Die feinen Unterschiede

IM KINO Mary Harron macht aus »American Psycho« keinen Horrorfilm, sondern eine schwarze Komödie
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Sie habe sich den Film zuerst als period piece, als Rückblick auf eine längst vergangene Ära vorgestellt, sagt Regisseurin Mary Harron über ihre Adaption von American Psycho, dem Skandalroman von Bret Easton Ellis aus dem Jahr 1991. Es sind die sogenannten eighties, die heute so weit zurückzuliegen scheinen. Ellis hatte diese Epoche in seinem Buch auf den Punkt gebracht. Seine Hauptfigur Patrick Bateman ist die Überblendung der beiden emblematischen Leitcharaktere jener Jahre: des Wall-Street-Yuppies und des Serienkillers, beide gleichermaßen Besessene, allerdings mit konträrer Ausrichtung. Während der eine die Oberflächen fetischisiert, dabei so narzisstisch wie markenbewusst agiert und sich hypersensibel für jede Art von Geschmackshi