Axel Brüggemann

Journalist und Autor in Wien und Bremen.
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RE: Demokratie am Gartenzaun | 18.09.2017 | 17:31

"Der Herr" hat doch lediglich über seine Bedenken philosophiert. Und an seinem Gartenzaun hängt er letztlich, was er dort gern hängen hat (oder lässt es hängen) – es handelt sich hier ja nicht um eine öffentliche Fläche. Aber wie gesagt, am Ende haben Sie ja Recht: Zur Demokratie gehört auch, die AfD hängen zu lassen, wenn man zur Demokratie auffordert. Nur weiß ich nicht, woher da plörtlich dieses wütende Poltern mit dieser merkwürdigen Anrdede kommt... Liebe Grüße Axel Brüggemann

RE: In der Jungsteinzeit war es der Wein | 10.07.2014 | 22:10

Nur, um das klar zu stellen – ich legitimiere und verharmlose Crystal Meth nicht. Aber ich störe mich an der Erwartung, dass Politiker bessere Menschen sein sollen als andere – Auch Politiker haben in dieser Situation Hilfe statt Häme nötig. Das ist mir wichtig. Wenn wir es ernst meinen mit Prävention, ist das Bashing der falsche Weg – es legitimiert die Selbstzerstörung, weil es die Zerstörung des Anderen in Kauf nimmt. Meine Botschaft ist: das ist ein privates, persönliches Krisen-Problem, das bitteschön auch als solches bahendelt und bearbeitet werden sollte. Wer jetzt mit dem Zeigefinder auf die bösen, armen oder doofen politiker zeigt, versteht den Konsum von Drogen nicht. Es ist Aufgabe einer solidarischen Gesellschaft, Fehler nachzuvollziehen und Hilfe anzubieten, statt einen Menschen, der sich selbst zerstört weiter zu zerstören!

RE: Man streitet über Subventionen | 31.05.2014 | 09:49

Noch einmal: Ich will KEINE SUBVENTIONSKÜRZUNG. Und: Ich habe auch eine Heimat in der Provinz, das Bremer Theater, das vor 15 Jahren Subventionen zum Neudenken, für den städtischen Dialog nutzte, will heute entweder durch Seichtes die Kassen füllen und sich durch Zuschauer legitimieren oder improtiert abgestandene Regietheaterhelden der 2000er Jahre, die nun in der Provinz tingeln. Zu all dem können Subventionen NICHT da sein. Mir geht es darum, unsere Subventionkultur neu aufzustellen: Öffentlich Rechtliche, Theater, Opern bekommen Steuergelder – gut so: aber warum? Wofür? Nur, dass es sie gibt? Das kann nicht sein! VIele Stadttheater sind tatsächlich zum Sterben gespart worden. Aber es juckt niemanden mehr. Der Mechanismus ist: Sparen, schlechte Aufführungen – abschaffen! Wir müssen stattdessen vor Intendanten erwarten, dass sie ihre Subventionen endlich dadurch politishc legitimieren können, dass sie allein (privat) nicht finanzierbar wären. Ist das nicht der Sinn von Subvention? Und was den deutschen Büchermarkt betrifft: Versuchen Sie mal einen Nischentitel einem Lektoren anzubieten. Der Mainstream ist in den Verlagen längst angekommen! Mit oder ohne Buchpreisbindung. Ich bin sicher, dass es nicht ein gutes Buch weniger geben würde! Also noch einmal: ich will TTIP nicht unbedingt, ich will aber, dass wir unsere Kultursubventionen endlich mal wieder hinterfragen!

