Augstein und Blome
25.05.2012 | 18:44 63

Linkspartei am Ende - Oskar schafft sie alle

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Augstein und Blome

Zugespitzt und subjektiv: In der Phoenix-Sendung Der Tag prallen jeden Freitag Standpunkte und Perspektiven aufeinander, wenn Jakob Augstein, Verleger des Freitag, und Nikolaus Blome, Leiter des Hauptstadtbüros der Bildzeitung, auf ganz persönliche Art und Weise die politischen Geschehnisse der Woche reflektieren.

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (63)

Simplify 25.05.2012 | 21:34

Warum es nun gut sein soll, dass lafontaine nicht kandidiert, habe ich offengestanden nicht so ganz verstanden. Dass Lafontaine sie alle schafft, will mir auch nicht so recht einleuchten. Momentan schafft sich die Linke ja vor allem dadurch ab, dass sie auf unerträgliche Weise innerparteiliche Querelen ausfechtet und damit ihre besten Kandidaten vergrault. Geschlossenheit ist übrigens ein wichtiger Faktor, von dem die Linke bei den Konservativen etwas lernen kann.
Und natürlich muss - wie in übrigens jeder Partei - irgendwann auch mal ein "Generationenwechsel" stattfinden. Nur sollten dann bitte auch die besten Köpfe nach oben kommen. Von den Kandidaten, die sich derzeit bei den Linken nach vorne drängeln, hat sich bisher keiner wirklich exponiert. Das Problem: es gibt bei den Linken bereits die besten Köpfe, die die anderen weit in den Schatten stellen: Wagenknecht, Gysi, Lafontaine.
Weil bei jedem Generationenwechsel die Strahlkraft nicht fehelen darf, gehört für mich Sahra Wagenknecht an die Spitze.

Simplify 25.05.2012 | 21:49

Amüsant finde ich ja immer wieder die Versuche, die Linkspartei in die ganz ganz rote linke Ecke zu schieben. Zur Erinnerung @Blome: es gibt links neben der Linke noch eine Partei, nämlich die DKP und die ist in der Tat kommunistisch. Die Linke ist es nicht, sondern begreift sich als eine Partei des demokratischen Sozialismus. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil sie Linkspartei damit in der SPD recht nahe steht, die ja leider keine sozialdemokratische Agenda mehr hat. Die Linkspartei übernimmt hier eine wichtige Aufgabe, indem sie die SPD nochmal an ihre Ideale erinnert. Und sie ist in der Tat die einzige Partei, die einen Gegendiskurs zum Finanzwahnsinn etabliert hat. Das ist zwei wesentlich wichtige Punkte, die die Linke wirklich unverzichtbar macht.

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Ehemaliger Nutzer 25.05.2012 | 23:55

Es war eben ein Fehler oder besser gesagt voreilig, den WASG an die PDS (LINKEN) anzuschließen. Ein noch größerer Fehler war, dem WASG die gleichen Rechte (Leute im Vorstand), wie der PDS zu geben. Die PDS war zuletzt eine gefestigte Partei, der WASG ein zusammengewürfelter Haufen, mit teilweisen Chaoten.
Wie zwischen den Einwohnern der beiden Deutschen Staaten Unterschiede bestehen, so bestehen sie auch in der jetzt vereinigten Partei. Ich würde mir auch keine Vorschläge von einem Wessi machen lassen, der die Ostverhältnisse nie ertragen mußte. Übrigens war es Lafontaine, der gegen einen Anschluss der DDR an die BRD war.
Es wächst eben nicht, was zusammen gehört. Der WASG hatte eine ganz andere Ausgangspostion, als die PDS. Frau Wagenknecht hat in der letzten Zeit ein enormen Denkungsprozess vorgenommen. Früher war sie ein regelrechter Betonkommunist, hat sich aber zu einer klugen fortschrittlichen Frau entwickelt. Sie muss jetzt sehr klug sein, um nicht in den Strudel den Lafontaine hervorgerufen hat, mit hineingerissen zu werden. Sie muss, ob sie es möchte oder nicht, sich von Lafontaine lösen. Die Privatsache geht keinem etwas ab, aber ich verstehe nicht, dass eine junge hübsche Frau sich mit einem alten Sack einläßt, der eigentlich ihr Vater sein könnte. Liebe kann es eigentlich nicht sein!!!!

