zur amtseinführung in avedons fussstapfen

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Wer noch nicht dort war, hat viel verpasst und selber Schuld. Bis gestern lief die Richard Avedon-Retrospektive im Berliner Martin-Gropius-Bau. Für mich der spektakuläre Höhepunkt im Ausstellungsjahr 2008. Wobei gerade in den letzten Monaten nicht zuletzt dank des Europäischen Monat der Fotografie feinste Fotokost in Berlin reichlich zu bestaunen war. Vor allem die atemberaubenden sw-Prints der Serie "In the American West", die in den Jahren 1979-1984 entstand, verdeutlichen Avedons Rang als genuin amerikanischer Fotograf, dem es wie sonst wohl nur einem so heiligen Außerirdischen wie Robert Frank gelang, jene existenzialistische Enge in all der Weite dieses merkwürdig großen Landes aus der Chemie zu zaubern.

Pünktlich zur Finissage von Avedons Retrospektive und dem heutigen Großereignis in Washington bringt die New York Times mit "Obamas People" eine großartige Porträtarbeit, mit der der Fotograf Nadav Kander gekonnt in die Fußstapfen Avedons tritt.

Man kann gespannt sein auf das sich als nächstes ankündigende fotografische Großereignis an der Spree. Mein Berliner Lieblingsforum für Bilder an der Wand bleibt auch weiterhin die c/o-Berlin. Dort wird sich ab 21. Februar Annie Leibovitz anschicken, mit Fotos aus ihrem Privatleben und professionellen Arbeiten, die sich zu einer Chronik der Ereignisse, der offiziellen Aufträge und privaten Geschichten der letzten fünfzehn Jahre fügen sollen, als wahrscheinlich einflussreichste lebende Fotografin ins Gedächtnis zu bringen. Leibovitz in der c/o präsentiertes Oeuvre ist Familienalbum, Werkschau und persönliches Tagebuch in einem.


Im vollen Bewusstsein jetzt schon anmaßend zu klingen, gleiches will auch dieses Blog in Zukunft sein. Und wenn ich nun noch schriebe Yes, I can... Na gut, die Familie muss wohl draußen bleiben.
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12:28 20.01.2009
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Geschrieben von

bandidorosso

Studierte Politik-, Medien- und Afrikawissenschaft sowie Fotografie an der Ostkreuzschule, weil er glaubt, "Weltanschauung kommt von Welt anschauen."
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