RE: Kritik der Nachhaltigkeit | 29.10.2017 | 20:48

Yo, peak oil ist sehr Nullerjahre, zugegeben. Nimmt man an, dass CO2 völlig harmlos ist, kann man z.B. Kohle oder Erdgas prima in Öl verwandeln (das ist im Auto bequemer einzusetzen). Allerdings steigt bei solchen Verfahren wie Kohle-Umwandlung oder Teersande der Gesamtenergieverbrauch doch recht stark. Bei den Teersänden ist man sich nicht sicher, ob die Förderung einen Netto-Energiegewinn bringt usw usw jedoch ist Öl gut transportier-, lager- und verkaufbar. Kohle gibts genug und man kann Kohle verbrennen um aus anderer Kohle Öl herzustellen. Insofern: peak oil ist ein Mythos.

Dies gilt natürlich unter der Voraussetzung, dass beliebige Mengen CO2 "immer unschädlicher" für die Biosphäre werden, was ich aus dem Bauch heraus bezweifele; die Dosis macht das Gift. Blaubeeren sind gesund, aber 2 Kilo in einer Stunde dürften für wenig Wohlsein sorgen.

RE: Kritik der Nachhaltigkeit | 29.10.2017 | 08:49

Kann ich nicht voll-fachlich beurteilen, aber bei der Großfauna sind wir schon gut dabei - zugegeben mit Beginn schon vor der Industriellen Revolution. Tatsächlich wird unter manchen Biologen schon vom "Antropozän" gesprochen, es wird wohl ein sehr messbarer Artenschwund erwartet, aber ich kann hier nicht zwischen 20 und 80% unterscheiden, vielleicht niemand.

Peak Ocean Fishing war jedoch schon vor mehr als 10 Jahren also, *ganz* falsch liegen die "Apokalyptiker" auch nicht (ich mag kein Fisch, naja). Wie man "keinen Seefisch" wirtschaftlich gegen "Nachtsichtbrille mit Auflösung wie bei Tageslicht" (oder etwas kontroverser "3 Monate Lebenserwartung mehr durch Krebsmedikament") aufrechnet liegt im Auge des Betrachters. Allerdings sind die Spezies dann erstmal weg, da sie auf kurze Frist nicht reanimiert werden können - ich lass mich mal vom Mammut-Projekt überraschen.

RE: Kritik der Nachhaltigkeit | 29.10.2017 | 08:41

Hier noch ein paar illustrierende Beispiele aus ihrem Text, durch den G-Shredder laufen gelassen:

"Sustainability is, according to the German Wikipedia, a principle of resource use, in which the preservation of the essential characteristics, the stability and the natural regeneration capacity of the respective system is at the forefront. The discussion of the corresponding English term sustainability in Wikipedia is more complex, but the German Wikipedia is better at perceiving among politicians and the educated population."

- Die deutsche Wikipedia "perceived" nix unter Politiker und gebildeten Menschen (perceive ist zudem transitiv).

"We humans are to blame for an unprecedented life and that is evil. This is the story of the sustainable. Instead, we should protect every existing animal and plant species from extinction. For real? Many of the species we now want to protect have only been able to develop after and because the dinosaurs were extinct. Among these species, Homo sapiens sapiens is most likely associated. Three things follow. In the first place, there have been great dangers already, as the man definitely could not be to blame. Secondly, from our point of view it is advantageous that the dinosaurs are extinct. Not every species dying seems to have been a disadvantage. Thirdly, the earth's ecosystem has not suffered in the long term due to the dying. Rather, species have been developed, which can be described as more developed than the dinosaurs, and for which there would have been no ecological niche in their survival."

"Among these species, Homo sapiens sapiens is most likely associated." Der Homo sapiens s. "mischt" sich nicht unter diese Spezies bzw. ist mit ihnen institutionell verbunden etc. sonder gehört zu ihnen im Sinne von "ist ein Teil von ihnen" - korrekt wäre "is among them". Hier musste die KI eine inhaltliche Entscheidung treffen.

