Die Corona-Krise - Das Versagen der Politik!

Corona-Pandemie Die Corona-Epidemie hat sich in Deutschland zu einer handfesten Krise ausgewachsen. Gravierende politische Versäumnisse werden jetzt ein Jahr nach Beginn offenbar.
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Obwohl von Anfang an klar erkennbar war, dass es sich um eine Epidemie handelte, das sich unterschiedliche Auswirkungen bezogen auf Altersgruppen in der Population hatte – und besonders „letal“ auf die älteren auswirkte (z.B. die Sterblichkeit der über 70-Jährigen lag Ende 2020 bei über 88%!) Es wurde wenig Zielführendes unternommen, diese Gruppe besonders zu schützen – wie z.B. die drastische Erhöhung und Freistellung der Intensivbetten-Kapazitäten, Erhöhung der Anzahl des Pflegepersonals, Abschirmung in den Pflegeheimen, etc.

Nach der erste Welle hatte man Zeit gehabt, sich mit gut zugeschnittenen Präventionsprogrammen auf Herbst und Winter vorzubereiten (und weitre Kapazitäten zu sichern), ist leider nichts geschehen – außer, dass im Sommer 2020 einige Regierungsmitglieder (u.a. Der Gesundheitsminister) ausdrücklich öffentlich versicherten, dass „Deutschland für weitere kommende Probleme mit der Pandemie „bestens aufgestellt„ wäre – besonders, was die Intensivbetten-Kapazität angeht! Heute wird darauf dringend hingewiesen, dass in Deutschland das Angebot an Intensivbetten nicht ausreicht und zusätzlich dass kaum qualifiziertes Gesundheitspersonal (!) vorhanden ist. Statt konkrete „Zielgruppengerechte Maßnahmen“ folgte eine hektische einer sich perpetuierenden Aneinanderreihung von Lockdowns – unter Inkaufnahme der sozialen und ökonomischen Folgen.

Auch die Nachverfolgung der Infektionswege kann offensichtlich nicht stattfinden. Im Alltag kann man den Weg eines verschickten Paketes im Internet verfolgen (Tracking & Tracing). Die notwendige digitale Infrastruktur hat man dafür nicht frühzeitig eingerichtet. Die Identifizierung und Isolierung der lokalen Infektionsherde wäre eine zielführende Strategie gewesen. Bereits im Oktober des letzten Jahres appellierte u.a. die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina an die Politik: „Wenn die Gesundheitsämter überlastet sind, gerät die Pandemie außer Kontrolle.“ (www.dfg.de – 27.10.2020)

Die besonderen Gefährdungsbereiche konnten nicht zuverlässig identifiziert werden. Die Folge sind pauschale Lockdowns, die die Hygiene-Investitionen viele Betriebe (Einzelhandel, Hotel- und Gaststättengewerbe) entwerteten.

In einer solchen Situation fällt es nicht leicht, eine differenzierte Stellungnahme zu einem Thema wie der Impfung zu verfassen, das nur einer differenzierten Betrachtung zugänglich ist. Es gibt jedoch hierzu einen gewichtigen Grund, denn es droht wiederum die Reduktion der Corona-Pandemie auf einen kleinen Ausschnitt des Themas. Man will die Pandemie als einfach ein biologisches Ereignis sehen, dem man mit täglichen Zahlenwerten beizukommen glaubt. Das ist eine ungemeine Missachtung der epidemiologischen (und historischen) Grundeinsicht darstellt, dass jegliche Epidemie ein sozial und politisches Ereignis (mit biologischem Auslöser) ist.

Man kann hier von einer einfachen, aber weitreichenden Begriffsklärung ausausgehen, die auf eine nicht unerhebliche Fehlsteuerung verweist: Die Impfung (umfassend Entwicklung, Prüfung und Applikation eines oder mehrerer Impfstoffe) ist klar von der Impfkampagne zu trennen, die die gesamte Umsetzung im Alltag der medizinisch/pflegerischen Versorgung und des gesellschaftlichen Umfeldes betrifft. Dazu gehört auch, wie die Kampagne organisatorische bis hin zur Ebene der Kommunen organisatorisch geplant werden muss – ohne auf starre Behördenvorschriften zu achten, wie z.B. keine Dienstpflicht am Wochenende oder den üblichen Kompetenzwirwarr und Streit über Zuständigkeiten etc.

Ebenso wenig wie eine Epidemie aus der Perspektive von Gen-Sonde und Computermodellen zu verstehen ist, ist es bei der Etablierung und Bewältigung einer derartig umfangreichen Impfkampagne – einer der gewaltigsten Unternehmungen, der sich eine Gesellschaft stellen kann – nicht ausreichend, einen Impfstoff zur Verfügung zu haben. Man muss die vielfältigen, konfliktreichen, grundrechtsbezogenen und ethischen Konflikte in der Organisation, Vermittlung, Erfolgskontrolle, überhaupt in der Zieldefinition einer solchen Kampagne zum Gegenstand der Überlegungen machen. In dieser Hinsicht ist nichts geschehen – außer die Einrichtung einer endlosen telefonischen Schleife bei den Gesundheitsämtern!! Das kann man wahrlich nicht als eine „Impfstrategie“ verkaufen.

Dr. Badrudin Amershi / Henrik Peitsch
Osnabrück/Hagen a.T.W.
08.02.2021
www.nachhaltiggutleben.net

15:43 08.02.2021
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