Ich werde gemobbt, weil ich Deutscher bin!"

Deutscher Schüler bricht sein Schweigen aus
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An deutschen Schulen spielen sich Dinge ab, die die Politik nicht vergessen sollte, dennoch schauen die Politiker weg, als wäre es der Himmel auf Erden, wo sich jeder wohl fühlt. Die Realität sieht aber anders aus: Schüler werden wegen Ihrer Herkunft diskriminiert. Brennpunkt-Schulen sind aber die Schulen, an denen deutsche Schüler sich fremd fühlen..

Bonn — Einer von Ihnen ist der 15 jährige *Michael. Er besucht eine Realschule in Bonn, schon seit zwei Jahren, nachdem er die Hauptschule auf Grund guter Leistung verlassen hat. Auf seiner alten Hauptschule waren die Diskriminierungen deutlich höher. Eines erhoffte sich der fünfzehnjährige Junge noch: Endlich Ruhe zu finden. Diese Ruhe scheint aber jetzt für ihn viel weiter entfernt zu sein.

Trotz guter Schule finden sich unter den Schülern wenig mehrsprachige Schüler

„ Man spricht hier meist Türkisch, es sind auch Beleidigungen zu verstehen. Eine Zeitlang meinte ich, es gut getroffen zu haben, doch es war eine Täuschung – es gibt nicht viele Deutsche unter den zehn Mitschülern.

Die Lehrer tun so, als wäre die Welt heil.

„ Einmal verhöhnte mich ein Schüler auf Türkisch, und dann auf Arabisch. Ich habe es der Klassenlehrerin gemeldet, diese aber meinte, dass sie mir vielleicht etwas ganz Nettes sagen wollten, was ich nur nicht verstanden hätte. „Lächle sie einfach an – und die Sache ist gegessen ! Wir sind eben eine bunte Schule, und so etwas gehört einfach dazu.“

Schüler wissen nicht, was sie gegen Beleidigungen tun sollen

„ Beleidigungen und Drohungen sind Alltag bei mir. Hat es was mit meiner Person zu tun? Ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht, was ich dagegen tun soll. Wenn ich meinen Mund aufmache, werden die mich möglicherweise zusammenschlagen. „

Seine Familie hat ebenfalls Angst.

„ Meine Mutter und mein Vater sagen, ich solle einfach ruhig bleiben, und mich ihnen nicht in den Weg stellen. Die haben, denke ich, Angst vor ihren großen Familien, die sind ja schließlich überall. „

Als Deutscher fühlt man sich fremd.

„ *Ahmad, *Mahir und *Dogan, die mich wegen meines Namens, wegen meiner Haarfarbe und Statur mobben, halten sich für etwas Besonderes. Ich fühle mich als Fremder im eignen Land, der hier nicht hingehört. Jeden Abend bete ich zu Gott, dass diese Schüler am nächsten Tag nicht mehr da sind.“

*Die Namen wurden vom Autor geändert.

Autor: Aras Bacho Bündnis 90/Die Grünen Twitter: @ArasBacho

10:09 29.04.2019
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Geschrieben von

Aras Bacho

Aras Bacho, 19, Flüchtling aus Syrien. Kolumnist bei HuffPost Deutschland und Oe24.at.
Aras Bacho

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