Jacob Jung
16.05.2011 | 16:43 17

EU errichtet totales Überwachungssystem: Wehrt Euch gegen Indect!

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Jacob Jung

Indect ist ein Forschungsprojekt der Europäischen Union. Wissenschaftler, Polizeibehörden und Wirtschaftsunternehmen entwickeln seit 2009 unter Hochdruck ein Überwachungssystem zur Bespitzelung aller Bürger. Automatische Datenscanner untersuchen Texte im Internet auf Personendaten und Meinungsäußerungen, während eine Software in Verbindung mit Kameras und Beobachtungsdrohnen verdächtiges Verhalten im öffentlichen Raum erkennt. Durch biometrische Daten, Autonummern und GPS-Daten von Mobiltelefonen können Personen erkannt, im Internet wiedergefunden und über Bewegungsprofile verfolgt werden.

Im Zusammenspiel mit der Vorratsdatenspeicherung, den Volkszählungen, dem biometrischen Personalausweis und den Aktivitäten der europäischen Grenzschutzagentur „Frontex“ entsteht mit Indect die größte Überwachungsoffensive aller Zeiten.


Indect: Intelligent Information System Supporting Observation, Searching and Detection for Security of Citizens in Urban Environment

Indect ist die Bezeichnung eines Forschungsprojektes der Europäischen Union. Die Abkürzung steht für „Intelligent Information System Supporting Observation, Searching and Detection for Security of Citizens in Urban Environment“, also „Intelligentes Informationssystem zur Überwachung, Suche und Entdeckung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung“.

Im Rahmen der fünfjährigen Forschungszeit (2009 bis 2013) entwickeln 17 Organisationen – zehn Universitäten, zwei Polizeibehörden und fünf Wirtschaftsunternehmen – ein komplexes Überwachungssystem für den öffentlichen Raum und das Internet. Das Projekt wird mit knapp elf Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln von der Europäischen Union finanziert und von Andrezej Dziech von Warschau aus geleitet.

Das System von Indect gliedert sich in zwei Bereiche:

  • Überwachung, Analyse und Interpretation von Texten im Internet
  • Überwachung von Aktivitäten im öffentlichen Raum

Indect im Internet

Die Indect Systeme speichern und analysieren automatisch Texte von Nachrichtenseiten, Blogs, Kommentaren, P2P-Netzwerken, sozialen Netzen, Foren, Chats oder dem UseNet.

Die erfassten Inhalte und Meinungen können einzelnen Personen zugeordnet werden, um beispielsweise politische Überzeugungen, Gewaltbereitschaft oder „abnormem“ Verhalten festzustellen. Weitere Systemmodule stellen Verbindungen zwischen einzelnen Personen her oder ermitteln Events, an denen Personen teilnehmen werden. Ein Abgleich mit Personensuchmaschinen und sozialen Netzen bringt die beobachteten Personen in Zusammenhang mit Realnamen, Adressen, dem Geburtsdatum und anderen persönlichen Daten.

Eine weitere Verknüpfung mit Informationen aus den Melderegistern und der Vorratsdatenspeicherung ordnet Personen biometrische Bilder zur Gesichtserkennung, Mobiltelefone und GPS-Daten zur Positionsbestimmung zu.

Indect im öffentlichen Raum

Im öffentlichen Raum, also auf der Straße, auf Plätzen, in öffentlichen Gebäuden, auf Bahnhöfen oder Flughäfen nutzt das Indect System die Signale aus bereits vorhandenen Überwachungskameras, um automatisch „abnormes“ Verhalten festzustellen.

Gleichzeitig werden kleine, mit Kameras, Mikrofonen und Sensoren ausgestattete Drohnen eingesetzt, um verdächtige Personen zu verfolgen. Durch einen automatischen Abgleich mit den hinterlegten biometrischen Daten, wird die Identität der beobachteten Personen festgestellt.

Beispiele für „abnormes“ Verhalten sind nach Indect Laufen, Rennen, zu langes Sitzen, Treffen mit mehr als x Personen, Schreien, Bewegung in die falsche Richtung, zu langes Mitfahren oder Sitzen auf dem Boden im öffentlichen Nahverkehr.

Wird eine Person oder eine Gruppe von Personen anhand der genannten Bewegungskriterien im öffentlichen Raum und den Erkenntnissen und Daten aus dem Internet und den verknüpften Datenbanken als „Gefährder“ erkannt, erfolgt automatisch eine Information an die Polizei.