Jakob Augstein 26.05.2012 | 00:10

"50 Folgen Schlagabtausch zwischen Bild-Vize und Freitag-Chef
"Augstein Blome": Die bessere Talkshow

Seit 50 Folgen läuft die Sendung "Augstein und Blome" auf Phoenix. Der wöchentliche Schlagabtausch zwischen dem Bild-Vizechef Blome und dem Freitag-Verleger Augstein findet zwar auf eher randständigen Sendeplätzen statt. Inhaltlich aber überzeugt der nur ein Dutzend Minuten währende Kampf zwischen den politischen Welten. Denn beide Diskutanten beweisen nicht nur große Schlagfertigkeit, sondern warten mit für deutsche TV-Verhältnisse unkonventionellem Humor auf. Das zeitsparende Format ist die bessere Talkshow. .... "

mehr hier:
meedia.de/fernsehen/augsteinblome-die-bessere-talkshow/2012/05/24.html

luddisback 26.05.2012 | 00:28

der springer-blome war heute gar kein netter onkel von nebenan. die kombi augstein mit denkmaschine an und der name OSCAR scheinen einen irren beißreflex hinter der schönen neuen seriösität zu aktivieren. freilich kann man ihm schwer zu erhöhter argumentativer dichte raten, bei dem wofür er steht. einfach durchatmen, blome! der margot-witz wirkte verzweifelt, lieber lächeln! sich an den letzten wahlkampf erinnern. lief doch wie geschmiert.

Joachim Petrick 26.05.2012 | 00:43

"Augstein" Des Maien Hammel Sprung 25/5/12

Oskar Lafontaine schafft sich nur selber, die Linkspartei darf ihm dabei helfen.
Wohl wahr!
Oskars Projekt ist nicht eine bundesweit große Linkspartei, sondern ein Bündnis aus Linkspartei und SPD, dem er nun, nachdem er die Rahmenbedingungen geschaffen, wie Mose, der das Gelobte Land vom Berge Sinai nur schauen darf, aber niemals betreten wird, nicht im Wege stehen will.Also hält Oskar wohlgelaunt nun still.

Oskar Lafontaine hat sich beispielgebend für die SPD bis in die lichten Höhen der Philisophie vom Aufhören mit der Agenda 2010/Hartz IV arbeitend hinaufgetraut. Da mus er nun den Abstieg aus diesen politisch lichten sauerstoffarmen Höhen nicht fürchten, denn den Weg nach unten kennt er, Stein....meier um Stein.......brück, Gabriela läßt winkend grüßen, vom vorherigen Weg nach oben .

Blome springt gleich, als kenne er das vom Swimmingpool im Springerhochhaus im 23. Stock an der Kochstraße, Ecke Rudi Dutsche Platz, auf das Gleichnis des gegenwärtig gewählten Stellvertreters der Linken auf deutschen Erden, von Klaus Ernst an, die Linkspartei sei ein Schwimmbecken, in das viele pinkeln, bis es zum Himmel stinkt.

Da sowas auch im Springerhaus Stallgeruch und Nestwärme vebreitet, will Blome im Fall der Linkspartei nicht gelten lassen.

Blome will der Linkspartei das Wasser im Schwimmbecken abgraben, aber gleichzeitig soll die Linkspartei nach seinem Gusto Baden gehen.
Ja was denn nun, Herr Blome?

Hat der Blome erst enmal die Springerstiefel aus alten kalten Kriegstagen an, wie Augstein treffend richtig registriert, ist der Möllemann Fallschirm auch nicht mehr weit, um die Fliege ohne diesen zu machen?
Hoffentlich nicht.
Wir brauchen den Blome noch lange als Springer Unikat, Seit an Seit, mit Jakob Augstein..

Augstein steigert sich, von Blome befeuert, heute zu einem argumentativ ungeahnten Höhepunkt dieser Sendung in diesem Jahr 2012 , indem er feststellt
"Tja Blome, so isses, da waren also nach der Deutschen Einheit am 03. Oktober 1990 noch über 14 Millionen Ostdeutsche, die waren nicht einfach weg, sozusagen, von ihrem sozialistischen Einheitswillen aller Deutschen selber berauscht, in Westdeutsche umgetauscht um sich in den neoliberalen Kordon pflegelicht einzureihen.

Blome ereifert sich, aufbäumend zum allerltzten Gefecht allzeit bereit, mir ist das längst schnuppe, wo die Nachfolgepartei der SED, die PDS/LInkspartei ihr ganzes Geld zu Lasten des ehemaligen Staatsvolkes der DDR herhat....Ja Ja Wesdeutsche waren auch da, nämlich die Linkschaoten mit ihren ideologischen Zoten

Augstein läßt einmal, aufblitzend, den
"Eigentlich bin ich weder noch und schon gar kein richtiger Sozialist" zu besten Sendezeit heraushängen, damit Phönix ihn noch als praktizierend Grünlinken duldend nicht vom Sender nimmt?,
oder um umsomehr auf die Vertracktheit unserer gegenwärtigen Parteienlandschaft zu verweisen, wo die Linkspartei auf Sozialdemokratie, die SPD auf die bessere FDP macht?

