Putin und die Hymne seiner Jugend

ERBE DER VERGANGENHEIT Der Versuch des Präsidenten, die Gesellschaft zu konsolidieren, ruft widersprüchliche Reaktionen hervor
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Die Fußballer des Moskauer Traditionsvereins Spartak wollten nicht länger »stumm ihr Haupt senken«, wenn die Hymne erklingt. Das sei der beste Weg, ein Spiel zu verlieren, bevor es überhaupt begonnen habe - so wandten sie sich im Juli in einem Brief an ihren Präsidenten und lösten damit eine Diskussion über die russischen Staatssymbole aus, die Mitte Dezember mit dem Votum des Parlaments für Doppeladler, Trikolore und der Melodie der Sowjethymne ihren Abschluss fand. Zuvor hatte Putin in einer Fernsehansprache diese Lösung als den alles konsolidierenden Kompromiss zwischen Vergangenheit und Zukunft angepriesen und sich speziell in der Frage der Rückkehr zur alten Sowjethymne zum ersten Mal entschieden gegen seinen Vorgänger im Amt