RE: Das unerreichbare Ziel | 02.04.2021 | 16:26

„dass man vieles außer Kraft setzen kann, aber die Schwerkraft nicht, die Lichtgeschwindigkeit nicht und andere Fakten auch nicht“

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Ein Witz. Die Fakten wurden und werden nach der Wende genauso verbogen wie zuvor, in Westdeutschland nur anders als in Ostdeutschland. Aber verbogen werden sie nach wie vor, u.a. von Frau Merkel selbst. Dessen ungeachtet wäre sie von niemandem gehindert worden, auch in Gesamtdeutschland bei der Schwerkraft und der Lichgeschwindigkeit zu bleiben. Das wäre besser für das Land und für sie selbst gewesen.

RE: Das unerreichbare Ziel | 02.04.2021 | 16:01

Noch so großer Respekt für Merkels Lebensleistung

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Ich habe keinen Respekt vor ihrer Lebensleistung. Sie war den Kapitalisten immer treu ergeben und ist es auch in der Pandemie, wie man u.a. daran sieht, dass sie die Industrie von Corona-Schutzmaßnahmen wie selbstverständlich weitgehend ausnimmt.

RE: „Ohne Recht gibt es kein Eigentum“ | 02.04.2021 | 15:52

All das machen die Anwälte...

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Tatsächlich sind es die Kaufleute, die sagen: Das und das hätten wir gerne, möglichst so, dass wir viel verdienen. Dann kommen die Anwälte, genauer gesagt: eine bestimmte Spezies von Anwälten, die es mit dem Rechtssystem in Einklang bringen.

RE: Jens Spahn genießt das | 08.03.2021 | 16:20

Interessant auch, dass es im Bericht zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz der Bundesregierung von 2012 (!) (Bundestagsdrucksache 17/12051, S. 59) zum möglichen Auftreten von Modi-SARS-Cov-Viren der Art wie bei Covid-19 u.a. heißt:

„Neben Einhaltung von Hygienemaßnahmen können Schutzmaßnahmen in dem Sinne also ausschließlich durch Absonderung Erkrankter bzw. Ansteckungsverdächtiger, sowie den Einsatz von Schutzausrüstung wie Schutzmasken, Schutzbrillen und Handschuhen getroffen werden.“

https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712051.pdf

Man war also gewarnt und hätte Masken und Schutzausrüstung prophylaktisch beschaffen können. Aber man zog es vor, dies nicht zu tun, sodass man damit in die Bredouille geriet, als die Pandemie kam.

Im Übrigen ist zweifelhaft, ob überhaupt ein Fall des sog. Open-House-Verfahrens vorliegt, weil es für Fälle gedacht ist, in denen aufgrund extrem schwieriger Rahmenbedingungen die Märkte versagen, was im Massengeschäft mit auf den Märkten ausreichend vorhandener Schutzausrüstung nicht der Fall ist.

https://www.lto.de/recht/kanzleien-unternehmen/k/schutzausruestung-coronapandemie-beschaffung-open-house-verfahren-gesundheitsministerium-kommentar/

Aber wer fragt schon nach solchen Feinheiten? Ein Jens Spahn, der sich für höhere Ämter empfehlen will, gewiss nicht.

