Aras Bacho
11.10.2016 | 16:21 17

Flüchtlinge sollten Geld vom Staat bekommen

Geld Natürlich ist es richtig, dass Flüchtlinge Geld vom deutschen Staat bekommeng

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Aras Bacho

Einige Medien schrieben, dass der deutsche Staat nicht nur monatlich Geld an die Flüchtlinge in Deutschland zahlt, sondern auch die Kosten für die Abschiebungen der Flüchtlinge in ihre Heimatländer übernimmt. Darüber regen sich die Leute im Internet auf, weil sie wohl weder für das Leben der Asylbewerber in Deutschland, noch für die Ausreisekosten aufkommen wollen.

Wieso sollten Flüchtlinge, egal ob abgeschoben oder nicht, kein Geld vom deutschen Staat bekommen? Sind sie denn keine Menschen, haben sie keine Grundbedürfnisse und nicht dasselbe Recht wie die Deutschen? Steht ihnen monatlich kein Geld für Essen, Trinken und Kleidung zu?

Nicht nur die Medien, sondern auch die Mobber, die Hasser und Internet-User, die sich hinter dem Bildschirm verstecken, haben eine neue Chance bekommen, um gegen Flüchtlinge zu hetzen und sie noch schlechter zu machen.

Deren Kommentare waren eigentlich wieder dieselben wie vorher, es ging darum, dass der Staat angeblich mehr in Flüchtlinge investiert als in den deutschen Bürger.

Geld ist nicht das Wichtigste im Leben

Aber ich frage euch: Wieso denn nicht? Ihr bekommt auch Geld vom Staat. Von euch arbeiten doch auch nicht alle. Die Arbeitslosen unter euch sitzen den ganzen Tag nur zuhause und schauen Fernsehen, ohne sich eine Arbeit zu suchen. Ja, ich meine euch, euch, die ihr nicht arbeiten geht und euch über Flüchtlinge beschwert.

Auch als die Flüchtlinge damals noch nicht da waren ist die Arbeitslosenzahl gestiegen. Das kann ja wohl nicht an den Flüchtlingen gelegen haben.

Wie sollen sich Flüchtlinge eurer Meinung nach versorgen, ihren Kindern Essen geben, in einer Wohnung wohnen, Klamotten für sich selbst und die Familie kaufen? Wie stellt ihr euch das vor? Die traurige Antwort ist: Es ist euch völlig egal. Hauptsache ihr habt das Geld, von dem ihr glaubt, dass es euch gehöre, nur für euch alleine zur Verfügung.

Wieso habt ihr euch damals nicht über die Arbeitslosen beschwert, die nur zuhause sitzen und nichts machen? Unter den Arbeitslosen befinden sich auch Menschen, die keine gesundheitlichen Probleme haben und eigentlich fähig wären zu arbeiten.

Ich wünschen denen, die tatsächlich gesundheitlich nicht in der Lage sind zu arbeiten und den Flüchtlingen alles Gute, auch für deren Familien.

Den Hetzern möchte ich sagen: Geld ist nicht das Wichtigste im Leben! Damit kauft man Essen für seine Angehörigen und bietet ihnen die Möglichkeit, ein Dach über dem Kopf zu haben. Das Recht dazu hat jeder Mensch.

Aber euch interessiert nur, dass ihr ja auch mehr als genug Geld für euch selbst zum Ausgeben habt und das um jeden Preis. Auch wenn der Preis dafür die Seelen und Leben anderer Menschen sind.

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Kommentare (17)

Hans Springstein 11.10.2016 | 17:03

Es gibt ihn anscheinend wirklich, wenn der Bericht der Neuen Westfälische (sicher) über ihn korrekt ist.

Langsam finde ich die Texte auch köstlich. Sowas hier z.B.: Wieso habt ihr euch damals nicht über die Arbeitslosen beschwert, die nur zuhause sitzen und nichts machen? Unter den Arbeitslosen befinden sich auch Menschen, die keine gesundheitlichen Probleme haben und eigentlich fähig wären zu arbeiten.

