Die Zwei-Staaten-Lösung muss sein.

Israel bleibt! Immer wieder wird die "Ein-Staaten-Lösung" ins Spiel gebracht, die gleichbedeutend mit der Abschaffung Israels ist. Bis zum Oslo-Abkommen war sie das Ziel der PLO.
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Mitglieder der Hamas.

Ich hoffe, das auf diesen Artikel eine inhaltliche Diskussion folgt, was insbesondere den ernsthaften Umgang mit den meist auf Quellen basierten Tatsachenbehauptungen angeht und gegebenfalls deren Wiederlegung durch Quellen.

Desweiteren die Frage: Warum werden viele der Quellen, die Israels Ansprüche bestätigen, kaum zur Kenntnis genommen, während die Behauptung, die "Palästinenser" seinen ja die "eigentlichen" Eigentümer des Landes so tief ins Alltagsbewusstsein gerückt ist?

I

Warum wird eigentlich wie selbstverständlich davon ausgegangen dass ein „palästinensischer“ Staat von (sämtlichen) israelischen Siedlern geräumt werden müsse, währende so oft mit aller Selbstverständlichkeit gefordert wird, das Israel alle „palästinensischen Flüchtlinge“, die oft die Kinder oder Enkel jener Geflüchteten von 1947 und 1967 sind, „zurückkehren“ lassen müsse?

Eine z.B. von den arabischen Regierungen regelmäßig im Rahmen sogenannter arabischer Friedensinitiativen gestellte Bedingung, die bei der demographischen Entwicklungen dazu führen würde, dass die Juden eine Minderheit in Israel wären...

Auch wenn manche "antizionistische" Verschwörungsthoeretiker das exakte Gegenteil behaupten, ist es, dass die Funktionseliten der Araber sich schwer tun, Juden in ihrem erwünschten Staat zu sehen, während es in Israel schon eine Menge Araber gibt. Wenn dabei trotz Beteuerung, zwischen Juden und Zionisten müsse unterschieden werden, noch die antisemitischen Klischees eines „kollektiven nach Macht strebenden Bewusstseins“ und maßloser Gier auf „die Zionisten“/Israel projezieret und dabei unglaublich verallgemeinert wird, dann stellt sich mal wieder die Frage, ob solche Unsinnsblogs nicht nur zur Belustigung eingerichtet sind. Aber über „die Macht der Juden“ machten sich auch so manche deutsche Kanzler Gedanken, wie z.B. Adolf Hiltler oder Konrad Adenauer.

Schade dass jene, die sich so häufig über das Schicksal der „Palästinenser“ empören, oftmals blind dafür sind, dass die „arabischen Bruderstaaten“ diese Menschen (bzw. sie und ihre Vorfahren/Nachkommen) seit 60 Jahren als „Manövriermasse“ ihrer antizionistsichen Politik missbrauchen:

„Die Integration der Flüchtlinge in die Bevölkerung wurde auch in den arabischen Staaten teilweise behördlich unterbunden. Die Zelte sind zwischenzeitlich durch feste Bebauung ersetzt worden, der Begriff „Lager“ (als kurzzeitiges Provisorium) ist damit sachlich nicht mehr korrekt. Der Gebrauch dieses Begriffs ist hier mehr politischer Natur, um den ungeklärten Status der Bewohner zu verdeutlichen.“ (Wikipedia)

Warum sollten diese Staaten nicht die Menschen, die größtenteils in ihren Grenzen aufgewachsen sind, sich meistens auch als Araber bezeichnen, meistens arabisch sprechen und meistens Moslems sind nicht endlich integrieren?

Zumal es umstritten ist, wie lange es in Cisjordanien schone eine große arabische Bevölkerung gab. Es gibt Berichte, Hinweise und Theorien, dass ein Großteil der Araber, deren Nachfahren heute das Land beanspruchen, erst im 19. und 20. Jahrhundert einwanderte. Darunter:

„Die Peel-Kommission berichtete im Jahr 1937 dass "die Landknappheit ... weniger darauf zurückzuführen ist, dass die Juden so viel Land erworben haben, als vielmehr auf den Anstieg der arabischen Bevölkerung" /Ba/ S.83, /Pf/ S.147 (Bericht der Königlichen Palästina-Kommission, S. 242, Detaillierte Protokollauszüge in J. Peters, From Time, S. 302ff).

Die Yale-Studie faßte 1947 dieses Phänomen so zusammen: "75% der arabischen Bevölkerung Palästinas sind selbst Einwanderer oder Nachkommen von Personen, die selbst in den letzten 100 Jahren, zum größten Teil aber nach 1922 eingewandert sind" /Pf/ S.146 (Niv, David (Hg.): Know the Facts Jerusalem 1985, S. 62f).“

Oder auch hier:

„Die arabische Bevölkerung war klein und begrenzt, bis die jüdische Wiederbesiedlung das Land wieder fruchtbar machte und Araber aus den Nachbarländern anzog. Als 1882 die organisierte jüdische Besiedlung begann, lebten weniger als 150.000 Araber im Land. Die große Mehrzahl der Araber in den letzten Jahrzehnten waren vergleichsweise Neuankömmlinge – Neueinwanderer oder Nachkommen von Personen, die in den vergangenen 70 Jahren nach Palästina eingewandert waren“ /Pf/ S.146, aus Voss, Carl H.: The Palestine Problem Today. Israel and Its Neighbours, Boston 1953, S.13:

Die Tatsachenbehauptung der „palästinensischen“ Funktionseliten, dass „die Palästinenser“ schon seit tausenden von Jahren dort leben würden, ist also durchaus umstritten. Zweifelsohne gab es diese späten Einwanderung der Araber, nur über ihren Anteil an der „palästinensischen“ Bevölkerung wird gestritten, ein Faktum, dass z.B. in Deutschland den meisten Menschen völlig unbekannt ist. Was übrigens besonders makaber ist : Der Begriff „Palästina“ bzw. „Palästinenser“, wie die Römer eine ihre Provinzen bezeichneten um die Juden zusätzlich zur Vertreibung zu demütigen, leitet sich von “Philistines” hab, dies ist hebräischen Ursprungs (plishtim), und bedeutet „Eindringlinge auf ein fremdes Territorium“.

Doch gerade die Behauptung einer langjährigen „palästinensischen“ Besiedelung ist das Hauptargument, dass gegen die Ansprüche Israels bzw. für die Ansprüche der „palästinensischen“ Araber genannt wird. Besonders pikant daran ist, wenn obiges stimmt, dann wohl auch, dass viele „Palästinenser“ bzw. ihre Vorfahren, nun schon länger in den von den „arabischen Bruderstaaten“ errichteten „Palästinenserlagern“ leben, als ihre Vorfahren in Cisjordanien gelebt haben dürften.

Übrigens gab es auch nach der Vertreibung durch die Römer, bei der nicht alle Juden vertreiben wurden, auch den Juden gegenüber liberalere römische Politik, so dass viele Juden zurückkehrten und es durch alle Zeiten hindurch eine, zumindest teilweise, jüdische Bevölkerung in diesem Gebiet gab.

Eine „Rückkehr“ der Juden in die arabischen Länder, in denen wohl eher Vorfahren als sie selbst lebten, und die Rückgabe von deren dortigen Besitz wird wohl von keiner Seite gewollt, auch wenn die berühmt-berüchtigte Resolution 194, die sonst fast auschließlich im Zusammenhang mit „palästinensischen“ Flüchtlingen erwähnt wird, auch so gelesen werden kann. Warum aber sollte dies umgekehrt gelten?

