaftlich ziemlich unsauber in damit in seiner Konsequenz irrelevant. Erstens ist das Umrechnen auf Protein völlig sinnlos, da der Mensch nicht ausschließlich Proteine benötigt, am Ende kommt es auf die gelieferte Energie an (kcal). Auch ist es ein völliger Apfel-und-Birnen-Vergleich, Fleisch mit Milch zu vergleichen - Wer käme auf die Idee, statt eines Schnitzels einen Liter Milch zu trinken und die selbe Sättigung zu erwarten?!

Auch wird hier nur völlig zwischen Fleisch und tierischen Produkten (Milch, Joghurt, etc. pp.) verglichen, obwohl sicherlich Vegetarier nicht alle Fleischprodukte durch Milchprodukte ersetzen. Im Gegenteil bin ich davon überzeugt, dass Vegetarier auch wesentlich mehr Obst und Gemüse essen und dies bessert die Kilmabilanz merklich auf.

Ebenso wird im Artikel nicht auf den Flächenverbrauch eingegangen, schließlich werden für unsere Tiermast riesige Sojamonokulturen in Südamerika angelegt und dafür Regenwaldflächen gerodet. Klimaschutz ist auch nicht nur die direkte Vermeidung von CO2-Ausstoß. Und der massenhafte Export von Fleisch ist auch nicht unbedingt festgelegt und zwangsläufig, wie es im Artikel suggeriert wird, sondern sollte im Gegenteil sofort gestoppt werden. Mit unseren hoch subventionierten Lebensmitteln zerstören wir nämlich viele lokale Märkte, u.a. in afrikanischen Ländern.

Ach, und das Argument mit den Autos vorm Bioläden ist ja ein Klassiker, finde ich aber trotzdem nicht stichhaltig. Ja, ich finde auch, dass SUV-Fahrer im Biomarkt Heuchler sind. Aber warum sollte Leuten, die im Biosupermarkt einkaufen, dass Fahren eines Autos verboten sein? Dafür gibt es natürlich gute Gründe und niemand will ja auch Autos komplett abschaffen, es geht ja um eine sinnvollere Nutzung (z.B. nicht mit dem Auto zu fahren, wenn man auch in 2 Minuten hinlaufen kann...). Mit diesem Argument kann man immer jegliches Engagement zerstören, da wir mit der Aktion und Tätigkeit irgendwie uns unkorrekt verhalten. Aber deshalb gar nichts zu tun, verbessert die Lage garantiert nicht.

rheinhold2000 08.08.2013 | 12:02

"Der verlinkte Artikel ist zwar interessant, aber wissenschaftlich ziemlich unsauber in damit in seiner Konsequenz irrelevant. Erstens ist das Umrechnen auf Protein völlig sinnlos, da der Mensch nicht ausschließlich Proteine benötigt, am Ende kommt es auf die gelieferte Energie an (kcal)."

Dann könnte ich mich ja am besten von Zucker ernähren.

Das ist schlicht Blödsinn. Der Mensch braucht einen Mix aus allen möglichen Stoffen. Eiweiße und Fette gehören dazu. Und Eiweiß ist für Veganer ein echtes Problem. Wenn ich Milchprodukte zu mir nehme aber nicht. Und beim reinen Gemüse stimmt deine Energietheorie auch nicht. Gurken und Tomaten wären dann überflüssig. Enthalten keine Energie.

"Auch ist es ein völliger Apfel-und-Birnen-Vergleich, Fleisch mit Milch zu vergleichen - Wer käme auf die Idee, statt eines Schnitzels einen Liter Milch zu trinken und die selbe Sättigung zu erwarten?!"

Es geht um den eiweßgehalt. da ist Quark zum beispiel ganz vorn dabei, oder Thunfisch oder auch ein steak

"Auch wird hier nur völlig zwischen Fleisch und tierischen Produkten (Milch, Joghurt, etc. pp.) verglichen, obwohl sicherlich Vegetarier nicht alle Fleischprodukte durch Milchprodukte ersetzen. Im Gegenteil bin ich davon überzeugt, dass Vegetarier auch wesentlich mehr Obst und Gemüse essen und dies bessert die Kilmabilanz merklich auf."

warum? Intensivanbau von Obst und gemüse haben eine gute Klimabilanz? Am besten noch aus holländischen gewächshäusern? oder eingeflogen aus China?

das halte ich aber für seeeeehr zweifelhaft. überhaupt passt das nicht zu deiner kcal theorie: gurken enthalten praktisch keine.

"Ebenso wird im Artikel nicht auf den Flächenverbrauch eingegangen, schließlich werden für unsere Tiermast riesige Sojamonokulturen in Südamerika angelegt und dafür Regenwaldflächen gerodet. "

jep, aber das Soja direkt zu essen wäre kilmafreundlicher?wenn überhaupt dann nur etwas....

"Klimaschutz ist auch nicht nur die direkte Vermeidung von CO2-Ausstoß. Und der massenhafte Export von Fleisch ist auch nicht unbedingt festgelegt und zwangsläufig, wie es im Artikel suggeriert wird, sondern sollte im Gegenteil sofort gestoppt werden. Mit unseren hoch subventionierten Lebensmitteln zerstören wir nämlich viele lokale Märkte, u.a. in afrikanischen Ländern."

sehe ich auch so, hat aber nichts mit fleischkonsum zu tun

"Ach, und das Argument mit den Autos vorm Bioläden ist ja ein Klassiker, finde ich aber trotzdem nicht stichhaltig."

naja, ich finde diese Mittelschichtsbürger die teureres fleisch forden (im namen des klimaschutzes) einfach nur entsetzlich verlogen. MIR macht teureres fleisch in der tat nix aus, ich würde es einfach bezahlen. für die armen in deutschland hat das aber GRAVIERENDE Konsequenzen . Die können nämlich nicht auf hochwertige bioprodukte ausweichen sondern sind letzendlich gezwungen kohlenhydrathaltigen müll (billignuden mit irgendner billogsoße) zu fressen.Was vermutlich ihre Lebenserwartung noch weiter senkt, da grade die Kohlenhydrate im Verdacht sind im Übermass genossen extrem ungesund zu sein. nunja, ich finde jemanden der hier im örtlichen bioladen einkauft (am besten noch mit nem SUV) und sich darüber aufregt das fleisch in deutschland zu billig ist und die prolls zuviel fleisch fressen, na wie soll ich sagen irgendwie verlogen? arrogant? zynisch?

