Jacob Jung
26.12.2011 | 16:45 49

Wir sind empört! Und jetzt?

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Jacob Jung

26.12.2011 – Das ausklingende Jahr steht ganz im Zeichen der Empörung. Auf der ganzen Welt setzen sich Menschen kritisch mit den herrschenden Verhältnissen auseinander und entwickeln ein Bewusstsein dafür, dass etwas nicht stimmt. Protestbewegungen, Demonstrationen und andere Aktionen sind das äußere Anzeichen dafür, dass sich in weiten Kreisen der Bevölkerungen wachsender Widerstand regt.

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Doch was kommt nach der Empörung? Was können wir tun, um einen konkreten Beitrag für eine bessere, gerechtere und demokratischere Gesellschaft zu leisten?

Aus dem Jacob Jung Blog

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Informieren und Prüfen

Ohne aufgeklärte und gut informierte Menschen kann es keine offene und gerechte Gesellschaft geben. Der Zugang zu vielfältigen Informations- und Nachrichtenquellen war dabei noch nie so gut wie heute. Sie müssen entsprechende Angebote aber auch nutzen und sich dazu teilweise von bequemen Gewohnheiten verabschieden. Außerdem ist es an Ihnen zu beurteilen, ob eine Quelle neutral und vertrauenswürdig ist oder ob Sie beeinflusst und manipuliert werden sollen.

Wenn Sie das Fernsehen nutzen, um sich zu informieren, dann vergleichen Sie die Angebote der verschiedenen Sender miteinander, um sich ein möglichst vielschichtiges Bild zu machen. Wenn Sie beispielsweise hintereinander die Nachrichten im ZDF (19.00 Uhr), im MDR (19.30 Uhr) und in der ARD (20.00 Uhr) schauen, dann fällt Ihnen schnell auf, welche inhaltlichen und politischen Schwerpunkte die einzelnen Redaktionen setzen. Ergänzend dazu ist es interessant, die Nachrichten im Radio zu verfolgen.

Das Internet bietet Ihnen zusätzlich die Möglichkeit, die Leitartikel, Berichte und Reportagen vieler verschiedener Zeitungen und Magazine zu lesen. Beschränken Sie sich hierzu aber nicht auf einzelne Publikationen, die Sie schon lange kennen oder auf Informationsangebote, die Ihnen „Google News“ vorschlägt. Bedenken Sie, dass die dort angezeigten Meldungen sowohl von Ihrem eigenen Surfverhalten als auch von der Popularität der einzelnen Quellen abhängen. Besser ist es, wenn Sie Angebote wie Newstral nutzen, um eine neutrale Übersicht der deutschsprachigen Presse zu erhalten.

Ergänzen Sie das Nachrichtenstudium durch den Besuch politischer Blogs im Internet. Hier sind meistens Autoren am Werk, die mit ihrer Arbeit keine finanziellen Interessen verbinden und die nicht von Werbeeinnahmen aus der Wirtschaft oder der Zugehörigkeit zu Medienkonzernen abhängig sind. Bevorzugen Sie Blogs, die auf der Basis von nachvollziehbaren Informationen und Quellen berichten.

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Diskutieren und Publizieren

Sprechen Sie mit Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten oder Kollegen über politische und gesellschaftliche Themen. Bringen Sie Ihre Gedanken, Ideen und Vorstellungen in Diskussionen ein und verfolgen Sie, wie die Menschen in Ihrer Umgebung denken und urteilen. Nutzen Sie auch die sozialen Netze, um auf einen wichtigen Artikel oder eine interessante Reportage aufmerksam zu machen und diskutieren Sie auch dort über Politik.

Beteiligen Sie sich an Diskussionen und schreiben Sie selber Leserbriefe oder Kommentare auf den Internetseiten von Zeitungen, Zeitschriften, TV-Magazinen und in politischen oder gesellschaftskritischen Blogs. Mischen Sie sich ein, machen Sie auf andere Informationsquellen aufmerksam oder setzen Sie sich kritisch mit Inhalten auseinander, mit denen Sie nicht einverstanden sind.

Sprechen Sie politisch Verantwortliche auf kommunaler, regionaler und staatlicher Ebene direkt an. Schreiben Sie an Abgeordnete und machen Sie Ihrem Unmut Luft, wenn Sie mit etwas nicht einverstanden sind oder eine Entscheidung für falsch halten. Während Sie kommunale Vertreter persönlich vor Ort ansprechen können, bieten Ihnen Portale wie Abgeordnetenwatch die Möglichkeit, Fragen, Anregungen und Kritik unmittelbar an Bundestagsabgeordnete und Minister zu richten.

Wenn Sie sich zum Schreiben berufen fühlen, dann starten Sie selber ein Blog, in dem Sie Ihre Auffassungen, Einsichten und Einstellungen mit anderen teilen und diskutieren. Werden Sie Teil der „Gegenöffentlichkeit“ und behalten Sie Erkenntnisse, Wissen und Empörung nicht für sich selber sondern verbreiten Sie Ihre Gedanken und Einsichten per Internet.

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Beteiligen und Engagieren

Petitionen und Unterschriftenaktionen bieten Ihnen die Möglichkeit, sich unmittelbar an politischen Diskussionen und Entscheidungen zu beteiligen. Die meisten dieser Aktionen stehen heute per Internet zur Verfügung. Die Teilnahme kostet von daher nur wenige Minuten Ihrer Zeit. Wenn Sie auf eine wichtige Aktion gestoßen sind, dann machen Sie auch Freunde, Verwandte und Kollegen in Ihrem persönlichen Umfeld und in den sozialen Netzen darauf aufmerksam.

Wenn es eine Partei gibt, mit deren Zielen und Grundsätzen Sie sich identifizieren können, dann treten Sie selber dort ein und beteiligen sich persönlich an der politischen Arbeit. Hier stoßen Sie auf Gleichgesinnte, vertiefen Ihr politisches Wissen und können an konkreten Aktivitäten teilnehmen.

Wenn es keine Partei gibt, die Ihren politischen Vorstellungen entspricht oder der sie beitreten wollen, dann informieren Sie sich stattdessen über außerparlamentarisch arbeitende Gruppen oder Organisationen. Wählen Sie einen inhaltlichen Schwerpunkt, der Sie besonders interessiert und machen Sie sich auf die Suche nach einer Initiative, die in diesem Bereich aktiv ist.

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Wählen und Demonstrieren

Immer mehr Menschen wenden sich von politischen Entscheidungsprozessen ab, weil sie das System für überholt halten und der Politik nicht zutrauen, wirkliche Veränderungen herbeizuführen. Verzichten Sie bei aller Verdrossenheit und Enttäuschung nicht darauf, Ihr Wahlrecht auszuüben. Selbst wenn eine Veränderung der Mehrheitsverhältnisse in der Kommune, der Region, im Landesparlament, dem Bundestag oder dem Europaparlament nicht dazu führt, dass sich die herrschenden Verhältnisse konsequent verändern: Wahlergebnisse sind zumindest ein wichtiges Zeichen für den Unmut und den Widerstand der Bevölkerung und bieten die Chance auf politische Veränderungen.

Bedenken Sie, dass vor allem konservativ-bürgerlich eingestellte Personen die Wahlen als Verpflichtung wahrnehmen und sich deshalb stärker beteiligen als Menschen, die sich nach politischen Alternativen sehnen. Führen Sie sich vor Augen, dass die Demokratiebewegungen in totalitär geführten Staaten vor allem für die Einführung des Wahlrechts eintreten und dafür häufig ihr Leben aufs Spiel setzen.

Nutzen Sie die Zeit vor einer Wahl, um sich umfassend über die antretenden Parteien, Ihre Grundsätze und Ihre Ziele zu informieren. Studieren Sie die Parteiprogramme, sprechen Sie mit den Vertretern und nutzen Sie Ihr politisches Langzeitgedächtnis, um zwischen Wahlversprechen und realer Politik unterscheiden zu können.

Beschränken Sie Ihre demokratische Mitbestimmung aber nicht auf den Urnengang sondern beteiligen Sie sich an Demonstrationen und Protesten, wenn Sie sich mit deren Zielen identifizieren können. Lassen Sie Menschen, die sich für ihre Überzeugungen auch auf den Straßen und Plätzen engagieren, nicht alleine sondern unterstützen Sie Bewegungen und Aktionen mit Ihrer Anwesenheit und Ihrer Stimme.

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Konsumieren und Selektieren

Neben allen Möglichkeiten der konkreten politischen Arbeit und Aktivität haben Sie auch die Möglichkeit, durch Ihr Konsumverhalten Einfluss auf die bestehenden Verhältnisse zu nehmen. Unternehmen und Konzerne, die in Ihren Augen gegen humanitäre und soziale Regeln verstoßen, können ihre Konzepte und Strategien nur dann aufrecht erhalten, wenn ihre Produkte gekauft und ihre Dienstleistungen in Anspruch genommen werden.

