RE: Grundwerte? Ja, bitte | 09.07.2019 | 21:28

Das wird nichts, sage ich, von Senior zu Seniorin. Man kann keine ältere Dame zur Vorsitzenden einer Partei machen, die gerne jung und frisch sein möchte, auch wenn sie tatsächlich alt und krank ist und kurioserweise einen wie Kühnert für zu jung hält. Aber es geht einfach nicht, dass vom ersten Tag ihres Vorsitzes an über ihr Alter öffentlich abgelästert würde, als ob es sonst nichts gäbe. Wie sollte das der Partei auf die Sprünge helfen? Man sieht ja nicht das intakte Gehirn, sondern zählt nur die Falten im Gesicht.

RE: Vorbild oder Verbrecherin? | 08.07.2019 | 20:40

Blome hat nicht recht, wenn er Frau Rackete vorhält, sie maße sich an, die italienische Einwanderungspolitik zu bestimmen. Erstens tut sie das nicht und zweitens ist Salvini ein Unmensch, weil er es bewusst riskiert, dass wegen seiner Abschottungspolitik Menschen zu Schaden oder sogar zu Tode kommen. Es ist das gute Recht eines jeden Europäers, Menschen vor dem Ertrinken zu retten, auch wenn sie sich selbst in die Lage gebracht haben, gerettet werden zu müssen. Anderenfalls könnte man jeden Selbstmörder seinem Schicksal überlassen, was niemand ernstlich fordert, zumal die Bootsflüchtlinge keine Selbstmörder sind. Der Einwand, dass sich die Flüchtlinge überhaupt nur auf das Meer wagten, weil sie wüssten, dass sie dort von privaten Rettungsschiffen gerettet würden, verfängt ebenfalls nicht, weil er erstens den Stellenwert einer Spekulation hat und zweitens keine privaten Rettungsschiffe dort verkehren müssten, wenn die europäischen Staaten ihrer moralischen Pflicht nachkämen, Menschen in Not entweder davon abzuhalten, sich auf das Meer zu begeben oder sie dort selbst zu retten. Die EU-Rettungsmission "Sophia" wurde ja genau aus diesem Grund installiert. Nachdem sie beendet wurde, MUSSTEN die Privaten einspringen, weil die Menschen anderenfalls in noch größerer Zahl ertrinken müssten.

RE: Öffentliche sticht unsichtbare Hand | 06.07.2019 | 10:00

Das hat auch mit knappem Bauland zu tun. Mehr Staat kann da nicht schaden

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Bei Licht betrachtet hat es sogar vor allem und in erster Linie mit zu knappem Bauland zu tun, und es ist der Staat selbst, der es knapp hält. Allerdings bedeutet mehr Bauland auch mehr Umweltzerstörung. Man muss sich entscheiden und Prioritäten setzen. Das wird hierzulande nicht so gerne gemacht, denn die Deutschen sind konfliktscheu. Sie lieben zwar das Getöse aber nicht die Konsequenz.

RE: Heiligt der Zweck alle Mittel? | 27.05.2019 | 18:42

Ach Herr Blome, wie war das denn bei Uwe Barschel oder bei Christian Wulff? Gewiss, die Fälle waren anders strukturiert. Aber auch da ging es um Bloßstellung und darum, dass man sich einen solchen Braten als Journalist nicht entgehen lässt. Ich habe auch nichts dagegen. Nur sollte man nicht so tun, als täte man es nicht. Wenn es die Gelegenheit dazu gibt, packt jeder Journalist und jede Zeitung zu.

RE: In der Falle | 23.05.2019 | 19:33

Ich sehe das weniger dramatisch. Denn schon immer haben sich Leute um Kopf und Kragen geredet, sei es aus Dummheit oder Unvorsichtigkeit, sei es, weil sie in eine Falle gelockt wurden. Das ist so neu nicht. Wer in der Öffentlichkeit steht, auch als Kandidat für ein Amt, muss seine Zunge hüten.

RE: Eine Hymne zum Fremdweinen | 11.05.2019 | 11:40

Das Schöne an der Kinderhymne ist, dass man sie im Chor mitsingen muss, sonst wird's nichts:

https://www.youtube.com/watch?v=b2PifntKRBY

Aber Brecht geht natürlich gar nicht. Wo kämen wir denn da hin?

RE: Eine Hymne zum Fremdweinen | 11.05.2019 | 11:31

Wir stellen fest: einerseits täglich um 23 Uhr 57 im Deutschlandfunk – hier zusammen mit dem Europalied.

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Gut, dass Sie das erwähnen. Als treuer Hörer des Deutschlandfunks, muss ich vor den ersten Takten immer das Radio ausschalten. Wenn einem diese Hymnen jeden Tag aufgenötigt werden, kann man sie irgendwann nicht mehr hören und schaltet ab, was "echt" kontraproduktiv ist.

RE: Eine Hymne zum Fremdweinen | 11.05.2019 | 11:22

Etwas in dieser Art...

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Da wäre es doch gut, wenn die Kicker*innen vor dem Anpfiff - und vielleicht nach dem Schlusspfiff - auch so ein Tänzchen hinlegen würden. Zuweilen versuchen sie es ja schon während des Spiels, wenn sie ein Tor geschossen haben, leider mit mäßigem Erfolg. Man sollte es wirklich kultivieren.

RE: Darf man nicht mehr rechts sein? | 03.05.2019 | 10:47

Rechte sagen öfter: So und so ist das. Linke fragen öfter: Wieso denn?

RE: Filzgericht | 01.04.2019 | 09:42

Das Urteil gegen Bayer/Monsanto macht nämlich deutlich: Mit der US-Klageindustrie und der US-Justiz ist nicht zu spassen. Wer Geschäfte in den USA machen will, braucht sehr gute Anwälte und muss sich auch praktisch durch Anwenderhinweise und Gebrauchsanleitungen gegen alle möglichen Verhaltensweisen und Dummheiten absichern.

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Da wäre es doch gut gewesen, Bayer und VW hätten das bedacht, BEVOR sie sich in den USA engagierten, und hätten aus Gründen wirtschaftlicher Vernunft ein gutes Riskmanagement betrieben. Leider war aber ihre Gier so groß, dass sie breitbeinig in die Untiefen US-amerikanischer Märkte stapften, deren Akteure mit erfolgreichen ausländischen Unternehmen unter Einschaltung amerikanischer Gerichte eher kurzen als langen Prozess machen.