Übrigens ist es naiv, zu glauben, die UN oder ihre Resolutionen seien „neutral“ gegenüber Israel, oder sonst irgendeinem Staat. In der UN treffen sich die Mitgliedstaaten, jeder mit eigenen Interessen und eigener Agenda:

„Oftmals ist die UNO missbraucht und zu einem parteiischen Kampfschauplatz der andauernden politischen Kampagne gegen Israel geworden, die seine Widersacher in der Region und anderswo betreiben. Antiisraelische Schritte werden häufig von den 21 Staaten der Arabischen Liga betrieben, die gemeinsam mit den anderen Mitgliedsstaaten der Organisation der Islamischen Konferenz (insgesamt 56 Staaten) und der grossen Bewegung der blockfreien Staaten (117 Mitglieder) über eine beinahe automatische Mehrheit innerhalb der 192 UN-Mitgliedstaaten verfügen.“ („Wird Israel von den Vereinten Nationen fair behandelt?“)

II

Die Partnerzeitung des Freitags, the guardian, hat nicht vergessen, dass der Teilungsplan entstand, nachdem es zwischen den Gruppen zu zunehmender Gewalt kam.

Nicht zufällig wird und wurde jeher eine sogenannte "Ein-Staaten-Lösung", seit es die zu lösende Frage gibt, von „palästinensischer“ bzw. arabischer Seite ins Spiel gebracht und von Israleischer bzw. zionistischer Seite meistens abgelehnt.:

„Die Organisation [Fatah] verfolgte laut ihrer Verfassung von 1964 als Ziele die 'komplette Befreiung Palästinas', die 'Gründung eines unabhängigen demokratischen Staates mit vollständiger Souveränität über die palästinensischen Gebiete und Jerusalem als Hauptstadt' sowie die 'Ausrottung der ökonomischen, politischen, militärischen und kulturellen Existenz des Zionismus'. In der gleichen Verfassung betrachtete sie die 'israelische Existenz in Palästina' als 'zionistische Invasion mit kolonialer Expansionsbasis',

Danach soll laut Programm ein unabhängiger demokratischer Staat mit vollständiger Souveränität auf dem Gebiet ganz Palästinas entstehen. Jerusalem solle die Hauptstadt werden und es solle allen Bürgern gleiche Rechte zugestanden werden, ohne rassische oder religiöse Diskriminierung.“

Mit dem Osloabkommen hat die Fatah das Existenzrecht Israels anerkannt und verzichtet zukünftig auf einen „gemeinsamen“, d.h. mit aller Wahrscheinlichkeit (je nachdem wie die Frage der "Flüchtlinge" geklärt würde) mehrheitlich arabischen Staat, d.h. die Fatah verzichtete de facto auf die Beraubung Israels jüdischen Charakters.

Allerdings wurde von der Seite der „palästinensischen“ Funktionseliten das Scheiternlassen des Oslo-Abkommens nach deren eigenen Angaben durch die Planung einer "Intifada" von Anfang an geplant:

Ein Minister des Kabinetts der palästinensischen Autonomiebehörde ... , Kommunikationsminister Imad Faloudschi, sagte bei einer PLO-Demonstration, es sei ein Irrtum, zu glauben, die Intifada oder Aufstand, in deren Verlauf über 400 Personen getötet wurden, sei vom umstrittenen Besuch des designierten Premierministers Ariel Scharon auf dem Gebiet der al-Aqsa-Moschee im vergangenen September ausgelöst worden.

`Sie wurde seit Präsident Arafats Rückkehr von Camp David geplant, als er den damaligen US-Präsidenten (Bill Clinton) brüskierte und die amerikanischen Bedingungen zurückwies`, sagte Faloudschi ... Israel behauptet seit langem, die Intifada sei geplant.

... Faloudschi, der im Libanon eine Konferenz für Telekommunikation besuchte, sprach zu einer PLO-Demostration bei dem Flüchtlingslager al-Hilweh, nahe der Hafenstadt Sidon, 45 Kilometer südlich von Beirut. Er sagte ebenfalls, die PLO belebe ihre militärischen Aktionsgruppen neu, um den Kampf gegen Israel auszuweiten.

`Die PLO kehrt zu den 60ern, 70ern und 80ern zurück. Die Falken der Fatah, die Kassam-Brigaden, der Rote Adler und alle anderen militärischen Aktionsgruppen nehmen ihre Arbeit wieder auf`, teilte er einer jubelnden Menge von circa 2.500 Teilnehmern mit, darunter die Führer der örtlichen palästinensischen Gruppierungen.

Die PLO hatte die Demonstration organisiert, um ihre Unterstützung für den Aufstand zu zeigen.

[…]

Aber anstatt die hier aufgeführten Fakten genauer zu untersuchen - oder auch nur darüber zu berichten - beruft sich die Baltimore Sun auf ungenannte, aber ;prominente palästinensische Experten [, die] betonen, dass die palästinensische Führung und die große Mehrheit ihres Volkes immer noch eine Zweistaatenlösung wollen.' [41] [Hervorhebungen: Francisco J. Gil-White]

Dann beklagen sie, dass sich bei den Israelis hartnäckig die Wahrnehmung halte, die 'Palästinenser wollten die Existenz des Staates Israel zerstören'. Sie schlussfolgern, dass 'diese israelische Sichtweise ... ihren Schatten auf den fortgesetzten Guerillakrieg wirft, der gerade zwischen einem zum Scheitern verurteilten Waffenstillstand und möglicherweise noch größerer Gewalt in der Schwebe hängt.“[42]

Für die Sun liegt das Problem also bei der israelischen Sichtweise.

Und ist es nicht offensichtlich?

Warum sollte die palästinensische Führung den Staat Israel zerstören wollen, nur weil die palästinensische Führung - und die Gründungsdokumente all ihrer wichtigsten Organisationen - erklären, dass sie die Zerstörung des Staates Israel anstreben?"

Erschwerend kommt noch hinzu:

"Nach einer, monatlich erhobenen, repräsentativen Umfrage der Friedrich-Ebert-Stiftung befürworten 88% der palästinensischen Bevölkerung Selbstmordanschläge gegen israelische Zivilisten." ("Coole Kids tragen keine Pali-Tücher")

Als verantwortlich für die Situation wird von vielen nur die israelische Regierung für solch missliche Lagen gesehen. Eine latent antisemitische und latent rassistsche Sichtweise voller kolonialer Vorurteile zu gleich, wird Israel doch auf diese Weise als gut planender und skrupeloser Akteur dargestellt, während das "Volk der Palästinenser" bzw. deren Funktionseliten nur deren Spielball seien, die nicht agiereten, sondern nur reagiereten und dabei oftmals für eine modernisierte Variante des "edlen Wilden" herhalten muss.

Von israelischen Siedlern ist in den Medien häufig die Rede von den Raketen der Hamas selten, von Selbstmordattentaten muss zum Glück nicht mehr viel geredet werden, da der Bau des Sicherheitszaunes diese weitestgehend unterbunden hat. Von dem eliminatorischen Antisemitismus, der „Palästinensern“ tagtäglich schon im Kinderfernsehen eingetrichtert wird, ist dagegen fast nie die Rede (Diese Videos sollten Kindern lieber nicht gezeigt werden):

Hamas TV teaches kids to kill Jews

Hamas 'Mickey Mouse' Killed by 'Terrorist' Jews

Es gibt im Westen einige Fürsprecher für die "Ein-Staaten-Lösung", die unterschiedlich "legitimiert" werdem soll, obwohl gerade die Wirtschaftskrise deutlich zeigt, dass es einen Schutzraum für Juden auch ca. 70 Jahre nach dem Holocaust dringend braucht:

„An den in Medienberichten stets als proisraelisch qualifizierten Stellungnahmen der FPÖ zu Israel aus den vergangenen Jahren ist zum einen die konsequente Berufung auf die Nahostpolitik des ehemaligen Kanzlers Bruno Kreiskys auffallend, die nicht als proisraelisch gelten kann und mittels derer sich die Freiheitlichen, deren früherer Parteivorsitzender Jörg Haider von der FPÖ noch als der »PLO von Österreich« gesprochen hatte, mit einer gehörigen Portion Größenwahn als »ehrliche Makler« zwischen Israelis und Arabern darzustellen versuchen.