Die Übertragung von Positionsdaten, biometrischen Informationen und persönlichen Daten an die Ermittlungsbehörden ermöglicht jetzt einen vereinfachten Zugriff und eine schnelle Festnahme der verdächtigen Person.

Präventive Verfolgung von „abnormem“ Verhalten

Das Indect System verfolgt primär das Ziel, Störungen der öffentlichen Ordnung, Proteste und Straftaten präventiv festzustellen und zu bekämpfen. Durch die Analyse von Webtexten und Online-Unterhaltungen sollen potentielle Störer frühzeitig erkannt und identifiziert werden.

Die Zusammenführung verschiedener Datenquellen, die Referenzierung auf das soziale Umfeld von Personen und die gezielte Überwachung von Verdächtigen im Web und auf der Straße erzeugen ein feinmaschiges Netz und ermöglichen einen vereinfachten Zugriff auf potentielle Störer der öffentlichen Ordnung durch Polizei und Ermittlungsbehörden.

Indect soll unerwünschtes Verhalten, Störungen der öffentlichen Ordnung und Straftaten eigenständig vorhersehen und automatisch Schritte zu deren Bekämpfung einleiten. Die Beobachtungen des Systems basieren dabei nicht auf einem begründeten Anfangsverdacht. Durch die Auswertung beliebig großer Textmengen aus dem Internet wird jeder, der sich hier äußert sowie sein gesamtes soziales Umfeld zum potentiell Verdächtigen.

Realität oder Orwellsche Vision?

Das Szenario klingt wie eine Horrorvision im Stil von George Orwell. Und doch handelt es sich bei Indect um ein Projekt, das mit Mitteln der Europäischen Union offiziell gefördert wird.

Nachdem Details über das Konzept in die Öffentlichkeit gelangt sind, hat Indect einen eigenen Ethik-Rat einberufen, der darüber entscheidet, welche Informationen über das Forschungsprojekt künftig noch veröffentlicht werden.

Der Ethik-Rat besteht aus vier Polizisten, zwei Forschern im Bereich Sicherheitstechnologie, einem Professor für Mensch-Computer Interaktion, einem Professor für Rechtskunde, einem Fachanwalt für Menschenrechte, einem Professor für Ethik und einem Vertreter der Multimedia-Industrie.

Indect setzt sich aus Vertretern von Universitäten, Behörden und privatwirtschaftlichen Unternehmen zusammen. Zu den Akteuren zählen beispielsweise die University of Science and Technology (AGH) und die Gdansk University of Technology, die Bergische Universität Wuppertal, die Universidad Carlos III de Madrid, die Technical University of Sofia, die University of York, das General Headquarter der polnischen Polizei, die nordirische Polizeibehörde, die InnoTec DATA GmbH & Co. KG in Bad Zwischenahn und die PSI Aktiengesellschaft für Produkte und Systeme der Informationstechnologie in Berlin.

Das vorläufige Ziel von Indect ist ein Pilotprojekt anlässlich der Fußball-Europameisterschaft 2012. Ein Feldversuch im Stadion soll die Registrierung von „abnormem“ Verhalten und die Auswertung der Bedrohungspotenziale von Sprechchören in den Fan-Blocks unter realen Bedingungen testen.

Die Ergebnisse aus dem Projekt Indect stehen nach Abschluss der fünfjährigen Forschungszeit ab 2013 den europäischen Kommissionen für Sicherheitspolitik zur Verfügung.

Vorratsdatenspeicherung, Volkszählung, Frontex und Indect: Die Werkzeuge einer totalitären Europaregierung

Indect schafft die technischen Voraussetzungen für eine vollständige Überwachung aller EU-Bürger. In der vorläufig letzten Ausbaustufe werden hierbei Meinungsäußerungen im Internet, Inhalte von Chats, Emails und Telefonaten und Beziehungsmuster zwischen einzelnen Personen automatisiert kontrolliert, überprüft und interpretiert. Ergänzend ermöglichen Kamerasysteme, die Nutzung biometrischer Personendaten und automatisierte Schnittstellen den unmittelbaren Zugriff von Polizei und Ermittlungsbehörden. Die Zielsetzung besteht in der präventiven Bekämpfung von „abnormem“ Verhalten, Störungen der öffentlichen Ordnung und Straftaten.

