Siddhartha Gautamo vom Sakyas Clan

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Aus dem Buch:>> HISTORIC WORLD LEADERS <<

Gale Research Incorporation

Detroit-Washington-London

Aus dem Englischen von J. Bambulie

Siddhartha

( c. 563 - 483 B.C. )

Das Leben und Wirken von Siddhartha wurde eingehüllt in eine liebevolle Legende. Kein westlicher Gelehrter oder Historiker kann behaupten, er wüsste exakt Bescheid über die Details hinsichtlich der Biographie des Religionsgründers oder etwa dem genauen Inhalt seiner Lehre. Selbst die einfachsten Daten hinsichtlich seines Lebens sind Gegenstand der Diskussionen.

Das Jahr seiner Geburt 563 v. Chr., genauso wie das Jahr seines Todes 483 v. Chr., werden allgemein als die am wenigsten umstrittenen Daten akzeptiert.

Die historischen Daten seines Lebens sind folgende:

Er wurde um das Jahr 563 v. Chr. geboren und zwar in dem Gebiet das wir heute Nepal nennen nahe der indischen Grenze.

Sein kompletter Name war Siddhartha Gautamo vom Sakyas Clan.Sein Vater war ein Prinz und gemessen an dem damaligen Standart wuchs er in sehr luxuriösen Umständen auf. Im Alter von 16 Jahren heiratete er eine benachbarte Prinzessin mit dem Namen -Yasodhara - die ihm mindestens ein Kind gebar.

Trotz der komfortablen Lebensumstände in denen er lebte, überkam ihn im Alter von ca. 20 Jahren eine große Unzufriedenheit, welche letztendlich zu einem kompletten Bruch mit seiner eigenen Gesellschaftsschicht führte.

Im Alter von neunundzwanzig Jahren verließ er gegen den Willen der Eltern sein Zuhause und begab sich für einen Zeitraum von ca. sechs Jahren auf eine spirituelle Wanderschaft. Am Ende dieser Periode hatte er ein Bewusstsein erreicht, das ihm nun anscheinend ermöglichte, die Ursache der menschlichen Unzufriedenheit zu finden, wie auch ein Heilmittel dagegen anzubieten.

Die nächsten fünfundvierzig Jahre seines Lebens predigte er nun über das, was er in der "Nacht der Erleuchtung" entdeckt hatte und gründete einen Orden mit Mönchen und Nonnen, der bis zum heutigen Tage besteht.

Seit jener Zeit haben Millionen von Asiaten Zuflucht in Buddha und seiner Lehre gesucht und gefunden. So wie Jesus die wichtigste religiöse Figur in der westlichen Religionsgeschichte darstellt, so erfüllt Siddhartha - der Buddha - den gleichen, wenn nicht gar noch einen größeren Stellenwert in Asien. Es scheint, als wäre Siddhartha ein Mensch gewesen, der über eine sehr nachdenkliche und besinnliche Natur verfügte.

Selbst als er noch bei seiner Familie lebte hatte er bereits die Gabe mit dem Meditieren zu beginnen, ohne jegliche Art der Vorbereitung. Als er einmal im Schatten eines Baumes seinem Vater zusah, wie dieser ein Feld pflügte betrachtete er sogar diesen Vorgang als Teil einer religiösen Zeremonie.

Er beobachtete wie die Vögel die Würmer fraßen, die durch den Vorgang des Pflügens an die Erdoberfläche kamen, und war über die Art und Weise wie lebende Kreaturen miteinander umgingen, traurig und tief bewegt

Ihm wurde klar, dass obwohl manche Menschen den Anblick eines alten Mannes oder einer alten Frau mitunter als abstoßend wahrnehmen, jeder einmal alt werden wird. Genauso wie niemand krank werden will oder auch nur mit kranken Menschen in Kontakt kommen will, kann niemand einer Krankheit entfliehen. Ebenso fürchten alle Menschen den Tod und niemand wünscht zu sterben, dennoch kann ihm keiner entrinnen.

Siddhartha verlässt den Palast

Als Siddhartha geboren wurde, so die Erzählung, ließ sein Vater mehrere Wahrsager kommen um sich die Zukunft für seinen Nachfolger vorhersagen zu lassen. Alle waren sich darüber einig, dass dieser Junge kein gewöhnliches Kind war. Des weiteren stimmten sie darin überein, das er später einmal entweder ein großer König werden würde oder aber ein Erlöser. Aufgrund dieser Vorhersagen entschied sein Vater den Sohn auf die Monarchie vorzubereiten. Der Prinz wurde von diesem Zeitraum ab vom wirklichen Leben total abgeschirmt. Also auch von allen Gebrechen die das Leben so bietet, wie etwa Altersschwäche, Krankheit und Tod.

In späteren Biographien wird teilweise in sehr dramatischer Weise über vier Tagesausflüge oder kleinere Reisen außerhalb des Palastes berichtet, bei denen der Prinz, dessen Wissen über die tatsächlichen Probleme der Menschen sehr gering war, Gelegenheit hatte, mit vier unterschiedlichen Menschen zuammen zu treffen.

