Die Anderen in uns

Gewalt erzeugt nur Gegengewalt. »Zu häufig finden wir Entschuldigungen für jene, die bereit sind ihr eigenes Leben auf den zerstörten Träumen anderer aufzubauen.«
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

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»Ich möchte diese Veranstaltung nutzen, um Ihnen kurz etwas über die sinnlose Gewalt in Amerika zu erzählen, die immer wieder Schande über unser Land bringt und über jeden einzelnen von uns. Es ist nicht das Problem nur einer Rasse. Die Opfer der Gewalt sind schwarz und weiß, arm und reich, jung und alt, berühmt und unbekannt. Aber sie sind vor allem eins: Menschen, die von anderen Menschen geliebt und gebraucht wurden. Kein Mensch, ganz gleich wo er lebt oder was er tut, kann davor sicher sein, dass er nicht als Nächster das Opfer sinnlosen Blutvergießens wird. Und dennoch ist kein Ende abzusehen. Das Blutvergießen in unserem Land wird weitergehen. Aber warum? Was hat man mit Gewalt jemals bewirkt? Wann hat Gewalt jemals Gutes hervor gebracht?
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Wann immer ein Mensch* unnötigerweise durch einen anderen Menschen* sterben muss, ob im Namen des Gesetzes oder dem Gesetz zum Trotz, durch die Hand eines Einzelnen oder die einer Gruppe. Ob kaltblütig oder in blinder Wut. Als Ausbruch von Gewalt oder als Reaktion auf Gewalt. Wann immer wir das Leben eines Menschen zerstören, dass er mühsam und stetig für sich und seine Kinder aufgebaut hat, wann immer so etwas geschieht, dann ist das eine Entwürdigung für unsere gesamte Nation. Und dennoch scheinen wir die Zunahme von Gewalt immer mehr zu tolerieren. Eine Gewalt die unsere menschliche Gemeinschaft missachtet und unseren Anspruch eine Zivilisation zu sein.

Zu häufig akzeptieren wir Arroganz und Anmaßung und das jemand auch vor Gewalt nicht zurückschreckt um sich zu nehmen was er will.

Zu häufig finden wir Entschuldigungen für jene, die bereit sind ihr eigenes Leben auf den zerstörten Träumen andere aufzubauen.

Aber eines steht fest: Gewalt erzeugt nur Gegengewalt. Unterdrückung führt zur Vergeltung. Nur eine Läuterung unserer Gesellschaft kann diese Krankheit aus unseren Seelen vertreiben.
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Aber wenn wir die Menschen lehren ihre Brüder zu hassen und vor ihnen Angst zu haben. Wenn wir ihnen sagen, dass der eine auf Grund seiner Hautfarbe oder seines Glaubens oder der politischen Überzeugung, die er vertritt minderwertig ist. Wenn wir die Lehre verbreiten, dass jene, die anders sind als wir, eine Bedrohung darstellen für die eigene Freiheit, für den eigenen Job, für das eigene Heim oder die Familie. Dann lehren wir damit auch, andere nicht als Mitbürger, sondern als Feinde zu betrachten mit denen man nicht kooperieren darf, sondern die man bezwingen will, die man unterdrücken und beherrschen möchte. Was schließlich dazu führt, dass wir unsere Brüder als Fremde betrachten. Fremde mit denen wir zwar unsere Stadt teilen, aber nicht unsere Gemeinschaft. Menschen, die zwar durch einen gemeinsamen Wohnsitz mit uns verbunden sind, um die wir uns aber nicht bemühen. Wir lernen nur eine gemeinsame Angst zu teilen, den gemeinsamen Wunsch uns voneinander zurück zu ziehen. Wir teilen nur den gemeinsamen Impuls auf Uneinigkeit mit Gewalt zu reagieren.

Unser Leben auf diesem Planeten ist zu kurz, die Arbeit die vor uns liegt, ist zu wichtig, als das diese Haltung noch länger bestehen darf in unserem Land. Natürlich können wir sie nicht mit einem Programm oder einem Gesetz verbieten, aber vielleicht sollten wir uns vor Augen halten, auch wenn es nur für eine gewisse Zeit ist, dass jene, die mit uns zusammen leben, auch unsere Brüder sind. Dass sie denselben Augenblick des Lebens mit uns teilen. Dass sie nichts weiter als die Möglichkeit suchen ein sinnvolles und glückliches Leben zu führen, um dadurch so viel Zufriedenheit und Erfüllung wie möglich im Leben zu finden.

Mit Sicherheit kann dieses gemeinsame Band des Schicksals, dieses gemeinsame Band des Lebens eine Lehre für uns sein. Wir können zumindest daraus lernen: Die Menschen um uns herum, unsere Mitmenschen, einmal richtig zu sehen. Und ich bin davonüberzeugt, dass wenn wir uns Mühe geben und uns gegenseitig unsere Wunden verbinden, dass wir dann in unseren Herzen auch wieder Brüder und Landsleute sein werden.«

Robert F. Kennedy


Rede von Robert F. Kennedy auf einer Wahlveranstaltung.
* Amerikaner im Original; geändert

15:24 12.01.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

silvio spottiswoode

»Ohne Griechenland kann man Europa umbenennen, etwa in Horst.« (Nils Minkmar)
silvio spottiswoode

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