Viel weiter unten:

"But we have to be sustainable, because the climate disaster would otherwise happen, say the sustainable ones. Behind this sentence is hidden a "boredom, you are so beautiful." Only in this way one can conclude from a climate change on a climate catastrophe . In fact, no one has closed a disaster. There are only a few anxieties, as they have led in the intellectual history from the Old to the New Testament up to Hollywood films again and again to paint apocalyptic scenarios."

"Tatsächlich hat gar niemand auf eine Katastrophe geschlossen." wird zu: " In fact, no one has closed a disaster." Das hätte sie noch kriegen können durch den Unterschied "schliessen"/"schliessen auf" (müsste dann "opened a disaster" heißen, naja). Wenn man es jedoch nur etwas flapsiger formuliert, etwa "ein Schluss einer Katastrophe" so wird auch noch in 5 Jahren G hier scheitern so meine "Prognose".

Können Sie einklappen, da nicht allzu werthaltig. MfG

RE: Kritik der Nachhaltigkeit | 29.10.2017 | 08:01

Hallo nochmal, habe mich wohl etwas im Ton vergriffen, dafür möchte ich mich entschuldigen und woanders weiterdiskutieren: starke KI. Witziger bzw. absurderweise verwende ich täglich eine, wenn nicht die beste Implementierung starker KI heute, nämlich den Google-Übersetzer. Er hat das Übersetzen revolutioniert, insofern, als heute eher "korrigiert" als "übersetzt" wird, da die Rohübersetzung von G kommt. Diese ist jedoch völlig anders als eine menschliche, da die KI, grob gesagt, nicht weiß wovon sie spricht.

Sprache referiert auf Dinge und jede Sprache, insbesondere Englisch, ist mehrdeutig, allein schon bei Referenzen: "die Schüssel stand auf der Tischplatte und hatte einen Sprung" - jedoch nicht die Tischplatte, sondern die Schüssel. Gibt es genug menschlichen Input für den Algorithmus, errät die KI die richtige Referenz, jedoch umso schlechter, je blumiger formuliert wird: "eine Schüssel stand auf der Platte, gesprungen, und etwas Suppe lief den Rand herunter" dürfte noch nicht oft genug übersetzt worden sein usw.

So muss also Mensch nach wie vor den Sinn des Textes erschließen und die KI-Übersetzung auf Konformität überprüfen.

In der Praxis ist das noch humoristischer, im Gebiet der Hardware gibt es z.B. den Ausdruck "gate", der meist wieder mit "Gate", manchmal mit "Gatter" übersetzt wird, die KI besteht jedoch zuweilen auf "Tor", insbesondere wenn ein weiteres Wort sie verwirrt wie "lock", "gate lock" kann hier nur blockade des Gate bedeuten, Torschloss macht keinen Sinn.

Menschen und Tiere haben einen riesigen Erfahrungsschatz, der im Denken für Plausibilität sorgt, etwa dass es in winzigen Chips keine Türschlösser gibt - Türschlösser sind mindestens 2-3 cm groß und bestehen aus Stahl, nicht Silizium.

So sucht die KI also mit immer besseren Extraktionsalgorithmen nach einer Passung, hat jedoch nicht das Grundwissen, das jeder Mensch, aber auch ein Hund hat, z. B. dass Stahl hart ist, dass ein Postbote 5 Minuten für den Gang die Treppe hinauf braucht usw.

Ein Mensch kann sich vieles auf Grundlage dieser Erfahrung "vorstellen", also räumlich-mechanisch simulieren, unter Einbeziehung von Material - aber auch Reaktionen anderer Wesen - Postbote + zehnstöckiges Gebäude plus Plausch dürfe etwa 15 Minuten ab dem Klingeln dauern, ab einer Stunde sollte zurückgerufen werden.

Insofern wird es so bald nicht nur keinen vollgültigen Übersetzungsroboter geben (ich speise mein Dokument des Autoverleihs einfach durch die KI und unterschreibe blind), sondern auch viele, viele andere Dinge, die ebenfalls zur "starken KI" gehören, wie autonomes Fahren überall wo Menschen fahren. Nimmt man etwa einen Rettungswagen, so muss der durch die Fußgängerzone ebenso wie auf Schotterpisten oder dem Zubringer gefahren werden, da kann alles passieren und man wird um ein "Verständnis" der Situation nicht herumkommen. Was ich mir gut vorstellen kann, ist ein Fahren analog des heutigen Bussystems: auf sicheren Strecken mit genauesten Vorgaben. Hier endet meine "Expertise" sehr bald - vielleicht kennt sich jemand besser aus.