Machen Sie sich auf die Suche nach einer Bank, deren Geschäftspraxis nicht gegen ethische Grundsätze verstößt. Entscheiden Sie sich für einen Energieversorger, mit dessen Konzepten zur Energieerzeugung Sie einverstanden sind. Verzichten Sie auf Produkte, von denen Sie wissen, dass sie unter Einsatz von Kinderarbeit oder unter anderen, unmenschlichen Bedingungen erzeugt werden.

Kaufen Sie nicht bei Discountern und Ladenketten, die ihre Mitarbeiter unterdrücken und die ihren Gewinn auf Kosten der Lebensverhältnisse und der Würde von Menschen in anderen Ländern erwirtschaften. Wenn Sie die Wahl haben, dann greifen Sie zu fair gehandelten Produkten. Verzichten Sie auf Lebensmittel, die über extrem weite Strecken transportiert werden müssen und bevorzugen Sie stattdessen Waren aus der Region. Wenn Sie Fleisch essen, dann kaufen Sie es dort, wo Sie die Herkunft, die Aufzuchtbedingungen und die Einhaltung des Tierschutzes nachvollziehen können. Wenn Sie die Wahl haben, dann unterstützen Sie mit Ihrem Einkauf kleine und dezentrale Händler in Ihrer direkten Umgebung, bei denen Sie sich vergewissern können, dass sie mit Mitarbeitern, Ressourcen und Geschäftspraktiken verantwortlich umgehen.

Sinkende Renten, Niedriglohn und Regelsätze der Sozialhilfe unterhalb des Existenzminimums zwingen immer mehr Menschen dazu, ihre Grundversorgung über möglichst preiswerte Produkte und Dienstleistungen zu decken, die oft unter höchst zweifelhaften Bedingungen erzeugt werden. Je niedriger die Einkünfte, desto schwerer fällt ein verantwortungsbewusster Konsum. Grundsätzlich möglich ist die Selektion von Produkten und Anbietern aber auch mit wenig oder sehr wenig Geld. Waren vom regionalen Bauernhof oder vom Wochenmarkt sind oft preiswerter als die Angebote beim Discounter. Lassen Sie es nicht zu, dass Ihre eigene soziale Situation die Ursache dafür bildet, sich an der Ausbeutung von Menschen, denen es noch schlechter geht, zu beteiligen.

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Zivilcourage und Widerstand

Wenn Sie Unrecht beobachten, dann sollten Sie den Mut aufbringen, dagegen anzutreten. Unrecht beginnt bereits bei unbedachten Bemerkungen, mit denen „andersartige“ Menschen verspottet, beleidigt oder diffamiert werden. Wenn solche Äußerungen in der Familie, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, im Verein oder auf der Straße fallen, dann machen Sie deutlich, dass Sie nicht einverstanden sind.

Wenn Sie Zeuge eines tätlichen Angriffs werden, dann lassen Sie sich nicht von der eigenen Angst vor dem Angreifer beirren und mischen Sie sich ein. Wenn Sie sich fürchten, dann schließen Sie sich mit anderen zusammen, um gemeinsam einzuschreiten. Stehen Sie dem Opfer solche Angriffe zur Seite und bieten Sie sich als Zeuge an, statt einfach wegzusehen und weiterzugehen.

Auch Unrecht in Behörden und auf Ämtern, am Arbeitsplatz oder in der Politik sollten Sie nicht unwidersprochen hinnehmen. Trauen Sie Ihrem Gefühl, wenn Sie etwas nicht für richtig halten. Sagen Sie offen Ihre Meinung, sorgen Sie für eine Diskussion in der Öffentlichkeit und setzen Sie sich mutig für Ihre und die Interessen anderer ein.

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Am Ball bleiben und kreativ werden

Selbst die strikte Berücksichtigung und Einhaltung der aufgeführten Strategien, Anregungen und Verhaltensweisen wird nicht in der Lage sein, die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse auf kurze Sicht umfassend zu verändern und zu verbessern. Und doch ist das Verhalten jedes Einzelnen Voraussetzung und erster Schritt in Richtung auf eine gerechtere, demokratischere, friedlichere und sozialere Gesellschaft.

Der Feind der positiven Veränderung ist die Gleichgültigkeit. Gedanken wie „Ich alleine kann ja doch nichts ausrichten“ oder „Die da oben machen doch sowieso was sie wollen“ sind jedem vertraut, der sich politisch engagiert. Die Versuchung ist sehr groß, ein wichtiges Thema schnell wieder aus den Augen zu verlieren und sich auf die bequeme Passivität des Privatlebens zurückzuziehen. Doch genau hier entscheidet sich, ob der öffentliche Druck ausreicht, um eine Veränderung zu erzwingen oder ob ein berechtigtes Engagement nach kurzer Zeit wieder „einschläft“ und alles so bleibt wie es war. Bleiben Sie am Ball, wenn Sie ein wichtiges Thema oder Anliegen für sich entdeckt haben. Geben Sie keine Ruhe und riskieren Sie es, als „Nervensäge“ betrachtet zu werden.

Eine offene Gesellschaft lebt von der Beteiligung aller Menschen, die in ihr leben. Werden Sie kreativ und nutzen Sie alle Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, um sich lautstark und entschieden einzubringen und zu beteiligen. Entwickeln Sie eigene Konzepte und schließen Sie sich mit anderen zusammen, die ähnlich oder gleich denken und empfinden. Lassen Sie sich die Verantwortung für unsere Lebensumstände nicht aus der Hand nehmen und werden Sie selber zum Teil einer besseren Gesellschaft: Sie sind viel mehr, als Sie denken.

Politik Blog von Jacob Jung 12/2011

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (49)

h.yuren 26.12.2011 | 22:01

lieber jacob jung, deine anstiftung zum politischen mitmischen ist wahrscheinlich für ganz viele wichtig wie für das ganze.
du hast ein vollständiges referat zur politischen bildung und partizipation notiert.
mir haben deine kommentare zum politischen alltag im land mehr gesagt und besser gefallen. aber dein aufruf wird hoffentlich nützen.

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Ehemaliger Nutzer 27.12.2011 | 12:09

Lieber Jacob Jung,

solange es Politik gibt, wird Lüge, Intrige, Korruption im Vordergrund stehen. Denn Politiker sind korrupt und der Mensch ist nunmal käuflich. Auch hat nicht die Allgemeinheit ein Interesse an der Politik, ja ist sogar damit teilsweise überfordert. Wer jeden Tag 8 Stunden einer wertschöpfenden Arbeit (z.Bsp. Fließbandarbeit) nachgeht, wird im Feierabend kaum Zeit und Muße haben, sich mit den politischen Themen zu beschäftigen. Denn alleine schon die Organisierung des Alltags "überfordert" viele Menschen. Und auch die Arbeitswelt ist sehr stressig geworden.

Deine These ist zwar richtig und gut, nur alleine nicht auf die breite Masse anwendbar. Und diejenigen, die sich von Politikern nicht entsprechend der Gesetze behandelt fühlen, werden sich eh wehren. Das aber wiederum setzt ein Interesse am politischen Geschehen voraus.

Wir brauchen keine korrupten Politiker. Parteien gehören abgeschafft!! Es gibt genug kluge Denker und vorallem handelnde Menschen, die die Bürger vertreten können. Ohne das sie einem Parteibuch angehören.

Was wir brauchen ist ein vollkommen anderes System! Nur darüber lohnt es sich zu diskutieren. Alles andere ist meiner Meinung nach Zeitverschwendung. Denn mit der Beibehaltung der alten Strukturen werden wir nichts verändern! Nur wenn wir diese "zerschlagen" können, wird es sozialer gerechter und ein besseres Miteinander geben. Transparenz ist wichtig und gut. Transparenz alleine reicht aber bei weitem nicht aus. Da schon alleine die Behörden zu viel MACHT BESITZEN. Zum vertuschen von Sachverhalten bleibt auch trotz mehr Transparenz immer noch genug Zeit und Raum. Und der Zusammenhalt in der Behörde sollte niemals unterschätzt werden.

Ich habe trotz Zivilcourage eben all dies erlebt. Mobbing, Lügen und Intrigen alleine im Landkreis. Im Endeffekt war ich der dumme. Das wird sich auch nicht durch Transparenz ändern. Und schon gar nicht in der Politik. Da die Machtstrukturen bestens aufgebaut wurden und ALLE, bis auf wenige (zu wenige) Ausnahmen, da mitmachen.

Und wer hat schon wirklich Zeit sich mit all dem genauestens zu beschäftigen?! Das Leben besteht auch nicht nur aus Politik.

