Realsatire: AfD zu Blockupy und Medien

Linksextreme Medien überall, wittern Ex-Freien Wähler, jetzt AfD.Insbesodere FAZ und FAS können demnach Gut und Böse nicht mehr "sachlich" und "objektiv" auseinanderhalten.
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Eine gelungende Realsatire der liberalkonservatien (unfreiwilligen) Spasspartei "AfD". Diese Gruppe war vorher bei den Freien Wählern und hat nun den Namen in Frankfurt "ursupiert". http://www.fr-online.de/frankfurt/alternative-fuer-deutschland-afd-freie-waehler-spalten-sich,1472798,22695850.html

Der Link: http://freie-waehler-frankfurt.de/artikel/index.php?id=536

Diese Realsatire verteien sie über ihre Accounts z.B. bei Facebook und Twitter. Über Lob wird sich bestimmt gefreut!

Eingeleitet wird der Beitrag durch ein Video von BLU-TV. In diesem wird z.B. kritisiert, dass ein mutmaßlicher Rassist als Rassist bezeichnet wird. Zu Hübner,der Führer der Frankfurter "Freien Wähler", zur Zeit wohl noch/wieder Sprecher der AfD Hessen sie z.B. http://antinazi.wordpress.com/category/hubner/

In Video und Text werden die eigekesselten Demonstranten als Gewalttäter vorverurteilt und betont, die anderen, übrigens auch als "linksextremistisch" bezeichneten Demonstranten hätten sich bewusst mit Gewalttätern solidarisiert. Außerdem sei das "präventive Vorgehen" der Polizei notwendig, um die "Linksextremisten" an der "Freisetzung" ihres "Gealtpotentials zu hindern. Vor allem ist natürlich jeder des "Linksextremismus schuldig", den die Polizeigewalt trifft, da die Polizei bekanntermaßen Gedanken lesen kann:

"Bewahrte sich dieser Artikel noch eine gewisse Sachlichkeit, wird in Hanning Voigts Beitrag „Demonstration ad absurdum geführt“ (S. F2-F3) Empathie für die Demonstranten erzeugt und mittels dramaturgischer Kniffe die Polizei (und das Innenministerium) als Verantwortliche für das Scheitern des Protestzuges benannt. „Als die Polizei die Demonstration stoppt, ist die Lage nicht besonders bedrohlich“, führt Voigts aus, und versucht die begangenen Rechtsverstöße als harmlose Lappalien darzustellen. Mit der eindrücklichen Schilderung des Polizeieinsatzes („Desaster“) wird den Polizisten eine übertriebene Härte unterstellt. „Die ersten Abgeführten wehren sich noch, die Polizei packt rabiat zu. Ein Demonstrant blutet aus der Nase, einer ist ohnmächtig und muss von Sanitätern behandelt werden. Jugendliche werden aus dem gesperrten Bereich geholt, Politiker der Linkspartei, alte Männer. Nur wenige sehen nach linksradikalem ‚schwarzen Block‘ aus.“ Hier versucht der Autor anscheinend, den Polizeikräften Willkür zu unterstellen und die Gewaltbereitschaft dieser Kreise zu relativieren."

Außerdem werden besonders im Video krude Verschwörungstheorien über eine angebliche Zusammenarbeit von "der Antifa" mit "den Journalisten" verbreitet. Logisches Denken, z.B. dass sich in Deutschland jeder Journalist nennen kann und "der Schwarze Block" keine "Gruppierung", sondern eine Strategie ist (und jeder sich schwarze Kleidung anziehen kann) stört den Beitrag nicht.

Es folgt ein Text, in dem uns erklärt wird, wie objektive Berichterstattung funktioniert. Es sei soviel verraten, dass "objektive/sachliche" Berichterstattung bestehe darin, bei der Polizei abzuschreiben. Genau genommen reiche es aus, wenn ein Medium in einem Bericht der polizeikritischen Darstellung mehr Raum einräumt, damit dies nicht mehr "sachlich" und "objektiv" ist, während es an keiner Stelle kritisert wird, wenn ein Bericht eher oder auschließlich der Darstellung der Polizei folgt.