"Ja, ich finde auch, dass SUV-Fahrer im Biomarkt Heuchler sind. Aber warum sollte Leuten, die im Biosupermarkt einkaufen, dass Fahren eines Autos verboten sein? Dafür gibt es natürlich gute Gründe und niemand will ja auch Autos komplett abschaffen, es geht ja um eine sinnvollere Nutzung (z.B. nicht mit dem Auto zu fahren, wenn man auch in 2 Minuten hinlaufen kann...). "

ich habe kein Auto, nie eins besessen

"Mit diesem Argument kann man immer jegliches Engagement zerstören, da wir mit der Aktion und Tätigkeit irgendwie uns unkorrekt verhalten. Aber deshalb gar nichts zu tun, verbessert die Lage garantiert nicht."

es ging mir darum, dass ich die forderung fleisch zu verteuern um den pöbel zu erziehen in anbetracht der tatsache das fleisch sicher nicht die hauptursache vermutlich ÜBERHAUPT keine ursache für die klimakatastrophe ist für völlig daneben halte.

IronCandy 08.08.2013 | 16:15

Europa geht vor die Hunde und die Themen mit denen sich Deutschland beschäftigt werden immer absurder...

Es ist wirklich Wahnsinn wie echte Konflikte ignoriert werden und imaginäre Katastrophen hinter jeder Ecke herbeihalluziniert werden...

Sind wir bald wie die USA? Ständig im Krieg gegen unsere unsichtbaren Feinde, die nur darauf warten dass wir einschlafen.

Was diese Idee an sich angeht denke ich jedem halbwegs wachen Bürger ist klar dass diese Art von Verbotspolitik nur zu steigender Unzufriedenheit und weniger Kantinenbesuchern führt.

Lethe 08.08.2013 | 16:55

Ich bin gegen einen "Veggie Day", allein schon wegen der dümmlich-vereinnahmenden Verniedlichungsform der Bezeichnung. Nichts hätte ich gegen ein generelles Fleischverbot, außer vielleicht die abstrakte Überlegung, dass in der Regel die Begründungen der Verbote einen autoritären von einem demokratischen Staat unterscheiden, nicht aber der Umstand, dass sich manche Menschen berufen fühlen, für andere Menschen zu entscheiden, wie die das Leben zu führen haben.

aram Ockert 08.08.2013 | 18:36

Jedem halbwegs vernunftbegabten Bürger dürfte klar sein, dass es nicht darum gehen kann, dass an einem Tag in der Woche kein Fleisch auf den Teller kommt und das war es dann.

Der Veggie Day oder Fleischlos Tag ist eine Erinnerung daran, dass wir zuviel Fleisch konsumieren und dass das nur durch eine tierqälerische Haltung funktioniert.

Der Zusammenhang ist viel klarer als bei Rauchen und Atomkraft! Bei beiden kannst du die Schädlichkeit nur durch Statistik, also Signifikanzen beweisen. Beim Fleischkonsum (Kantine) weiss jeder, dass das nur unter der Bedingung eines niedrigen Preises funktioniert. Dieser ist erkauft durch Tierquälerei. Nicht aus Sadismus, sondern weil ansonsten der Anstieg des Fleischkonsums nicht darstellbar wäre. In den Entwicklungsländern hat sich der Fleischkonsum zwischen 1980 und 2005 auf 30,9 Kilo pro Person im Jahr mehr als verdoppelt. In China vervierfachte sich der Verbrauch sogar auf je 59,5 Kilo. In den Industrieländern stieg der Fleischkonsum leicht. Ein Deutscher verbraucht der FAO-Statistik zufolge 83,3 Kilogramm und liegt damit etwa im Durchschnitt der Industrienationen (http://www.animal-health-online.de/lme/2010/02/19/fao-globale-fleischproduktion-muss-sich-bis-2050-verdoppeln/4251/).

Man mag das ja, in Anbetracht anderer Probleme für Peanuts halten aber dann wäre es zumindestens hilfreich, wüsste man, was und ob da überhaupt etwas mit gemeint ist.

aram Ockert 08.08.2013 | 18:46

"naja, ich finde diese Mittelschichtsbürger die teureres fleisch forden (im namen des klimaschutzes) einfach nur entsetzlich verlogen. MIR macht teureres fleisch in der tat nix aus, ich würde es einfach bezahlen. für die armen in deutschland hat das aber GRAVIERENDE Konsequenzen . Die können nämlich nicht auf hochwertige bioprodukte ausweichen sondern sind letzendlich gezwungen kohlenhydrathaltigen müll (billignuden mit irgendner billogsoße) zu fressen."

Es geht auch um den Klimaschutz aber vor allen Dingen geht es darum, dass man Tiere die man essen möchte gut behandelt. Das ist das Mindeste, was man sich abverlangen sollte.

Das sehen übrigens genau so viel Arme so, wie Wohlhabende dieser Meinung anhängen. Allerdings sind die Folgen für die Armen, in Hinblick auf den Zugang zum Fleisch deutlich drastischer, wenn ein Tierschutzgesetz die bisherige Massentierhaltung unterbindet.

Aber Nudeln mit Zucker muss deswegen niemand essen. Sogar heute, in Zeiten von billigem Fleisch, ist die vegetarische Ernährung deutlich günstiger, als die mit Fleisch. Voraussetzung, es wird noch gekocht.

rheinhold2000 08.08.2013 | 19:14

"Es geht auch um den Klimaschutz aber vor allen Dingen geht es darum, dass man Tiere die man essen möchte gut behandelt. Das ist das Mindeste, was man sich abverlangen sollte."

AAAAhaaa

schon besser. und genau da ist das problem: unterschiedliche wertvorstellungen. ich persönlich glaube nämlich keineswegs das man tiere die man essen möchte "gut" behandeln sollte. was heißt überhaupt "gut"? ich habe nichts gegen massentierhaltung. ich finde die industrielle produktion von lebensmitteln genauso in ordnung wie die industrielle produktion von konsumartikeln. sie ist die quelle unseres wohlstandes.

"Das sehen übrigens genau so viel Arme so, wie Wohlhabende dieser Meinung anhängen."

hast du dazu eine quelle? und wie verträgt sich das mit der tatsache, dass sobald die menschen zu wohlstand kommen überall auch der fleischkonsum in die höhe schießt? fleischkonsum gilt gradezu als INBEGRIFF des wohlstandes.