Blome springt für die Privatbanken in die Bresche, weil da angeblich nur die Commerzbank 2008- 2010 Staatsknete genommen hat, ohne zu erwähnen, dass die Deutsche Bank erst 2007 die IKB über Landesbanken, KfW dem Staat aufghalst, dieser dann ihren ganzen monetären Giftmüll zugeschanzt hat, um noch am selber Tag treuwidirig hinauszu posaunen, die IKB befände sich mit ihren Wertpapieren im Depot in einer monetär unhaltbaren Schieflage.
Mehr finanzpolitische Korruption, Betrug war nie.
Aber das ficht Blome alles nicht an.
Auch die Behauptung, Oskar wolle für alle Zeiten die Banken verstaatlichen, ist nicht vom Blitz der Wahrhaftigkeit getroffen
"Du sollt nicht schlecht Zeugnis reden wider deinen Nchsten!"
kann ich da Blome nur entgegen rufen, vor allem nicht, wenn Du Deine Springerstiefelhosen voller Lügen geladen hast..

Hier schlagen nicht nur die Bäume des Maien aus, der da gekommen ist, sondern dazu die Internationale aus dem zur hellen Augstein Stunde mit heller Kunde aus dem geübten Sanges Munde von Jakob Augstein, während Blome, in den nicht vorhandenen Roten Teppich beißend, sich kneifend, wer bin ich?, wenn ja, warum bin ich hier?, nun vollends "Margot Honecker postamente zitierend, grummelnd verstummt
"Vaterunser!"

zebraistik 26.05.2012 | 07:22

Diese Sendung ist und bleibt ein eitles Selbstdarstellungspingpong
von Jungunternehmern der Medienindustrie, bemüht allerdings um den Touch von Kontroverse. Dies alles im medialen Zirkus der Metropole.

Rinks und lechts
velwechsert mann
hiel geln: ars GAG!

Wenn es denn diese Kategorien überhaupt (noch) gibt. Also, Augstein, lieber privilegiert gärtnern

apatit 26.05.2012 | 11:10

Eine Spaltung der Linkspartei halt ich trotz des momentanen Führungsstreits für sehr unwahrscheinlich, auch wenn sich das mancher wünscht. Diese Partei ist für Deutschland wichtig, mit allem was dort abgelassen wird bin ich auch nicht einverstanden, jedoch glaube ich der Truppe beim NEIN zum Krieg! Und in Deutschland juckt schon manchen wieder die Säbelspitze, egal wie man es begründet. Nee, die sollen sich einig werden und die Sandkastenspiele unterlassen. Thüringen hat es doch vorgemacht, linke OB und Landräte und trotz den losgelassne Kompanien aus dem Gruselkabinett um Linke bloßzustellen.

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Ehemaliger Nutzer 26.05.2012 | 14:09

"Augstein Blome": Die bessere Talkshow

....also ich überlege gerade, für eine G. Jauch - Show, die ca. 60 min ? dauert, könnte ich 5 Augstein Blome haben.

..da würde ich sofort tauschen ..und wenn der Augstein dann noch den Gotthilf Fischer macht, da hätten die eine Super Quote . Obwohl, der Blome müsste sich etwas mehr bemühen, singen geht ja gar nicht ..( und seine Geschenke sind immer vom 1- Euro - Shop ...)

Hakan Civelek 26.05.2012 | 15:03

also das argument herrn blomes mit den landesbanken und der finanzkrise finde ich pervers, da es ursache und wirkung verkehrt! diejenigen, die diese minderwertigen produkte geschaffen und wohlwissen verkauft haben, tragen hier die schuld und nicht umgekehrt!
weiterhin sind es die sparkassen und dergleiche, die die krise problemlos überstanden und entgegengewirkt haben!
zur entstehung der finanzkrise habe ich hier einen blogbeitrag:
www.freitag.de/community/blogs/fxhakan/finanzkrise-oder-die-schaffung-einer-irrealitaet-aus-sich-selbst

anne mohnen 26.05.2012 | 21:38

@ Ja
Talk-Shows zeichnen sich meiner Meinung nach weder durch einen Zugewinn an Erkenntnis aus, noch sind sie in der Regel sonderlich unterhaltsam. Aber das ist auch nicht das Ziel solcher Formate. Hat der Zuschauer sich einmal an die Kombattanten gewöhnt, die von Illner zu Jauch und zurück zu Maischberger hin- und hereilen, um sich zwischendurch bei Plasberg die Klinke in die Hand geben, weiß er /sie ohnehin schon mit dem Titel der Sendung wie die Argumentation verläuft.

