Arina

Mit Weitsicht und Migrationserfahrung, noch tief in ihren Lehr- und Wanderjahren.
Arina
RE: Ein gefährliches Spiel | 24.06.2014 | 18:54

Wirklich toll, dass sich nun auch die evangelischen Geistlichen so kritisch Gauck gegenüber äußern. Danke für den Artikel @apatit; und die Geschichtsnachhilfestunde, sowie den nüchternen Blick richtung ISIS und Bundeswehr @RoRa1970!

@J.Taylor: der Bundespräsident hat als nominales Staatsoberhaupt die nicht zu unterschätzende Macht des Wortes. In dem er gewisse Dinge vor den Medien anspricht, lobt, bemängelt, oder fordert kann er auch dazu beitragen ehemals verpönte Ansichten zurück in die Normalität zu holen und dem öffentlichen Diskurs (und somit auch der Politik) gewisse Türen zu öffnen. Ich muss da unweigerlich an Sarrazin denken. Wohlgemerkt, hat er nie ein so 'wichtiges' Amt wie Gauck bekleitet und es dann ja auch mitsamt Parteibuch, aufgrund seiner veröffentlichten Thesen verloren. Doch wieviele Gutbürger aus der Mittelschicht haben sich hinterher plötzlich getraut Dinge in Richtung: "Ich bin ja kein Nazi, ich esse schließlich Donnerstags immer Döner beim Ali, aber irgendwie hat der Sarrazin ja Recht.", zu sagen?

Mir ist es einfach nur wichtig hier nicht in amerikanische Zustände abzurutschen, vor lauter Eifer und Ehrgeiz an der Spitze. Zu denen gibt es übrigens einen hörenswerten Vortrag von Noam Chomsky und Glenn Greenwald, der @GEBE vielleicht interessieren könnte:

RE: Ein gefährliches Spiel | 23.06.2014 | 11:27

Vielen Dank für die freundliche Aufnahme und die interessanten Hinweise, auch aus der realpolitischen Ecke!

Tatsächlich wundert es mich nicht, dass der Staat, ob Deutschland, oder die EU, für den so genannten Notfall schonmal einen Plan parat hat. (Die hiesigen Notstandsgesetze sind schließlich größtenteils so alt wie meine Eltern!) Ich möchte jedoch ungern glauben, dass wir uns als Gesellschaft nun steil auf eine 'Zeit der Exekutive' zubewegen und absolut nichts dagegen unternehmen können.

Kein soziales Konstrukt ist unumkehrbar. Und Einsicht soll schliesslich immer der erste Schritt zur Besserung sein.

Es liegt an uns es gar nicht erst so weit kommen zu lassen und gegebenenfalls auch von unserem Widerstandsrecht Gebrauch zu machen!

In dieser 'neuen Welt' kann man durchaus Gefahren sehen, die durch das sichere Ende einer historischen Anomalie, der absoluten Vormachstellung unseres demografisch unterlegenen, alten, 'zivilisierten' Westens, für uns Europäer und Nordamerikaner ergeben.

Man kann jedoch auch Chancen für alle und eine im Schnitt gerechtere Welt für jeden Bürger des Planeten Erde wahrnehmen.

Allerdings werden jene Gefahren nicht ungefährlicher, wenn man ihnen mit gezückter Waffe begegnet. Und sofern man nun, wieso auch immer, trotzdem darauf besteht Gewalt anzuwenden, so sollte man wenigstens auch 'ehrenvoll' genug sein, es nicht unter falscher Flagge, wie etwa diesem Banner der Menschenrechte & Demokratie, zu tun.