S-Bahn-Mord in München

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Zitat: Quelle: FAZ.NET

15. September 2009
Sein Tod ist ein Fanal für Deutschland. Dominik F. Brunner hat sein Leben hingegeben, um vier Kinder in der Münchner S-Bahn vor jungen Gewalttätern zu schützen. Er steht dafür, wozu der Mensch mit seinen hellsten Eigenschaften in der Lage ist – zu selbstloser Fürsorge und zu großem Mut. Dass er mit den zwei Verbrechern, die ihn auf dem S-Bahnhof im Stadtteil Solln zu Tode prügelten, auf die dunkelsten Seiten traf, zu denen Menschen auch fähig sind, ist eine Tragödie, nach der ein Gemeinwesen, das sich nicht selbst aufgeben will, nicht in die gewohnten Rituale von politischen Beschuldigungen verfallen darf.
Soweit so gut!

Aber: als Folge dieses grauenhaften Vorfalls wird nun überall Zivilcourage eingefordert! Allerdings wird es leider bei dieser Art von Lippenbekenntnissen seitens des Betreibers bleiben.

Unter dem Mäntelchen der Zivilcourage soll also nun der Fahrgast auch noch Sicherheit produzieren. Ein Wahnsinn!
Bahnsteige sind total verweist. Nirgendwo ein Ansprechpartner, geschweige denn Sicherheitspersonal - Servicewüste total!
Ach ja, Automaten - hätte ich beinahe vergessen. Aber die reagieren ja leider auch nicht!

Folge: als Fahrgast soll man sich im schlimmsten Fall einer Horde rauflustiger Jugendlicher entgegenstellen, die aufgrund ihrer frustrierenden Randexistenz sowie übermäßigem Alkoholkonsum, völlig enthemmt nicht einmal vor Mord zurückschrecken!
Die Betriebspflicht liegt beim Betreiber des Unternehmens. Doch dieser entzieht sich seiner ihm ureigensten Aufgabe, nämlich für die Sicherheit seiner Fahrgäste aufzukommen. Personal wird eingespart wo es nur geht. Gewinnmaximierung und der immer noch beabsichtigte Börsengang haben schließlich Vorrang!

Um aus dem Schlamassel rauszukommen will man nun die Videoüberwachung weiter ausbauen. Bravo! Diese Videos werden dann später auch noch durch Missbrauch - den keiner verhindern kann – sogar noch auf bestimmten Internet Platformen unter der Rubrik „Violent Videos“ auftauchen.

Ich bin der Meinung es liegt in der menschlichen Natur zu helfen.
Wenn man hilft, dann hilft man spontan. Wenn man aber Zeit hat nachzudenken, sieht das schon ganz anders aus. Ganz abgesehen davon, dass nicht jeder körperlich wie auch mental in der Lage ist, mit so einer Situation richtig umzugehen. Umso mehr bewundere ich Dominik Brunner für sein leider tödliches Engagement.

Fazit: Früher waren Beförderungsunternehmen wahre Jobmaschinen.
Man braucht wieder Menschen, die die Züge abfertigen und die durch ihre Präsenz den Gestank der Angst aus den Bahnhöfen vertreiben und jegliche gesetzeswidrige Handlung an Bahnsteigen von vorneherein unterbinden.

22:53 29.09.2009
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Geschrieben von

bambulie

Rettet die Welt vor den Rettern der Welt.
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bambulie

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