Der Mensch scheint in der prägenden Phase von Geburt bis vllt 10 Jahren eine Unmenge aufzunehmen, teilweise Dinge, die auch ein Tier wie ein Hase intus hat, dass Holz härter als Gras ist usw usw.

Was unbestreitbar ist, ist dass die Produktivität des Einzelnen durch KI weiter gewachsen ist und weiter wachsen wird. dies ist jedoch nicht beliebig erweiterbar, da man in einem Tag nur so-und-soviel "gute" Entscheidungen treffen kann, da die Konzentration nachlässt. Nimmt man z. B. einen Anwalt, so kann eine KI sicherlich hocheffizient relevante Fälle und Texte suchen und vorsortieren, exzerpieren usw. Der Anwalt muss jedoch die Gemengelage des Falls ordnen und Dinge benennen, die dann juristisch beurteilt werden können. Auch die Benennung von Dingen in einem Bild (Tatort!) ist jedoch "starke KI".

Schöne Grüße und nochmals entschuldigung für die Überreaktion.

RE: Kritik der Nachhaltigkeit | 29.10.2017 | 05:45

Sehr geehrter Herr Jeschke, man soll den Troll ja nicht füttern, aber: Bei den großen Massenausterben starben so ca. 80-95% aller Arten aus, die Überlebenden waren etwa von der größe eines Igels. Wenn Sie kein Igel sind, so würden Sie auch aussterben und keine weiteren "Beiträge" schreiben können.

Angenommen, die Menschheit ist am Ende und es bräuchte einen Neuanfang, so müsste dann das etwaige Raumschiff 5, 10, 15 Millionen Jahre reisen, bis sich eine ähnliche Diversität wiederaufgebaut hätte.

Dann gab es in den US so um die Jahrtausendwende absolute Technik-Träumer, die einige leicht kranke Visionen hatten, "digitalen, selbstorganisierenden Staub", der die ganze heutige Produktionsweise von der Semmel bis zum Supercomputer ersetzen würde, sowie den "Weltraumaufzug" an dem man an einer Carbon-Kordel Zeugs in den Weltraum verfrachten könnte zwecks Besiedelung des Mars' und nur noch dieses Jahrzehnt wird ein Raumflug ein paar Millionen kosten, ab '25 dann mit Aufzug nur noch 12,500.

"usw"

Wenn Sie so pessimistisch sind, bedaure ich Sie. Es wird übrigends auch noch 30 Jahre keine autonomen Bestäubungsroboter geben, da die beim Zusammenprall mit dem Menschen unangenehme Blaue Flecken machen.

Geht man als nicht völlig Verblendeter davon aus, etwas Biodiversität noch zu brauchen, erledigt sich der Rest von selbst: Überdüngung führt zu Agrarwüsten, rapider Klimawandel führt mangels Migrationszeit zur Schwächung und ebenfalls zum Aussterben von Gattungen und Klassen.

Ihre Enkel werden dann in ihrem Szenario Speisen aus dem Reagenzglas in Glasbunkern zu sich nehmen.

Diese geäußerte Meinung war übrigends in den Foren der US-amerikanischen Rechten vor 10, 15 Jahren gang und gäbe, ließ sich jedoch nur halten, wenn man Sprechen mit tatsächlichen Ökologen, also Biologen (Wissenschaftlern) vermied. Viele Ökosysteme funktionieren etwa wie ein Torbogen: nimmt man einen Stein heraus, so muss man ganz von Neuem anfangen. Nur wissen wir von den meisten Ökosystemen kaum etwas. Am stärksten ist dies in den Tropen, den Ozeanen und der Arktis der Fall.

