Ja, für Amore!

Rainald Goetz Georg Büchnerpreisträger. Zur Feier des Tages, große Momente mit Rainald Goetz
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Rainald-Büchnerpreis-Goetz über Loslabern bei Harald Schmidt, 2010

Rainald – der mit der »Ich will nach oben«-Stirnschlitzung – Goetz, blutüberströmt beim Bachmannschaulesen, er bekommt den mit 50.000 Euro dotierten Georg Büchnerpreis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Deutschlands renomierteste Literaturauszeichnung für Rainald Goetz, mit Recht. Der Autor von Büchern mit Titeln wie Irre, Rave oder Loslabern, schärfster Kritiker des Literaturbetriebs und Meister der Inszenierung medienwirksamer Selbstverletzung, der Stefan-Sargmeister unter den deutschen Schriftstellern, er versteht es mit Sprache umzugehen. In Darmstadt hat Goetz seine donnernde Antrittsrede gehalten. »Die Rede schlägt deshalb so massiv ein, weil sie die Unbrauchbarkeit des Vorangegangenen so gnadenlos dokumentiert«, schreibt Max Wallenhorst in seinen lesenswerten Impressionen der Preisverleihung Das Darmstädter Nebeneinander-Sitzen (Merkur).

Der Podcast der Georg Büchnerpreis Antrittsrede Rainald Goetz' zum Nachhören hier; Goetz ab ca. 7' Min.)

Über die Gegenwart, den Film, den wir nicht aufhalten können ...

Rainald Goetz & Diedrich Diederichsen »Mehr«

01 // Die schöne Laudatio mit dem sexy Foto hier, von FAZ Herausgeber Jürgen Kaube, Das Gedanken-Anregungs-und-Aufregungs-Verfahren.

«Er hätte gern ein Leben. Und einen Stil, einen Ton im Argument, und er weiß zugleich, dass er sich dieses Leben erschreiben und erfinden muss. Wenn es wirklich wirken soll, muss man weglassen, wo es herkommt, weil die Wirklichkeit ja auch keine Fußnoten hat. Darum setzt Goetz nicht nur gedankliche Stenogramme und „Selberlebensbeschreibungen“ (Jean Paul) ein, sondern Fiktionsfiktionen, in denen die Berichte mal wahr, mal erfunden sind, mal unentscheidbar, und genau das soll den Wirklichkeitseffekt erzeugen. Es geht ihm um eine „all-in-one-Literatur“, einen Ausdruck, den er vielleicht verwendet, um nicht geschwollen von „progressiver Universalpoesie“ zu sprechen, er, der die Romantik hasst. An der Sollbruchstelle zwischen wahr und erfunden, dort, wo entweder die Fiktion oder der Gedanke nicht mehr zu tragen droht, wird die Unterscheidung verwischt.« (FAZ 01.11.15)

02 // Aus der Begründung der Jury:
»Rainald Goetz hat die deutsche Gegenwart der letzten dreißig Jahre beschrieben, zur Anschauung und zu Wort kommen lassen, er hat sie gefeiert und verdammt und immer wieder auch mit den Mitteln der Theorie analysiert. Hinter seiner nervösen, gespannten Erfahrungs­bereitschaft stehen eine weite Bildung und ein empfindliches historisches Bewusstsein, die seiner Sprache eine Balance von leidenschaftlicher Expressivität, beobachtender Kühle und satirischer Deutlichkeit ermöglichen.«

03 // Der schöne Weltveränderungsfuror der Jugend und die rebellischen Kaputtheitsgesten Älterer - Dirk Knipphals über Goetz http://www.taz.de/Buechner-Preisverleihung-in-Darmstadt/!5242880/

04 // Was macht die von Rainald Goetz aus? Peter Eisenberg hat sich mit dem Büchner-Preisträger beschäftigt

05 // Pressemitteilung der Akademie http://www.deutscheakademie.de/de/akademie/presse/2015-07-08/buechner-preis-2015-geht-an-rainald-goetz

06 // Sehr schönes Feature über Leben und Werk von Rainald Goetz Die Heiligkeit der Schrift. Von Ulrich Rüdenauer. DLR http://www.deutschlandradiokultur.de/buechner-preistraeger-rainald-goetz-die-heiligkeit-der.976.de.html?dram:article_id=330506

07 // sehr, sehr toll: Rainald Goetz 1984 über Barbara Kalender und Jörg Schröder: Siehe auch "Kriemhilds Lache":

Begründung der Jury, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung http://www.deutscheakademie.de/de/auszeichnungen/georg-buechner-preis

Rainald Goetz https://de.wikipedia.org/wiki/Rainald_Goetz

Impressionen der Preisverleihung von Max Wallenhorst Das Darmstädter Nebeneinander-Sitzen http://www.merkur-zeitschrift.de/2015/11/das-darmstaedter-nebeneinander-sitzen/

01:09 02.11.2015
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

silvio spottiswoode

»Ohne Griechenland kann man Europa umbenennen, etwa in Horst.« (Nils Minkmar)
silvio spottiswoode

Kommentare 10

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community