Die 50. Sendung von A?
Immerhin ist die Sendung auf zwei Personen beschränkt, sodass konzentriert Positionen ausgetauscht werden können. Witzig sind Sie beide. Dass NBlome die Internationale nicht mitsingt, sei ihm verziehen. Der Mann ist halt Perfektionist.

In dieser Folge liegt A auch deshalb vor B, weil NBlome bei seiner- absehbaren - Linken-Schelte einschließlich des Hinweises auf altes SED-Vermögens wieder einmal übergeht, dass sich CDU und FDP die Block-Parteien gleich einverleibt haben.

Ein eigenes Thema wäre in der Tat das - von Ihnen im Nebensatz angedeutete - Verhältnis Axel C. Springer und seine Erben: Deutsche Einheit, Umgang mit den Rechts- und den Linksaußen etc. Wäre das noch, einmal ganz schlicht gefragt, noch im Sinne von Axel C.?

Weiter so - gerne mit Herrn Schirrmacher a href=" www.leipziger-medienstiftung.de/?p=142">oder?

DarkKnight66 27.05.2012 | 20:52

www.wiwo.de/unternehmen/banken/faule-kredite-bad-banks-werden-zum-milliardenrisiko/6643020.html

Für 430 Millarden Euro Schrottpapiere, die in den Bilanzen der deutschen Bad Banks liegen, haftet der deutsche Steuerzahler.

Das alles findet Herr Blome offenbar völlig in Ordnung.
Denn er verteidigt die konservativen Politiker in Deutschland, weil sie ja die Boni der verstaatlichten Banken gedeckelt hätten.

Eurobonds dagegen sollen nicht kommen, weil er nicht mit seinen Steuergeldern für die Risiken von anderen haften will.
Und der Linkspartei wirft er noch vor, daß sie die Grundrechenarten nicht anwenden würde.

Also wenn das die "bessere Talkshow" in Deutschland sein soll, dann hilft wohl nur, sich diese Shows gar nicht mehr anzutun.

Das intellektuelle Niveau in diesen Sendungen ist auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt und es geht nur noch darum, irgendwelche Parolen und Kampagnen unters Volk zu bringen.
Ich kann mir nicht vorstellen, daß Herr Blome keine Kenntnis von den Bad Banks besitzt. Deshlab gehe ich eher von bewusster Volksverdummung aus.

silvio spottiswoode 28.05.2012 | 14:29

........................................................................
3:10 min. Blome: "Die Leute sollen frei sein ...".
........................................................................
Lieber Blome, genau so sehe ich das auch! Die Frage ist aber dann doch eher: Frei sein wofuer?
Um als Neugeborene, pro Nase, mit 24.000 Euro Staatsschulden belastet zu werden?
Um als Erwerbstätige je drei Rentner zu ernähren und nach Steuern kaum Geld fuer die eigene Altersvorsorge übrig zu haben? Oder, um als Arbeitslose nicht zu wissen wie die Familie ernährt werden soll?
Und wenn nicht das, dann aber mindestens, um sich als Jugendliche durch ein phänomenal ausgelaugtes, kaputtgespartes Schul- und Universitaetswesen zu hangeln?
Mensch, Blome, leben wir in der selben Welt? Selbst zum Segeln auf'm Wannsee braucht der Mensch genügend Wind. Sonst geht nix, ist kein Fortkommen.

Was ist denn an der Lösung so kompliziert? Wo soll Geld denn sonst herkommen, wenn nicht von da, wo es sich 'staut'?

WICHTIG >> unbedingter Lesetip fuer Blome ::: DAVID GRAEBER "Debt - the first 5000 years".

claudia 28.05.2012 | 15:03

>>Um als Erwerbstätige je drei Rentner zu ernähren und nach Steuern kaum Geld fuer die eigene Altersvorsorge übrig zu haben? Oder, um als Arbeitslose nicht zu wissen wie die Familie ernährt werden soll?
Bei der heutigen (und weiter wachsenden) Produktivität der Industriegesellschaften sollte es eigentlich kein Problem bereiten, nur für einen begrenzten Zeitraum an der Produkterstellung mitzuwirken und sich dann Anderem zuzuwenden.
Nur ist der Kapitalismus nicht in der Lage, die Produktivität für das Wohlergehen der Menschen rationell nutzbar zu machen.
Diese Unfähigkeit einer privatrenditebasierten Ökonomie, den Menschen zu dienen, ist nicht reformierbar.