"Allerdings sind die Folgen für die Armen, in Hinblick auf den Zugang zum Fleisch deutlich drastischer, wenn ein Tierschutzgesetz die bisherige Massentierhaltung unterbindet."

in der tat: sie müssen dann nämlich auf fleischkonsum verzichten. während du und ich weiter fleisch mampfen. echt ne edle tat. MIR persönlich ist es wichtiger das es billiges fleisch für ALLE gibt. das ist mir WICHTIGER als das wohlbefinden von tieren. weil ich menschen halt mehr mag als tiere. sehr viel mehr sogar.

"Aber Nudeln mit Zucker muss deswegen niemand essen. Sogar heute, in Zeiten von billigem Fleisch, ist die vegetarische Ernährung deutlich günstiger, als die mit Fleisch. Voraussetzung, es wird noch gekocht."

ist ein witz oder? kuck dir mal an was soja und son gedöhns kostet. überhaupt bleibt den armen dann nichts anderes übrig als kohlenhydrathaltigen billigfrass zu fressen. damit DU DEINE Wertvorstellungen verwirklichst siehst.

das einzige was mich tröstet ist das es nicht so weit kommen wird. vegetarier sind eine winzminderheit (und wirklich ein phänomen der verwöhnten mittelschicht) das gro möchte billiges fleisch. ich auch. ich finde es gut so.

IronCandy 08.08.2013 | 20:08

Der Veggie Day oder Fleischlos Tag ist eine Erinnerung daran, dass wir zuviel Fleisch konsumieren und dass das nur durch eine tierqälerische Haltung funktioniert.

1. Wir konsumieren nicht zuviel Fleisch. Menschen sind Allesfresser und es gibt keine natürliche bzw. moralischeinwandfreie Größe die uns hierbei beschränkt. Wer meint seine Forderungen nach gesünderem Essen dem Rest diktieren zu müssen, der spricht für sich und sollte dann auch konsequent sein... Aber wenn wir in den Bereich der Gesundheitspolitik sehen so sind die gleichen Leute wiederrum nicht bereit Leistungen auszubauen.

2. Die tierqälerische Haltung ist durchaus behebbar.

Es sind wieder die selbstgesetzten marktwirtschaftlichen Ideale die eine ordentliche Lösung verhindern.

Die Massentierhaltung dient nur und außschließlich der Gewinnmaximierung weniger Lebensmittelkonzerne. Wir könnten durchaus die lokale Produktion/Zucht von Geflügel fördern und so auch die Transportkosten reduzieren und so die Infrastruktur und Umwelt entlasten(weniger Lkws ->kleinere Straßen -> weniger Raserei) aber dann würde halt Bauer X den Schnitt machen und nicht der Konzern.

Ich denke jeder hat sich schonmal gefragt warum wir Äpfel, Tomaten und co aus Spanien, Marokko usw importieren wenn direkt vor der Haustür angebaut werden könnte.

Aber man kommt nicht drum herum es ist auch wieder eine Frage des Preises und da kommt man wieder zur sozialen Frage: Kann sich ein Hartz4er öko leisten?

Daher: Dieses ganze Diskussion will dem Verbraucher bloß wiedermal einreden er sei schuld an etwas was andere verbockt haben und er soll gefälligst dafür büßen.

Der Verbraucher ist nicht schuld denn die Nachfrage bestimmt eben nicht das Angebot(sonst hätten wir bereits die besten Politiker auf dem Planeten).

luggi 08.08.2013 | 20:52

"Die ganze Debatte über Tierhaltung führt über kurz oder lang außerdem zu einer Verteuerung des Fleischkonsums, was besonders arme Leute treffen wird."

Das ist ja eine krude Argumentation. Hömma, der Veggieday verbessert die Lage der armen Schweine! Denk mal allgemein über diese Aussage nach.

Ebenso betrifft es die Beantwortung meiner Fragen. Sry, aber die Fragestellung war philosophisch gedacht, nitschewo google und Co..

Mal für dich zum Nachdenken: Artgerechte Tierhaltung für eine Henne bedeutet, dass sie aus ihren Eiern Küken ausbrütet und in dieer Phae zur Glucke wird. Oder bist du anderer Meinung? Dann meinst du eine andere "artgerechte" Tierhaltung .... artgerecht für die Art Unmensch.

Denk mal drüber nach.

Grüße

aram Ockert 08.08.2013 | 23:08

Mal für Dich zum Nachdenken: nicht alle außer Dir sind blöd. I.d.R. sind die Dinge nicht Widerspruchsfrei. Artgerechte Tierhaltung ist natürlich in erster Linie Haltung von Tieren. Haltung von Tieren dient dem Menschen und nicht dem Tier. Artgerecht sprengt also niemals den Rahmen des Nutzen, den Menschen mit der Haltung von Tieren verbinden. Aber zwischen der Haltung von Ironcandy und der Idee artgerechter Haltung liegen trotzdem Welten und es ist zu hoffen, dass es dem Tier besser gefällt, von Menschen gehalten zu werden, die ihm mit Respekt begegnen. Respekt heißt: weil ich dich umbringen und fressen, bzw. verkaufen möchte, sorge ich dafür, dass es dir möglichst gut geht und du wenig Streß und Angst hast.

aram Ockert 08.08.2013 | 23:55

Zu Begin unserer Zeitrechnung (Chr. Geburt) lebten weniger als 200 Millionen Menschen auf der Erde. 1900 Jahre später hatte sich die Zahl mehr als verachtfacht. 1,6 Mrd. Menschen lebten nun auf dem Planeten Erde. 65 Jahre später hatte sich die Zahl verdoppelt. 3,3 Mrd. Menschen und weiter auf Expansionskurs. 36 Jahre später, zur Jahrtausendwende hatte sich die Zahl annährend erneut verdoppelt. Ein Jahr zuvor, im Jahr 2000 waren es 6,12 Mrd. Menschen. In sieben Jahren werden es voraussichtlich 7,66 Mrd. Menschen sein. Das sind in nur 20 Jahren 1,5 Mrd. mehr Menschen.