Zum anderen werden Passagen, in denen sich die FPÖ positiv auf von palästinensischer Seite ins Spiel gebrachte »Einstaatenlösungen« bezieht, die automatisch das Ende des jüdischen Staates bedeuten würden, in solchen Berichten regelmäßig ignoriert. In einer Pressemitteilung heißt es über eine Konferenz in Hebron, an der eine FPÖ-Delegation angeblich »auf persönliche Einladung« von Sheikh Farid al-Jabari teilgenommen hat: »Diskutiert wurde von palästinensischer Seite auch die Abkehr vom Zweistaatensystem, da laut den Gesprächspartnern die Sharia nicht vorsehe bzw. sogar ausdrücklich verbiete, auf historisch muslimisch besiedeltes Land zu verzichten.« Der derzeitige Parteivorsitzende Heinz-Christian Strache sagte dazu, über diesen »Vorschlag« sei »ernsthaft zu beraten«.

[…]

Die einen, wie Jobbik, Teile der Anhängerschaft der ungarischen Regierungspartei Fidesz, die NPD, die Anhänger des früheren Vorsitzenden des Front National, Jean-Marie Le Pen, und die Ideologen der FPÖ, wünschen das offene Bündnis mit islamistischen Regimes wie jenem im Iran

[…]

Und so bleiben die sich vermeintlich von ihrer antisemitischen Tradition lösenden Rechtsextremen weiterhin vor die Frage gestellt, wie die Konkretisierung des als unendlich bedrohlich wahrgenommenen Realabstrakten der wertverwertenden Gesellschaft im Einzelnen auszusehen hätte. Die Erfolge von Jobbik und der griechischen Partei Chrysi Avgi, die bei den jüngsten Wahlen sieben Prozent der Stimmen in Griechenland erhalten hat, mittlerweile in Umfragen doppelt so stark ist und deren Kader vor laufenden Kameras allen »Parasiten« und »Untermenschen« damit drohen, dass man bereit sei, »die Öfen zu öffnen und sie zu Seife zu verarbeiten«, könnten schnell dazu führen, dass die partielle, in den jeweiligen rechtsextremen Parteien ohnehin stark umstrittene Abkehr von allzu offenen Anklängen an die historischen Vorbilder schnell wieder Geschichte ist. Für die vermeintlich modernisierten Fraktionen wäre es dann umso einfacher, sich als geläuterte demokratische Rechte zu präsentieren.“ („Zwei Wege führen nach Rechts“)

All diese Parteien haben starke Stimmenzuwächse. Der französische Front National legte letztes Jahr um fast 10% auf 13% zu, die extrem antisemitische Jobbik erreichte 2010 in Ungarn ca. 17% und wird bei der nächsten Wahl voraussichtlich noch stärker, wenn sich die auch antisemitische Regierungspartei Fidesz nicht stärker ihren Positionen annähert, usw.

Während, in Griechenland offen die Rede davon ist „die Öfen [für „Parasiten“ und „Untermenschen“] zu öffnen“, gab es in Malysia Pogrome in Begleitung antisemitischer Hetzreden seitens des Staatsschafs, der die Juden verantwortlich für den Verfall der Landeswährung machte. Juden fielen diesen wohl nur auf Grund ihrer Abwesenheit vom Ort des Geschehens nicht zum Opfer, es bildete sich ein Mob, der „grauenvolle Pogrome in den Vierteln der chinesischen Minderheit anrichtete, weil diese angeblich an der Krise verdienten.“

III

Gegen die „Ein-Staaten-Lösung“ sprechen aber auch die Ergebnisse der „palästinensischen“ Parlamentswahlen und ein genauer Blick darauf, was für Gruppierungen Fatah und insbesondere die Hamas eigentlich sind. Diese werden oft falsch dargestellt, wenn es heißt, bei der Fatah handele es sich um die „gute“ säkulare und bei der Hamas um die eher „böse“ und „islamistische“ Partei, die aber auch einen gemäßigten Flügel habe.

So wurden Juden auf einer Jubiläumsfeier vom Moderator als Nachkommen von Affen und Schweinen und Schweinen bezeichnet und vom Mufti Muhammed Hussein die folgende Koransure zitiert:

„Der jüngste Tag wird nicht kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen und sie töten, so dass sich die Juden hinter Bäumen und Steinen verstecken. Und jeder Baum und Stein wird sagen: ,Oh Muslim, oh Diener Gottes, da ist ein Jude hinter mir. Komm und töte ihn.’ Und nur der Bocksdorn-Baum wird schweigen“

Nun mögen viele denken: „Was, so übel wird auf Feiern der Hamas gesprochen?“ Ja, auch. Muhammed Hussein ist aber der Mufti, also „geistliche Führer“, der „gemäßigten und säkularen“ Fatah. Dem kann zwar entgegengehalten werden, dass die Fatah in ihrer „Realpolitik“ wesentlich „pragmatischer“ sei, als auch die Tatsache, dass es in der Fatah verschiedene Strömungen gibt, aber die Worte sprechen schon für sich selbst und zeigen, dass sich ein friedliches Miteinander in einem gemeinsamen Staat sehr schwer denkbar wäre. Das ist ihre Propaganda, wenn mal nicht vom gemeinsamen Staat die Rede ist, in dem „allen Bürgern gleiche Rechte zugestanden werden, ohne rassische oder religiöse Diskriminierung.“ (Wikipedia)

Die Hamas schlägt hingegen noch ganz andere Töne an, z.B. in ihrer Charta von 1988. Ihr Antisemitismus ist (ebenfalls) kein religiöser Antijudaismus, sondern trägt tatsächlich eher Züge des „modernen“ Antisemitismus und dass im Gegensatz zum mutmaßlichen Antisemitismus der NPD („Wer sich gegen Globalisierung stellt, der stellt sich gegen eine weltweite Entwicklung, die von einer kleinen Machtclique vorangetrieben wird“, “multinationale Kontrolle als Gefahr") sogar ganz offen. Nach Robert Kurz

handelt es sich um eine postmoderne kulturalistische Krisenideologie eines Teils der längst verwestlichten Eliten in den islamischen Ländern, die das autoritäre Potential der Postmoderne repräsentieren und den gänzlich unislamischen europäischen Antisemitismus aufgesogen haben.“

Dieser Antisemitismus identifiziert Juden mit dem Geld bzw. insbesondere den Banken und halluziniert eine Vormacht des „raffenden Kapitals“ bzw. „der Spekulanten“ bzw. „der Juden“ über das „schaffende“ Kapital, als ob Kapital nicht immer dem Zwecke der Selbstverwertung dienen würde und nicht jede marktbezogende Tätigkeit risikobehaftet, also spekulativ wäre, als ob nicht z.B. auch ein Bäcker spekulieren müsse, wieviel Brötchen er bei welchem Preis wohl verkaufen könne. Abgesehen von theoretischen Erörterungen legt schon die Tatsache, dass z.B. viele größere Automobilkonzerne heutzutage eine Bank unterhalten nahe, dass solche Theorien fragwürdig sind, auch wenn Sie sich äußerst breiter Beliebtheit erfreuen, weil sie nicht die gewohnten und von den Subjekten [Unter Wirkung des stummen Zwangs der ökonomischen Verhältnisse] reproduzierten gesellschaftlichen Verhältnisse in Frage Stellen, sondern versuchen Schuldige zu identifizieren:

Im Übrigen bewegt sich [der Querfront-Antiimperialist und Verschwörungsideologe] Elsässer mit seiner Auffassung von der Verursachung der Krise durch das US-Finanzkapital in erlauchter Gesellschaft solch bekannter 'Anti-Imperialisten' wie dem wirtschaftsliberalen Leiter des Münchner Ifo-Instituts Hans-Werner Sinn, der im Gespräch mit der 'FAZ' beklagt, daß die derzeitige Finanzkrise 'nicht auf einem grundsätzlichen Fehler des Kapitalismus basiert', sondern 'viel mehr in der Regulierung des amerikanischen Finanzsystems' bzw. einem US-spezifischen 'Glücksrittertum' liege. Der Entlastungsdiskurs über das US-Finanzkapital und die 'spekulativen Exzesse' – vor denen sogar das ultraliberale Österreichische Hayek-Institut ausdrücklich warnt – eint übergreifend all jene gesellschaftlichen Gruppierungen, denen die prinzipiellen Funktionszusammenhänge des kapitalistischen Weltsystems als nicht kritisierbare 'Naturgrundlagen' erscheinen. Offenbar wiederholt sich hier die von Marx bereits in der 'Kritik des Gothaer Programms' konstatierte vulgäre Gesellschaftstheorie, in welcher das Bestehende nur 'innerhalb der Grenzen des polizeilich Erlaubten und logisch Unerlaubten' kritisiert wird.'

[…]

Elsässers Verwirrung in der Sache steigert sich noch, wenn er in seinem Text 'Bomben aus fiktivem Kapital' schreibt, daß fiktives Kapital 'in Computern generiert wurde' und 'aus finanzieller Hexerei entstanden' sei. Er übersieht dabei komplett so zentrale Zusammenhänge wie die Ankurbelung der US-Wirtschaft (und damit der Weltwirtschaft!) über fast eine Dekade durch die Verschuldung der US-Konsumenten. Hätte hier ausschließlich 'Hexerei' statt gefunden, hätte sich nicht so eine massive Rückkoppelung mit den produzierenden Kapitalien abspielen können. Wie Robert Kurz sehr überzeugend gezeigt hat, stellt die Aufspaltung des Kapitals in ein 'böses' und ein 'gutes' Kapital und die Zuweisung der Schuld an der Krise an das böse Finanzkapital die 'archetypische' Grundlage antisemitischer Denker dar, die

'in ihrer Kritik von zinstragendem Kapital und ‚unproduktiver’ Spekulation die Logik des wirklichen Prozesses auf den Kopf stellen und die Wirkung mit der Ursache verwechseln. Während sie behaupten, daß es der Tribut der industriellen Warenproduktion an das zinstragende Kapital und dessen spekulative Wucherung aus sich heraus sei, wodurch die krisenhafte Stockung der realen Produktion verursacht werde, verhält es sich genau umgekehrt: die Stockung der realen Warenproduktion durch ihre eigenen inneren Widersprüche läßt die in der Geldform realisierten Gewinne vergangener Produktionsperioden in den Finanz- und Spekulationssektor strömen. Es ist das industrielle Kapital selbst, das letztlich den spekulativen Prozeß des ‚fiktiven Kapitals’ in Gang setzt.'“ („Antisemitismus und Finanzkapital. Zur Kritik des völkischen Denken des ehemaligen Linken Jürgen Elsässer“ von Hans-Peter Büttner)
http://www.trend.infopartisan.net/trd0409/t060409.html

In der Charta der Hamas heißt es z.B.:

Artikel 22: Die Feinde häuften (...) einen riesigen und einflussreichen materiellen Wohlstand an, der sie in die Lage versetzte, ihren Traum umzusetzen. Dieser Reichtum erlaubte es ihnen, die Kontrolle über die Weltmedien wie zum Beispiel Nachrichtenagenturen, Zeitungen, Verlagshäuser, TV-Sender und weitere Dinge dieser Art zu übernehmen. Sie nutzten diesen Reichtum ebenfalls aus, um Revolutionen in verschiedenen Teilen der Welt anzustacheln, um ihre Interessen zur realisieren und die Früchte zu ernten. Sie standen hinter der Französischen Revolution und hinter den kommunistischen Revolutionen und den meisten Revolutionen, von denen man hier und da hört. (...) Sie nutzten das Geld ebenfalls dazu, die Macht über die imperialistischen Länder zu gewinnen und sie dazu zu bringen, viele Länder zu kolonisieren, um die Reichtümer dieser Länder auszubeuten sowie ihre Korruption dorthin zu verbreiten.
Hinsichtlich der regionalen und weltweiten Kriege ist es zweifellos soweit gekommen, dass die Feinde hinter dem I. Weltkrieg standen um so das Islamische Kalifat auszulöschen. Sie sammelten materielle Ressourcen und übernahmen die Kontrolle über zahlreiche Quellen des Wohlstands. Sie erreichten die Balfour-Erklärung und etablierten den Völkerbund, um mit den Mitteln dieser Organisation über die Welt zu herrschen.
Sie standen ebenfalls hinter dem II. Weltkrieg, in dem sie immense Vorteile aus dem Handel mit Kriegsausrüstungen zogen und die Etablierung des Staates Israel vorbereiteten. Sie inspirierten die Errichtung der Vereinten Nationen und des Sicherheitsrats, um den Völkerbund zu ersetzen und die Welt mithilfe ihrer Mittelsmänner zu beherrschen. Es gab keinen Krieg, an welchem Ort auch immer, der nicht ihre Fingerabdrücke trägt. (…)

Ihr Komplott wurde in den Protokollen der Weisen von Zion niedergelegt: Ihre derzeitiges Verhalten ist der bester Beweis für das, was dort gesagt wurde. (...)
Wie haben keine andere Wahl als alle Kräfte und Energien zu vereinen, um dieser verabscheuungswürdigen Nazi-Tataren-Invasion gegenüberzutreten. Andernfalls werden wir den Verlust unserer Länder erleben, die Entwurzelung ihrer Bewohner, die Ausbreitung von Korruption über den Erdball und die Zerstörung aller religiösen Werte. (…)

Im Rahmen der Kampfarena mit dem Weltzionismus betrachtet sich die Hamas als Speerspitze und Avantgarde. Sie verbindet ihre Anstrengungen mit all denen, die auf dem Schauplatz Palästina aktiv sind. Es müssen jedoch noch mehr Schritte von den arabischen und islamischen Völkern und den islamischen Vereinigungen überall in der arabischen und islamischen Welt unternommen werden, um die nächste Runde im Kampf gegen die Juden, die Händler des Krieges, möglich zu machen. (Übersetzung: M.K. & R.R.C.)“

IV

Die Propaganda der Hamas klingt nach der Propaganda der Nazis? Das ist kein Wunder: Es ist die Propaganda der Nazis! Aus der Zeit des zweiten Weltkrieges:

„Wer die Frühgeschichte des Nahost-Konflikts unabhängig von der PLO-Historiographie und ihren Nachbetern analysiert, wird mit dem frühen Islamismus in Palästina und einer folgenreichen Einflussnahme Nazi-Deutschlands konfrontiert. Die Schlüsselfigur für beides war Amin el-Husseini, der Mufti von Jerusalem. Dieser lebte von 1941 bis 1945 in Berlin, konferierte mit Adolf Hitler und gründete die muslimische Bosniaken SS-Division. Seine Hauptsorge galt der Gefahr, Juden könnten der Shoa entkommen: 4.000 jüdische Kinder, die freikommen sollten, schickte man auf seine Veranlassung in den Tod.