Insbesondere von FAZ und FAS scheint "man" enntäuscht zu sein, da diese sich nicht mehr von ihren "Gegnern von einst"(!) distanziere, also nicht mehr "sachlich" und "objektiv" gut von böse unterscheiden kann:

"Beispielsweise führt die Verfasserin aus: „So spricht etwa ein junger Mann von der ‚strukturell rassistischen Arbeitsweise‘ der Bundespolizei.“ Indem diese in linksradikalen Kreisen geprägte Wortwahl kommentarlos stehen gelassen wird, erfolgt – analog zu den Äußerungen von radikalen Abschiebegegnern – durchaus eine Wertung seitens der Autorin Alicia Lindhoff.
[...]

Übernommen wird in bezug auf die EZB-Blockade die polizeilich mitgeteilte Demonstrantenzahl von 1.000, wobei auch die von den Veranstaltern verkündete Anzahl von 3.000 erwähnt wird.

[...]

In dem Aufmacher werden die Angaben der Polizei wiedergegeben, wonach Feuerwerkskörper gezündet worden seien und Demonstranten gegen das Vermummungsverbot verstoßen hätten. Im Rahmen der Einkesselung/Separierung kam es schließlich zu gewalttätigen Auseinandersetzungen und Festnahmen.

[...]

Im Wirtschafts-Ressort der FAS (S. 22) werden einzelne Demonstranten mit Bild und Hintergrund vorgestellt. Obgleich keine Wertung vorgenommen wird, stellt bereits die neutral gehaltene Vorstellung von Persönlichkeiten der gemäßigten bis radikalen Linken in dem einst bürgerlichen Flaggschiff eine inhaltliche Akzentverschiebung dar. Dem Gegner von einst wird Öffentlichkeit gewährt und die Darstellungsform vermittelt unterbewusst durchaus Sympathie für die Anliegen der vorgestellten Personen."

[...]

Im folgenden erwähnt sie zwar die Beweggründe der Polizei (Straftäter im Block, Vermummung, Böller gezündet) und räumt ein, 'Anhänger radikaler Gruppen innerhalb des Blocks' lokalisiert zu haben, verteidigt aber anschließend besagten Block: 'Von Gewalttätigkeit aber war ihr bisheriges Verhalten bei der Demonstration bis zu diesem Zeitpunkt weit entfernt.'"

[...]

Ist die folgende Darstellung noch sachlich gehalten und zeigt das korrekte Vorgehen der Polizei auf,…

'Die Polizei wartet bis vier Uhr, dem Zeitpunkt, an dem die Demonstration ohnehin beendet gewesen wäre. Kurz vorher geben sie durch, dass der Block fortan ausgeschlossen ist von der Demonstration. Dann gehen sie mit einer Hundertschaft hinein in die Menge, um Leute einzeln herauszuholen. Gegen halb sechs schließlich stürmt die Polizei die Demonstration.'

… fährt die Autorin anschließend in reißerischem Ton fort und vermittelt so das Bild einer zu hart vorgehenden Polizei:

'Wahllos greifen Beamte nach Teilnehmern, im Sekundentakt führen sie sie hinaus. Wer sich nicht fügt, wird härter angepackt. Demonstranten werden zu Boden geworfen. Einer bleibt liegen, wird von Sanitätern versorgt. Ein anderer wird an dem Verletzten vorbei geschleift. Er schreit, als ihn die Beamten fester anfassen. Sein Arm sieht aus, als sei er gebrochen.'

[...]

Indem [in der BILD] die Erklärung des Polizeipräsidenten Dr. Achim Thiel mit dem Titel „…und so redet sich der Polizeipräsident raus“ überschrieben wird, erfolgt eine doch recht einseitige Wertung (Vorverurteilung) der Ereignisse. [Kritisieren die Freien Wähler die BILD eigentlich oft deswegen?] Inhaltlich weist die Erklärung des Polizeipräsidenten für eine Intervention durchaus Plausibilität auf. [Warum?]