In Deutschland essen 85 Prozent der Bevölkerung täglich oder nahezu täglich Fleisch und Wurst. Auch in Restaurants wird in der Regel ein Fleischgericht bestellt. Die Deutschen essen heute viermal so viel Fleisch wie Mitte des 19. Jahrhunderts und doppelt so viel wie vor hundert Jahren.

Konsequenz: wir essen zu viel Fleisch. Denn nicht nur das Bevölkerungswachstum, auch der Fleischkonsum pro Kopf nimmt zu. Der Preis ist Globalisierung und eben nicht Regionalisierung. Die regionalen Strukturen werden durch europa- oder weltweite Normierungen und Freihandelsabkommen zerstört.

Schmiddy 09.08.2013 | 03:13

Natürlich haben die Kritiker recht, wenn ein Veggie-Day oder ein verbesserter Tierschutz zu Lasten der Armen geht, die von bestimmten Produktsorten ausgeschlossen werden, während die reicheren Bevölkerungsschichten weiterhin unbekümmert ihr Bio-Fleisch von "glücklichen" Tieren konsumieren. Dies ist auch genau einer der Gründe, weswegen ich die GRÜNEN nicht wählen werde (Kriegseinsätze sind ein weiterer Grund, weshalb Tiere vor der Schlachtbank bewahren, aber unbekümmert Menschen weltweit weiterhin abschlachten?)

Andererseits haben die Kritiker eben auch unrecht, Verzicht auf tierische Produkte ist umweltschonend, ethisch gerechtfertigt und gesünder.

Insbesondere die industrielle Fleisch-, Eier- und Milchproduktion belastet die Umwelt durch CO2-Ausstoss, Verbrauch von Landflächen (obwohl auch "Öko-Sprit" ein solcher Landfresser ist), Überdüngung und Grundwasserbelastung und hohen Energieverbrauch.

Ethisch besteht immer ein Konflikt, einen Mitgeschöpf das Leben zu nehmen, die gesammte Menschheitsgeschichte ist eben auch eine Geschichte des Umgangs mit diesem Konflikt, seien es Abbitten des steinzeitlichen Jägers an seine getötete Beute, seien es Schlachtungsvorschriften wie im Judentum oder im Islam. Die industrielle Schlachtung verdrängt und negiert diesen Konflikt, in Schlachthöfen, Zuchthallen und beim Transport werden Tiere von den Beschäftigten extrem brutal behandelt, weil jeder Bezug zum Tier verloren gehen muss und nur noch durch Hass kompensiert werden kann, dem Verbraucher erschließt sich der Bezug zwischen Ware und Tier nicht mehr.

Es ist richtig, wenn gesagt wird, tierische Nahrungsmittel seien an sich nicht ungesund. Doch dies gilt nur bei mäßigen Verzehr von tierischen Produkten, weshalb auch von vieen Ärzten und Ernährungswissenschaftlern in westlichen Ländern eine Einschränkung von tierischer Nahrung empfohlen wird. Ein völliger Verzicht auf Fleisch führt dagegen zu keinerlei Mangelernährung, selbst ein völliger Verzicht von tierischen Produkten führt zu keiner Mangelernährung, wenn man sich umsichtig und abwechslungsreich ernährt.
Diesen letzten Punkt sollte man auch nochmal herausstellen. Bis in die Mitte des 20. Jhd wurde auch in Europa und Nordamerika in der breiten Bevölkerung nur selten Fleisch, Milch, Eier und Honig konsumiert. Tierische Produkte waren überwiegend Luxusprodukte, die nur selten auf den Tisch kamen. Fleisch gab es für ärmere Bevölkerungsschichten nur leistbar in Form von Konservenfleisch. Der tägliche Verzehr von tierischen Produkten, insbesondere von Fleisch, ist eine neuartige Erscheinung.
Dieser Umstand wird von Veganern durchaus berücksichtigt, indem sehr viele rein pflanzliche Ersatzprodukte erdacht und inzwischen auch vertrieben werden, die den tierischen Produkten in Geschmack und Konsistenz gleichkommen. Vegane Ernährung bedeutet deshalb nicht Verzicht und erst recht nicht "Müsli-Essen".
Andererseits werden Vegetarierer, aber insbesondere Veganer, sehr stark diskriminiert, in Supermärkten ist kaum feststellbar, ob im Produkt tierische Bestandteile enthalten sind oder diese zur Produktion benutzt wurden (wer klaren Apfelsaft trinkt, muss damit rechnen, dass tierische Gelantine zum klären benutzt wurde, obwohl dies nicht angegeben ist). In Restaurants, aber auch in Kantinen und Mensen gibt es allenfalls ein vegetarisches Ersatzgericht, Veganer haben aber oft ein absolutes Nachsehen, es gibt sehr oft gar keine Gerichte für sie.
Wer mit Freiheits- und Gerechtigkeitsgründen für die Beibehaltung des Status Quo argumentiert, verliert eben dabei die Freiheit und die Gerechtigkeit der Nicht-Fleischesser aus den Augen. Ein Fleischesser kann auf ein Fleischgericht verzichten, ohne aufzuhören, ein Fleischesser zu sein, ein Vegetarier oder ein Veganer kann eben nicht ausnahmsweise doch einmal Fleisch essen (oder bei einem Veganer ein anderes tierisches Produkt). In diesem Fall versucht die Gesellschaft eben die Vegetarierer und insbesondere die Veganer zu zwingen, auf ihre Ernährungsweise gegen ihr Gewissen zu verzichten:

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Ehemaliger Nutzer 09.08.2013 | 07:25

"Wer mit Freiheits- und Gerechtigkeitsgründen für die Beibehaltung des Status Quo argumentiert, verliert eben dabei die Freiheit und die Gerechtigkeit der Nicht-Fleischesser aus den Augen. Ein Fleischesser kann auf ein Fleischgericht verzichten, ohne aufzuhören, ein Fleischesser zu sein, ein Vegetarier oder ein Veganer kann eben nicht ausnahmsweise doch einmal Fleisch essen (oder bei einem Veganer ein anderes tierisches Produkt). In diesem Fall versucht die Gesellschaft eben die Vegetarierer und insbesondere die Veganer zu zwingen, auf ihre Ernährungsweise gegen ihr Gewissen zu verzichten:"

Hähhh?

Nur weil ich mich zu einem fleischfreien Tag ZWINGEN lassen will, gefährde ich die Freiheit der Vegetarier?