Niemand aber hatte die muslimisch-jüdische Konfrontation erfolgreicher geschürt, als der Mufti, der die höchste religiöse und politische Autorität des palästinensischen Nationalismus gewesen war. Unter seiner Ägide wurde der antizionistische Kampf islamisiert und zur religiösen Pflicht verklärt: Wer sich den antijüdischen Vorgaben des Mufti nicht beugte, wurde in den Freitagsgebeten der Moscheen namentlich denunziert und bedroht. Stolz schilderte el-Husseini darüber hinaus in einem Brief an Adolf Hitler, wie er in unermüdlicher Anstrengung dafür gesorgt habe, dass „die Palästina-Frage alle arabischen Länder in gemeinsamen Hass gegen die Engländer und Juden vereinigt.“
Seit 1937 honorierte Deutschland diese Aktivitäten mit Waffenlieferungen und Geld. Ausgangsbasis der Mufti-Hitler-Kooperation war ein vom Nationalsozialismus formulierter Antizionismus, dem der eliminatorischer Antisemitismus von vornherein eingeschrieben war. […] In Mein Kampf führte Adolf Hitler dies 1925 weiter aus: Die Juden „denken gar nicht daran, in Palästina einen jüdischen Staat aufzubauen, ... sondern sie wünschen nur eine mit eigenen Hoheitsrechten ausgestattete … Organisationszentrale ihrer internationalen Weltgaunerei.“

[...]

Wer mit den Juden verhandeln wollte, wurde [.] von den Banden des Mufti liquidiert. Diese Praxis erreichte im „arabische Aufstand“ von 1936-1939 ihren Höhepunkt. In den bis heute gängigen PLO-Legenden werden die Gewaltausbrüche jener Jahre als „Guerillakrieg“ und „palästinensischer Widerstandskampf“ glorifiziert. Die Wirklichkeit sah anders aus: „Der Mufti schaltete bewusst mit äußerster Härte seine Gegner innerhalb des palästinensischen Lagers aus“, konstatiert Abraham Ashkenasi. „Innerhalb des palästinensischen Lagers ist es zu mehr Mord und Totschlag gekommen als gegen Juden und gegen Briten.“ Darüber hinaus wurden in den von den Mufti-Banden kontrollierten Gebieten neue Kleiderordnungen und Scharia-Gerichte eingeführt und „unislamische“ Abweichler gnadenlos umgebracht.

[…]

Auch in seinem Kampf gegen jede Zwei-Staaten-Lösung wurde der Mufti von den Nazis bestärkt.

[...]
1947 wurde anlässlich des UN-Teilungsplans für Palästina die zweite große Chance einer Einigung vereitelt. Mit größter Vehemenz sorgte der Mufti im arabischen Lager für die Ablehnung des UN-Beschlusses um stattdessen den Krieg gegen den beschlossenen jüdischen Staat vorzubereiten. Der skandalöse Umstand, dass der in Europa als Nazi-Kriegsverbrecher gesuchte el-Husseini erneut als Sprecher aller Palästinenser reüssieren konnte, erhielt so historisches Gewicht. Es waren in erster Linie die Muslimbrüder, die dem Mufti zuvor ein Aufenthaltsrecht in Ägypten und neue Handlungsspielräume erkämpft hatten: 1947 hatten sie Amin el-Husseini zum offiziellen Führer der Muslimbrüder in Palästina gekürt.

Für große Teile der arabischen Welt wurden mit dem Mufti aber gleichzeitig auch der Nationalsozialismus und dessen Antisemitismus rehabilitiert. Scharenweise strömten die in Europa gesuchte Nazis in die arabische Welt, um dort entweder im Bereich „Agitation und Propaganda“ ihre antisemitische Mission fortzusetzen oder sich an der Entwicklung ägyptischer Raketen zur Zerstörung Israels zu beteiligen. Massenhaft wurden hier in den folgenden Jahrzehnten die Protokolle der Weisen von Zion verbreitet und mit Unterstützung der ägyptischen Präsidenten Gambal Abdel Nasser und Anwar as-Sadat – beide einst Mitglieder in der Muslimbruderschaft – stets neu verlegt.
Der Mufti blieb bis 1974, als er starb, von der Nazi-Variante des Antizionismus beseelt. Er stand als Pate und Finanzier hinter der 1959 gegründeten Fatah und setzte 1968 Jassir Arafat inoffiziell als seinen Nachfolger ein: „Amin el-Husseini hatte den Eindruck, dass Arafat der richtige Führer für die palästinensische Nation war. Er fand, er sei fähig, die Verantwortung zu tragen.“ (J. und J. Wallach, Jassir Arafat, München 1994)
Mithin stand die zionistische Bewegung und der Staat Israel von Anfang an einer Bewegung gegenüber, die sich nicht von Rationalitätskalkülen, sondern von einer auf Elimination setzenden Vernichtungswut gegen Juden leiten ließ. Während der jüdische Fundamentalismus im Zionismus immer in der Minderheit blieb, war der islamistische Fundamentalismus in der palästinensischen Nationalbewegung in den maßgeblichen Jahrzehnten dominant. An dieses Erbe knüpft die Hamas heute an. Sie hat erstens den Antizionismus der Nazis übernommen und islamistisch radikalisiert. Sie hat zweitens nach dem Vorbild des Mufti ihre Widersacher, die sogenannten „Kollaborateure“, zu Hunderten einfach abgeknallt. So wurden auch während der ersten Intifada weitaus mehr Palästinenser aus der Hand von Palästinensern, als von isralischen Truppen getötet. Viele dieser Morde, die zwischen 1987 und 1993 an über 940 Palästinensern verübt wurden, gehen auf das Konto der Hamas, wobei oft schon ein Verstoß gegen das islamistische Homogenitätsgebot („moralische Verfehlung“) mit dem Tode bestraft wurde. Drittens setzt die Hamas die Obstruktionspolitik des Mufti gegen jeden Ansatz einer friedlichen Lösung konsequent fort.

Die wichtigsten Weichen zur Torpedierung einer arabisch-jüdischen Verhandlungslösung wurden allerdings bereits in der Phase der Nazi-Mufti-Kooperation gestellt: Ausschaltung der palästinensischen Politiker, die eine Zwei-Staaten-Lösung befürworteten, Einschwörung der arabischen Welt auf den eliminatorischen Antizionismus, Islamisierung des Palästina-Konflikts. Dies ist evident. Um so verblüffender die Hartnäckigkeit, mit der man gerade diese Kooperation hierzulande in ein viel sagendes Schweigen hüllt. So wie im Hause des Henkers über den Strick nicht gesprochen werden darf, setzt sich hierzulande das Schweigen über die Nazi-Verbindungen des Mufti als Schweigen über den islamistischen Antisemitismus weiter fort.“ („Die Nazis und der Islamismus in Palästina“, Von Matthias Küntzel)

Auch eine andere Quelle zeigt, wie sehr die Charta der Hamas durch die Propaganda des zweiten Weltkriegs gefärbt ist:

"Im Gegenzug reiste Husseini auf den Balkan, wo er muslimische Soldaten für die Wehrmacht rekrutierte und im Rundfunk zum anti-britischen (und anti-jüdischen) Dschihad im Nahen Osten aufrief. Husseini schrieb auch an europäische Staatschefs (in Ungarn, Italien etc.) und bat sie, jüdische Gruppen an der Emigration aus Europa zu hindern, wodurch er sie letzten Endes dann in Hitlers Gaskammern schickte

[...]die Berliner Propaganda im Nahen Osten während des Zweiten Weltkriegs. In erster Linie wurden dazu Radiosendungen auf Arabisch und Farsi genutzt [...]