Vielleicht bekommt er bald ein Praktikum bei BILD, "immer auf der Suche nach besonderen Momenten und schönen Augenblicken". Die kann er dann uns weitergeben. Und so haben wir ein paar köstliche Momente. Oder sollte mal jemand mit seinen schlechten Lehrern und Ausbildern da in Bad Salzuflen reden?

janto ban 11.10.2016 | 22:28

Herr Bacho, Sie müssen unbedingt versuchen treffsicherer zu adressieren. Sonst fühlen sich von Ihrer Kritik alle getroffen, die Ihre Texte lesen. Und schreiben Sie doch nicht in jeden Satz die trennenden Wörter "wir" und "ihr". Ich fotografiere z.B. auch gern und viel mit meinem Handy. Und ich habe auch schon mal ein Jahr auf Staatskosten gelebt, weil ich arbeitslos war. Da hat ein Freund zu mir gesagt: Janto, die Gesellschaft produziert die Probleme, also muss sie auch dafür aufkommen. Geld ist genug da.

Meine Meinung 12.10.2016 | 13:26

@Janto Ban, woher soll der Junge Bacho den feinen Unterschied zwischen Grundbedürfnisse und Rechten und Pflichten kennen? Wenn sogar die Juristin und seit 15 Jahren in dem Job als Fluechtlingsbeauftrage Frau Miriam Kruppa in der thüringischen Regierung in einer Talksendung den Flüchtlingen mit dem Hinweis auf gleiche Rechte wie ein Deutscher Staatsbürger das Recht auf Arbeit und Wohnung verkündet? Beide Rechte gibt es in D nicht. Statt Arbeit drückt sich der Staat mit Lohnersatzleistungen und um eine Wohnung mit einem Wohnberechtigungsschein. Ich stimme Ihnen voll zu. Sicherheit vor Verfolgung und Gewährleistung der Grundbedürfnisse von Asylberechtigten ist unsere humanitäre Pflicht, auch nicht mehr und nicht weniger. Und ein Deutscher, der nach 40 Jahren Erwerbsleben in Hartz 4 rutscht, hat auch nicht mehr Rechte. Bin ich jetzt ein Fremdenhasser und ein Rechtspopulist?

GEBE 12.10.2016 | 13:50

Ich bin mir noch nicht anz sicher, ob die Beiträge des jungen Mannes trolligige Agitation darstellen und ob die Beiträge tatsächlich aus seiner Feder stammen. Immerhin beteiligt er sich an den Threads unter seinen Kommentaren, was mir zu denken gibt, ob er entweder nicht will, was etwa in Richtung erster Annahme tendiert, oder ob er nicht kann - sein Deutsch vielleicht doch nicht derart ausgefeilt ist, punktuelle Stellungnahmen spontan zu verschriftlichen und in einen Dialog einzutreten, was in Richtung erster Annahme und deren Ergänzung tendiert.

Inhaltlich scheinen seine Positionen, falls nicht agitatorisch trollig, (einfältig) naturrechtlicher Provenienz zu entstammen, was auch in dem Alter verständlich ist, das Naturrecht in den Vordergrung gestellt zu sehen, ohne wohl zu wissen, was Naturrecht juridisch bedeutet (nämlich nix mit Bärenfell und Keule^^), und dessen Unterschied zu positivem Recht (Satzungsrecht) nicht zu kennen.

Vielleicht ist es ja tatsächlich auch an der Zeit die beiden juridischen Kategorien neu ins Auge zu fassen und ersterem mal grundsätzlich mehr Bedeutung zukommen zu lassen, auch hinsichtlich des Hartz-IV-Strafvollzugs u.v.m.

Heinz 12.10.2016 | 14:31

Können wir das nicht einfach als die Meinung eines jungen Mannes interpretieren, der von unserer Geschichte keine Ahnung hat, der hierher kam und unsere sozialen Probleme nicht kennt; der den Mut hat und sich trotzdem traut die Probleme aus seiner Sicht zu schreiben, für einen Dialog aber (noch) nicht bereit ist.

Das mutet uns eigentümlich an, wäre aber die Chance, die Defizite in dieser NichtGesellschaft zu debattieren.

Metambigo 12.10.2016 | 23:40

Amüsant, wie hier einige humorlos über das selbstbewußt hingehaltene Kritikstöckchen des (vermeintlichen?) jungen Flüchtlings springen (oder eher stolpern?).

"So einer" darf ja nun mal gar nicht sein selbstgewähltes Asyl-Land mit so einfach nur naturrechtlich begründeten Fragen/und Meinungen konfrontieren. Wo kommen wir denn dahin!?