Wer zwingt Leute Fleisch zu essen?

Da war wohl ein falscher Pilz im fleischlosen Menü - oder?

Tollschock 09.08.2013 | 08:04

1-2x die Woche Fleisch essen reicht ziemlich gut aus. Eher 1x oder eher keinmal für die meisten Nicht-Sportler und nicht körperlich arbeitenden ist besser. Dazu brauch man die Menschen aber nicht zwingen. Man sollte das Fleisch gesetzlich so verknappen das der preis das übrige regelt. Und FastFood ala Mc`s KFC, Burgerking und wie sie alle heißen sollte sowieso verboten werden. Wenn dann ein Grillabend 60 Eur kostet und man diesen planen muß damit der Schlachter das Fleisch auch hat, ja denn ist die freude auch sehr groß wenn die Salate dazu ebenfalls gelingen. Ich persönlich esse mittlerweile selten Fleisch und bin auf Alternativprodukte umgestiegen. Es fehlt nichts in meinem Speiseplan und es schmeckt mir gut und meine Blutwerte sind ohne Medikamente in 5 Jahren wieder normalisiert. Schwein gehabt....

Roflcopter 09.08.2013 | 08:42

rheinhold2000 schrieb:

"Der Mensch braucht einen Mix aus allen möglichen Stoffen. Eiweiße und Fette gehören dazu. Und Eiweiß ist für Veganer ein echtes Problem. Wenn ich Milchprodukte zu mir nehme aber nicht."

Unsinn. Sie scheinen zu glauben dass Eiweiss nur aus Eiern oder sonstwie nur von Tieren stammen könne. Aber machen SIe sich nix draus, das dachte ich auch mal.
"Eiweiss" ist einfach nur ein anderer Name für "Protein", und das gibt's auch von Pflanzen, z.B. Soja. Das weiss sogar die BILD-Zeitung:

http://www.bild.de/infos/vegetarier-veganer/vegetarisch/soja-eiweiss-10682454.bild.html

rheinhold2000 09.08.2013 | 09:00

"In Deutschland essen 85 Prozent der Bevölkerung täglich oder nahezu täglich Fleisch und Wurst. Auch in Restaurants wird in der Regel ein Fleischgericht bestellt. Die Deutschen essen heute viermal so viel Fleisch wie Mitte des 19. Jahrhunderts und doppelt so viel wie vor hundert Jahren.

Konsequenz: wir essen zu viel Fleisch."

Irancandy hats schon geschrieben: Das stimmt sicht. Wir essen NICHT zu viel Fleisch. Fleischkonsum ist KEIN gravierendes Umweltproblem. genausogut könntest du ALLES andere was wir konsumieren extrem verteuern weil es die umwelt belastet. mir fällt jedenfalls KEIN konsumtprodukt ein was keinen "schaden" an der umwelt verursacht. dann verbieten wir doch lieber den ferntourismus oder verteuern ihn extrem: DAS würde die Armen nicht treffen. aber die klientel von greenpeace und den grünen. weshalbs auch nicht gefordert wird.

übrigens ist die vorstellung das auf dieser welt kein platz ist um alle zu ernähren falsch. das problem ist der kapitalismus. wir könnten mit dem was wir jetzt produzieren 14 milliarden menschen ernähren. wenn wir die produktion steigern würden könnten wir problemlos alle menschen so viel fleisch essen können wie in deutschland jetzt.

übrigens ist es auch ein irrtum das das soja in südamerika für unsere tierzucht produziert wird:

"etwa 2% der sojaproduktion werden direkt zu lebensmitteln
verarbeitet. der rest wird zu sojaöl
verarbeitet, die abfälle aus der sojaölproduktion werden als
tierfutter genutzt. der anteil von sojaöl an der sojaernte liegt bei
20%. sojaöl wiederum ist (du wirst es kaum glauben) ein lebensmittel.
deine margarine besteht zu 3/4 oder so aus sojaöl. falls du keine
margarine isst, solltest du dich trotzdem nicht freuen - das zeug ist
in nahezu jedem lebensmittel, das aus oder mit pflanzlichen fetten
produziert wird. sojaöl wird auch als biodiesel genutzt, das ist
richtig, aber der weitaus grösste teil wird zu lebensmitteln."

wenns keine massentierhaltung gäbe müssten wir die reste der sojaölproduktion wegschmeißen.

"Denn nicht nur das Bevölkerungswachstum, auch der Fleischkonsum pro Kopf nimmt zu."

was ja kein problem ist und was ich übrigens auch den chinesen von herzen gönne. das ist auch so ein problem in der disskussion das reiche chinesen (die plötzlich fleisch essen und auto fahren) von deutschen als BEDROHUNG wahrgenommen werden. freu dich doch das sie nach einer extrem leidvollen geschichte endlich den sprung an die fleischtöpfe geschafft haben.

"Der Preis ist Globalisierung und eben nicht Regionalisierung. Die regionalen Strukturen werden durch europa- oder weltweite Normierungen und Freihandelsabkommen zerstört."

der preis der globalisierung? was soll das sein? ich kann diesen faible für regionalisierung nicht nachvollziehen. es spricht ganz genau nichts dagegen das lebensmittel aus der ganzen welt zu uns kommen.das einzige problem sind die unterschiedlichen sozial und umweltstandards.

rheinhold2000 09.08.2013 | 09:10

"Unsinn. Sie scheinen zu glauben dass Eiweiss nur aus Eiern oder sonstwie nur von Tieren stammen könne. Aber machen SIe sich nix draus, das dachte ich auch mal.
"Eiweiss" ist einfach nur ein anderer Name für "Protein", und das gibt's auch von Pflanzen, z.B. Soja. Das weiss sogar die BILD-Zeitung:"

Das mit dem Unsinn gebe ich aber mal gepflegt zurück. dir ist doch sicher bekannt was mein dein und mein körper mit tierischen und planzlichen proteinen macht? Ja? er baut sie zu körpereigenen proteinen um (einige verbrennt er auch wenns zuviel eiweiße gibt) . und jetzt rate mal wo ihm das einfacher fällt bei einem saftigem rindersteak oder bei sojapampe? RICHTIG bei einem saftigem Rindersteak (oder alternativ bei Quark). das heißt du musst viel mehr pflanzliches grünzeug fressen als ein nichtveganer. man könnte es auch anders umschreiben: ICH lass die kuh für mich das grünzeug veredeln. und damit ist auch der angebliche "vorteil" im energieverbrauch bei der herstellung dahin: du musst holländische gewächshautomaten mampfen bis der arzt kommt und dein körper bekommt trotzdem nicht genung proteine. ich bin nach einem blutigen maredosteak mit joghurtsoße pappsatt und vollständig mit allem nötigen versorgt.

rheinhold2000 09.08.2013 | 09:13

Edit wegen unlesbarkeit:

"In Deutschland essen 85 Prozent der Bevölkerung täglich oder nahezu täglich Fleisch und Wurst. Auch in Restaurants wird in der Regel ein Fleischgericht bestellt. Die Deutschen essen heute viermal so viel Fleisch wie Mitte des 19. Jahrhunderts und doppelt so viel wie vor hundert Jahren.