Die Propagandisten aus Berlin beschimpften die Juden als Schädlinge für die Menschheit; Briten, Amerikaner und Russen wurden als jüdische Agenten über einen Kamm geschoren. Im Nahen Osten wurde die Botschaft geschluckt und fügte der ursprünglichen islamischen Judäophobie […] eine neue Ebene hinzu. Doch während viele Muslime früherer Jahrhunderte Juden für niederträchtig, zugleich jedoch für verachtenswert und schwach gehalten hatten, zeichnete die Nazi-Propaganda die Juden als übermächtig und verschworen im Versuch, Deutschland zu vernichten und die Menschheit zu verderben.

In den Sendungen aus Berlin betonten deutsche Kommentatoren Werte, die, wie sie behaupteten, dem Nazismus und dem Islam/den Arabern gemeinsam seien, wie etwa die Opposition gegen Liberalismus und Demokratie des Westens. Beide, hieß es in einer Sendung von 1940, 'teilten das Leid und das Unrecht nach Ende des (Ersten) Weltkriegs. Die Ehre dieser beiden großen Völker wurde beleidigt.'

[…]

Husseini sendete am 1. März 1944: "Erhebt euch. Erhebt euch wie ein Mann für eure geheiligten Rechte. Tötet die Juden, wo immer ihr sie findet. Das gefällt Gott, Geschichte und Religion.“ („Dann schickte Allah Adolf Hitler“)

Es mutet schon seltsam an, wenn Linke und Antifaschisten meinen, man sollte eine Nazi-Organisation wie die Hamas im Kampf gegen den jüdischen Staat unterstützen, oder sie, wie es Judith Butler tat, gar als „linke“ Organisation bezeichnen...

Doch die Fatah bzw. die PLO überhaupt ist nicht viel besser, halt hier der Einfluss des Nazi-Großmuftis nach, der ursprünglich durch die britische Kolonialregierung eingesetzt wurde, auch nach Angriffen auf jüdische Zivilisten von dieser unterstützt wurde und auch dessen Macht nach Greueltaten noch von der Kolonialregierung erweitert wurde. Der dennoch von Vielen als antikolonialistischer Kämpfer verehrt wurde und wird, obwohl seine Macht ursprünglich auf Zuwendungen und Begünstigungen der Briten aufbaute und er erst mit deren Hilfe so etwas wie eine „palästinensische“ Zentralgewalt in Jerusalem aufbauen konnte, die vorher nie existierte:

Durch seinen Vorsitz im SMC kontrollierte al-Husseini ein breites Geflecht von Klientelbeziehungen und hatte Macht über einen großen Teil der Bevölkerung. Dieses neue Klientelsystem konkurrierte bedrohlich mit den traditionellen familien- und clangebundenen Verhältnissen, die noch aus der Zeit des osmanischen Reiches stammten. Traditionelle arabische Eliten aus anderen Gegenden wie Hebron oder Haifa ertrugen nur unwillig das Monopol der von den Briten unterstützen Elite mit Basis in Jerusalem...

Diese Spannungen innerhalb der herrschenden arabischen Schicht wurden dadurch verschärft, dass Hajj Amin, der kein gewählter Amtsträger war, immer stärker versuchte, die palästinensische Politik zu diktieren. Die Konkurrenz zwischen den bedeutenden Familien und die verstärkte Verwendung der zionistischen Bedrohung als Werkzeug im politischen Kampf innerhalb der Elite war ein idealer Nährboden für Extremismus. Hajj Amin hetzte seine Anhänger oft gegen die Nashashibis auf, indem er diese als zionistische Kollaborateure bezeichnete.“

Wegen seiner Verbrechen im zweiten Weltkrieg gegen Serben und Roma zwar von Joguslawien wegen Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem Nürnberger Tribunal angeklagt wurde, aber wundersamerweise aus der Gefangenschaft der westlichen Alliierten nach Kairo entkam um den Kampf gegen seinen Hauptfeind, die Juden, weiterzuführen.

Diese Ignoranz gegenüber der Bedrohung Israels ist in Deutschland aber genauso „Volksport“ (Stefan Gärtner, Titanic), wie die Israelkritik, kombiniert mit der Verrückten Befindlichkeit, man dürfe nichts gegen Israel sagen, obwohl ständig alle möglichen Leute was gegen Israel sagen, z.B. die Süddeutsche Zeitung, die Israel als gefräßiges Monster darstellt (dazu auch hier). Adorno:

„Darauf spekuliert tatsächlich einer der wesentlichen Tricks von Antisemiten heute: sich als Verfolgte darzustellen; sich zu gebärden, als wäre durch die öffentliche Meinung, die Äußerungen des Antisemitismus heute unmöglich macht, der Antisemit eigentlich der, gegen den der Stachel der Gesellschaft sich richtet, während im allgemeinen die Antisemiten doch die sind, die den Stachel der Gesellschaft am grausamsten und am erfolgreichsten handhaben"

Bei einer Dominanz des Parlamentes der Autonomiebehörde durch Fatah und Hamas und einer Mehrheit eher rechten Parteien in Israel stellt sich die Frage, wie das friedliche Zusammenleben in einem gemeinsamen Staat überhaupt möglich sein soll.

V

Die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“ sollten bekannt sein. Der Begriff „Nazi-Tataren-Invasion“ hingegen deutet auf die längst widerlegte Chasaren-Theorie hin, die mit rassistischen Pseudoargumenten das Existenzrecht Israels widerlegen sollte, in dem sie unterstellt, ein Großteil der Juden seien Nachfahren Konvertiten tatarischer Abstammung. Beliebtheit erfreut sie sich heute noch bei linken und rechten Antizionisten, Verschwörungsideologen, Nazis, Shlomo Sand(z.B. Unwidersprochen bei 3Sat Kulturzeit) und besonders bei arabischsprachigen Medien. Mal davon abgesehen, dass die Tatsachenbehauptungen längst als wiederlegt gelten (durch Linguistik und Genforschung), ist es erschreckend, dass sich auch viele „linke“ Antizionisten derart biologistische Argumentationsmuster bedienen: Wiederbelebt wurde sie ausgerechnet in den Propagandalaboren der sogenannten „UdSSR“ in Folge des Sieben-Tage-Krieges im Zusammenhang mit der Ideologien des „Antiimperialismus“ und sogenannter „nationaler Befreiungsbewegungen“, Versatzstücke aus dem Marxismus -Leninismus, die wie Avantgardetheorie ihren Weg in die Charta der Hamas gefunden haben.

Allerdings spielen Konstruktion und Dekonstruktion „nationaler Identität“ und deren Überleitung in das „Alltagswissen“ auch bei den „Palästinensern“ eine ideologisch und historisch wichtige Rolle. Es wird all zu gern vergessen, dass Jordanien das Westjordanland als Teil des Völkerbundmandatsgebietes Palästina bzw. der Region Palästina, beanspruchte und auch kontrollierte, bis sich die ganze Region „Cisjordanien“ (heute Israel und „Palästina“), also der Teil Palästinas/Jordaniens westlich des Jordans, in Folge des Sieben-Tage-Krieges unter militärischer Kontrolle Israels befand, und sich Jordanien fortan mit dem östlichen Teil Palästinas, auch „Transjordanien“ genannt, begnügte. Vor diesem Hintergrund sollte sowohl die „ethnische Zusammensetzung“ als auch die Tatsache, dass Ostpalästina/Jordanien als einziges Land den „Palästinensern“, die Staatsbürgerschaft gewährt, Beachtung finden:

„99,2% der Jordanier betrachten sich als Araber. [...]

Über 50 % der arabischen Bevölkerung[5][6][7] stammen von den etwa 800.000 Palästinensern (s. Palästina) ab, die nach dem Palästinakrieg und dem Sechstagekrieg nach Jordanien geflohen sind.