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Ehemaliger Nutzer 27.12.2011 | 20:20

So viele Faxe und Mail`s wie ich sie schon an Vertretern der verschiedenen Obrigkeiten (Bundestag, Landtag, Bürgermeister usw.) geschrieben habe, kann ich schon gar nicht mehr aufzählen. Und es waren keine Nörgeleien! Das Resultat war immer gleich, keine Antwort.
Ich finde die Anmerkungen in dem Artikel sehr gut, aber es wird ein frommer Wunsch bleiben. Wer annimmt, in diesem Land Veränderungen herbei führen zu können, der glaubt auch an den Osterhasen. Das beste Beispiel ersehen wir gerade mit der Bearbeitung hinsichtlich Wulff. Es wird sich nichts verändern, weil die Menschen satt, bequem und zu faul sind und genau das wissen unseren Herren Marionetten.

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Ehemaliger Nutzer 27.12.2011 | 22:47

Im Bezug auf Deutschland muss ich mal ketzerisch fragen? Was für Empörte? Etwa die 30.000 von 82 Mill. die sich am 15.10. bei schönem Wetter auf die Straße bemühten? Die Protestler, die Woche für Woche immer weniger statt mehr wurden? Die paar Camper und Restengagierten, die Konzepte um Konzepte in AG´s entwickeln, nebenbei um sich selbst kreisen aber eine Protestbewegung nicht mal im Ansatz in Gang setzen können?
So geht man natürlich den ersten Schritt vor dem zweiten. Oder auch anders, der Deutsche muss sich erst mal durchorganisieren, Konzepte und Utopien entwickeln, bevor es losgehen kann. Bis wir soweit sind, haben andere Nationen bereits die Welt verändert.

Und dann wären dann noch Sätze wie dieser:
Parteien gehören abgeschafft!! Es gibt genug kluge Denker und vor allem handelnde Menschen, die die Bürger vertreten können. der der Mehrheit der Bürger eher Angst macht, statt protestmotivierend wirkt.
Wer sollen die „klugen“ Denker überhaupt sein? Wie wäre es denn, zunächst die per Grundgesetz definierte parlamentarische Demokratie erst mal einzufordern, bevor man gleich für deren Abschaffung plädiert und abstrakt irgendwelche „klugen Denker“ in den Raum wirft.

Ich verstehe nicht, warum wird das jahrzehntelange Engagement der Bürgerinitiativen und NGO´s eigentlich ignoriert? Nur weil unsere Regierungen blind und taub für deren sachlich fundierte Einwände, Gegenmodelle/Konzepte und friedliche Proteste sind? Das was Herr Jung hier richtigerweise beschreibt, wird doch schon seit langem betrieben. Das Problem ist nicht der Mangel an politischem Engagement, dass Problem und gleichzeitig der Grund für Empörung ist die Ignoranz der Regierenden.

Ich glaube kaum ,dass, würden die im Beitrag beschrieben Empfehlungen ausgeweitet, sich irgendetwas ändern würde. Siehe Ignoranz derjenigen, die Macht und Gewalt haben.

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2011 | 12:58

@Angelia,

sehr, seher gut, kann ich voll unterschreiben.
Wenn 120Tausend Leute von einer 12 Millionenstadt, wie Moskau nun mal hat, auf die Strasse gehen, sprechen die Medien gleich vom Russischen Frühling. Paradoxer geht es einfach nicht.
Wenn aber fast eine Millionen gegen die verbrecherischen Hartz IV Gesetze in Berlin auf die Strasse gingen, kostete das unserer hiesigen Obrigkeit nur ein Arschrunzeln. So wird Politik gemacht!

claudia 28.12.2011 | 13:35

>>Ich glaube kaum ,dass, würden die im Beitrag beschrieben Empfehlungen ausgeweitet, sich irgendetwas ändern würde. Siehe Ignoranz derjenigen, die Macht und Gewalt haben.
Sie haben ja keinen triftigen Grund, auf Appelle zu hören.

Was lernt uns das?

Nach der Erfahrung, dass es wurscht ist, ob 10 000 oder 50 000 an einer Demo teilnehmen oder ob 50 000 oder 100 000 bei campact was abstimmen, wäre der nächste Schritt: Die Herrschenden aktiv beim Herrschen stören.

Völlig unerfahren sind wir ja nicht: Zum Beispiel wäre die WAA Wackersdorf hochwahrscheinlich gebaut worden, wenn nicht die Bauarbeiten immer wieder blockiert worden wären.

Und wenn wir weiter in der Geschichte zurückgehen: 1920 wurde im deutschen Reich ein Putschregime weggestreikt. Und jetzt bitte nicht wieder der übliche Einwand: "Aber einen politischen Streik erlauben die uns doch nicht!" Kapp/Lüttwitz/Ludendorff/Ehrhardt hatten den Generalstreik auch nicht erlaubt. Sie wurden nicht gefragt, ganz einfach.

Entwickeln wir also Strategien und: Bloss keine Alleingänge. Damit verschwindet man ganz schnell im Knast und das nützt niemandem.

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2011 | 13:53

@Angelia

Wer sollen die „klugen“ Denker überhaupt sein?

Ganz einfach...Menschen, die humanistisch handeln und nicht nur zum Selbstzweck! Man beurteilt keine Menschen nach ihren Worten, sondern nach ihren Taten!

Parteien und ihre Ideologien haben ausgedient. Oder der Mensch tritt auf der Stelle und entwickelt sich zurück.

Würde man viel mehr die Sozialwissenschaftler ernst nehmen und respektieren, dabei die Erkenntnisse der Psychologie nutzen, würde es den Menschen besser gehen.

Politiker sind machtbesessen. Wer machtbesessen ist, handelt nicht sozial, sondern nur aus purem Eigennutz! Deswegen wird auch soviel gelogen in der Politik. Und auch die Linken haben kein wahres Interesse an der Mehrheit der Menschen. Sie haben nur ein Interesse an der Verbreitung und Durchsetzung ihrer Ideologie. Wie eben alle Parteien.

Wozu Parteien, wenn du doch selber die Demokratie einforderst?! Jeder Bürger kann seine Meinung kundtun. Im Endeffekt entscheidet eh die Mehrheit, was wann/wie durchgesetzt wird. Und das kann auch immer nur auf kommunaler Ebene entschieden werden. Alles zentralistische endet früher oder später in einer Diktatur.

Leute wacht doch mal aus eurem Gewohnheitstrott auf. Es gibt noch andere Weltbilder als die der großen Parteien! Vorallem muß es wieder mehr soziale Gerechtigkeit geben. Sonst sehe ich düsteren Zeiten entgegen.

Jedenfals wird dies nicht alleine durchs Schreiben im Internet geschehen.

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2011 | 13:53

@Angelia

Wer sollen die „klugen“ Denker überhaupt sein?

Ganz einfach...Menschen, die humanistisch handeln und nicht nur zum Selbstzweck! Man beurteilt keine Menschen nach ihren Worten, sondern nach ihren Taten!

Parteien und ihre Ideologien haben ausgedient. Oder der Mensch tritt auf der Stelle und entwickelt sich zurück.

Würde man viel mehr die Sozialwissenschaftler ernst nehmen und respektieren, dabei die Erkenntnisse der Psychologie nutzen, würde es den Menschen besser gehen.

Politiker sind machtbesessen. Wer machtbesessen ist, handelt nicht sozial, sondern nur aus purem Eigennutz! Deswegen wird auch soviel gelogen in der Politik. Und auch die Linken haben kein wahres Interesse an der Mehrheit der Menschen. Sie haben nur ein Interesse an der Verbreitung und Durchsetzung ihrer Ideologie. Wie eben alle Parteien.

Wozu Parteien, wenn du doch selber die Demokratie einforderst?! Jeder Bürger kann seine Meinung kundtun. Im Endeffekt entscheidet eh die Mehrheit, was wann/wie durchgesetzt wird. Und das kann auch immer nur auf kommunaler Ebene entschieden werden. Alles zentralistische endet früher oder später in einer Diktatur.

Leute wacht doch mal aus eurem Gewohnheitstrott auf. Es gibt noch andere Weltbilder als die der großen Parteien! Vorallem muß es wieder mehr soziale Gerechtigkeit geben. Sonst sehe ich düsteren Zeiten entgegen.

Jedenfals wird dies nicht alleine durchs Schreiben im Internet geschehen.

blog1 28.12.2011 | 16:19

An alle Empörten!
Hierzu einige provokante Thesen zu dem zweifellos wachrüttelnden Beitrag von Jakob Jung sowie die darauf basierenden Kommentare:
- Wenn wir die Parteien abschaffen, schaffen wir unsere Demokatie ab. Eine Demokratie mag noch so fehlerhaft sein, sie ist aber allemal besser als die „beste“ Diktatur.
- Wer in dieser Gesellschaft etwas erreichen will, muss sich bemerkbar machen, d.h. er muss seinen Protest organisieren. Ansonsten läuft er Gefahr, wie im Speaker`s Corner im Hyde Park vor leeren Rängen zu philosophieren. Das ist doch blanke Energieverschwendung.
- Wenn ich mich zu Recht gegen die Mächtigen und Korrupten wende, muss ich mich in deren Denkstrukturen „hineindenken“. Jeder, der schon einmal Kampfsport gemacht hat, weiß, dass jeder Gegner eine Achillesferse hat.
- Ich zolle Jakob Jung meinen Respekt, weil er zielgenau die Probleme einer Republik der „Besitzstandswahrer“ beschreibt. Viele seiner Lösungsansätze sind zwar ehrenwert, aber nicht tauglich für Veränderung der Zustände.
- Wer die bestehenden Verhältnisse ändern will, muss dafür ein Konzept vorlegen, hinter dem sich möglichst viele versammeln können. Wenn an einem Wochenende, in einem Fußballstadion der Bundesliga aber mehr Menschen zusammen kommen als beispielsweise bei sämtlichen Demos der Occupy-Bewegung, kann ich nicht ansatzweise von einem Massenprotest sprechen. Die Veränderung beginnt nun mal mit der Wahrnehmung der Realität.