Konsequenz: wir essen zu viel Fleisch."

Irancandy hats schon geschrieben: Das stimmt sicht. Wir essen NICHT zu viel Fleisch. Fleischkonsum ist KEIN gravierendes Umweltproblem. genausogut könntest du ALLES andere was wir konsumieren extrem verteuern weil es die umwelt belastet. mir fällt jedenfalls KEIN konsumtprodukt ein was keinen "schaden" an der umwelt verursacht. dann verbieten wir doch lieber den ferntourismus oder verteuern ihn extrem: DAS würde die Armen nicht treffen. aber die klientel von greenpeace und den grünen. weshalbs auch nicht gefordert wird.

übrigens ist die vorstellung das auf dieser welt kein platz ist um alle zu ernähren falsch. das problem ist der kapitalismus. wir könnten mit dem was wir jetzt produzieren 14 milliarden menschen ernähren. wenn wir die produktion steigern würden könnten wir problemlos alle menschen so viel fleisch essen können wie in deutschland jetzt.

übrigens ist es auch ein irrtum das das soja in südamerika für unsere tierzucht produziert wird:

"etwa 2% der sojaproduktion werden direkt zu lebensmitteln
verarbeitet. der rest wird zu sojaöl
verarbeitet, die abfälle aus der sojaölproduktion werden als
tierfutter genutzt. der anteil von sojaöl an der sojaernte liegt bei
20%. sojaöl wiederum ist (du wirst es kaum glauben) ein lebensmittel.
deine margarine besteht zu 3/4 oder so aus sojaöl. falls du keine
margarine isst, solltest du dich trotzdem nicht freuen - das zeug ist
in nahezu jedem lebensmittel, das aus oder mit pflanzlichen fetten
produziert wird. sojaöl wird auch als biodiesel genutzt, das ist
richtig, aber der weitaus grösste teil wird zu lebensmitteln."

wenns keine massentierhaltung gäbe müssten wir die reste der sojaölproduktion wegschmeißen.

"Denn nicht nur das Bevölkerungswachstum, auch der Fleischkonsum pro Kopf nimmt zu."

was ja kein problem ist und was ich übrigens auch den chinesen von herzen gönne. das ist auch so ein problem in der disskussion das reiche chinesen (die plötzlich fleisch essen und auto fahren) von deutschen als BEDROHUNG wahrgenommen werden. freu dich doch das sie nach einer extrem leidvollen geschichte endlich den sprung an die fleischtöpfe geschafft haben.

"Der Preis ist Globalisierung und eben nicht Regionalisierung. Die regionalen Strukturen werden durch europa- oder weltweite Normierungen und Freihandelsabkommen zerstört."

der preis der globalisierung? was soll das sein? ich kann diesen faible für regionalisierung nicht nachvollziehen. es spricht ganz genau nichts dagegen das lebensmittel aus der ganzen welt zu uns kommen.das einzige problem sind die unterschiedlichen sozial und umweltstandards.

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rheinhold2000 09.08.2013 | 09:23

edit2 wegen unlesbarkeit:

"In Deutschland essen 85 Prozent der Bevölkerung täglich oder nahezu täglich Fleisch und Wurst. Auch in Restaurants wird in der Regel ein Fleischgericht bestellt. Die Deutschen essen heute viermal so viel Fleisch wie Mitte des 19. Jahrhunderts und doppelt so viel wie vor hundert Jahren.

Konsequenz: wir essen zu viel Fleisch."

Irancandy hats schon geschrieben: Das stimmt sicht. Wir essen NICHT zu viel Fleisch. Fleischkonsum ist KEIN gravierendes Umweltproblem. genausogut könntest du ALLES andere was wir konsumieren extrem verteuern weil es die umwelt belastet. mir fällt jedenfalls KEIN konsumtprodukt ein was keinen "schaden" an der umwelt verursacht. dann verbieten wir doch lieber den ferntourismus oder verteuern ihn extrem: DAS würde die Armen nicht treffen. aber die klientel von greenpeace und den grünen. weshalbs auch nicht gefordert wird.

übrigens ist die vorstellung das auf dieser welt kein platz ist um alle zu ernähren falsch. das problem ist der kapitalismus. wir könnten mit dem was wir jetzt produzieren 14 milliarden menschen ernähren. wenn wir die produktion steigern würden könnten wir problemlos alle menschen so viel fleisch essen können wie in deutschland jetzt.

übrigens ist es auch ein irrtum das das soja in südamerika für unsere tierzucht produziert wird:

"etwa 2% der sojaproduktion werden direkt zu lebensmitteln

verarbeitet. der rest wird zu sojaöl

verarbeitet, die abfälle aus der sojaölproduktion werden als

tierfutter genutzt. der anteil von sojaöl an der sojaernte liegt bei

20%. sojaöl wiederum ist (du wirst es kaum glauben) ein lebensmittel.

deine margarine besteht zu 3/4 oder so aus sojaöl. falls du keine

margarine isst, solltest du dich trotzdem nicht freuen - das zeug ist

in nahezu jedem lebensmittel, das aus oder mit pflanzlichen fetten

produziert wird. sojaöl wird auch als biodiesel genutzt, das ist

richtig, aber der weitaus grösste teil wird zu lebensmitteln."

wenns keine massentierhaltung gäbe müssten wir die reste der sojaölproduktion wegschmeißen.