Wer angesichts des geschilderten Szenarios von einer Horror-Vision der fernen Zukunft ausgeht, befindet sich in einem folgenschweren Irrtum: Bereits im kommenden Jahr (2012) wird Indect im Rahmen eines Feldversuchs erstmalig getestet.

Die Europäische Union zwingt ihre Mitgliedsstaaten parallel zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung und zur regelmäßigen Durchführung von Volkszählungen. Während Indect, die Vorratsdatenspeicherung und die Volkszählungen im Innern Europas ein Instrumentarium der totalen Überwachung aufbauen, schottet die Tätigkeit der Grenzschutzagentur Frontex den Kontinent nach Außen hin ab.

Die Wortführer der zuständigen EU-Kommissionen spielen die Bedeutung der Maßnahmen herunter, verbergen sich hinter angeblichen Verschwörungstheorien und diskreditieren die Kritiker der geplanten Totalüberwachung als versponnene Ideologen. Dabei bleiben Sie jegliche Erklärung schuldig, welchem anderen Zweck die insgesamt milliardenschweren EU Aktivitäten in Sachen Erfassung, Überwachung und Verfolgung dienen könnten, wenn nicht dem Aufbau des weltweit komplexesten Kontrollsystems aller Bürger.

Unter dem fadenscheinigen Deckmantel der Terror- und Kriminalitätsbekämpfung wird hier, unter den Augen der Öffentlichkeit, ein konsequentes System von Überwachungs- und Kontrollmechanismen installiert. Für Widerstand wird es schon bald zu spät sein. Sind die Systeme erst einmal finanziert, entwickelt, gestestet und installiert, dann werden sie auch eingesetzt. Verglichen mit dem geplanten und bereits teilweise umgesetzten europäischen Sicherheitssystem wirkt selbst George Orwells totalitäre Horror-Vision aus „1984″ harmlos.

In Bezug auf die Einführung des neuen Personalausweises, die Vorratsdatenspeicherung und den Zensus 2011 zeigt sich aktuell, wie gering der öffentliche Widerstand gegen staatliche Überwachungsoffensiven ausfällt. Die Europäer und allen voran die Deutschen unterstützen Behörden und Regierungseinrichtungen aktiv bei der Umsetzung der Kontrollsysteme und versäumen es, auf die Einhaltung ihrer verbrieften Grundrechte zu bestehen.

Erstveröffentlichung im Jacob Jung Blog

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Kommentare (17)

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sachichma 16.05.2011 | 19:28

Bei der Webseite von Indect lohnt es sich vorsichtig zu sein...

sec issue
http://img638.imageshack.us/img638/1881/screenshotub.png

Und auch schon im Juni 2010 hatte das Centre for European Policy Studies (CEPS) "Profiling in the European Union - A high-risk practice" , ungewöhnlich offen vor dieser Praxis gewarnt. Ebenso das ISN der ETH, Zürich, hatte darüber schon des öfteren berichtet.

Ich denkma das Thema ist längst durch. So ähnlich wie die Kontrollen an den Flugplätzen, die sich letztlich nicht gegen den Terrorismus wenden, sondern die Überwachung der Reisenden zum Ziel haben. Es geht längst nicht mehr um Drogen sondern wegen Bargeld und andere Werte die fiskalisch relevant sind.

Baphomed 16.05.2011 | 19:37

Hallo Jacob,

du weist deine Kommentare lese ich immer gerne, ebenso machen mir viele Bestrebungen der EU Kopfschmerzen. Besonders wenn es um mehr Sicherheit geht.
Dieses Projekt aber wirklich zu entlarven gelingt nur wenn wir uns mit den Handelnden Personen beschäftigen. Andrzej Dziech ist ein Relativ unbedeutender Ingenieur dessen Idee die seid 1993 Publiziert wird und heute in dem Projekt Indect mündet in der Welt der Wissenschaft sehr belächelt wird. Der Chef des Forschungsinstitutes Cern bezeichnete ihn mal als einen Hardware Händler mit Lehrstuhl.
Dies ist insofern interessant als das die beiden einzigen Forschungsanstalten die solcherlei Datenmengen vernetzen können Das Cern und die University of California, Berkeley sind mehr findest du HIER. Welche Rechner Leistung heutiger und zukünftiger Rechner läst sich anhand der Komplexitätstheorie errechnen. Bei einer Maßnahme wie des geplanten Indect waren somit 100.000.000 Moderne PC Arbeitsplätze notwendig. Dies zeigt das es sich beim Indect nicht um ein sinnvolles Realisierbares Projekt handelt sondern um das abgreifen von 11Millionen Euro Forschungsgeldern. Etwas was diesem Professor schon öfter angedichtet wurde. Der wünsch nach Totaler Überwachung und die Machbarkeit könnten nicht weiter auseinander Klaffen.