Markus Schild 28.12.2011 | 17:48

@angelika:

Wir haben uns bequem eingerichtet in unserer Welt. Es werden zwar Dinge gesehen, die es anzuprangern gibt, und es wird dann auch darüber gesprochen, es wird aber immer wieder gesagt: "Ist ja alles so schlimm und schrecklich, aber was beschwerste dich? Es geht uns doch ganz gut. Hör auf, dich zu empören, mach die Welt nicht verrückt."
Die Ignoranz hast du nämlich nicht nur bei den Regierenden, sondern auch in den Köpfen der Menschen, und prangert man zu viel angeht man den Leuten irgendwann auf die Nerven, man fliegt raus bei Freunden, weil man ein "linker Hetzer" ist oder man hält dann einfach das Maul und guckt weiter X-Diaries oder Dschungelcamp, sich mit Häme darüber freuend das man nicht zu den Idioten im TV gehört. Zu mindestens in meinem persönlichen Umfeld ist das leider so, und es macht einsam. Vielen dieser Menschen müsste man überhaupt erstmal erklären, war das Grundgesetz und die parlamentarische Demokratie überhaupt ist, weil sie es nicht wissen. Aber dazu müssten sie überhaupt gewillt sein zu diskutieren.
Man sollte also die Ignoranz der Regierten nicht außer acht lassen.
Die gleiche Ignoranz schaltet bei den Regierten zum Beispiel auch, wenn es um ihr Konsumverhalten geht. "Wenn ich die günstige Hose bei XiX nicht kaufe, wird die Welt auch kein besserer Ort". Denn die Menschen in Kambodscha sind ja weit weg, der soziale Markt reguliert es schon irgendwie, die können froh sein, das sie überhaupt mitspielen dürfen bei unserem ausgearteten Monopoly. Läuft dann mal irgendwo ein Doku, die über die Mißstände aufklärt, kann man mal eine halbe Stunde lang Betroffenheit heucheln, danach geht es weiter im neoliberalen Konsumviehdenken. Die NGO und auch Bürgerinitiativen haben auch für die Regierten oft nur den Zweck, das Gewissen zu beruhigen. Hatten wir doch schon alles mal. Dann kann man später mit gutem Gewissen sagen: "Ja, also, ICH gehörte zum Widerstand."

Markus Schild 28.12.2011 | 18:15

@blog1:
Die Demokratie abzuschaffen, sollte auch nicht Ziel sein. Ziel sollte sein, das Parteien wieder ehrliche Politik machen. Also nicht nur weil Wahlkampf ist einem das blaue vom Himmel lügen, es sollte einer Partei nicht darum gehen, wieder gewählt zu werden, sondern für das Parteiprogramm einzustehen. Macht sollte niemals die Triebfeder eines Politikers sein. Des weiteren sollten Parteispenden von Unternehmen verboten werden. Wäre eine parlamentarische Demokratie denn ohne Lobbyismus überhaupt nicht denkbar?
Ich finde, man muss nicht immer für alles gleich ein Konzept vorlegen. Und Kritik ist auch nur dann effektiv, wenn Sie keine Alternativen bietet zu dem Vorhandenen. Denn bietet man ein Konzept, bietet man den Kritisierten auch gleich eine Angriffsfläche zur Argumentation, warum man Dinge nicht ändern sollte.

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2011 | 18:55

Empört euch heißt doch so viel wie, dass man versuchen sollte einen Logenplatz auf der Empore zu erringen ?
Ne, also 2012 lassen wir die Empörung lieber zu Hause. Man kann sich doch nicht ständig über alles so aufregen.
Vernetzt euch, ist auch nur eine weitere Aufforderung ein neues Smartphone zu kaufen, diesmal um linke Randgruppen abzugrasen. Bevor ich es vergesse, Anonymous ist nichts weiter als ein ganz perfider Marketingtrick für diese Vendetta-Masken.

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2011 | 21:12

@KarinL,

"Im Endeffekt entscheidet eh die Mehrheit, was wann/wie durchgesetzt wird. "

Kleiner Witz von Ihnen oder?
Wo entscheidet in diesem Staat die Mehrheit, dass müssen Sie mir mal zeigen.
Merkel regiert wie Nero und wird von keinen ihrer Spießgesellen kritisiert. Wo können z.B. die Bürger dieses Landes in einer Volksabstimmung, diese unfähige Regierung anwählen.
Wir haben eine Parteiendiktatur, dass haben Sie nur nicht bemerkt!

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Ehemaliger Nutzer 28.12.2011 | 21:45

Was hier von einigen Diskutanten geschildert wird, könnte durchaus in einem Märchen vorgetragen werden.
Was wollen wir eigentlich?
Wir wollen doch nur eines, dass sich Volksvertreter wahrhaftig nach Gesetz und Ordnung richten. Genau darum geht es. Wenn aber diese Volksvertreter selbst gegen das Grundgesdetz (eine Verfassung hat ja dieser Staat nicht) verstoßen, dann sieht es mit der Glaubwürdigkeit dieser Herrschaften und eben dieses Staates ziemlich düster aus. Ich kann nicht für den Frieden sein und bin der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Das geht nicht, dass ist Verlogenheit und Heuchelei pur! Etliche Beispiele gibt es hier noch genug! So ein Staat ist nicht glaubwürdig!
Und weil diese gewählten Volksvertreter sich nach Ihrer Wahl selbst gegen das eigene Volk richten (Herbert Wehner sagte dies berechtigt einmal), gehen eben nur noch die Hälfte der Bürger dieses Staates zur Wahl, weil sie der berechtigten Meinung sind, dass sie sich auch selbst verarschen können. Das ist die gegenwärtige Situation in diesem Staat.
Klar brauchen wir kluge und vor allem wahrhaftige Leute und da nenne ich vielleicht einmal einen Herrn Weizsäcker. Solche Leute sucht man aber in diesem System vergebens, weil der größte Teil unserer Obrigkeit zu aller erst an sich denkt. Das beste Beispiel ist Wulff. Sich vom Volk wählen lassen, sich während der Parlamentszeit einen guten Job in der Industrie suchen und nach Ausscheiden schnell den großen Schnitt in der privaten Wirtschaft machen. So ist es doch bei 90% unserer Volksvertreter (Clement, Schröder Fischer usw.usw.).
Sich einbringen und sich vielleicht den Allerwertesten aufreißen, um etwas zu verändern, ist nur ein frommer Wunsch.
Eine Frage an einen Volksvertreter, wenn er diese überhaupt verstehen sollte, endet zu 99% mit nutzlosen Gelabere oder keiner Antwort. Und das ist ja auch zu verstehen, weil er von der Partei abhängig ist, die Partei ist sein Arbeitgeber. Ein Wort zu viel und er fliegt raus oder wird nicht mehr aufgestellt.
Warum dürfen denn nur bestimmte Leute im Bundestag sprechen? Es wird genau aufgepaßt, damit keiner gegen die Partei spricht.
Ich bin auch der Meinung, dass man den ganzen Parteienklüngel abschaffen sollte, auch wieder nur ein frommer Wunsch.

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 00:24

Wie kommen Sie auf die Idee, dass wir keine Verfassung haben? Wir haben eine und die heißt Grundgesetz, übrigens eine schöne aus der deutschen Sprache abgeleitete Wortschöpfung, das grundlegende Gesetz, aus dem sich die anderen ableiten. Es ist 1949 entstanden, nochmals Danke an die Verfassungsväter und -mütter, die im Museum König in Bonn - Bonn lag ansonsten in Trümmern - aus tiefster Verzweiflung, was in unserem Land geschehen war, diese ausgearbeitet hatten. Nun sagen Sie, die Parteien gehören abgeschafft. Wenn Sie mir einen Weg zeigen, wie in einer Gesellschaft der politische Wille zum Ausdruck kommt, ich höre gerne zu. Nur wenn Sie diesen auf "Empörung" gründen wollen, dann bleibe ich abwehrend, denn was mit dem Gefühl der "Empörung" zusammenhängt hat nichts zu tun mit dem mir teueren Aktivierung der Verstandeskräfte, genannt "Vernunft" zu tun. Auch der Mann mit dem Bärtchen war ja "empört" und sammelte die "Empörten" hinter sich. Die "Empörten" hatten es dann zu büßen.

