Augstein und Blome
18.01.2016 | 11:26 24

Weißes Land, schwarze Seele?

Deutschland nach Köln Jeden Woche prallen Welten und Weltanschauungen aufeinander, wenn Jakob Augstein und Nikolaus Blome aktuelle Geschehnisse reflektieren

Jakob Augstein und Nikolas Blome liefern sich seit Januar 2011 immer Freitags in der Phoenix-Sendung Der Tag einen Schlagabtausch über das Thema der Woche. Wiederholt wird die Diskussion sonntags vor dem Presseclub

Kommentare (24)

denkzone8 15.01.2016 | 23:20

wenns an meiner ablehnung läge, müßte ich fan-reaktionen fürchten. meckern, weh-klagen tu ich ja nur, um zu-gemutetes los-zu-werden.

meistens befreit man sich durch simples weg-zappen. in modernen gesellschaften(nur dort?) ist der normale weg der ablehnung: ignorieren, weitergehen. ablehnung bleibt also spur-los. wenn sich ablehnung manifestiert, ists schnell ein skandal. die wahrnehmung von distanz, dissens bei regierenden und zufriedenen ist unter-entwickelt. oder?

Moorleiche 18.01.2016 | 13:28

Nach ungefähr 10 Minuten sagt Augstein, was das/sein Problem ist. Blome sei gar kein richtiger Rechtspopulist, da seine Meinung viel zu differenziert sei.

Danach erklärt Augstein, wie der echte Rechtspopulist argumentiert. Ich glaube, dass das stimmt. Ich glaube allerdings auch, dass es Linkspopulisten gibt (die es ja nicht geben darf) die ähnlich platt argumentieren und mit tödlicher Sicherheit gibt es auch Migranten die auf unser Recht und unsere Werte … nicht den allergrößter Wert legen.

Da herrscht dann auch kein Dissens. Ich habe, nach dem ich Augstein – dem ich einfach abnehme, dass er kein zynisches Arschloch ist, so war seine Selbstbeschreibung - nun öfter als früher gehört habe, schon seit geraumer Zweit das Gefühl, dass er – klar, berufsbedingt – zu viel in das Spiel der Medienwelt verwickelt ist. Viele andere lesen nicht 20 Zeitschriften und 12 Online-Portale und das ist auch gut so. Die nehmen die Medien vielleicht auch gar nicht so ernst, wie Medienvertreter – klar, berufsbedingt – sich selbst und ihre Kollegen ernst nehmen.

Ich bin nicht so naiv zu denken, dass klassische Medien nicht eine immense Macht hätten, um Stimmungen zu erzeugen, aber vielleicht dann doch nicht so groß. In den sozialen Medien läuft die Radikalisierung sehr viel schneller und „besser“, da ist der das Titelbild des Focus eher was für Schnarchnasen, zumal für nicht wenige Gesundheit & Wellness, Schminktipps, Sport und welche Prinzessin schwanger ist eine ähnlich hohe Priorität haben.

Ich nehme Augstein seine Sorge ab, aber vielleicht denkt er, der intelligente und eloquente Blome sei ein Sonderfall. Klar, in puncto Telegenität vielleicht, aber vom Denken her sicher nicht. Da sind nicht so ungeheuer viele, die geifernd nur darauf gewartet haben den fiesen Moslem endlich aus dem Land zu jagen. Da wo ich arbeite, ist der Mirgantenanteil bestimmt höher als in der Redaktion von Freitag oder Spiegel (und vermutlich der gesamten deutschen Presse) und ich habe nicht das Gefühl, hier auf Erklärung und Nachhilfe angewiesen zu sein.

Wenn Augstein das pars pro toto Argument für die Kölner Täter der Silversternacht zurückweist, kann er es nicht Argument für deutsche Extremisten in Anspruch nehmen und daraus Schlüsse über die Gesamtbevölkerung ableiten. Argumentationstechnisch ist das eigentlich eher peinlich.

Was ich auch eher schwach finde ist diese vermeintliche Scheinalternative. Gegen die deutschen oder die ausländischen Straftäter, als müsse man sich entscheiden. Es darf hier gar keine Entscheidung geben, dass man den Verdacht haben darf, egal wo man sich politisch positionieren möchte, dass dieses eigentliche „darf nicht“ durchaus nicht immer gegolten hat, das darf uns dann durchaus zu denken geben.

SuzieQ 18.01.2016 | 16:18

Wenn mutmaßlich Deutsche Asylantenheime abfackeln, und es heißt dann, alle Deutschen sind Nazis, dann stimmt das nicht.


Wenn mutmaßlich Flüchtlinge Straftaten begehen, und es heißt dann, alle Flüchtlinge sind Verbrecher, dann stimmt das nicht.