RE: Leben lernen | 21.01.2021 | 20:18

Was Rudolf Augstein mit 76 Jahren geschrieben hätte, weiß ich nicht. Aber ich kann Ihnen sagen, dass ich (76) es genauso sehe wie Jakob Augstein. Was mich am meisten bekümmert, ist, dass es bis heute kein flächendeckend stimmiges Konzept für den Umgang mit Covid-19 in den Altenheimen gibt und dass die Politiker*innen an den zahlreichen Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten ihrer Maßnahmen vorbei argumentieren, wie als gäbe es sie nicht. Tatsächlich ist es so, dass das sog. produzierende und verarbeitende Gewerbe von Beschränkungen weitgehend verschont wird, wohingegen die Daumenschrauben im privaten Bereich immer fester angezogen werden. Dies, obwohl das produzierende und verarbeitende Gewerbe im Pandemiegeschehen ein erstklassiger Hotspot ist, mit ca. 8 Millionen Beschäftigten und vermutlich so an die 80 Millionen Kontakten täglich. Es wird einfach so getan, als gingen alle Lichter aus, wenn da Hand angelegt würde. Das ist aber nicht der Fall. Selbstverständlich gibt es Bereiche, in denen - mit allen gebotenen Schutzmaßnahmen - weiter gearbeitet werden muss. Lebensmittel z.B. müssen irgendwo her kommen. Aber warum können nicht z.B. weniger Autos gebaut werden? Man muss auch im verarbeitenden und produzierenden Gewerbe prüfen, was aus Gründen der Pandemie notwendig ist und was nicht. Denn jedenfalls ist nicht alles notwendig, was da gemacht wird. Wenn wir schon aus Gründen der Pandemie unsere Aktivitäten einschränken müssen, was ich grundsätzlich befürworte, dann bitte überall, wo es geht, und nicht nur da, wo es nach dem persönlichen Geschmack insbesondere der Frau Bundeskanzlerin am billigsten ist, und was zugleich der Bereiche ist, in dem sich das Leben der Menschen abspielt. Die Auffassung, dass der gewerbliche Bereich zulasten des privaten Bereichs geschont werden müsse, ist nicht selbstverständlich und sollte daher im Bundestag breit zur Diskussion gestellt werden.

RE: „Niemand sagt nun: Der Staat ist das Problem“ | 02.01.2021 | 12:45

Ich halte das auch für Wunschdenken. Tatsächlich lautet die Devise: Wir wollen endlich geimpft werden, damit wir weitermachen können wie zuvor. Denn wir haben viel auf- und nachzuholen.

Das wird zwar nicht funktionieren, aber so sitzt es in den Köpfen.

RE: Können wir die Vergänglichkeit überwinden? | 29.12.2020 | 19:28

Ich denke nicht, dass der letzte Absatz romanhaft zu lesen ist. Denn ich habe an mir selbst die Erfahrung gemacht, dass die Liebe zu einem Menschen nicht mit ihm mitstirbt. Über die Liebe hat der Tod also keine Macht.

RE: Können wir die Vergänglichkeit überwinden? | 29.12.2020 | 17:37

Der Tod ist fraglos das Ende alles Irdischen. Aber damit ist nach meiner Überzeugung nicht alles aus. Stefan Zweig brachte es auf den Punkt, mit der Feststellung:

Niemand ist fort, den man liebt. Liebe ist ewige Gegenwart.

RE: Können wir die Vergänglichkeit überwinden? | 29.12.2020 | 17:22

Alles Bemühen, dem Tod beizukommen, ist vergeblich. Matthias Claudius erklärt es so:

Der Tod steht schon am Ort

Wo sich ein Leben regt

Der Tod steht an der Pforte,

Wo man zu Grabe trägt.

Er geht im Leidgefolge

Ungesehen mit,

Wie er dabei gewesen

Im Leben, Schritt für Schritt.

Zum König wie zum Bettler

Sagt er sein letztes Du

Und schließt mit stummen Händen

Die dunkle Pforte zu.

Und geht mit uns nachhause

Und isst das Abendbrot

Und schweigt und weiß doch alles,

Der Herr der Welt, der Tod.

*

So ist es. Der Tod macht seinen Job. Es interessiert ihn nicht, was wir davon und von ihm halten.

RE: Können wir die Vergänglichkeit überwinden? | 29.12.2020 | 17:18

Alles Bemühen, dem Tod beizukommen, ist vergeblich. Matthias Claudius erklärt es so:

Der Tod steht schon am Orte,Wo sich ein Leben regt.Der Tod steht an der Pforte,Wo man zu Grabe trägt.

Er geht im LeidgefolgeUngesehen mit,Wie er dabei gewesenIm Leben, Schritt für Schritt.

Zum König wie zum BettlerSagt er sein letztes DuUnd schließt mit stummen HändenDie dunkle Pforte zu.

Und geht mit uns nachhauseUnd isst das AbendbrotUnd schweigt und weiß doch alles,Der Herr der Welt, der Tod.

*

So ist es. Der Tod macht seinen Job. Es interessiert ihn nicht, was wir davon und von ihm halten.