barker

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RE: Grassierende Doppelmoral | 03.03.2017 | 17:29

Dass Yücel "linksradikal" sei, will mir einfach nicht runter. Als ich früher noch Taz gelesen habe, ist er mir als widerwärtiger Provokateur aufgefallen, als ob es ihm immer um viel Aufregung ging. Als einzige Konstante bei ihm ist mir aufgefallen, dass man die Politik Israels nicht schlecht finden darf, weil man dann Antisemit ist, jedenfalls als Deutscher darfst du nicht. Das ist die gleiche Linie wie Broder. Gilt der neuerdings auch als "linksradikal"?

Trotzdem muss man eine faire Behandlung verlangen.

RE: Eine gefährliche Mischung | 21.12.2016 | 11:34

"den liberalen Rechtsstaat, den wir uns erkämpft haben, gegen Populismus und Martialismus zu verteidigen"

Was bedeutet in diesem Zusammenhang "Populismus"?

Wenn ich fordere, aus der Gewaltspirale auszusteigen, raus aus Afghanistan, raus aus Syrien, raus aus der NATO - ist das dann Populismus? Ganz sicher würden einige sagen "Linkspopulismus".

Wenn ich sage, berichtet endlich korrekt, was in Syrien geschah und geschieht, wer den Krieg angezettelt hat, wer Angreifer und wer Verteidiger ist, wer in der Ukraine den Putsch angezettelt bezahlt und organisiert hat usw. Kurz hört endlich auf, dauernd die Welt nach euerem "Narrativ" zurecht zu LÜGEN! Hast du da eben Lügenpresse gesagt? Dann bist du Rechtspopulist!

Ich meine, "Populist" darf man einfach nicht mehr verwenden, das Wort ist als neutrales Wort verbrannt, es kontaminiert jede ernstgemeinte Aussage, es lässt sich mit beliebigen Inhalten assoziieren. Es ist eine Kampfkeule und gehört auf den gleichen Misthaufen, wie Antamerikaner, Verschwörungstheoretiker, Antisemit.

RE: Ein tückischer Trend | 18.12.2016 | 19:29

Das Internet ist doch nicht das Problem, es sind die Medien, die man nur noch in Anführungszeichen "Qualitätsmedien" nennt. Wenn die etwas über die Ukraine, Syrien, Russland, Assad, Putin, die Griechen, Herr Weselski, Milošević, Wulff, Frau Wagenknecht, Trump, Clinton, usw. schreiben, ist es falsch, hat'n Drall, stellt die Tatsachen auf'n Kopf, zurechtgebogen, dass es "ins Narrativ" passt, fehlt eine Seite oder es ist einfach gelogen.

Der Bohai um die Fake-news kommt aber nicht, weil die da oben sich um die Wahrheit Sorgen machen, sondern weil sie Zensur einführen bzw. erweitern wollen. Norbert Häring hat sich darüber lesenswerte Gedanken gemacht: http://norberthaering.de/de/27-german/news/736-tichy-und-broder

RE: Hinter der bürgerlichen Fassade | 26.11.2016 | 10:34

Ach! Sogar "Verschwörungstheorie" steht in der Überschrift - soweit bin ich beim ersten Lesen gar nicht gekommen. Das Wort ist schon lange den Weg von "Populist" und "Antisemit" gegangen. Schwer zu verstehen, dass sich die Leute selbst durch deren Gebrauch beschmutzen.

RE: Hinter der bürgerlichen Fassade | 26.11.2016 | 10:28

"Populismus"

ich werde zunehmend allergisch gegen dieses Wort, in allen Varianten. Es muss doch inzwischen allen aufmerksamen Lesern klar sein, egal wo er sich im politischen Spektrum aufhält, dass der Begriff durch zu häufige, zu falsche, zu aggresive und zu verlogene Verwendung zum inhaltsleeren Kampfbegriff verkommen ist. Weg damit! Außer Verwirrung stiftenden bei anderen und den inneren Gutmenschen aufblasenden Effekt hat das Wort nicht mehr. Ich les auch Artikel nicht mehr, wo das Wort schon in der Überschrift steht.