Die beiden größten Städte Jordaniens, Amman und Zarqa, haben palästinensische Bevölkerungsmehrheiten von 90 bis 99 %.[8] Etwa 337.000 oder 17 % der 1,9 Millionen im Land registrierten Flüchtlinge, denen Jordanien als einziges arabisches Land die Staatsbürgerschaft gewährt hat, leben nach wie vor in 10 Flüchtlingslagern.[9] In der Folge des Irak-Konflikts und der Vertreibung der Palästinenser aus Kuwait 1991 nahm Jordanien erneut Flüchtlinge aus beiden Ländern auf.“ (Wikipedia)

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3d/PalestineAndTransjordan.png/250px-PalestineAndTransjordan.png

"Palästina: Transjordanien und Cisjordanien nach 1923" (Wikipedia)

Und darüber hinaus gab es auch solche Vorstellungen der Nation:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/e/e5/Gro%C3%9Fsyrien_SSNP.png/800px-Gro%C3%9Fsyrien_SSNP.png

"Maximalausdehnung des "natürlichen Syrien" in der Vorstellung eines extremen Flügels der SSNP: Syrien und Libanon (schwarz), die übrigen Staaten des "Fruchtbaren Halbmondes" (rot) und Grenzregionen weiterer Staaten (weiß)" (Wikipedia)

So wird auch das verständlicher, was der später erste Vorsitzende der PLO (!) 1956 vor dem Sicherheitsrat der vereinten Nationen sagte:

"It is common knowledge that Palestine is nothing but southern Syria." — Ahmed Shukairy, , United Nations Security Council, 1956

Oder was das damalige PLO-Exekutivratsmitglied Zahir Muhsein meinte, als er der niederländischen Zeitung Trouw am 31. März 1977 mitteilte:

„Ein palästinensisches Volk gibt es nicht. Die Schaffung eines palästinensischen Staates ist nur ein Mittel, unseren Kampf gegen Israel für unsere arabische Einheit fortzusetzen. In Wirklichkeit gibt es keinen Unterschied zwischen Jordaniern, Palästinensern, Syriern und Libanesen. Nur aus politischen und taktischen Gründen sprechen wir heute von der Existenz eines palästinensischen Volkes, da die arabischen Interessen verlangen, dass wir die Existenz eines eigenen 'palästinensischen Volkes' fordern, um uns dem Zionismus zu widersetzen.

Aus taktischen Gründen kann Jordanien als souveräner Staat mit festgelegten Grenzen keine Ansprüche auf Haifa und Jaffa geltend machen, während ich als Palästinenser unzweifelhaft Haifa, Jaffa, Beer-Sheba und Jerusalem beanspruchen kann. In dem Augenblick aber, in dem wir unser Recht an ganz Palästina wieder gewonnen haben, werden wir nicht eine Minute zögern, Palästina und Jordanien zu vereinen.“ (Wikipedia)

Oder auch diese Herren:

"There is no such country as Palestine. 'Palestine' is a term the Zionists invented. . . . Our country was for centuries part of Syria. 'Palestine' is alien to us. It is the Zionists who introduced it." — Local Arab leader to British Peel Commission, 1937

"There is no such thing as Palestine in history, absolutely not" — Professor Philip Hitti, Arab historian to Anglo-American Committee of Inquiry, 1946


Oder auch, was „Palästinenser-Präsident“ Arafat, auch noch 1993 im jordanischen Fernsehen sagte:

"Da wir Israel nicht durch Krieg zerstören können, tun wir es in Phasen. Wir übernehmen alles und jedes Stückchen Land Palästinas, dessen wir habhaft werden können und gründen darauf eine souveräne Einheit. Diese nutzen wir als Sprungbrett um mehr zu greifen. Wenn die Zeit reif ist, können wir die arabischen Nationen dazu bringen, gemeinsam mit uns den Endschlag gegen Israel zu führen." (z.n. „Es gibt kein palästinensisches Volk“)

Und um auch ausnahmsweise mal einen "Kronzeugen" zu zitieren:

"Palästina hat nie ... als autonome Einheit existiert. Es gibt keine Sprache, die Palästinensisch genannt wird. Es gibt keine erkennbare palästinensische Kultur. Es hat nie ein Land gegeben, das als Palästina von Palästinensern regiert wurde. Palästinenser sind Araber, nicht zu unterscheiden von Jordaniern (die eine weitere Erfindung der jüngeren Vergangenheit darstellen), Syrern, Libanesen, Irakis usw.

Bedenken Sie, dass die Araber 99,9 Prozent des Landes im Nahen Ostens kontrollieren. Israel besteht aus nur einem Zehntel eines Prozents der Landmasse. Aber das ist für die Araber noch zu viel. Sie wollen alles. Und das ist es, worum Israel heute kämpft... Egal, wie viel Zugeständnisse die Israelis beim Land machen, es wird niemals genug sein.“ Aus: "Myths of the Middle East" von Joseph Farah, einem arabisch-amerikanischen Autor und Journalisten, WorldNetDaily, 11.10.2000

VI

Eine solche eliminatorische Rhetorik wie sie die "palästinensichen" Funktionseliten gegen Israel äußern war (und ist zum Teil noch) auch in anderen arabischen Staaten nicht ungewöhnlich:

"Die Rhetorik der arabischen Führer war im Vorfeld des [Sieben-Tage-]Krieges von anti-israelischer Aggressivität geprägt. So erklärte zum Beispiel Syriens Präsident Nureddin Mustafa al-Atassi am 22. Mai 1966:

'Wir wollen einen totalen Krieg ohne Einschränkungen, einen Krieg, der die zionistische Basis zerstören wird.'

Am 20. Mai 1967 verkündete Hafiz al-Assad, damals syrischer Verteidigungsminister und späterer Staatschef:

'Unsere Streitkräfte sind nun voll bereit […] dem Akt der Befreiung den Anstoß zu geben und die zionistische Anwesenheit im arabischen Heimatland in die Luft zu jagen. Ich als Militär glaube, dass die Zeit gekommen ist, den Vernichtungskrieg zu führen.'

Am 27. Mai 1967, kurz vor Kriegsausbruch verkündete Gamal Abdel Nasser, der Präsident Ägyptens:

'Unser grundlegendes Ziel ist die Vernichtung Israels. Das arabische Volk will kämpfen.'“ (Wikipedia)

VII

Desweiteren gerät häufig aus dem Blick, das entgegen fortgesetzter Legendenbildung, die sich auch in 11 von 12 untersuchten deutschen Schulbüchern niederschlägt, die jüdische Bevölkerung Israels zu sehr großen Teilen, bis zum Zusammenbruch des Ostblocks etwa zur Hälfte, aus muslimischen Ländern stammte, in denen das Leben für sie zunehmend unerträglich wurde, nach dem es nie besonders rosig war. So schrieb der jerusalemer Jude Gedalja von Simiatycze um 1700:

„[Jeder Jude und Christ war] gezwungen, an den Sultan alljährlich eine Kopfsteuer in Höhe von zwei Goldstücken zu entrichten. Der Reiche musste nicht mehr bezahlen, doch der Arme konnte nicht soviel geben. Alljährlich, meist zur Osterzeit, kam ein Abgesandter aus Konstantinopel nach Jerusalem. Wer nichts besaß um die Steuer zu bezahlen, wurde ins Gefängnis geworfen. Der Abgesandte blieb etwa zwei Monate, so dass sich die armen Juden verstecken [oder zum Islam konvertieren] mussten.

[...]

