Traumhochzeit

BERLINER ABENDE Des Nachts träumte mir, ich stiege aus einem Zug. Die Bahnhofsvorhalle war von mächtigen gusseisernen Säulen getragen. An einer von ihnen lehnte ich ...
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Des Nachts träumte mir, ich stiege aus einem Zug. Die Bahnhofsvorhalle war von mächtigen gusseisernen Säulen getragen. An einer von ihnen lehnte ich verwirrt und spürte im Rücken die Schrauben. Ich war in Köln, wusste ich. Ich suchte jemanden. Aber wo? Der Traum schickte mich in einen Süßwarenladen. Hier wollte ich telefonieren. Ich suchte nach Münzen. Noch als ich erwachte.

Am Morgen ging ich am Ufer der Spree entlang und grübelte. Der Hauswart hatte mir mit der Kehrichtschaufel zugewunken. Er hatte sich über das Treppengeländer gebeugt und gerufen: "Na, heute die Fußfessel ein bisschen gelockert?" Neben den sachte schaukelnden Ausflugsschiffen hing ein Fischer lange Aale in den schwarzen Räucherschrank. Quer über d