Aber auch in relativ gemäßigten Zonen gibt es die Möglichkeit mehrerer stabiler Zustände, z. B. machen große Waldflächen ihr Mikroklima, ist der gesamte Wald weg, kann man nicht mehr die alten Sorten anpflanzen sondern muss mit robusten Kleinbüschen anfangen. In der Antike zB war das Klima in Süditalien, der Adria und Griechenland sicher von den äußeren Einflüssen gesehen nicht mehr als 1-2 Grad kühler als heute. Damals gab es jedoch flächendeckend genug Holz um Flotten, Häuser, Brücken etc zu bauen, während heute dort nur noch kleinere Pinien wachsen, an Eichen oder Buchen ist kaum zu denken. Der Boden ist verkarstet, die Krume abgeschwemmt. Ob dies der einzige Grund ist, kann ich nicht sagen und ließe sich wohl schwer beweisen.

Ein großer Teil der Krume der Landwirtschaft ist eiszeitlichen Ursprungs und somit (wirtschaftlich) nicht reproduzierbar. Wenn also durch Klimawandel, Fluten, Übernutzung usw. diese Krume verloren geht, lässt sie sich nicht (wirtschaftlich) ersetzen, es folgt Verkarstung bzw Verödung.

Was ich zugebe, ist dass man nicht den ganzen Tag über so etwas nachdenken kann oder sollte - sie sollte jedoch da, wo man entscheiden kann, ein, wenn nicht der entscheidende Faktor sein.

Die Foristen Metambigo und Pfeiffel haben ja schon auf den Zusammenhang von katastrophalen Bedingungen und sozialem Aufruhr hingewiesen.

Ein Zusammenhang zwischen "kulturellem Fortschritt" und "natürlich-sozialen Kathastrophen" ist mir auch unplausibel, weder die Pest noch der Zusammenbruch Roms haben zu unglaublichen Kulturschüben geführt, Sokrates konnte recht unbehelligt auf dem Marktplatz predigen. Alles Gute!

RE: Sinnbilder eines Kulturkampfes | 20.08.2017 | 03:59

Ob die Attentäter ein jahrelanges Breivik-Dasein aushalten würden und ob wir das aushalten würden? Breivik war immerhin nahezu ein psychiatrischer Fall. Das sind wahrscheinlich nur Jungs von nebenan.

RE: Der "ewige Soros" | 20.08.2017 | 03:35

Vielleicht sind wir zu hedonistisch und oberflächlich, wie im Nachbarblog geschrieben, nur sollten "wir" (je näher desto wirer?) das selbst entscheiden.

Andererseits sind Muslime genauso Menschen mit ihren Gedanken, Meinungen, Interessen usw. und nicht Sklaven von Doktrinen.

Somit bin ich dann kein Linker mehr, seis drum, apropos "wirer"

RE: Der "ewige Soros" | 20.08.2017 | 03:26

Soros betreibt den Quantum Fund auf den Cayman Islands, Romney zahlte 15% Steuern bei Millionen Verdienst im Jahr und Buffett beklagte, er zahle weniger Steuern als seine Sekretärin.

Das Spiel Staat-Großunternehmen ist wie unkontrolliertes Brunnenbohren: wer tiefer bohrt, hat mehr Wasser. Leider braucht es dagegen natürlich internationale oder zumindest regionale Solidarität.

Da gab's mal einen interessanten Ansatz einer Wirtschaftsprofessorin aus Berkeley mit dem Schlagwort "predistribution" - in den USA ist nix mehr möglich, weil sich die Steuern nicht mehr erheben lassen.

Mir geht es mit dem Islam wie Soros/Buffett mit dem Kapitalismus: zwei Herzen.

RE: Der "ewige Soros" | 15.08.2017 | 06:14

George Soros steckt auch – diesmal gemeinsam mit den USA, der NATO und der EU – hinter der Ukraine-Krise. Das gehört ohnehin – wie die allgemeine Vorstellung, die Proteste in der Ukraine hätten keinen innenpolitischen Hintergrund gehabt, sondern basierten auf reiner Einmischung von außen

Parallelen zu Putin-USA drängen sich auf. Falsch hier ist wohl "keinen" - ebenso wie "ausschließlich"

RE: Der "ewige Soros" | 15.08.2017 | 06:02

Großspender sind eine Pest, man sollte nur stückeln dürfen: Lidl