---
>>Mensch, Blome, leben wir in der selben Welt?
Wofür der Blome sein Gehalt bekommt ist bekannt. Vielleicht schreibt er ja in 30 Jahren "altersweise" Gedichte, die im Widerspruch zu seinen heutigen, komfortabel dotierten Aussagen stehen. Dann isser flugs rehabilitiert und immer schon ein "kritischer Geist" und "irgendwie links" gewesen. ;-)

silvio spottiswoode 28.05.2012 | 16:21

>> Nur ist der Kapitalismus nicht in der Lage, die Produktivität für das Wohlergehen der Menschen rationell nutzbar zu machen.
Diese Unfähigkeit einer privatrenditebasierten Ökonomie, den Menschen zu dienen, ist nicht reformierbar.

Richtig, also benoetigen wir eine humane alternative des Zusammenlebens: Statt einer sich selbst zerstoerenden - eine auf das Gemeinwesen ausgerichtete Gesellschaftsordnung. Die LINKE und auch die Piraten arbeiten an Ideen und Modellen, die das Gemeinsame ("The Commons") natuerlicher Ressourcen, aber ebenso auch Wissen und Information fuer alle erlebbar machen.

anne mohnen 29.05.2012 | 00:45

@ Lieber silvio,

"Die LINKE und auch die Piraten arbeiten an Ideen und Modellen, die das Gemeinsame ("The Commons") natuerlicher Ressourcen, aber ebenso auch Wissen und Information fuer alle erlebbar machen."

erlebar ist auch die Phantasie!
Was bedeutet Realisation, Anteilnahme an natuerlichen Ressourcen"- Was sind diese "natuerlichen Ressourcen". Ja, und wie werden sie nachhaltig eingsetzt?

Uwe Theel 29.05.2012 | 02:21

@ heidenplejer am 25.05.2012 um 22:54

Lieber heidenplejer,

Texte, die in jedem Satz immer gleich das Gegenteil von dem behaupten was sie selbst zunächst auszusagen scheinen, obwohl an deren Ende dann auch noch ein Fragezeichen steht, können und wollen nicht verstanden werden. Sollten doch einmal an sich sinnvolle Sätze auftauchen, so sind es, wenn auch nicht immer ganz kenntlich gemacht, aus dem Zusammenhang gerissene und dann alleine gelassene Zitate aus fremden Texten von denen J.P. vorgibt verständig, wenn auch fragend aber humorvoll zu sprechen.

Spekulationen über das einzige Motiv des Schreibers sind zugelassen, da J.P. es selbst offenbart:

Es ist die Quote, d.h. die Zahl der abgegebenen Kommentare unabhängig vom Gehalt derselben; Verbunden scheint ein Wunsch öffentlich (s. weiter u. das Stichwort ÖPNV) wahrgenommen zu werden.

In den eigenen Blogs kommentiert J.P. fleißig sich selbst und antwortet auf Fragen an seine Texte grundsätzlich nur mit - halbwegs freundlich formuliert - "rhetorischen Gegenfragen ohne Erkennnisinteresse". Dabei wird für beinahe jeden Halbsatz ein eigener Kommentar drangehängt. Erfährt ein Blogtext J.P.s Zustimmung - egal ob echte oder ironisch gemeinte - wird ausführlich gedankt und der Lobende wird mit einer weiteren "Rückfrage" was er denn mit seiner Antwort, dem Lob, gemeint habe belohnt. Zusammenhänge sind dann frei wählbar.

Die Unübersichtlichkeit der Form im Thread und dessen Gedankenschwall, soweit J.P. ihn verantwortet, folgt hier der Funktion einer offensichtlich angestrebten (Selbst)Verwirrung aller Beteiligten, mindestens sämtlicher Begriffe der deutschen Sprache und ihrer möglichen und unmöglichen Sätze.

J.P. nennt das selbst "Tanzende Lachoffensive". Diese Art der Nahkampfführung übt er, eigenen Bekunden nach als "Humortest" getarnt im ÖPNahV Hamburgs. Bislang waren auf beiden Seiten dort glücklicherweise wohl keine Todesopfer zu beklagen, ich konnte bisher in der Hamburger Morgenpost jedenfalls keine Meldungen solchen Inhalts finden.

