Vom Graben

Elternhaus: Leben oder Tod - eine Episode aus dem Leben meines Großvaters
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Ich habe mir oft Vorwürfe gemacht und werde sie mir weiter machen, schreibt mein Großvater auf Seite 162 seiner Lebenserinnerungen, ob wir ihn vielleicht zu sehr zu dieser freiwilligen Hilfsbereitschaft, selbst wenn sie unter Gefahren zu leisten war, erzogen haben. Auch dieser Gedanke quält mich, daß ich ihn zu meinem alten Regiment geschickt habe, obwohl seine Vorgesetzten bei der Flak ihn gerne für diese Waffe behalten wollten. – Gott, der Herr, hat es anders gewollt. Ein blühendes Menschenleben – noch nicht ganz 18 Jahre alt – ausgestattet mit den schönsten Gaben des Körpers und des Geistes war ausgelöscht worden, kaum, daß es den ersten Schritt ins Leben getan hatte. Wir haben ihn am 21. Januar 1944 auf dem Spandauer Friedhof beerdigt, die Grabrede hielt Pfarrer Bumke, der ihn auch konfirmiert hatte; wir kauften eine große Grabstelle, auf der auch L. und ich begraben werden sollen. Ob wir diese Absicht ausführen werden, nachdem unser Lebensweg eine ganz andere Richtung genommen hat, wissen wir noch nicht.

Sein Sohn war kaum so alt wie der junge Mann, der später mein Vater wird. Meine Großeltern sind nicht in Berlin-Spandau begraben.

Hier endet der 219. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.

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Dieser Blog mischt Fiktion und Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

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22:41 23.11.2011
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Geschrieben von

archinaut

Ein Blick weitet den Horizont: Dieser Blog zieht um die deutschen Häuser
archinaut

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