Prolog zum Gastmahl am Meer

Strandfeuer - Angeregt unterhalten sich die Gäste, bis der Gastgeber seine Stimme hebt, und damit beginnt: Die Nacht in der Weißen Stadt
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Ihr lieben Gäste aus kleinen und großen Städten, aus aller Welt, geschätzte Freunde, teure Familie, fröhliche Zeitgenossen und Vertraute aus früheren Tagen, aus der Ferne und aus der Vergangenheit: eine Freundesschar aus zweimal mehr als fünfzig Jahren, über ein Jahrhundert, einige längst aus den Augen verloren, es war nicht leicht, Euch alle zu erreichen. Und schmerzlich traf uns die Erkenntnis, dass manche, die noch fest in unseren Gedanken wohnen, nicht mehr zu finden sind, dabei hatten wir ihnen noch gar nicht Lebewohl gesagt.....

Die Geschichte dieser Einladung beginnt mit einem Jugendfreund, der heute leider nicht dabei ist: Wir waren mit einem kleinen Boot auf dem Atlantik unterwegs, keine zwanzig Jahre alt, dümpelten über mehrere Tage sonnendurchglüht in einer langweiligen Flaute, lebten von Corned Beef aus der Dose und erzählten uns, wie wir uns unser zukünftiges Leben vorstellten. Wenn ich fünfzig werde, sagte der Freund plötzlich, und das war für uns damals schon ein nahezu biblisches Alter, wenn ich fünfzig werde, dann will ich alle Menschen, mit denen ich im Lauf meines Lebens befreundet war, für eine Woche auf ein altes Schloss einladen und bewirten! Und dann schilderte er unseren hungrigen Ohren detailliert die Dramaturgie der Mahlzeiten an den sieben Tagen wie ein Verdurstender aus der Halluzination.... immer wieder musste er seine Aufzählung unterbrechen und sich mit Würgekrämpfen über die Bordwand beugen, er war hoffnungslos seekrank und behielt nichts Festes und nichts Flüssiges bei sich: zu spät entdeckten wir, dass er sich wahrscheinlich noch einen ausgewachsenen Sonnenstich zugezogen hatte... es war, als wollte er mit dem stabilen Garn der Fantasie seinen revoltierenden Leib und seine verzagte Seele wieder zusammenbinden!

Seine fiebrige Aufzählung war aber so überzeugend, dass ich mir vornahm, eines Tages selbst zu so einem Symposion zu laden..... und dann habe ich für diesen Tag gelebt, seit wir den nächsten Hafen erreichten, auch wenn wir heute einen anderen Grund für unsere Einladung gefunden haben.... und sehr glücklich war ich später, bei meiner Gefährtin hier neben mir, die ihr alle kennt, Verständnis und Unterstützung für diese Einladung zu finden.

Willkommen also, Ihr Lieben, in Heiligendamm, in der Weißen Stadt am Meer!

Bevor wir den Anlass verraten, - ich weiß, wir haben Eure Geduld stark strapaziert! – werde ich Euch erzählen, wie wir diesen Ort entdeckten.

Und noch etwas: Greift bitte zu, wartet nicht, bis meine Ansprache zu Ende ist. Ich weiß, dass lange Strecken und weite Reisewege hinter Euch liegen, gewiss seid Ihr hungrig und durstig, die Buffets sind angerichtet, die Rechauds gezündet, die Gläser gefüllt, sie warten auf Euch. Nehmt die Worte bitte beiläufig wie eine leise Tafelmusik, dazu die kühlende Seebrise und das verhaltene Raunen am Ufersaum drüben hinter dem Strand, die Ostsee liegt ruhig heute Abend. Vor Seekrankheit müsst Ihr Euch nicht fürchten, wir haben ja die sichere Seite der Uferlinie gewählt, unsere Tische stehen hier auf festem Grund.....

Dann will ich jetzt erzählen, wie wir diesen Ort fanden, und von einer Entscheidung, die wir hier treffen mussten. Ihr kennt uns als Paar..... wir leben und denken schon so lange zu zweit, dass wir uns kaum noch daran erinnern, wie wir zum Paar wurden.... an die Zeit, da wir das Hohe Lied fanden..... einen Zettel habe ich dabei, als Mantra für die Reise in eine andere Zeit, ist schon etwas vergilbt, klingt aber ganz frisch, peinlich frisch, kann man das so sagen?

Prolog zum Gastmahl am Meer

menschenlippen, menschenhaut

Begrüßung der Gäste

Vorstellung der Weißen Stadt

Das Leben ist eine Reise

Nach Osten

Weiße Stadt am Horizont

Nacht in der Weißen Stadt

Weiße Stadt – Im Lauf der Zeit

Stärker als der Tod – Hochzeit Blau

Hier endet der 238. Eintrag: Dieser Blog mischt Fiktion mit Realität. Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind zufällig und in der historischen Überlieferung nicht verbürgt. Ich bin nur der Navigator, mein Name sei NEMO:

Ich schreibe um unser Leben. Bitte bleib dran.

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23:48 05.01.2012
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