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 12:43

@Matto,

danke für den guten Kommentar! :-)

Selbst wenn wir zu tausenden auf die Straße gehen, wird sich nichts am bestehenden System ändern. Dafür sind die Machtstrukturen viel zu gut ausgebaut. Man lese hierzu auch die Studie von Krysmanski

www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/

Oder auch bei Lobbycontrol

www.lobbycontrol.de/blog/

Wenn die Bürger wirklich etwas ändern wollen, müssen wir uns ALLE solidarisieren. Die Geschichte zeigte uns doch wie man Veränderungen herbeiführt. Zum Bsp. wenn wir alle zusammen die Arbeit niederlegen würden. Das wäre mal ein Anfang. Es wird nicht ohne Klassenkampf gehen. Leider hat man in Deutschland in der Vergangenheit ganz gezielt die Arbeiterklasse verschwinden lassen wollen. Dazu gibts ein sehr interessantes Buch von Frau Ulrike Herrmann über den Selbstbetrug der Mittelschicht.

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,687760,00.html

Wenn die sogenannte Mittelschicht dies nicht erkennt, wird sich auch nichts weiter ändern!

In Deutschland geht es der Masse anscheinend immer noch zu "gut". Alle glauben an den Aufstieg. Wie fatal und naiv das doch ist. Erst wenn, wie bereits hier angemerkt, die Mittelschicht abgestiegen ist, wird die Masse aufwachen und sich wirklich "empören". Solange betreibt man im Internet eine stille "Revolution".

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 13:48

Hallo @GEBE,

Es gibt kein Allheilmittel das jedem gefallen wird. Ein neues System kann nur demokratisch ausgehandelt werden.
Was für mich erstrebenswert ist, kann für den anderen aus seiner Sicht nicht lohnend sein.

Es gibt genug Alternativen im Netz. Die müssen ja nicht eins zu eins so übernommen werden.

Fakt ist, dass wir mit dem bestehenden Geldsystem keine Veränderung und schon gar keine gerechtere Welt bekommen werden! Der Mensch ist nunmal käuflich und Geld ist Götze. Dem Gelde ist der Mensch Untertan,zwangsläufig. Er hat sich davon total abhängig gemacht. Freiheit/Kreativität werden unterdrückt und nur suggeriert. Kreativität entsteht nur, wenn man unabhängig von der Wirtschaft sein kann. Die Machtstrukturen sind sehr gut ausgebaut. Man lese dazu nur Krysmanski.

www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/

Geld verleiht in dem bestehenden System einem Menschen Macht. Viel Geld gleich viel Macht. Das Geld nützt nur einigen wenigen, aber eben nicht der Masse. Die Masse wird nur manipuliert!

Ich halte es mit Professor Hörmann von der Wirtschaftsuni in Wien. Eine Gesellschaft ohne Geld. In der der Mensch wirklich nach seinen Fahigkeiten anerkannt und geachtet wird! Wo jeder mitgenommen wird und sich einbringen kann. Mit einem Grundeinkommen ist sein Leben abgesichert. Wir haben alles im Überfluss und können ALLE Grundbedürfnisse damit befriedigen.

www.wu.ac.at/taxmanagement/Institut/Mitarbeiter/Hoermann/new2006/vortraege/index.html

www.youtube.com/watch?v=ocmRdPeZwu0=related

Das aber wird wohl nicht umsetzbar sein. Da der Mensch eben viel zu lange mit dem System verwoben ist. Wir leben in einem totalen Betrugssystem, wo uns vieles zum Nutzen der Herrschenden nur suggeriert wird. Ängste geschürt werden um uns zu unterdrücken!

Der Mensch hat anscheinend nichts aus der Geschichte gelernt! Die Mehrheit ihr eigenständiges Denken total aufgegeben. Stattdessen lässt er sich lieber von der Wirtschaft manipulieren. Die Masse muß sich erst ihrer WAHREN BEDÜRFNISSE bewusst werden. Wobei die ja eigentlich schon bekannt sind. Die meissten Menschen wollen ein friedliches Leben mit einem gewissen Wohlstand. Der Planet ist aber nur in seinen Ressourcen beschränkt und eben nicht unendlich. Es kann kein unendliches Wachstum geben! Das ginge nur auf Kosten der Umwelt und Natur. Auf Kosten andere Länder und Völker! Die Industriealisierung hat nicht mehr genug Arbeit für Alle. Wir haben genug Probleme, und das weltweit! Und alles hängt immer mit dem Geld zusammen.

Schon Silvio Gesell hatte auf grund des Geldsystems den 2. WK vorausgesagt!

Im Netz gibt es sehr gute Alternativen zum bestehenden System. Die muß man ja nicht genauso übernehmen. Das muß die Gesellschaft sich aushandeln. Nur müssen wir aber auch endlich mal darüber reden!! Die Politik ist der Handlanger der Reichen. Um es mal einfach auszudrücken. Mehr Transparenz nützt da auch nichts wirklich. Man kann im nachhinein immer etwas auf dem Papier verändern. Hab ich alles auf kommunaler Ebene erlebt.

Hier Alternativen
www.geldmitsystem.org/

Im übrigen betrügt die Mittelschicht sich selber. Man lese das Buch von Frau Ulrike Herrmann.

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,687760,00.html

Ich denke jetzt haben Sie erstmal genug zum lesen und nachdenken.

Wir müssen nachhaltiger Denken! An unsere Kinder und Enkel. Das sind wir ihnen schuldig. Oder wir lassen uns versklaven und zerstören unsere Lebensgrundlage selber. In dem wir die Umwelt zerstören und die Natur ausbeuten.

Die Menschen können sich nicht alle immer politisch engagieren. Damit sind viele überfordert. Und ausserdem interessiert es die Politiker doch eh nicht mehr. Was hat sich denn in den letzen Jahren wirklich zum Wohle der Gesellschaft, der arbeitenden Bevölkerung wirklich verbessert?! Wir haben keinen wahren Fortschritt mehr. Wir müssen uns zwangsläufig evolutionsbedingt weiter entwickeln. Oder wir (weltweit) enden alle im Verteilungskampf um Arbeit, Bodenschätze, Grund und Boden, Ideologien usw.

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 15:30

Ja Weimarer Verhältnisse haben wir wieder wegen dem bestehenden Geldsystem! Das ist nicht widersprüchlich! Hier gehts doch gar nicht um Demokratie. Das ist nur Ablenkung der Herrschenden Klasse! Es geht ums Geld und damit um die Käuflichkeit des Menschen. Denn Geld ist Götze und hat die Menschheit zum Untertan gemacht. Den Rest besorgt die Wirtschaftsdiktatur und die Propaganda der MainstreamMedien. Hier werden uns Ängste und Konsum suggeriert.
Mit ein mehr an Demokratie wird die Verantwortung auf den Bürger abgewälzt. Wozu bekommen die Abgeordneten dann noch Geld vom Steuerzahler?!

Hier mal was zum nachdenken:

derstandard.at/1324501461499/Partizipation-Staerken-Plebiszite-die-Demokratie

Die Krise hat nichts mit Demokratie zu tun! Das Geldsystem, damit das Währungssystem ist im Zusammenbruch. Und zwar global! Da der Kapitalismus mit dem bestehenden Geldsystem weltweit vertreten ist. Ausser Teile des Islam, das Zinsen verbietet. Jetzt darf man 3 mal raten warum dort das kap. System mit seinem Geldsystem installiert werden soll?! Warum dort Kriege seitens der USA (CIA) inszeniert werden. Nicht nur wegen Rohstoffe.

Das dieses Geldsystem, welches auf Zinsen basiert, regelmässig alle paar Jahrzehnte zusammen bricht, ist fakt! Dies hatte schon Silvio Gesell erkannt und daraufhin den 2. WK vorausgesagt! Wir haben fast die gleichen Parallelen wie 1929. Ich hatte schon genug Links hier gegeben. Damit muß man sich dann natürlich auch befassen. Vorallem nachdenken und hinterfragen.

Sie können doch demokratisch sein wie Sie wollen. Solange das Geldsystem regiert wird der Mensch käuflich sein. Und das geht auch in allen Bereichen der Gesellschaft! Transparenz nützt da auch nicht. Papier kann im nachhinein verändert werden. Hab ich doch alles auf kommunaler Ebene erlebt. Akten werden "gesäubert", um es mal so auszudrücken. Und da ging es nicht einmal um Milliarden, sondern nur um die Durchsetzung eigener Interessen! So ist nunmal der Mensch. Er schreibt aus Frust, verletzter Eitelkeit Aktenvermerke. Die eben nicht der Wahrheit entsprechen! Ich war schockiert. Und das beste Beispiel war doch in Hessen, wo Finanzbeamte aufgrund ihrer ehrlichen Arbeit diskriminiert und in die Psychiatrie abgeschoben wurden. Es fängt auf kommunaler Ebene, seitens der Behörden an und setzt sich auf Bundesebene, im Bundestag fort. Was nützt ihnen denn da die Demokratie?! Protokolle können auch im nachhinein verfälscht werden!
Es geht immer um Macht und die Durchsetzung eigener Interessen. Die kann man mit Hilfe des Geldes sehr gut umsetzen! Und je mehr Geld einer besitzt, destso einfacher und dementsprechend mehr Macht kann man ausüben.