RE: Angst um das Vermächtnis | 18.11.2016 | 15:06

Er hat nicht nur die Schwarzen enttäuscht. Was haben wir uns für Hoffnungen gemacht, den voreilige Friedenspreis fand ich damals voll berechtigt - gemessen an meiner Hoffnung.

Wie naiv!

Guantanamo noch da, statt drei jetzt 7 Kriege, Drohnenmorde, Aggression gegen Russland massiv verschärft, Drohungen gegen China: Amerika macht überall neue Krisenherde auf, verdeckte Kriegsführung und Stellvertreter-Kriege, NSA-Spionage. Soweit die Beispiele zur Außenpolitik, die uns am meisten bedrängt.

Ich habe gelernt, dass es auf die Person, die den Präsidenten gibt, gar nicht ankommt. Es sind die Puppenspieler im Hintergrund, die Strömungen in den Kreisen der Mächtigen, die entscheiden. Jetzt scheint ein Tidenwechsel im Gange zu sein. Die Interventionisten und Weltbeherrscher werden zurückgedrängt, die Isolationisten, die das Land im Inneren neu beleben wollen ("bring the jobs back again") erlangen die Oberhand. Auch sie stockkonservativ, gewerkschaftsfeindlich, für einen mageren Staat, aber gegen die zahllosen Kriege - hoffentlich!

RE: Bittere Erkenntnis | 06.11.2016 | 11:23

Guter Artikel!

Interessant finde ich vor allem die politischen Kämpfe um bestimmte Theorien und Ausrichtungen. Wie da jemand, und damit eine ganze Forschungsrichtung, fertiggemacht, eine andere jahrzehnelang geförtert werden kann, ist erhellend. Er zeigt, wie "Wissenschaft" eben nicht über jeden Zweifel erhaben, sondern auch von politischen oder wirtschaftlichen Interessen beeinflusst und gesteuert werden. Und wie gut es ist, dass das Internet den "Spinnern" eine Chance gibt.

RE: Akute Todessehnsucht | 07.10.2016 | 19:31

@ Christian Füller

1. Wenn wahr ist: "es gibt in den Fakten keinen Unterschied zu Haering" -

dann ist die Überschrift falsch: "Ohne Not bricht das Fraktionsduo Wagenknecht/Bartsch einen Machtkampf mit der Partei vom Zaun"

2. Indem Kritik an tendenzöser oder gar kampagnenartigem Journalismus sofort mit der AfD verknüpft wird, denunziert man den Kritiker als rechts und verschleiert zugleich, dass es von links eine mindestens ebenso starke Kritik gibt - zahlreich, vielfältig von hoher Qualität und schwerwiegend.

3. Indem die argumentativ gut untermauerte Kritik von links übergangen wird, mogelt man sich um die Auseinandersetzung mit ihren Argumenten herum.

RE: Akute Todessehnsucht | 07.10.2016 | 16:44

@Magda

Wir wissen doch, dass die Leute zunächst und dann meist nur die Überschrift und Unterüberschrift lesen und da steht bei Füller:

"Akute Todessehnsucht. Linke Ohne Not bricht das Fraktionsduo Wagenknecht/Bartsch einen Machtkampf mit der Partei vom Zaun"

Wagenknecht ... bricht vom Zaun! Da haben wir's! Das passt doch so schön in die Kette von Unterstellungen und Mobbing gegen Wagenknecht. Irgendwer scheint fürchterlich Angst vor ihr zu haben. Warum wohl?

RE: Akute Todessehnsucht | 07.10.2016 | 16:33

Bevor man lospoltert, sollte man sich vergewissern, wie es wirklich gewesen ist. Norbert Häring hat recherchiert und kommt zu einer ganz anderen Geschichte als der von den "vorpreschenden" Fraktionsvorsitzenden: http://norberthaering.de/de/27-german/news/691-selbskroenung-kipping#weiterlesen

Ich selbst war nicht dabei - mir kommt aber der von Häring geschilderte Ablauf glaubwürdiger vor.