Das muslimische Gesetz verlangt außerdem, dass jede Religion die ihr zugewiesene Kleidung träg, das gilt sogar für Schuhe, die Juden tragen dunkelblaue, die Christen rote. Die Muslime zeigen sich den Juden auch besonders feindselig und unterziehen sie der öffentlichen Demütigung auf der Strasse, Juden dürfen sich nicht wehren und müssen zuerst grüßen und auch Platz für die Muslime machen, Juden dürfen keine Häuser bauen, die höher als die der Muslime sind, dürfen kein Pferd reiten, müssen den gelben Fleck [!] tragen, bestimmte Hutformen und auch den Frauen wird zeitweise vorgeschrieben, unterschiedlich farbige Schuhe, wie einen rot, den anderen schwarz und mit Glöckchen zu versehen, damit man sie schon von Weitem hören kann.“

Klar ist, dass eine solche weit über ein Jahrtausend währende Diskriminierung sowohl bei den Diskriminierten als auch bei den Diskriminierenden tiefe kulturelle Spuren hinterlässt. Für viele (konservative) Moslems musste also eine Emanzipation und Gleichberechtigung der Juden also wie die Herabwürdigung ihrer selbst wirken:

Warum reagierten viele Araber von Anfang an mit heftiger Wut auf den Zionismus, die Bewegung für einen jüdischen Staat in Palästina? Um dies zu verstehen, muss man die Welt mit den Augen des traditionellen arabisch/islamischen Weltverständnisses betrachten.

Die arabischen Oberschichten betrachteten das System der Dhimma als den Mörtel ihrer Gesellschaftsstruktur, sie sicherten sich auf diese Weise die Loyalität der „Straße“. Viele Araber verstanden den niedrigen Status der Juden - den Dhimmi-Status - als eine Bestätigung des eigenen Werts. Besonders verachtet wurden die Juden, vielleicht weil diese, anders als die Christen, keinen jüdischen Staat hatten, der mit islamischen Staaten hätte konkurrieren können.

Juden waren im Mittleren und Nahen Osten sowie in Nordafrika für *über tausend Jahre* Dhimmis gewesen. Als Vergleich: die Sklaverei der Schwarzen in Amerika begann vor `gerade einmal` vierhundert Jahren. Und man erinnere sich, mit welch brutaler Gewalt viele weiße Amerikaner auf die Abschaffung der Sklaverei reagierten (in den Südstaaten waren nach Ende des Bürgerkrieges Lynchmorde an der Tagesordnung). Wenn jemand eine Person für von Natur aus unterworfen hält, denn kann jedes Streben nach Gleichheit als Beleidigung und als Affront empfunden werden.

Woher rührte also der Hass bei Arabern in ganz Nordafrika und dem Mittleren Osten, die niemals einen Zionisten zu Gesicht bekommen hatten? Es gibt dafür zwei Gründe: erstens handelten die Juden hier nicht als „gute Dhimmis“. Zweitens brachten zionistische Juden den gefährlichen Virus moderner Ideen mit sich. Natürlich gab es dabei Unterschiede. „Die Juden“ sind keine einheitliche Gruppe. Aber viele von ihnen brachten in den Mittleren Osten die Idee einer liberalen Demokratie, weltlicher Erziehung und der Gleichstellung der Frau - und manchmal sogar sozialistisches Gedankengut. Diese Ideen forderten nicht nur die arabische Kultur heraus, sondern sie konnten bei weiterer Verbreitung die Macht der herrschenden Eliten in der gesamten arabischen Welt gefährden (1900 so gut wie heute). („Palästina ist unser Land und die Juden sind unsere Hunde“, von Francisco J. Gil White)

Die Angst vor dem „gefährlichen Virus moderner Ideen“ bzw. der „jüdischen Zersetzung“ schlägt sich auch noch in der Charta der Hamas der Hamas nieder:

"Die Kreuzfahrer [d.h. Die Juden und ihre christlichen Marjonetten] mussten danach einsehen, dass sie, um die Muslime zu bezwingen, keine andere Chance hatten, als den Boden für eine ideologische Invasion, zu bereiten – , einer Invasion, die das Denken der Muslime verwirren, ihr Erbe verunglimpfen, ihre Ideale diskreditieren sollte, um die militärische Invasion folgen zu lassen.“

Schlimmer wurde es noch, als verschiedene arabische Führer mit den Nazis zusammenarbeiteten oder als Israel seinen Unabhängigkeitskrieg führen musste und so „wanderten nach Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 fast alle jemenitischen, irakischen und libyschen Juden und große Teile der übrigen jüdischen Gemeinschaften im Orient nach Israel aus.“

Entgegen der Legende Israel sei eine „Kolonie westlicher Juden“ sieht die wirkliche Demographie Israels doch etwas anders aus:

"Unter der jüdischen israelischen Bevölkerung hatten 2001 26% wenigstens einen in Israel geborenen Elternteil, 37% waren Israelis der ersten Generation, 34,8% Einwanderer und deren direkte Nachkommen aus Europa und Nordamerika und 25,3% Einwanderer und deren Nachkommen aus Asien oder Afrika, hauptsächlich aus den muslimischen Ländern.[15] Nach der Auflösung der Sowjetunion sind über eine Million sowjetische Juden nach Israel eingewandert (ein Sechstel der Bevölkerung), davon alleine in der Zeit von 1989 bis 1999 mehr als 750.000.“ (Wikipedia)

Diese Legende sorgt dafür, dass Fuad Hamdan ausgerechnet unter dem Titel „Zeit der Verdreher“ schreiben kann:

„Für die Araber im allgemeinen und für die Palästinenser insbesondere, ist es nicht einsehbar, warum sie für die Verbrechen der Europäer an den Juden den Preis bezahlen müssen. Mit der weitgehend kritiklosen Unterstützung für den jüdischen Staat versucht der Westen, sein Versagen beim Schutz seiner jüdischen Bürger in ihren angestammten Ländern in Europa zu kompensieren. Gerechter wäre es gewesen, so denken viele Palästinenser, Hessen, Bayern oder sonst ein anderes deutsches Bundesland den Juden als Heimat und Wiedergutmachung anzubieten.“

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass jener Faud Hamdan in der Süddeutschen Zeitung eine „Ein-Staaten-Lösung“ fordert. Selbstverständlich nicht, ohne anzumerken:

„2. Das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge zu ihren Heimatorten wird gemäß UN-Resolution 194 gewährt.

3. Durch Beibehaltung des in der Knesset verabschiedeten jüdischen "Gesetzes für die Rückkehr" bleibt das vereinte Israel/Palästina ein Staat, in den Juden einwandern können. Gleichzeitig wird es durch die Umsetzung des palästinensischen "Rechtes auf Rückkehr" ein Staat, in den palästinensische Flüchtlinge zurückkehren dürfen. Jeder kann seinen Wohnsitz frei wählen.

[…]

11. Als Israel am 11.5.1949 mit der UN-Resolution 273 als Mitgliedsstaat aufgenommen wurde, geschah dies unter der Annahme, Israel würde die vorausgegangenen UN-Resolutionen erfüllen. Nämlich Resolution 181, zur Teilung in einen jüdischen und einen arabischen Staat, und UN-Resolution 194, zum Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge. Beides ist bis heute nicht geschehen.“

Faud Hamdan übergeht hier, wie häufig, die Tatsache, dass es vor allem die arabischen Staaten waren, die die Resolution 181, den UN-Teilungsplan, ablehnten und Israel somit den israelischen Unabhängigkeitskrieg aufdrängten. Schon damals waren die Zionisten für die Zwei-Staaten-Lösung und die arabischen "Funktionseliten" in einer bedrückenden Zahl dagegen.

18:40 04.07.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Bastian Borstell

...wer anderen eine Grube gräbt, hat sich wohl noch nicht aus den Ketten der kapitalistischen Lohnarbeit befreit.
Schreiber 0 Leser 6
Bastian Borstell

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