Demokratie kann man auch durch den einzelnen Bürger ausleben. Wozu gibt es das Internet?! Dafür muß aber dann jeder einen Anschluss und einen PC besitzen. Alles machbar und technologisch durchführbar. Nur eben nicht gewollt von der Herrschenden Klasse, den Parteien.

Man kann sich vernetzen und darüber diskutieren. Man kann sich zusammenschliessen in Organisationen/Vereinen wie auch immer, ohne Ideologie! Einfach aus reinen Zielen, Interessen heraus. Warum muß eine Partei denn beschliessen, welche Straße, welches Krankenhaus, Schule usw wo wann gebaut wird?! Gehts hier nicht nach Notwendigkeit? Geht es in 1. Linie nicht um den Bürger?! Warum muß eine Partei bestimmen was für das Volk nützlich und gut ist? Das kann natürlich alles nur auf kommunaler/Landesebene geschehen. Es muß einen Gesetzesrahmen geben. Über den die Bürger per Volksentscheid abstimmen. Wozu brauchen wir einen Bundestag, der sich nicht einmal mit den Tatsachen beschäftigt und einfach nur abnickt. In dem der Fraktionszwang gilt! Um ein Land zu vertreten brauchen wir einen Kanzler und eine handvoll Minister oder wie immer man das auch nennen mag. Das kann genauso gut ein Monarch sein. Es kommt doch auf den Menschen drauf an! Wir brauchen aber keinen aufgeblähten Bundestag. Keinen Bund, der Gelder verteilt. Schon gar keine Parteien, die nur ihre Ideologien verbreiten wollen, sich dahinter verstecken um sich ihr gutes Einkommen zu sichern und MACHT auszuüben. Sondern einfach nur Menschen, die man frei wählen kann. Und das auch nur bis zu einer begrenzten Zeit.
Ideologien werden genau wie Religionen immer nur mißbraucht.

Wir müssen von der Makroebene wieder zurück auf die Mikroebene. Denn nur die Menschen in ihrem Wohnumfeld wissen doch am besten wo was gebraucht wird. Wo es Probleme gibt, wo es hapert.

Ich denke in einem völlig anderen System. Und zwar genauso wie Professor Hörmann von der WirtschaftsUni in Wien. Das heisst einen totalen radikalen Wandel des bestehenden System. Ein System in dem der Mensch wirklich frei und in gewisser Weise unabhängig ist. In dem es ein Grundeinkommen für alle gibt! Wo die Grundbedürfnisse befriedigt werden. Es ist doch für alle genug da! Wo jeder einzelne Mensch wieder kreativ sein kann und nach seinen wahren Fähigkeiten die Gesellschaft bereichert! Dazu braucht es eigentlich keine Demokratie, da die Menschen von sich aus sich vernetzen werden. Denn alleine kann ein Mensch nunmal nicht überleben. Dazu Bedarf es einer gewissen Schwarmintelligenz.

Vernetzungen wie diese z.Bsp. anstatt der Parteiendemokratie

www.geldmitsystem.org/

Und hier die Alternative zum bestehenden "Demokratiesystem", das ich auch für nachdenkenswert und diskutierenswert halte.

www.wu.ac.at/taxmanagement/Institut/Mitarbeiter/Hoermann/new2006/vortraege/index.html

Und hier mal einen Auszug eines Kommentars, der allen zu denken geben sollte! Das bezieht sich auf die EU und was auf uns mit dem ESM zukommen wird!! Darüber denkt doch alle mal nach!

"Wenn all das im christlichen Abendland, dem Volk der Dichter und Denker möglich ist, ohne dass das Volk aufbegehrt wie in Nordafrika, dann sieht man
die Zusammenhänge."

Wie willst du eine undemokratische EU denn kontrollieren??!! Da sind die meissten Menschen völlig überfordert mit!! Da sehen ja nicht einmal alle Abgeordneten im Bundestag durch, geschweige denn in der EU!

Diese ganze Bürokratie ist reiner Selbstzweck für die Herrschende Klasse. Da nützt auch keine Demokratie mehr. Die Gesetze zu verstehen sind schon schwierig genug und überfordert die Masse! Und wer hat denn die Zeit dafür?

Alternativen zum System gibts doch genug im Netz. Darüber sollte man diskutieren und seine eigenen Gedanken mit einfliessen lassen.

Wir haben große Probleme, global. Die lösen wir nur in einem Miteinander. Ansonsten wird es Kriege, Elend und Leid geben. Wir müssen unser Bewusstsein erweitern!

Erich Fromm war auch ein kluger Mensch. Er hatte in seinem Buch "Haben oder Sein" schon 1959 die Entwicklung im Kapitalismus vorausgesehen! All das, was heute existiert. Der Mensch genauso nur noch Ware ist.

Wir müssen uns schon aus reiner Evolutionssicht heraus weiter entwickeln oder wir gehen wieder in den Feudalismus. Entweder wir schaffen es den Kapitalismus zu überwinden oder wir versklaven uns alle wieder selber. Und hauen uns die Köpfe ein. Es wird in Zukunft ein Verteilungskampf der Völker ausbrechen um Rohstoffe, Arbeit, Grund und Boden. Der Planet ist endlich.

Vorallem aber ist es doch wirklich egal, wie ich das System nenne. Wichtig ist doch, dass es sozial gerecht ist und alle Menschen mitnimmt! Und Kommunismus, vor dem alle immer aus unerklärlichen Gründen so Angst haben, hatten wir noch nie! Genauso wenig wie Sozialismus. Alles nur hohle Phrasen um eigene Interessen und Macht durch zu setzen. Genauso wie die Demokratie. Man lese doch nur Krysmanski

www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/

Die Gesetze sind für die Wirtschaft, das Kapital gemacht. Das hatte ich auch miterlebt. Wie durch Betrug die Wirtschaft sich am Leben erhält. Der Mensch auf der Strecke bleibt und das alles ganz legal.

GEBE 29.12.2011 | 15:45

@ KarinL. schrieb am 29.12.2011 um 12:48:

Werte KarinL.,

ich bedanke mich für Ihre sehr ausführliche und nachvollziehbare Antwort!

Meines Erachtens werden alle Veränderungsversuche, die systemisch ausgerichtet resp. angelegt sind, scheitern. Warum? Ich bin der Ansicht, daß es einzig und alleine sinnvoll ist, sich selbst erst einmal zu verändern in der Sichtweise bzgl. Der Welt und des Daseins, und entsprechend anderes Handeln an den tag zu legen. Persönliche Gelegenheiten dazu gibt es jeden Tag gewiß ein dutzendmal. Insbesondere wird sich nichts ändern, solange das Leben selbst nicht begriffen worden ist und nur Vorstellungen darüber gepflogen werden, wozu ja die materialistische Sichtweise gehört, daß Leben beginne bei Null als eine Art Tabula rasa und ende mit einer statistischen belegten Länge an Jahren. Solange diese Lebensvorstellungen bestehen, ist verständlich, daß a) man dazu Neigung entwickelt zu sagen: “Nach mir die Sintflut.“, und b) der Ansicht ist, zu meinen, es sei alles was einen in seinem Wesen betrifft, alles, was biographisch relevant sei, innerhalb dieser Spanne entstanden, erleb- und auslebbar.

Gewiß gibt es sozialhygienische Angelegenheiten, die es wert sind, verbreitet zu werden. Sie haben einige dazu exemplarisch aufgezählt. Und zu solchen sozialhygienischen Angelegenheiten zählen ganz und gar in erster Linie rigoros herbeizuführende Veränderungen des globalen Warenwirtschafts- und Geldsystems.
Nur solange das Leben als solches nicht begriffen wird, solange man sich mit den T a t s a c h e n von wiederholten Erdenleben und den T a t s a c h e n von Reinkarnation und Karma nicht geisteswissenschaftlich - im besten Sinne des Wortes(!) – beschäftigt, solange wird man nur die äußere Seite des Lebens zwischen Geburt und Tod ins Auge fassen und entsprechend keine weitergehende Veranlassung sehen (außer sozialen und/oder moralisch tingierten), etwas aufgrund eines erfaßten Wahrheitssinns bzgl. des Lebens zu ändern. (Über denjenigen, den hierbei der Reflex überkommt zu meinen, es handele sich in Bezug auf die T a t s a c h e n von wiederholten Erdenleben/Reinkarnation und Karma um sogenannte esoterische Spintisiererei, dem ist die Macht des Denkens nicht in vollem Maße gegeben und er muß sich vorhalten lassen, selbst über diese Tatsachen ja nur spintisieren zu können.)
Es werden die moralisch und/oder sozial tingierten Auffassungen auch nichts weiter sein können, als widerstreitende Ideologien.