I hope, I have been of service

Kindly, your`s
ut

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2012 | 06:21

Lieber Herr Augstein, lieber Herr Blome,

Sie zeigen in ihrer Sendung immer, dass Sie sich trotz Meinungsverschiedenheit persönlich mögen, und Sie tun es mit Witz und Freude. Doch wahrscheinlich nehmen Sie nach dem allwöchentlichen Zusammenprall auch die Worte des anderen zum Nachenken mit nach Hause. Es passiert Aufklärung im besten Sinne. Das ist gut, das tut auch dem Zuschauer gut, aber es ist vielleicht, mit Verlaub, etwas altmodisch. Warum kämpfen sie heute noch gegeneinander mit so viel Aufwand, anstatt an einem gemeinsamen Gedanken zu arbeiten, an einem gemeinsamen links-konservativen Gedanken? Das wäre, was mich interessiert. Und in manchen Sendungen, wie zum Beispiel der zu den Piraten=Populisten, habe ich schon etwas davon gesehen. Ich glaube auch, es würde der Unterhaltsamkeit ihrer Sendung keinen Schaden tun, es kommt dann einfach auf ihre Kreativität an.

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Ehemaliger Nutzer 29.05.2012 | 20:18

Matto schrieb am 25.05.2012 um 21:55

"Früher war sie ein regelrechter Betonkommunist, hat sich aber zu einer klugen fortschrittlichen Frau entwickelt. Sie muss jetzt sehr klug sein, um nicht in den Strudel den Lafontaine hervorgerufen hat, mit hineingerissen zu werden. Sie muss, ob sie es möchte oder nicht, sich von Lafontaine lösen. Die Privatsache geht keinem etwas ab, aber ich verstehe nicht, dass eine junge hübsche Frau sich mit einem alten Sack einläßt, der eigentlich ihr Vater sein könnte. Liebe kann es eigentlich nicht sein!!!!"

Was Attraktivität einer Frau doch alles beim Manne so bewirkt...oder sollte ich sagen vernebelt ;-)

Lieber Matto (und @andere)....dass Sie sich mal nicht in Sahra täuschen!

silvio spottiswoode 30.05.2012 | 01:14

@ Liebe Anne

Bei "erlebbar" dachte ich schon an ganz unmittelbar greifbare Sinneserfahrungen der Menschen und Dinge; das faktenschaffende Sich-in-die-Welt-bringen.
Träume und Phantasie sind dabei eher hinderlich. ;)))

Mit dem Begriff der "Commons" beziehe ich mich hier auf Michael Hardt und Antonio Negris Idee eines neuen, horizontal organisierten Gemeinwesens. Ich glaube damit gehen sie eigentlich zurück zu Spinoza (dem "Multitudo").

Das Beispiel, das Hardt immer wieder zitiert sind die Studentenschulden, die "student loans": Wenn ein Student, allein, 30.000$ schuldet, dann hat er ein Problem. Wenn sich aber 100.000 Studenten zusammen tun, die alle 30.000$ schulden, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Dann stellen sich andere Fragen. Die Dinge kollektiv zu betrachten, ist der Kern von Hardt und Negris Thesen.

"Our point of attack here is the dominant forms of subjectivity produced in the context of the current social and political crisis. (...) The task is not to codify new social relations in a fixed order, but instead to create a constituent process that organizes those relations and makes them lasting while also fostering future innovations and remaining open to the desires of the multitude."

jacobinmag.com/summer-2012/take-up-the-baton/

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Ehemaliger Nutzer 30.05.2012 | 12:11

Vor 1989 und während der Einheits-Party war ich ein glühender Anhänger von lafontaine, weil er unbequeme Meinungen auch öffentlich äußerte und damit einen einen wirklich öffentlichen politischen Diskurs erst ermöglichte.

Aber was nützen 2-3 faszinierende Führungs-Köpfe, wenn dahinter keine belastbare politische Bewegung steht. Die Differenzen zwischen WASG und PDS, zwischen Wohlstands-Kommunisten West und vertreuhandten Ost-Linken war doch von Anfang zu groß.

Wer sich das Desaster und zum Teil oberpeinliche Verhalten der gewählten WASG-Abgeordneten in den Ländern anschaut, kann von diesem Selbstzerfleischungs-Ritual nicht überrascht sein.

Es gehörte schon immer zur guten Tradition einer dogmatsichen Linken, ihre Gegner zerstören zu wollen.

Bisky hatte es auf den Punkt gebracht, als er meinte, es sei wirklich gut, dass es die "Alternative" Sibirien nicht mehr gibt, wenn man sich das Niveau der Auseinandersetzung ansieht.

Zu Frau Wagenknecht: Es läßt sich mit dem Salär einer Abgeordneten immer gut über soziale Ungerechtigkeiten schwadronieren, aber es bleibt eben auch bei ihr nur eine Personality-Show. Deshalb paßt sie ja auch gut zu Oskar.