"Denn nicht nur das Bevölkerungswachstum, auch der Fleischkonsum pro Kopf nimmt zu."

was ja kein problem ist und was ich übrigens auch den chinesen von herzen gönne. das ist auch so ein problem in der disskussion das reiche chinesen (die plötzlich fleisch essen und auto fahren) von deutschen als BEDROHUNG wahrgenommen werden. freu dich doch das sie nach einer extrem leidvollen geschichte endlich den sprung an die fleischtöpfe geschafft haben.

"Der Preis ist Globalisierung und eben nicht Regionalisierung. Die regionalen Strukturen werden durch europa- oder weltweite Normierungen und Freihandelsabkommen zerstört."

der preis der globalisierung? was soll das sein? ich kann diesen faible für regionalisierung nicht nachvollziehen. es spricht ganz genau nichts dagegen das lebensmittel aus der ganzen welt zu uns kommen.das einzige problem sind die unterschiedlichen sozial und umweltstandards.

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Ehemaliger Nutzer 09.08.2013 | 09:37

Ich verstehe nicht, wieso Tiere aufs Übelste gequält werden sollen, damit sich auch der Ärmste jeden Tag ein Kotlett leisten kann. Armut kriegt man auf dieser Ebene doch nicht zu packen. Und Armut hat auch, jedenfalls hierzulande, nichts mit Fleischkonsum zu tun, außer vielleicht die Arbeitsbedingungen für Menschen in den Fleischfabriken. Fleisch muss gar nicht künstlich verteuert werden, es muss lediglich die Massentierhaltung verboten werden. Und die Standarts für Biofleisch erhöht und nicht verwässert werden.

Und nochmal zur Armut. Und dahin, wo Massentierhaltung Armut begünstigt oder erzeugt. Auch Fleisch ist ein Massenprodukt, das überproduziert wird und nicht selten durch Export die Märkte der Bauern in armen Ländern zerstört. Dazu kommen riesige Flächen, die für die Fleischproduktion der wohlhabenden Länder in nicht wohlhabenden Ländern benötigt werden, so der Grundnahrungsmittelproduktion nicht zur Verfügung stehen und diese verteuern. Hier hat Armut sehr wohl etwas mit Fleisch zu tun. Billiges Fleisch quält nicht nur Tiere.

Achtermann 09.08.2013 | 09:58

"Einer von der EU finanzierten Untersuchung zufolge gehen 42 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel auf das Konto der privaten Haushalte. 39 Prozent landen bei den Herstellern im Müll, 14 Prozent in der Gastronomie und 5 Prozent bei den Einzelhändlern. In der Studie nicht berücksichtigt sind Abfälle aus Landwirtschaft und Fischerei." (n-tv)

Pro Jahr soll es sich nach dieser EU-Untersuchung um 90 Millionen Tonnen handeln.

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Ehemaliger Nutzer 09.08.2013 | 10:28

Ja, das kommt noch dazu. Lebensmittel waren in den wohlhabenden Ländern noch nie so billig. Armut wird in Wohlstandsstaaten eher erzeugt über teure Mieten als durch teure Lebensmittel. Was eben wieder teuer ist, sind qualitativ hochwertige Lebensmittel. Aber mit einem angemessenen Mindestlohn von 10 € und einem bedingungslosen Grundeinkommen sollte dieses leistbar sein.

Ich habe vor drei Tagen eine halbe Ewigkeit in der Gemüseabteilung eines Supermarktes verbracht, weil ich deutsches Gemüse kaufen wollte. Schwer zu finden. Selbst Kartoffeln kamen überall her außer aus Deutschland. Dafür aber in den unterschiedlichsten Größen und Beschaffenheiten. Und ich spreche von Kartoffeln. Müssen wir das alles haben. Immer, ständig. Ich erinnere mich, dass wir vor zwanzig Jahren aus dem Häuschen waren, wenn es ein bestimmtes seltenes Produkt mal gab. Dass wir aus dem Urlaub Spezialitäten mitbrachten, die zuhause voller Respekt und Genuss verzehrt wurden. Wenn ich durch einen Supermarkt wie Kaufland zum Beispiel laufe, dann ist mir mehr als klar, dass das niemals alles verkauft werden kann bevor es schlecht wird.

rheinhold2000 09.08.2013 | 11:24

"Ich habe vor drei Tagen eine halbe Ewigkeit in der Gemüseabteilung eines Supermarktes verbracht, weil ich deutsches Gemüse kaufen wollte. Schwer zu finden. Selbst Kartoffeln kamen überall her außer aus Deutschland. Dafür aber in den unterschiedlichsten Größen und Beschaffenheiten. Und ich spreche von Kartoffeln. Müssen wir das alles haben. Immer, ständig. Ich erinnere mich, dass wir vor zwanzig Jahren aus dem Häuschen waren, wenn es ein bestimmtes seltenes Produkt mal gab. Dass wir aus dem Urlaub Spezialitäten mitbrachten, die zuhause voller Respekt und Genuss verzehrt wurden. Wenn ich durch einen Supermarkt wie Kaufland zum Beispiel laufe, dann ist mir mehr als klar, dass das niemals alles verkauft werden kann bevor es schlecht wird."

Ich habe vor drei Tagen eine halbe Ewigkeit in der Elektronikabteilung eines kaufhauses verbracht, weil ich deutschee telefone kaufen wollte. Schwer zu finden. Selbst handys kamen überall her außer aus Deutschland. Dafür aber in den unterschiedlichsten Größen und Beschaffenheiten. Und ich spreche von telefonen. Müssen wir das alles haben. Immer, ständig. Ich erinnere mich, dass wir vor zwanzig Jahren aus dem Häuschen waren, wenn es ein einziges telefon von der deutschen bundespost.Wenn ich durch einen kaufhaus wie saturn zum Beispiel laufe, dann ist mir mehr als klar, dass das niemals alles verkauft werden kann. und schließlich haben die menschen in der steinzeit auch noch mit fackeln in höhlen gelebt! ging doch auch!!!!

aram Ockert 09.08.2013 | 13:08

>> ich persönlich glaube nämlich keineswegs das man tiere die man essen möchte "gut" behandeln sollte. was heißt überhaupt "gut"? ich habe nichts gegen massentierhaltung. ich finde die industrielle produktion von lebensmitteln genauso in ordnung wie die industrielle produktion von konsumartikeln. sie ist die quelle unseres wohlstandes.<<

Das ist doch eine klare Haltung. Fortschritt ist die Entwicklung der Produktivmittel und die Entwicklung der Produktivmittel ist die Voraussetzung für die allg. Wohlfahrt oder so ähnlich. Tiere sind dabei sächliche Mittel, die man bestenfalls so, wie man eine Maschine gut behandelt, behandeln sollte.