Nicht wahr, es läßt sich moralisch gut und gerne, und in aller Breite argumentieren – alleine aber Moral zu begründen, kann in dieser Weise gefaßt, nicht gelingen. Denn auch die Moral hat in der materialistischen Auffassung des Lebens als die Lebensspanne zwischen Geburt und Tod nur Bedeutung für diese Spanne selbst – und allerhöchstens noch als eine Art Handlungsmotivation zur Denkmalserlangung bzgl. der Nachwelt.
Handfest erscheinen all die äußeren Maßnahmen, die ergriffen werden könnten – nach den vielfältigsten seiten hin -, doch ohne wahrhaftige Spiritualisierung im oben gekennzeichneten Sinn, werden sie äußerlich bleiben und ohne Nachhalt sein.

Und ich stimme Ihnen zu: “Die Masse muß sich erst ihrer WAHREN BEDÜRFNISSE bewusst werden.“ Dazu allerdings muß man entweder das Wesen und die Zusammenhänge des Lebens zuende d e n k e n , oder man muß eben die äußere Karre ganz und gar an die Wand fahren um zu entsprechenden Erfahrungen so zu gelangen. Ich tendiere mehr und mehr dazu, anzunehmen, das letzteres sich einstellen wird.

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 19:13

Lieber @GEBE,

schön das Sie mir in vielem zustimmen. Seien wir zuversichtlich und optimistisch. Der Mensch lebt davon. Auch sind die Menschen heute viel aufgeklärter und jeden Tag wird es mehr und mehr. Deswegen sind wir ja auch hier und diskutieren :-)

Ich hoffe nicht, dass wir die äussere Karre voll an die Wand fahren müssen. Denn das würde mit unsäglich viel Blutvergiessen, Elend und Leid enden.

Ich hoffe auf ein Aufwachen der Bürger. Denn nur in einem Systemwandel können wir uns freier entfalten. Lernen wir wieder freier und kreativer zu denken! Manchmal muß man dem Glück auch ein wenig nachhelfen. Und jetzt, wo wir uns im globalen Zusammenbruch befinden, hat die Menschheit die Chanche ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und darüber zu bestimmen. Erste Ansätze sind schon da. Mit humanistischen Menschen, die in die Öffentlichkeit gehen und aufklären. Es gibt viele neue Bewegungen auf der ganzen Welt.

Dies ist nur eine von vielen.

https://cast.switch.ch/vod/clips/151k5ib5hb/ipod.m4v

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 21:07

@Zeitleser,

da haben Sie sich aber gewaltig ein Eigentor geschossen. Wenn, dann sollte man umfassend informiert sein!!!
Wer waren denn die Gründungsväter des Grundgesetzes der BRD????
Das waren einzig und allein die Alliierten, genauer gesagt die USA. Wie oft mußte Adenauer zu den Amerikanern und anschließend mußten Passagen verändert werden, bis die USA das Grundgesetz akzeptierten, d.h. die USA diktierten der BRD das Grundgetz. Sollte man wissen, gehört zum Allgemeinwissen. Wir Ostdeutschen wissen das!!!! Stand vor Kurzen übrigens erst in einer Zeitung.
Jetzt zur Verfassung!!!
Im Einigungsvertrag steht geschrieben, dass Deutschland eine moderne Verfassung bekommt und zwar vom Volke aus. Darauf warten wir heute noch!!!
Andere Staaten haben eine Verfassung. In Italien steht sogar drinn, dass das Volk einen Volksentscheid durchführen darf. In der BRD ist das verboten, eigentlich hanebüchen oder?????

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 21:16

@KarinL,

vollkommen richtig geschrieben. Der Mittelschicht geht es darum noch so gut, weil gut Eindrittel der Menschen in diesem Staat nur noch für Kost und Logier arbeitet. Das wird sich noch verschärfen. Ich bin aber mit dem "Michel" nicht der Ansicht, dass der einmal seinen Hintern hoch bekommt. Die Deutschen kennen nur zwei Extreme, entweder paranoid Nationalisten oder paranoid unterwürfig.

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 22:50

Auch der Mann mit dem Bärtchen war ja "empört" und sammelte die "Empörten" hinter sich. Die "Empörten" hatten es dann zu büßen.


eben Zeitleser

aus diesem Grund bin ich höchst skeptisch gegenüber allen Abschaffungsparolen, Ideologien und Utopien. Wenn man sich einer sich neu konstituierenden Bürgerbewegung anschließen möchte, wie z.B Occupy, sollte man genau diese Strömungen genau im Auge behalten und sich ggf. klar distanzieren. Ich glaube Hannah Arendt schrieb mal, dass im Grunde autoritäre im Grunde undemokratische Vereinigungen die "Wut/Empörung der Straße" gern aufnehmen und für sich nutzen.

deshalb plädiere ich ausdrücklich für eine Beschäftigung mit dem Grundgesetz und der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, so wie mit deren philosophischen und humanistischen Hintergründen.

Das Schlimmste was uns im Moment passieren kann, ist dass sich selektiv erarbeitetes Halbwissen durchsetzt.

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 22:59

alles unerprobte Utopien Karin. Ich finde wir als Gesellschaft haben schon genug unerprobte Theorien, Ideologien und Utopien übergestülpt bekommen. Mal abgesehen davon scheitern selbst die klügsten Theorien am Menschen und seinen Eigenarten.

Deshalb bin ich auch dafür, im Rahmen unseres nicht gerade dummen GG, der Ideen und Möglichkeiten der Demokratie und der verfassten Menschenrechte zu agieren und zu agumentieren. Das Alles ist noch lange nicht ausgeschöpft. M. E kann eine Gesellschaft sich nur aus sich selbst heraus halbwegs positiv wandeln.

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Ehemaliger Nutzer 29.12.2011 | 23:10

Hallo Markus vom 28.12.2011 um 16:48

Ich stimme im Wesentlichen zu, meine aber, dass sich viele einfach an die Um-Zustände gewöhnt haben. Ich glaube Gewöhnung ist schlimmer als Ignoranz, oder Verdrängung des Irrsinns.

Wenn man diskutieren will oder diskutiert, dann ist Halbwissen oft kontraprduktiv. Wer hat auf Parties schon das GG zur Hand ;-)

Ich habe auch keine Ahnung, wie sich was in unserem Land entwickeln wird, aber wenn man nicht wenigstens versucht seinen Teil aktiv bei zu tragen, zu lernen und Demokratie übt, darf man sich auch hinterher nicht beschweren.

Ich weiß nicht wie man die Mehrheit der Bürger auf die Straße bringt, ich versuche es aber.

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Ehemaliger Nutzer 30.12.2011 | 13:22

Liebe Angelia,

ich plädierte doch gar nicht dafür das GG abzuschaffen. Nur nützt es uns immer weniger, denn die Bundesregierung, die Behörden, verstoßen andauernd gegen das GG und gegen die Menschenrechte! Es interessiert keinen Politiker mehr, da die Banker das System übernommen haben!! Die Politik ist nicht mehr unabhängig! Das ist Fakt!

Hast du schon mal ein Menschenrecht eingeklagt? Das dauert Jahre, da man jetzt bis zum EGH gehen muß. Ja selbst die Gerichte in Deutschland brauchen viel zu lange um Entscheidungen zu treffen.

Deiner Antwort entnehme ich Angst. Du scheinst den Menschen zu wenig zu vertrauen, zu wenig zu zutrauen. Wir alle haben einen Urinstinkt in uns drinn. Sonst könnten wir nicht überleben. Und das könne wir eben auch nur im Miteinander und nicht im Gegeneinander, so wie es hier in D weiter zunimmt. Die Gesellschaft sich immer mehr entsolidarisiert. Das endet im Bürgerkrieg, in soziale Unruhen und Gewalt. London, Griechenland ist erst der Anfang.

@Matto hat doch recht....warum haben wir Deutsche noch immer keine Verfassung, gewählt vom Volke aus. Wir hatten im Zuge der Wiedervereinigung das Recht laut GG dazu!

Völlig recht hast du natürlich, dass man auch die Occupy Bewegung genauestens beobachten muß. Denn unter den Globalisierungsgegnern in Frankreich z.Bsp. hat sich die Rechte Le Pen mit eingereiht. Genau das ist gefährlich. Diese Unterwanderung von Bewegungen seitens gewisser Leute. Und deswegen bin ich für eine Art "Bürgervernetzung", in der es nicht mehr um Ideologien geht, sondern um Sachverhalte!
Eine 100%ige Sicherheit werden wir nie bekommen. Dafür ist der Mensch zu manipulierbar.

@Matto hat auch recht mit seiner Aussage

"Die Deutschen kennen nur zwei Extreme, entweder paranoid Nationalisten oder paranoid unterwürfig."