Liebe Grüße
Baphomed

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ignaz-w 16.05.2011 | 20:03

eine kleine ergänzung:

in einer präsentation werden folgende prototypen von modulen als bereits vorhanden behandelt: Reversible protection of privacy in monitoring systems using new methods of digital watermarking; Threat detection and recognition; Advanced image crawling (INCR) cataloguing (INACT); Monitoring of vehicle movement; Automatic camera tracking; Live CCTV video quality assessment (QoE); Internet threat analysis system; Social threat monitor; Real-time vision systems
indect will aber von verantwortung nichts wissen. extrakt aus der präsentation vor dem europäischen parlament: „Smart cameras record the threat and trigger an alarm system, but the decision whether to intervene or not is always taken by a human supervisor of a monitoring system.“

unter abnormalem verhalten versteht indect: A: „As regards the definition of “abnormal behaviour”, the term is not introduced by the INDECT Project, and it was created by EC and explained in the FP7 Work Programme. This term will be always controversial. In our case we clearly understand abnormal behaviour as “criminal behaviour”, and especially as “behaviour related to terrorist acts, serious criminal activities (e.g.: murders, bank robberies, someone leaving the luggage in the airport with the bomb) or criminal activities in the Internet (e.g.: child pornography)”. We will produce the tools to avoid such situations.“

keine frage, dass, wer auch immer das system nutzen wird, die parameter nach eigenem gusto wird verändern können.

Gold Star For Robot Boy 16.05.2011 | 20:31

Ich habe mir die Mühe gemacht und die Firma des Ethik Board Mitglied Andreas Pongratz' [X-Art] im Netz gecheckt. Die Verbindungen zum military industrial-security-complex sind evident. Orwell war gestern:

X-Art Partner: Autonomy Virage:

www.x-art.at/xart/index.html

www.virage.com/security-and-surveillance/index.htm

Autonomy:

www.autonomy.com/

Autonomy Teilnehmer 2011: AFCEA, The Armed Forces Communications and Electronics Association:

www.afcea.org/events/springintel/11/exhibitors.asp

X-Art Partner:Sail Labs Technology:

www.sail-technology.com/products.htm

Sail Labs Technology Teilnehmer ISS World [Intelligence Support Systems for Lawful Interception,
Criminal Investigations and Intelligence Gathering]:

www.sail-technology.com/news-events/events.html

ISS World Dubai UAE 2011 Sponsoren:

www.issworldtraining.com/ISS_MEA/sponsors.cfm

ISS Sponsor Elaman:

elaman.de/exhibition-impressions.php

ISS Sponsor Hacking Team:

www.hackingteam.it/

Hacking Team:2011 Sponsor for Cyber Warfare:

www.iqpc.com/Event.aspx?id=387098

ISS Sponsor SS8:

www.ss8.com/

ISS Sponsor Ericsson:

www.ericsson.com/ourportfolio/utilities-industry/ericsson-critical-infrastructure-protection



http://i52.tinypic.com/i5b0ra.jpg
http://i56.tinypic.com/qq4968.jpg
http://i54.tinypic.com/29m4y82.jpg
Gold Star For Robot Boy 16.05.2011 | 22:37

"HACKING TEAM is a company totally focused on IT OFFENSIVE SECURITY intelligence solutions for LEAs and Security Agencies.Remote Control System V6 (RCS) is a premier, integrated, multi-OS platform for remotely attacking, infecting and controlling target computers and mobile phones.RCS FULLY SUPPORTS XP, Vista, 7, MacOS, iPhone, Symbian and BlackBerry.
It is INVISIBLE to most protection systems available in the market (e.g., systems listed in the GARTNER's Magic Quadrant For Endpoint Protection Platforms)It is RESISTANT to system restoration technologies (e.g., DeepFreeze)
It is a PROVEN technology: it is being used by Agencies worldwide since 2003.Target monitoring includes Skype, chat, mail, web, removable media, encrypted communications, PGP, GSM-cell GEO-tracking, GPS GEO-tracking, voice calls, etc.Target infection can be performed by means of local access techniques and remote attack techniques (zero day exploit portal and transparent injection proxy)."