In dieser Legende genannt"Die vier verschiedenen Ansichte ", sah er zuerst einen alten Mann dann einen kranken Mann und schließlich einen toten Mann. Tief beunruhigt und verstört kehrte er jedes Mal wieder nach Hause zurück. Bei seinem vierten Ausflug traf er auf einen tief religiösen Menschen, der als Bettelmönch umherzog. Tief berührt beschloss er daraufhin sein Zuhause, den Palast zu verlassen um ebenfalls so zu leben wie dieser Bettelmönch. Zu jener Zeit waren viele Menschen auf der Suche nach einer tieferen Bedeutung des Lebens. Als wandernde Asketen zogen sie durch den Norden Indiens und lebten von Almosen und Spenden.

Sie waren auf der Suche nach innerem Frieden oder der Befreiung von den gewöhnlichen Dingen des irdischen Lebens und zwar mit Hilfe der sich damals gerade entwickelnden Disziplinen des Yoga.

Nur von einem sehr unabhängigen geistigen Standpunkt aus konnten diese Asketen erwarten, irgendwelchen Einfluss auf die Gesellschaft aus zu üben, die sie hinter sich gelassen hatten. Sie hingen höheren Idealen nach als etwa Geld oder Machtpositionen, die gewöhnlich durch Gewalt erreicht wurden.Die Bevölkerung Indiens brachte diesen Bettelmönchen allergrößten Respekt entgegen.

Diese Mönche waren auch gegen die Tradition der hinduistischen Rituale, die von den Brahmanen zelebriert wurden. Viele von ihnen erklärten, dass sie das gesamte System der Brahmanen für rituellen Betrug an der Öffentlichkeit hielten. Ihrer Meinung nach hätte die gesamte Priester Kaste der Brahmanen nur ein Ziel nämlich sich selbst zu bereichern. Deswegen würden sie exorbitant hohe Gebühren für ihre Scheinrituale verlangen und zudem nur sinnlose Ratschläge erteilen. In seinen Predigten nannte Buddha diese Bräuche oder die Praxis der Brahmanen einen Weg der Narren oder auch der Verblendung.

Der Großteil der Bettelmönche tendierte zu einer eher maßvollen und vernünftigen Haltung, was ihre Askese anbelangte, wie auch zu großer Sittlichkeit und Moral in ihrem Verhalten. Die Bevölkerung versorgte die Mönche mit Essen und Almosen und im Gegenzug unterrichteten die Mönche die Menschen in der neuen Art zu leben. Einige Mönche organisierten sich in Gruppen und andere, wie auch Buddha, lehnten die Macht der Brahmanen einschließlich der Vedas (Basis für die hinduistischen Rituale) entschieden ab.

Stattdessen suchten die Asketen nach zufriedenstellenden Erklärungen hinsichtlich des Universums und dem menschlichen Leben aber auf der Basis von Erfahrung und Vernunft. Während viele von ihnen aber weiterhin der alten - Vedic - Tradition treu ergeben waren, zogen sie jedoch die Yoga Meditationen zum Erlangen des seelischen Gleichgewichts vor, als etwa die früher üblichen externen Rituale. Diese Haltung findet man in den Upanischaden (altindische philosophisch - religiöse Texte), welche eventuell Teil der orthodoxen Hinduistischen Schriften wurden.

Vor diesem Hintergrund begann Siddhartha im Alter von 29 Jahren mit Verzicht und Entsagung. Als erstes schloss er sich zwei Einsiedlern mit den Namen Alara Kalama und Udraka Ramaputra an. Er begab sich unter ihre spirituelle Führung und praktizierte die gleichen meditativen Disziplinen wie die beiden Bettelmönche.

Enttäuscht zog er sich aber nach einiger Zeit von den beiden wieder zurück und entschloss sich für die extremste Art der Askese, wie sie die - Jains - und andere praktizierten. Für die nächsten 5 Jahreunterzog er sich nun dieser rigorosen Art der Selbstdisziplin bis er schließlich so abgemagert war, dass er beinah nur noch aus Haut und Knochen bestand.

Schließlich sprach er zu sich selbst:

"Trotz all dieser strengen und harten Askese ist es mir nicht gelungen die gewöhnlichsten menschlichen Grenzen zu überschreiten um eine höhere Ebene des Wissens zu erlangen. Könnte es sein, dass es vielleicht noch einen anderen Weg gibt die Erleuchtung zu erreichen."

Sechs Jahre lang hatte er nun durch Meditation und strenge Askese versucht die Befreiung - moksha - zu erlangen. Doch bisher ohne Resultat. Bei einem erneuten Versuch den richtigen Weg zu finden befand er sich in Begleitung von fünf anderen Asketen. Schließlich gelangte er an einen Platz der heute - Bodh-Gaya - genannt wird nahe der StadtUruvilva. Um sich etwas zu Entspannen, nach all den Bemühungen der vergangenen Jahre, setzte er sich am Fuße eines Feigenbaumes nieder (bodhi - Baum der Erleuchtung) und fing an, über alles bisher Erlebte nachzudenken. Plötzlich kam ihm die Antwort.


21:34 09.12.2009
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Geschrieben von

bambulie

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