RE: Man streitet über Subventionen | 30.05.2014 | 21:32

Verzeihung, aber ein wenig zum Schmunzeln ist das schon, dass ausgerechnet ein "Hunter" gegen die US-Kultur wettert. Lieber Jäger, ich speche mich mit Nichten für TTIP aus – sondern gegen die herrschende Form der Kultursubventionierung in Deutschland. Ich bin auch kein Verfechter der US-Kultur-Finanzierung – und doch sehe ich die Sache nicht so pessimistisch wie Sie. Natürlich können wir – nehmen wir die Klassik – weiterhin an jedem Opernhaus und in jedem Orchester den Staatskünstler Wolfgang Rihm weiter finanzieren, aber wir müssen schon sagen, dass Greg Ward, Steve Reich, Philipp Glas und John Adams auch nicht von schlechten Eltern sind, und ehrlicher Weise muss man sagen, dass die Buchpreisbindung Evers, Rath und Fell hilft, und dass Frantzen, Auster, Bukowski und Powers sich irgendwie auch gut ohne unsere Subventionen durchgesetzt haben – und welche TV-Serie aus Deutschland ist noch mal erfolgreich, innovativ oder irgendwie künstlerisch wertvoll? Dass Sie Opernkarten mit 250 Euro das Stück durch Steuerzahler subventioniert bekommen, freut mich, aber was noch mal sehen Sie dafür? Aufgekochtes Regietheater jener Regisseure, die von den Herren des Bühnenvereins eingesetzt wurden? Mit Verlaub, diese schöne gemütliche deutsche Staatskultur ist: ... Tja, sagen Sie selbst. Und wie sagen Sie es, wenn "dieser Mann" (ich glaube, Sie meinten mich) die alten Herren dafür zur Rechenschaft zieht – was ist dann daran? Noch einmal: Tendenz meines Kommentars ist, dass wir diese Staatskultur, die wir uns leisten hinterfragen sollten, und dass sie, so lange sie nicht zur Disposition steht, nicht hinterfragt wird. Was ich zugestehen muss: TTIP schürt die Angst, und dann passiert, was Sie nun tun: Auch das marode wird verteidigt, hauptsache der Amerikaner siegt nicht! Okay! Bin bei Ihnen! Aber dann, bitte, lassen Sie uns TTIP absagen, aber dafür ernsthaft unsere Subventionskultur hinterfragen. Oder finden Sie echt, wirkich, dass sie super läuft?

RE: Stimmt das denn? | 24.12.2011 | 00:08

@weinsztein
Danke für die Blumen - ja, ich denke schon, dass das Sprechen miteinander nicht nur Ausdruck des Journalismus, sondern auch des Mensch-Seins und Mensch-Sein-Lassens ist. Wie eine Zeitung Gespräche führt, zeigt ihren wahren Charakter. Und als Mitarbeiter des Freitags und anderer Zeitungen kann ich Ihnen auch sagen: Es gibt nur wenige Zeitungen, die den Dialog mit ihren Autoren (und ich denke auch mit den Lesern) pflegen so wie der Freitag. Und klar ist auch, dass jeder Dialog schwer ist --- weil man sich einlassen muss und oft nur wenig Zeit dafür ist. Aber nur dann lernt man das Denken des Anderen ... und das ist der größte Lohn, für Schreiber ebenso wie für Leser und für die Dialogpartner...
Ihr
Axel Brüggemann

RE: Ist das emanzipiert? | 09.12.2011 | 14:37

Ich befürchte, dass es das mit der Ironie sein könnte :-) ... Wohne übrigens nicht im Prenzelberg!

RE: Ist das emanzipiert? | 09.12.2011 | 13:59

Das ist mir wichtig: Mir ging es nicht darum, den Frauen eine Diskussion abzusprechen. im Gegenteil! Uhdes wäre ja fatal, wenn sie gerade in Frauendingen alle eine Meinung hätten. Viel eher stelle ich die Frage, warum wir Frauenthemen eigentlich noch als allein von zu erörternde Dinge begreifen - nach dem Motto "Meine Quote gehört mir". Und ob wir nicht längst weiter sind und damit in der Lage über die Geschlechter hinweg politische Entscheidungen zu treffen, die auch die Rolle der Frau betreffen. Keine Angst: Die meisten von uns sind dabei ja auf Eurer Seite :-)

RE: Ab heute ist gelb dann grün! | 25.04.2011 | 12:47

Ja, so ist es ... :-) Frohe Ostern!

RE: Ein Dankeschön an Peter Hartz | 29.09.2010 | 14:11

Verzeihen Sie, dass ich erst jetzt dazu komme, die Anmerkungen zu lesen. ja, natürlich ist ein Großteil der Einschätzung subjektiv. Aber (der Text wurde vor der Bekanntgabe der fünf Euro veröffentlicht) tatsächlich geht es mir auch heute noch so, dass ich gerade in den aktuellen Talkshows (also in der veröffentlichten Meinung) kaum Zustimmung lese, dass durchaus solidarisch FÜR hartz IV-Emfänger gestritten wird. Faktisch hat der Zerfall der FDP durchaus auch etwas damit zu tun, dass die Angst vor sozialer Spaltung und Kälte in Deutschland wächst und viele Wähler sehen, dass eine weitere Spatung in ganz arm und ganz Reich riskant ist. Ich beobachte, dass gerade die "Mittelschicht" aus Angst vor den Verlust von Jobs getrieben wird. Und, ja, ich beobachte (und habe das auch geschrieben), dass gerade in unteren Einkommen die Entsolidarisierung mit Hartz IV-Empfngern stattfindet - gerade um sich abzuheben. Und vielleicht noch dieser Gedanke: bei so vielen Kommentaren gibt es nur einen, der unsolidarisch klingt. Und ich frage mich, wer hier kommentiert. Doch nicht nur die Betroffenen, oder?