Wer sind die Täter von 'Köln', 'KÖLN', 'K-öln'?
Wir wissen es nicht.
Das stimmt.
Dennoch geht es um ihr Aussehen, ihre Herkunft, ihr Alter, ihre Sozialisation, ihre Religion, ihr Frauenbild usw.

Wer sind die Opfer von 'Köln'?
Frauen.
Achso.

Rückgrat ist da oder nicht...
Viagra fürs Rückgrat gibts nicht.

Übrigens, 'Nein heißt Nein' ist ein Zwischenschritt, nicht das Endergebnis.
Bei vorhandenem Respekt braucht es keinen einen Gedanken.
Und kein Nein.
Respekt ist sexy.

Auf Negatives reagieren, ohne negativ zu werden...
Meinungen sind keine Fakten.
Verunsichern wir nicht mit Fakten. Achso.
Vom Kontext entkoppeln ist skandalös.
Hysterie auch. Beleidigung auch.
Was geht: sich in ein anderes Denken vortasten und neue Perspektiven finden.

Ich streiche das Wort Flüchtling aus meinem Wortschatz.
Diese Menschen sind Schutzsuchende.
Schutz möchten sie, und was finden sie?
Generalverdacht.
Achso.

ein bisschen OT
Stefan Aust bei Anne Will: Nichts gegen junge Männer, aber 70 % sind junge Männer, und die Anzahl der jungen Männer, die 2015 in unser Land kamen, entspricht der Anzahl der 'unter Waffen Stehenden' in Bundeswehr und NVA auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs.

Die Anzahl der jungen Männer, die 2015 in unser Land kamen, entspricht auch der Anzahl Neugeborener 2015 in Deutschland.


Sag ich, denn De-eskalation und Differenzierung sind die Zauberworte.
Debattenkultur auch?

Zu zeigen, dass die Polizei den Antrag für den kleinen Waffenschein zum download ins Netz stellte, bewirkt was?
Für Alle, die sich um den kleinen Waffenschein bemühen, um zB eine Schreckschusspistole mitzuführen, gilt dasselbe, wie für Pfeffersprayträger:
ich hoffe, sie werden nie benutzt. Werden müssen. Vermeintlich.
Und wer Handys und Portemonnaies klaut, macht, völlig klar, vor Pfefferspraydosen und Kleinwaffen Halt...
Ist also was?
Kontraproduktiv. Achso.
ein bisschen OT Ende

Sprechen wir nicht über Ausländer, Inländer, sprechen wir über Arschlöcher.
...

Zum Focus-Titel nur folgendes

Wir haben ein übles Klima in Deutschland.
Jaaa, .... und das Wetter erst.

zelotti 18.01.2016 | 16:19

Erst mal ist Köln zu stark hochgespielt.

Es ist doch klar, dass Personen, die hier Flüchtlinge sind, sich nicht rausnehmen können hier kriminell zu werden. Wenn sie kriminell sind, dann haben sie nach der Genfer Flüchtlingskonvention ihr Recht verwirkt.

Natürlich muss es ein Unterschied sein, ob ein hier wohnender oder ein Gast sich daneben benimmt.

freedom of speech? 18.01.2016 | 17:40

"....Ich möchte wissen, warum es depubliziert wurde....."

Ich auch.

Meine Vermutung kennsen Sie ja schon.

- Faxgerät rappelt und bellt: Skandal!

- Oh schrecklicher Schreck, schnell alle Stecker ziehen.

- Faxschreiber geht zu Gerichtsnotdienst: Eiliger Skandal!

- Gericht: Gäähnn. Wer, Wie, Wann, Warum, Von Wem ? Gäähnn.

- Faxschreiben: Na dann halt nicht.

- Uff, Glück gehabt. Stecker wieder rein.

Viele Grüße

fos?

SuzieQ 18.01.2016 | 18:58

Grade gehört:

Wenn sich jemand in der Lage fühlt, das Aussehen eines Menschens einem Gebiet ( hier: Maghreb-Staaten) zuzuordnen, dann sollte er das der Polizei auch so mitteilen.

Crux: weder Aussehen, noch aus dem Aussehen vermutete Herkunft, machen Täter aus. Alles andere ist Generalverdacht.

Wir reisen nicht mehr mit Postkutschen, und man glaubt es kaum, deutsche Staatsbürger kommen aus aller Herren und Damen Länder, und, *Tusch*, sie sehen auch so aus.

Sobald nur im entferntesten in einer Aussage ein 'ich glaube' oder auch ein 'ich weiß nicht genau' vorkommt, ist der komplette Satz hinfällig.