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Ehemaliger Nutzer 30.05.2012 | 12:11

Vor 1989 und während der Einheits-Party war ich ein glühender Anhänger von lafontaine, weil er unbequeme Meinungen auch öffentlich äußerte und damit einen einen wirklich öffentlichen politischen Diskurs erst ermöglichte.

Aber was nützen 2-3 faszinierende Führungs-Köpfe, wenn dahinter keine belastbare politische Bewegung steht. Die Differenzen zwischen WASG und PDS, zwischen Wohlstands-Kommunisten West und vertreuhandten Ost-Linken war doch von Anfang zu groß.

Wer sich das Desaster und zum Teil oberpeinliche Verhalten der gewählten WASG-Abgeordneten in den Ländern anschaut, kann von diesem Selbstzerfleischungs-Ritual nicht überrascht sein.

Es gehörte schon immer zur guten Tradition einer dogmatischen Linken, ihre Gegner zerstören zu wollen.

Bisky hatte es auf den Punkt gebracht, als er meinte, es sei wirklich gut, dass es die "Alternative" Sibirien nicht mehr gibt, wenn man sich das Niveau der Auseinandersetzung ansieht.

Zu Frau Wagenknecht: Es läßt sich mit dem Salär einer Abgeordneten immer gut über soziale Ungerechtigkeiten schwadronieren, aber es bleibt eben auch bei ihr nur eine Personality-Show. Deshalb paßt sie ja auch gut zu Oskar.

chaoze 30.05.2012 | 18:04

Die Sendung ist ja ganz amüsant, aber der Blome darf einfach viel zu viel unwidersprochen Quatsch erzählen... richtig gruselig!
Und der Titel ist mal wieder auf Boulevard-Niveau (wie einige Artikel in letzter Zeit), schade eigentlich - den Bewertungen nach sieht das die Community ähnlich... bleiben einem nur die Blätter.

anne mohnen 31.05.2012 | 16:39

@ Lieber Silvio,

danke für die Klarstellung.

In Canada proben derzeit die Studenten/innen zu Hunderttausenden einen Aufstand im Sinne von Negri und Hardt. Ob sie sich auf die beiden beziehen, weiß ich nicht. Jedoch ist die Idee des sich „horizontal organisierenden Gemeinwesens“ auf dem Nordamerikanischen Kontinent seit den 1960ziger Jahren nicht nur theoretisch sehr virulent, sondern ein fester Bestandteil von aller Art Gemeindeentwicklung und tief verankert in im "Civil Right Movement".
Occupy - Blockupy, wenn man in die Geschichte von Bürgerprotesten und Bürgerengagement seit der Mitte des letzten Jahrhunderts einsteigt, entspringen einer sehr „soliden“, gut rekonstruierbaren Tradition. Zu dieser Geschichte gehört eben auch, dass Konzepte, Lösungsansätze, als Teil von ausdrücklich erwünschten und forcierten Prozessen, sich erst entwickeln dürfen. Das Zitat von Negri und Hardt betont diesen grundsätzlich am Prozess und Subjekt orientierten Ansatz.
Die Planlosigkeit, Ideologieferne, die der Bewegung von selbsternannten Kritikern unterstellt wird, verdeutlicht oft nur einen oberflächlichen Reflex auf etwas, mit dem man sich nicht auseinandersetzen mag, das gefürchtet wird aus mehr oder minder nachvollziehbaren Gründen.
Auch wegen des sich aufdrängenden Verdachts, dass die Verantwortlichen in Frankfurt a. M. oder Toronto, Montréal und anderswo , so recht nicht wissen, auf wen sie da eigentlich einschlagen engagierte Bürger-, ist das brutale Vorgehen ein Skandal.

http://db3.stb.s-msn.com/i/EB/8D1BDA4D7959B56A1E66624089E9A.jpg Knüppelaktionen in Montréal

Es ist schade, dass die Links-Partei so wenig Anteil nimmt. Ob prozessuales Denken denen Angst macht?

Calvani 31.05.2012 | 22:58

Nö. Wer eine Zeitung verlegt, dessen Titelseite seinerzeit das Bild-Logo zierte, und wer Bild pauschal gute Arbeit in der Causa Wulff bescheinigte und sowieso und überhaupt der Meinung ist, dass Bild (als Preisträger des Nannen-Preises) dazu gehört (im Gegensatz zu Frauen, aber das war ja nicht der Rede wert) und... und... und... der hat sich den Titel "Bild-Verleger der Herzen" redlich verdient.

Aber nicht vergessen: "Nein, tödlich ist es, zu glauben, einen Pakt mit der »Bild«-Zeitung schließen zu können und davon am Ende profitieren zu können."

