Endstation Österreich

EXILODYSSEE Vladimir Vertlibs Roman "Zwischenstationen"
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Wien an einem Herbsttag des Jahres l993" - beginnt das letzte Kapitel von Vladimir Vertlibs bemerkenswertem Roman Zwischenstationen, das den Titel "Abfahrt" trägt. Eine Abfahrt von Wien nur nach Salzburg, aber die Eltern des inzwischen erwachsen gewordenen Icherzählers beben vor Wut. Der Wut ureingewurzelter Angst. "Es wäre schon schwierig genug im antisemitischen Wien zu leben", schreit der Vater, der immer aus Österreich weg wollte und, tragisch, dennoch bleibt, "aber die österreichische Provinz ...-".

Das zweite Buch des l966 in Leningrad geborenen Schriftstellers, ein sichtlich von der eigenen Biographie diktierter Roman, zeigt, dass sich alles wiederholt. Zugegeben: anders wiederholt, nicht gleich vor der Horrorvision der "Endlösung" Auschwitz. Doch, dass