Fake oder nicht : ein flapsig unreflektiertes "so ist es halt" oder eine sich unverfänglich geben wollende "bin ich jetzt ein Rechtspopulist?" - Frage (weil es doch den/m armen Inländer(n) auch nicht so gut geht, bestätigen die Dringlichkeit bzw. Existensberechtigung solcher Wortmeldungen .

Weiter so, Aras!

janto ban 13.10.2016 | 18:53

|| Fake oder nicht : ein flapsig unreflektiertes "so ist es halt" (...) [bestätigt] die Dringlichkeit bzw. Existensberechtigung solcher Wortmeldungen. ||

Pah! Sie haben keine Ahnung, wie viel Zeit ich mir mit den Kommentaren ließ, die ich hier absetzte.

Gut, dass die Realität beim Flüchtlings-Thema nicht Realität sein darf und dass Tatsachen nicht Tatsachen sein dürfen, hatte ich schon verstanden, bevor Sie Ihren wohlüberlegten, säuberlich abgewogenen Kommentar ließen, werte/r Metambigo.

Und übrigens war mir schon vor Aras Bachos Blogs klar, dass Flüchtlinge, wenn sie Menschen wie Du und Ich sind, halt eben Menschen wie Du und Ich sind. Mit allem, was mitunter dazu gehört, nicht wahr.

Ein junger, vor 5 bis 6 Jahren zugeflohener Syrer, der Westerwelles Rede von der spätrömischen Dekadenz perfektioniert, um darauf aufmerksam zu machen, dass Geld zwar nicht alles ist, aber Flüchtlinge in D dringend mehr davon brauchen, überrascht mich also kein bisschen. Es ist doch nur einer. Und von Menschen gibt's ja überall so'ne und so'ne, habe ich mir erzählen lassen.

Dass ich über Ihr Stöckchen gesprungen bin, das ärgert mich allerdings. Und zwar gewaltig. Weitermachen. Aber ohne mich.

Meine Meinung 13.10.2016 | 19:21

@Metambigo, womit habe ich Sie da so aufgeregt? Sogar unser Vizekanzler hat den Deutschen versichert, das durch die Fluechtlingskosten kein Bedürftiger zurück gesetzt wird. Ich habe keine höheren Rechte beansprucht! Wo liegt da das Problem für Sie? Und noch zu unserem Herrn Bacho. So unbedarft ist er wohl nicht. Immerhin lebt er seit 6 Jahren in D, hat eine Berufsschule absolviert und auf dieser wird wohl nicht nur die deutsche Sprache gelernt. Ich verbitte mir, mich durch ihre Bemerkung eines flapsigen Ausdrucks meinerseits in eine rechte Ecke zu stellen. Das muss ich mir von niemandem bieten lassen.

Meine Meinung 13.10.2016 | 22:34

@metambigo, ich will Ihnen mal noch deutlicher antworten. Vor allem auch unter dem Eindruck der anderen Beiträge von Aras Bacho, die er hier im Freitag eingestellt hat. z.b. "Die Wutbürger sollten Deutschland verlassen", aber auch dieser hier "Flüchtlinge sollten Geld vom Staat bekommen". Herr Bacho ist seit 6 Jahren in D, ich erwarte keine Dankbarkeit, das ist schon lange aus, aber etwas mehr Verständnis über unsere Gesellschaft und auch der Probleme hier. Immerhin hat A. Bacho hier in D Aufnahme und Hilfbereitschaft, Ausbildung und Unterstuetzung mit Steuergeld auch von denen erhalten, denen er die Ausreise aus D empfiehlt. In den letzten 6 Jahren hat er doch wohl mitbekommen, dass wir in einer Demokratie leben und jeder seine Meinung äußern darf. Hier geht es nicht zu wie in seiner Heimatregion, wo heute Freund und morgen Feind und übermorgen wieder alles anders herum und mittlerer weile jeder gegen jeden. Ich gebe A. Bacho und Ihnen, wenn mein Beitrag Sie aufregen sollte, den guten Hinweis auf Ihr gutes Recht, D jederzeit zu verlassen in eines der übrigen 203 Länder dieser Erde weiter zu reisen. Übrigens ist die FC kein Mäusezirkus mit publikumserheiternden Stöckchenspringen!