[...]

Auf der Titelseite der FNP wird über die „Kritik an Polizei-Einsatz“ berichtet. Inhaltlich werden Auflagenverstöße als Interventionsgrund für die Polizei (Einkesselung von 900 Teilnehmern) angeführt und sachlich darauf hingewiesen, daß „Beobachter und Demonstranten den Einsatz als unverhältnismäßig bewerteten“, die Polizei diesen verteidigte. Indem jedoch „Beobachter“ erwähnt werden, die immer die Assoziationen „unabhängig“ und „neutral“ hervorrufen, schlägt das Pendel doch ein wenig zugunsten der Kritiker aus.

[...]

In einem kleinen Zusatzartikel werden Demonstranten im Rahmen der Überschrift „Verletzte klagen über Gewalt der Einsatzkräfte“ zitiert. Diesen Äußerungen zufolge hätten Polizeibeamte bewußt und mehrfach Schläge in die Gesichter von Protestierenden vorgenommen. Ob diese allerdings vorher selbst gewalttätig wurden, wird nicht erwähnt..

[...]

'Es wurde auch bestätigt, dass es im Vorfeld der Einkesselung zwar ‚Störungen‘ gegeben habe, aber keine Straftaten verübt worden seien. Dem Vernehmen nach ist es zuvor schon das Ziel gewesen, an die Personalien der Demonstranten zu kommen, die die Polizei der linksextremistischen Szene zuordnet. Polizeipräsident Thiel verwahrte sich gegen die Behauptung, die Aktion sei ‚von langer Hand geplant‘ gewesen.' In dem FAZ-Beitrag von Katharina Iskandar erhalten die kritischen Stimmen zum Polizeieinsatz mehr Raum als die polizeilichen Darlegungen."


Wem das noch nicht genug Realsatire ist, dem empfehle ich das Forum CopZone zum Thema, in dem mutmaßlich Polizeibeamte darüber reden, warum dass alles in Frankfurt schon seine Ordnung gehabt habe. Aber nur wenn man wiklich noch mehr Obrigeitsstaatliches Denken und autoritäre Charaktere verträgt: http://www.copzone.de/phpbbforum/viewtopic.php?f=14&t=73806&sid=47a1a712fa8f18ed89fdc9c1490a0a2b

Die Tatsache, dass sich viele Beiträge auf CopZone genauso anhöhren wie die der Rechtskonservativen, muss einen nicht wundern:

"Zudem sind Polizisten, die eine rechte politische Gesinnung pflegen, alles andere als eine Seltenheit. Diese Vorliebe ist vielmehr im Charakter der Behörde selbst begründet. Als »Arm des Gesetzes«, staatliche Wehrsportgruppe und Blaulicht-Bevollmächtigte ist die Polizei eine Institution, die autoritäre Charaktere anzieht wie das Licht die Motten. In ihr können sie ihre Bedürfnisse ungehemmt aus­leben, bietet sie doch durch strenge Hierarchien, Prinzipien wie Gehorsam und Unterordnung sowie ihren traditionellen Corpsgeist alles, was das autoritäre Herz begehrt." http://jungle-world.com/artikel/2013/15/47522.html

Dazu auch der Hinweis auf die Studien zum Autoritären Charakter: http://de.wikipedia.org/wiki/Autoritärer_Charakter

Wer einen Überblick über die Medienberichterstattung haben will: https://www.freitag.de/autoren/bastian84/wahlkampf-mit-polizeiknueppel

Einen anderen Überblick über die Medienberichterstattung gibt es übrigens unter: https://www.freitag.de/autoren/bastian84/wahlkampf-mit-polizeiknueppel

12:43 04.06.2013
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Bastian84

Ich hab Politikwissenschaften studiert und lebe in Berlin.
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