Warum konnte Hitler damals den Holocaust erschaffen??!! Da gebe ich allen die weggeschaut haben eine Mitschuld an diesem Verbrechen! Und auch heute besteht deswegen die Gefahr, das der Faschismus wieder an Fahrt gewinnt. Denn die Nazistrukturen wurden ja nie wirklich zerschlagen! Und wir tun genau wieder das gleiche wie zu Hitlers Zeiten. Das beste Beispiel ist die Prävention im Jugendamt. Das hat übrigens etwas mit einer Diktatur zu tun. Die DDR lässt grüßen. Wo nicht nur sinnlose Steuergelder verschwendet werden, sondern junge Menschen allseits in ihrer Privaten Freiheit unterdrückt werden. Das geht soweit, dass man den sozial Schwachen Kindern ausreden will. Kein Witz, sondern bittere Realität im Jugendamt, wo ich selber 1 Jahr lang gearbeitet hatte. Wer verstösst hier gegen Menschenrechte, gegen das GG. Die Menschenwürde ist unantastbar. Wir leben schon lange wieder in einer faschistoiden Diktatur. Was aus solchen unterdrückten Menschen einmal wird, kann man sich denken.

Soviel zum Staat, Politiker, Ideologien!

Es gibt genug Menschen, die sich für eine gerechtere, sozial verträglicheren Staat engagieren. Die keiner Ideologie nachhängen (Stuttgart21 Bsp.) sondern rein aus sachlichem Menschenverstand nachdenken und handeln. Mit deiner Aufrechterhaltung von Ideologien sprichst du solchen Menschen eine gewisse Intelligenz ab. Der Mensch hat aber in sich mehr Intelligenz und Verstand zum überleben als Ideologien das je vollbringen können! Denn ansonsten hätten die Naturvölker niemals solange überlebt! Naturvölker wurden und werden immer nur aus Profitgründen und Ideologien ausgerottet.

Wer legt denn überhaupt fest, dass unser westliches System mit seinen Scheindemokratien das absolut beste ist?! Das zwingt der Westen, allen voran die USA, den anderen Völkern nur auf. Um Macht und Reichtum einiger weniger zu vermehren. Kriege wurden noch nie aus reinen Friedensgründen gefürt! Was die Nato in letzter Zeit macht, ist einfach nur noch der angebliche Versuch unter dem Deckmantel der Demokratie Genozid zu betreiben!

Schöne heile Welt hinter der sich der Westen versteckt. Erst kungelt er mit den Terroristen, wenn sie abtrünnig werden, so wie Gaddafi, bombt man die Zivilbevölkerung einfach zusammen. In Lybien ging es nur ums Öl, um Macht und Geld! Nur ein Bsp. das nächste wird der Iran sein, da auch dort noch genug Ölvorkommen sind. Aber das kann uns ja alles egal sein. Hauptsache wir haben ein schönes Leben. Das Uranmunition, die seitens der Nato eingesetzt wird, Menschen zu lebenslangen Krüppel macht, kann doch dem Westen egal sein.

Aber dieses Arroganz des "überlegenen" Westens wird sich nun rächen. Denn uns steht eine neue Weltordnung bevor. In dem der Westen absteigt und die Schwellenländer aufsteigen. Und da die meissten eben nicht im Sein angekommen sind, wird es viele hart treffen. Denn eines ist Fakt...die Armut wird weiter zunehmen und die Mittelschicht wird abgebaut. Bis es nur noch wie in Indien arm oder reich gibt. Da nützen dir auch all deine Ideologien nicht mehr.

Und in D wird es genau solche sozialen Unruhen geben, wie in den anderen Ländern. Das dauert nur etwas länger bei uns.

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Ehemaliger Nutzer 30.12.2011 | 20:07

@Angelia,

wer besitzt denn nun das Halbwissen????

60 Jahre BRD: Das Grundgesetz– Staatsakt zwischen ausgestopftem Getier

Im Sommer 1948 geht es im Eiltempo zur Staatsgründung: Mit der Übergabe der "Frankfurter Dokumente" erhalten die elf westdeutschen Ministerpräsidenten von den Alliierten den Auftrag zur Verfassungsbildung - eine große und schwer lösbare Aufgabe: Zum einen war der Wunsch nach einen souveränen Staat groß, zum anderen sollte nicht der Eindruck entstehen, die Teile östlich der Elbe für immer auszuschließen.
Nach ersten Beratungen in einem Hotel auf dem Koblenzer Rittersturz, im Jagdschloss Niederwald bei Rüdesheim und mehreren unerfreulichen Diskussionen mit den Alliierten über Inhalte, kamen die Delegierten Anfang August auf Herrenchiemsee zusammen.
Foto: AP (Deutsche Ministerpräsidenten im Hauptquartier der amerikanischen Besatzungstruppen in Frankfurt am Main. Von rechts: Leo Wohleb, Baden; Dr. Hans Erhard, Bayern; Wilhelm Kaisen, Bremen; Max Brauer, Hamburg; Christian Stock, Hessen; Karl Arnold, NRW; Hinrich Kopf, Niedersachsen; Dr. Reinhold Maier, Württemberg-Baden)

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Ehemaliger Nutzer 30.12.2011 | 20:07

@Angelia,

wer besitzt denn nun das Halbwissen????

60 Jahre BRD: Das Grundgesetz– Staatsakt zwischen ausgestopftem Getier

Im Sommer 1948 geht es im Eiltempo zur Staatsgründung: Mit der Übergabe der "Frankfurter Dokumente" erhalten die elf westdeutschen Ministerpräsidenten von den Alliierten den Auftrag zur Verfassungsbildung - eine große und schwer lösbare Aufgabe: Zum einen war der Wunsch nach einen souveränen Staat groß, zum anderen sollte nicht der Eindruck entstehen, die Teile östlich der Elbe für immer auszuschließen.
Nach ersten Beratungen in einem Hotel auf dem Koblenzer Rittersturz, im Jagdschloss Niederwald bei Rüdesheim und mehreren unerfreulichen Diskussionen mit den Alliierten über Inhalte, kamen die Delegierten Anfang August auf Herrenchiemsee zusammen.
Foto: AP (Deutsche Ministerpräsidenten im Hauptquartier der amerikanischen Besatzungstruppen in Frankfurt am Main. Von rechts: Leo Wohleb, Baden; Dr. Hans Erhard, Bayern; Wilhelm Kaisen, Bremen; Max Brauer, Hamburg; Christian Stock, Hessen; Karl Arnold, NRW; Hinrich Kopf, Niedersachsen; Dr. Reinhold Maier, Württemberg-Baden)

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Ehemaliger Nutzer 30.12.2011 | 20:07

@Angelia,

wer besitzt denn nun das Halbwissen????

60 Jahre BRD: Das Grundgesetz– Staatsakt zwischen ausgestopftem Getier

Im Sommer 1948 geht es im Eiltempo zur Staatsgründung: Mit der Übergabe der "Frankfurter Dokumente" erhalten die elf westdeutschen Ministerpräsidenten von den Alliierten den Auftrag zur Verfassungsbildung - eine große und schwer lösbare Aufgabe: Zum einen war der Wunsch nach einen souveränen Staat groß, zum anderen sollte nicht der Eindruck entstehen, die Teile östlich der Elbe für immer auszuschließen.
Nach ersten Beratungen in einem Hotel auf dem Koblenzer Rittersturz, im Jagdschloss Niederwald bei Rüdesheim und mehreren unerfreulichen Diskussionen mit den Alliierten über Inhalte, kamen die Delegierten Anfang August auf Herrenchiemsee zusammen.
Foto: AP (Deutsche Ministerpräsidenten im Hauptquartier der amerikanischen Besatzungstruppen in Frankfurt am Main. Von rechts: Leo Wohleb, Baden; Dr. Hans Erhard, Bayern; Wilhelm Kaisen, Bremen; Max Brauer, Hamburg; Christian Stock, Hessen; Karl Arnold, NRW; Hinrich Kopf, Niedersachsen; Dr. Reinhold Maier, Württemberg-Baden)

claudia 02.01.2012 | 05:44

>>Wer hat auf Parties schon das GG zur Hand ;-)
Mal davon abgesehen, dass ich dieses handliche kleine Büchlein, das in jede Tasche passt, tatsächlich meistens bei mir habe: Die wesentlichen Artikel kann man sich merken, denn das sind keine komplizierten Texte. ("Das müssen Sie mir jetzt nicht glauben, Sie können es nachlesen.")

Es gibt aber schon immer wieder einen schönen Aha-Effekt, wenn ich das Büchlein hervorziehe und sage: "Schauen wir doch einfach mal nach, was das GG dazu sagt" :-))

Hermann Horcherl sagte ja nicht: "...mit dem Grundgesetz in der Tasche herumlaufen", denn das geht wirklich. Sondern: "mit dem Grundgesetz unterm Arm", was ja in der Tat etwas unpraktisch wäre.