www.iqpc.com/Event.aspx?id=387098

apatit 17.05.2011 | 11:55

" ohn zapft i " Tatsächlich hätten CIA-Killer eher Formalitäten zu befürchten. Die USA sind erkennen aus irgendeinem geheimnisvollen Grunde nicht Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag an. 2002 hatte die Bush-Regierung verfügt, dass angeklagte US-Täter notfalls mit Kommando-Aktionen befreit werden dürfen. Ein niederländischer Diplomat verschenkte daraufhin einen Globus, “damit Gentleman in Washington” wisse, wohin er seine Leute schicken müsse.

Dass die CIA Europa als legitimes Operationsgebiet ansieht, ist tatsächlich nichts Neues. Ironie am Rande: WikiLeaks hatte 2009 sein Quartier in Wiesbaden, ebenso wie die CIA-Folterbrigade, die für Abu Ghuraib zuständig war. Wenn Friedensnobelpreisträger Obama nun Assange liquidieren lassen würde, dessen Projekt gegenwärtig ebenfalls für den Friedensnobelpreis nominiert ist, werden es Kabarettisten schwer haben, die Farce noch parodieren zu können.

Henrie Schnee 17.05.2011 | 12:06

Das einzige, was daran beruhigt ist die ewig lange Liste an beteiligten Personen, Institutionen und Behörden - und das im EU-Stil. So lange es um 11 Milliarden Euro geht werden die mehr damit beschäftigt sein, sich untereinander um Befugnisse und Ressourcen zu streiten als tatsächlich etwas auf die Reihe zu kriegen.
Was dabei also herauskommen wird ist nichts anderes als ein weiteres Milliardengrab, das niemals "Marktreife" entwickeln wird, oder bei der Inbetriebnahme bereits kollabiert.
Und egal was euch die Kulturpessimisten weis machen wollen: Das schöne am menschlichen Verhalten ist, dass es eben so dermaßen komplex, spontan und verrückt ist, dass kein Algorithmus es in seiner Gänze erfassen kann.

Henrie Schnee 17.05.2011 | 12:27

Das einzige, was daran beruhigt ist die ewig lange Liste an beteiligten Personen, Institutionen und Behörden - und das im EU-Stil. So lange es um 11 Milliarden Euro geht werden die mehr damit beschäftigt sein, sich untereinander um Befugnisse und Ressourcen zu streiten als tatsächlich etwas auf die Reihe zu kriegen.
Was dabei also herauskommen wird ist nichts anderes als ein weiteres Milliardengrab, das niemals "Marktreife" entwickeln wird, oder bei der Inbetriebnahme bereits kollabiert.
Und egal was euch die Kulturpessimisten weis machen wollen: Das schöne am menschlichen Verhalten ist doch letztlich, dass es eben so dermaßen komplex, spontan und verrückt ist, dass kein Algorithmus es in seiner Gänze erfassen kann. Seit beinahe 50 Jahren baut man bereits an "K.I."s und schafft es dennoch nicht, Menschlichkeit zu "reverse engineeren" - eben weil man diese Komplexität lange Zeit völlig unterschätzt hat (und, darüber hinaus, wissenschaftlich gesehen heute nicht viel mehr konkretes über die Gründe des menschlichen Verhaltens weiß als etwa zu Freuds' Zeiten).

Henrie Schnee 18.05.2011 | 00:41

Wer sagt was von Foltergefängnissen? Ich rede hier von einer Technologie, die im Grunde einen "Wetterbericht" über das Verhalten von beliebig großen Menschenmassen errechnen soll - die europäische Antwort auf das "Recorded Future"-Projekt von CIA Google, sozusagen. Wir reden hier von Abermilliarden von Faktoren und Millionen Terrabyte voll Daten - in der Hand von gelangweilten EU-Technokraten. Ich bitte Sie!
Normalerweise bin ich ja für jegliche Form von Paranoia zu haben, aber die Vorstellung, dass so etwas technisch möglich ist, grenzt an's Absurde. Im Vergleich dazu wirkt altmodische Folter als Mittel zur Bevölkerungskontrolle geradezu wie eine vernünftige Idee.