In Sachen Trayvon Martin

Quo vadis US-Justiz? Der Freispruch des Mannes, der Trayvon Martin erschoss, ist symptomatisch für eine antiquierte Justiz und für eine Gesellschaft, die mit sich im Unreinen ist.
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Wenn man alles zusammen nimmt, ist "der Fall" Trayvon Martin typisch für die Un-Werte in der amerikanischen Gesellschaft: Rassismus, antiquierte Anschauungen zum Schusswaffengebrauch, laxe Waffengesetze, die unselige Stand-Your-Ground-Rule und eine weit verbreitete Cowboymentalität, die das lange Fackeln beim Aufkommen von Konflikten im zwischenmenschlichen Bereich für kontraindiziert hält. Dazu kommen Geschworenengerichte, in denen juristische Laien über komplizierte Fragen zur Schuld des Angeklagten entscheiden. Bei solchen "Zutaten" braucht man sich über die Resultate der amerikanischen Strafrechtspflege nicht zu wundern. Das Traurigste ist, dass das gegen Zimmermann ergangene Urteil wahrscheinlich sogar richtig ist. Nicht, weil er kein Mörder wäre, sondern weil er Glied einer Gesellschaft ist, in der Anschauungen wie seine nicht als verwerflich gelten und er also durchaus annehmen durfte, er könne Trayvon Martin erschießen ohne dafür bestraft zu werden.

Trayvon Martin Freispruch Zimmermann

15:38 15.07.2013
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