H.Hesse 31.05.2012 | 23:41

Mir ist das zu pauschal und zu selbstgerecht! Nebenbei: Ich sehe nicht, dass und wo der "Freitag" oder Augstein "einen Pakt mit der "Bild"-Zeitung" geschlossen hätte. Über die Nannen-Verleihung kann man in der Tat streiten, da war mir die Haltung von Leyendecker und seinen "SZ"-Kollegen sympathisch; andererseits fällt mir aber auch kein Zacken aus der linken Krone, wenn zumindest partiell und aus welchen Gründen auch immer "Bild" mal was Vernünftiges gemacht hat.
Vgl. dazu den im heutigen "Freitag" erschienenen Beitrag von JA, der m.E. das Notwendige sagt. -
Ich beobachte auch hier häufiger in Blog- und Kommentaräußerungen einen Aufschrei, wenn mal was gegen die eigene "reine Lehre" gesagt wird oder jemand es "wagt", ambivalent oder differenziert zu argumentieren. Und, noch einmal:"Bild-Verleger der Herzen" sagt nichts aus und ist ausschließlich polemisch, soll wahrscheinlich nur toll klingen.

Calvani 01.06.2012 | 00:15

Moment, das ist es doch gerade: Der Persilschein für Bild war und ist eben überhaupt nicht differenziert.
Wenn ich Niggemeier im obigen Beitrag Glauben schenken darf, sehe ich außerdem nur wenig "vernünftige" Arbeit der Bild in der Angelegenheit Wulff.
Was Leyendeckers Haltung anbelangt, bin ich viel skeptischer. Damals, als er publik machte, was Bild ihm als einzige Primärquelle für die ominöse Mailboxnachricht zugespielt haben muss, hätte er sich von ihr abgrenzen sollen.
Zu Augsteins aktuellem Artikel: Dass mir manchmal viel mehr Angst macht, was nicht geschrieben wird, habe ich im verlinkten Blogbeitrag auch schon geschrieben - das hat mir nämlich die Affäre Wulff deutlich vor Augen geführt. Dass das Augstein jetzt erst auffällt, und er es damals selbst unterlassen hat, z.B. darüber zu schreiben, wie viele Journalisten (z.B. Udo Röbel, Fritz Pleitgen) sich zu Wort meldeten und von ähnlichen Vorfällen und Anrufen berichteten, die jedoch nicht annähernd so dramatisiert wurden wie die Wulffsche Mailboxnachricht, hinterlässt bei mir einen umso bitteren Beigeschmack.

H.Hesse 01.06.2012 | 18:20

Ich sehe nicht den "Persilschein für 'Bild'". Hätte JA den ausgestellt, wäre ich erzürnt. Er setzt nur nicht die Pauschalisierungsbrille auf und sagt m.E. ganz richtig, man solle an 'Bild' nicht die Maßstäbe für eine gute Zeitung anlegen. Man möge immer den "Faktencheck" machen und über das berichten, was die 'Bild'-Akteure ihren Lesern verschweigen. Gerade die von JA genannten Beispiele sind ja genau die, die bei einem Großteil der 'Bild'-Klientel vorurteilsbehaftet sind.
Problem ist nur, du kannst über Springers Demagogie und Verfehlungen, Auslassungen etc. noch so viel berichten im Netzt und anderswo, du erreichst nicht die Masse der Leute, die die erreichen. Und in der Regel lesen 'Bild'-Leser nicht die "SZ", die "Taz" oder meinetwegen den "Freitag" oder Niggemeiers Kolumnen.
Was die Causa Wulff betrifft, hat "Bild" sicher mit Kalkül und durchaus gezinkten Karten gespielt (dazu gibt es eine gute, ca. 90-seitige Studie der Otto-Brenner-Stifung). Gleichwohl sage ich pragmatisch: Ergebnis zählt, der Kerl ist immerhin weg vom Fenster!
Auch wenn "Bild" teilweise nicht mehr das nur reaktionäre Hetzblatt der späten 60, 70er Jahre ist (man vergesse, nebenbei gesagt, die "Welt" nicht, die hat sich wieder kräftig radikalisiert!), so muss man sie immer noch mit Argusaugen beobachten. Aber wenn die mal, warum auch immer, was halbwegs Vernünftiges schreiben oder bewirken: auch gut.
Ich wüsste gerne eine Strategie, die dazu führte, dass die "Bild" unter die Auflage der "Taz" sinkt...Andererseits, wohin würden dann die 3 oder 3,5 Mio. Leser der Postille wandern?