Baer5

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RE: Hundert Jahre Glück | 13.06.2012 | 18:33

Entschuldigung, aber dieser Artikel ist einer kritischen Zeitschrift nicht würdig. Diese Arbeitgeberideologie kann man bald nicht mehr hören.
Zur Kritik nur kurz: erstens, die Lebenserwartung steigt eben nicht endlos weiter, so einfach ist das leider nicht. Wenn überhaupt, steigt die Lebenserwartung der ökonomisch besser gestellten, und die werden immer weniger. Nach neueren Untersuchungen aus der Schweiz ist die Lebenserwartung der Durchschnittsbevölkerung wahrscheinlich inzwischen sogar wieder rückläufig.
Zweitens: die Fortschritte in der Lebenserwartung der letzten 100 Jahre haben die Gesellschaft nicht in wirtschaftliche Probleme gebracht, da sie durch entsprechende Produktivitätsfortschritte begleitet waren.
Drittens: wann man in Rente gehen sollte, hängt nicht nur von der Lebenserwartung ab, sondern auch von der Arbeitsfähigkeit. Schon heute ist es so, dass kaum mehr ein Arbeitsnehmer die geltende Altersgrenze als Sozialversicherungspflichtiger erreicht. Die meisten Menschen sind schon früher nicht mehr in der Lage, den Anforderungen ihres Jobs gerecht zu werden und werden "entsorgt".
Viertens: manche Arbeit ist sicher sinnstiftend, aber auch das gilt nur für eine gewisse Elite von Arbeitnehmern.
Für alle Menschen gilt aber, dass jedes Lebensalter seine Entwicklungsaufgabe hat. Und hierzu gehört nach dem aktiven Abreitsleben, wenn man seine volle Leistungsfähigkeit nicht mehr hat, die Phase des "Disengagement" zu akzeptieren und zu gestalten. Wer dann noch an seinem Job klebt, verfehlt den Sinn dieser Lebensphase.