Nach diesem Posting gibt es eigentlich nichts mehr zu verhandeln. Eine Fortschrittsidee, die sich auf Produktivsteigerung stützt, ist schon aus ihrer inneren Logik heraus mit einem Zeitkern versehen. Kann also nur bedingte Gültigkeit beanspruchen. Wenn zudem die Idee da sein sollte, dass die Entwicklung der Produktivkräfte, den Produzenten auch dergestalt zugute kommen soll, dass die verfügbare Zeit für unproduktive Tätigkeiten außerhalb der Sphäre der Mehrwertproduktion zunehmen möchte, dann stellte sich hier auch die Frage nach dem warum? Hier spätestens kommt man dann in die Nähe von Vorstellungen über ein gutes Leben, was Humanität ausmacht usw. Dies` möchte ich im Zusammenhang mit der Frage, wie wollen wir uns ernähren nicht wirklich mit jemanden diskutieren, der Tiere die gegessen werden sollen, nicht gut behandeln möchte. Das heißt gar nicht, dass von der Seite keine gescheiten Gedanken kommen können, aber mir graut vor dieser funktionalen Vernunft und ich mag, so ich es mir aussuchen kann, die Frage, ob Schlacht- und Nutztieren Respekt gebührt, nicht ernsthaft diskutieren.

rheinhold2000 09.08.2013 | 14:18

"Nach diesem Posting gibt es eigentlich nichts mehr zu verhandeln. Eine Fortschrittsidee, die sich auf Produktivsteigerung stützt, ist schon aus ihrer inneren Logik heraus mit einem Zeitkern versehen."

Das wird natürlich gerne immer wieder gebetsmühlenartig widerholt. ist aber schlicht unwahr. und jetzt komm mir nicht mit den metaphern von krebsgeschwüren und unendliches wachstum im endlichen raum. das sind zwar hübsche bilder die stimmen aber leider nicht. natürlich kann die wirtschaft immer weiter wachsen. sie muss natürlich immer neue ressourcen erschließen. das kann sie aber auch. wir sind nämlich vernunftbegabte lebewesen und können schlicht immer neue dinge erfinden.

du magst meine einstellung zu tieren moralisch grenzwertig finden. ich finde die postwachstumseinstellung die hier im ganzen thread geäußert wird moralisch extremst grnzwertig. eine zu schnell wachsende und zu viel konsumierende wirtschaft ist also das problem? erzähl das mal nem hungernden afrikaner oder einem obdachlosen in deiner stadt!

luggi 10.08.2013 | 20:55

Hmm, wie blöd ist denn folgende Aussage von dir: "Artgerechte Tierhaltung ist natürlich in erster Linie Haltung von Tieren." Soviel Uninn in einem Satz habe ich selten gelesen. Das traut sich ja nicht einmal die Fleischerinnung zu publizieren.

"Respekt heißt: weil ich dich umbringen und fressen, bzw. verkaufen möchte, sorge ich dafür, dass es dir möglichst gut geht und du wenig Streß und Angst hast." Ich fürchte um das Seelenheil solcher Menschen. Das ist die Denkweise jener, die Hänsel füttern. Das ist kein Respekt, sondern Fressgier.

aram Ockert 10.08.2013 | 23:31

1. Nicht ganz so blöd, wie die Aussage: „Soviel Unsinn in einem Satz habe ich selten gelesen. Das traut sich ja nicht einmal die Fleischerinnung zu publizieren“. Denn meinem Satz geht voraus, dass die Dinge i.d.R. nicht frei von Widersprüchen sind. Rein logisch gehen „artgerecht“ und Tierhaltung nicht zusammen. Bereits die Domestizierung eines Tieres unterwirft das Tier den Interessen des Menschen. Wenn ich artgerecht und Tierhaltung kombiniere, so mache ich etwas ähnliches, wie bei der Kombination von ‚human’ und ‚Strafvollzug’, ‚gesund’ und ‚Wachstum’ etc. Der Schwerpunkt liegt auf dem Substantiv (in erster Linie) und das Adjektiv relativiert es.

2. Fressgier und Respekt vor dem Objekt der Begierde schließen sich nur dann logisch aus, wenn man den Wunsch des Fressen Wollens, bezogen auf Tiere als Objekt dieses Wunsches für unmoralisch hält. Aber selbst oder vielleicht gerade dann, sollte man an diesem Respekt interessiert sein, denn er könnte auch ein Zwischenschritt auf dem Weg zum Veganismus sein. Allerdings verstehe ich, wenn man in diesen Verbesserungen eher eine Stabilisierung der Akzeptanz des Fleischkonsums sieht. Auch dies eine Frage, in welchen Zeiträumen man denkt.

aram Ockert 13.08.2013 | 16:35

"warum nicht?"

"Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht“ schrieb Hanna Arendt schon vor 53 Jahren und fragt: “Was könnte verhängnisvoller sein?“ Sie schrieb das als eine, die der Idee anhing, dass die Gesellschaft von der Fessel der Arbeit zu befreien sei, stellte aber fest, dass diese „Gesellschaft kaum noch vom Hörensagen die höheren und sinnvolleren Tätigkeiten, um derentwillen, die Befreiung sich lohnte“, kennen würde.

Wenn also an die Stelle von mehrwertproduzierender Tätigkeit die Doku-Soap und ihr Konsum bei RTLSAT1Prosieben usw. usf. tritt, dann stellt sich die Frage, warum das besser sein sollte?

rheinhold2000 14.08.2013 | 07:33

""Was uns bevorsteht, ist die Aussicht auf eine Arbeitsgesellschaft, der die Arbeit ausgegangen ist, also die einzige Tätigkeit, auf die sie sich noch versteht“"

hmmm mal überlegen, als die erste industrialisierung der landwirtschaft dafür sorgte das nur noch 3% der bevölkerung in der landwirtschaft arbeiteten gab es natürlich eine riesenkatastrophe. deswegen also liegt die arbeitslosigkeit sein 200 jahren bei 97%? Ach ne, liegt sie nicht? Ja warum denn nicht?

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