RE: Ich hab' uns 'nen Termin gemacht | 05.01.2014 | 22:11

Gute Tatort-Besprechung - wie immer. Aber Fränkis Frau heißt nicht "Julia", sondern "Jutta". "Julia" ist die Dame aus dem Hotel, mit der sich Lars zu Pilotenspielchen trifft.

RE: Ding-Dong! The Witch Is Dead | 15.04.2013 | 18:56

Gestern Nachmittag die britischen Top 40 auf BBC Radio 1. Dort befindet sich auf Platz 35 der Song “I’m in Love with Margaret Thatcher” von den Notsensibles. Dieser Song wird in der Sendung gespielt, allerdings wird er nicht an- oder abmoderiert. Auf Platz 2 dann “Ding Dong! The Witch Is Dead” von Judy Garland. Dieser Song wird nicht gespielt (nur ein ganz kurzer Schnipsel wird eingeblendet) – stattdessen ein kurzer redaktioneller Beitrag mit Pro und Contra zu Thatchers Politik, mit einem Hinweis auf die Kampagne zum Kauf dieses Liedes und mit zwei konträren Hörerstimmen zu dieser Kampagne. Alles schön ausgewogen also – aber immerhin.

RE: "Schiri, wir wissen, wo dein Auto steht!" | 24.11.2012 | 19:53

Liebe Schildkröte, Danke für den Tipp mit der Alten Polizeiwache in Steele, da werde ich glatt mal hingehen. Ich möchte mich revanchieren mit dem Gegentipp Balkan-Hof in der Viehofer Straße, dort bekommt man nicht nur Balkan-Spezialitäten zu einem günstigen Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern auch einen großen Raucherbereich geboten. Ansonsten soll in der Essener Innenstadt noch das Capobianco in der Rottstraße und der Kiepenkerl in der Teichstraße über Raucherräume verfügen, dieses weiß ich allerdings nur vom Hörensagen.

Ansonsten stimme ich Ihnen zu, dass es ideal wäre, wenn 2/3 aller Kneipen Nichtraucherkneipen wären. Doch leider ist das nicht die Realität. Raucher bringen offenbar mehr Umsatz als Nichtraucher, denn meistens gehen gemischte Gruppen, dann doch eher in eine Raucherkeneipe als in eine Nichtraucherkneipe. Nicht umsonst tricksen die Wirte rum. Hier in NRW ist die Situation so, dass ein Kneipenwirt, der sich wirklich an das Nichtraucherschutzgesetz halten würde, dieses mit einer weitgehend leeren Kneipe bezahlen würde: der Ehrliche ist der Dumme. Wahrscheinlich haben Sie Recht mit Ihrer Aussage, dass es in NRW eigentlich nur einer besseren Überwachung des bestehenden Gesetzes bedürfte.

Meine Hauptintention richtet sich allerdings nicht gegen tolerante Raucher wie Sie, sondern gegen Stimmungsmacher wie zum Beisspiel die Blogger ruhrbarone, die eine Kritik an einem Nichtraucherschutzgesetz zu einem Kulturkampf um Freiheit hochjazzen, von "Volkserziehung" schwafeln und einen öffentlichen Pranger für die SPD- und Grünen-Abgeordneten aufstellen wollen. Dieser Fanatismus macht mir Angst.

Ich selbst trinke übrigens lieber Wein als Bier, habe Raucher unter meinen Freunden, und bin dafür, dass jeder Mensch so viel rauchen darf, wie er will und was er will. Er soll dieses nur bitte so tun, dass andere seine Emissionen nicht einatmen müssen. Ich bin für Nichtraucherschutz und nicht für eine Gesundheitsdiktatur, die die Raucherlobbyisten den Befürwortern eines Rauchverbots gerne unterstellen.

RE: "Schiri, wir wissen, wo dein Auto steht!" | 24.11.2012 | 18:59

Lieber Wolfram Heinrich,

Danke für Ihren Link. Ich habe mir sogleich die Liste der rauchfreien Gastronomiebetriebe in Essen aufgerufen - und siehe da fast nur Restaurants und Frittenbuden. Die eine Bierkneipe, die ich in der Liste gefunden habe ("Bürgerstube"), kenne ich zufällig, weil sie in meinem Stadtteil liegt. Und leider stimmt die Angabe auf der Website nicht: in der "Bürgerstube" wird definitiv geraucht - und wie! Es gibt dort allerdings ein kleines Hinterzimmer, das als Nichtraucher deklariert ist. Und so etwas habe ich im Text als Alibi-Nichtraucherraum bezeichnet, denn meistens tagen in dem Hinterzimmer geschlossene Gesellschaften und man kommt nicht rein. Laut dem bereits bestehenden Nichtrauchergesetz in NRW muss übrigens der größere de beiden Räume ein Nichtraucherraum sein. Ich möchte da jetzt wirklich nicht korinthenkackerisch sein, aber es nervt mich einfach, dass das bestehende Nichtrauchergesetz völlig verpufft, weil niemand richtig durchblickt und auch die Ordnungsämter offensichtlich nicht.

RE: Ein Buch, das gefällt | 18.10.2012 | 02:22

@Anchesa
Ich hoffe, Sie können mir folgen, dass ich von dem Buch eher abrate, weil es wirklich fade Konfektionsware ist. Also kein Buchtipp, sondern eher eine Buchwarnung. Man sollte mit dem Büchlein keine Lebenszeit verschwenden.

RE: Wir müssen über Tilda Swinton reden | 01.09.2012 | 00:09

Es tut mir leid, den Zusammenhang zwischen dem vermuteten Kontostand der Schauspielerin Tilda Swinton und den "emotional-kognitiven" Störungen der Filmfigur Eva Khatchadourian vermag ich nicht zu sehen. Und dass Hitler und Stalin emotional ausgeglichene Mütter hatten, was soll das besagen?

Vielleicht ist Eva Khatchadourian auch gar nicht so stark "emotional-kognitiv" gestört, sondern einfach nur eine unfreiwillige Mutter, die mit ihrer Rolle überfordert ist. Vielleicht müssen wir tatsächlich mehr über Kevins Vater reden, denn auch der trägt zu einem großen Teil zur heraufziehenden Katastrophe bei. Der Vater nimmt doch überhaupt nicht wahr, was zwischen Kevin und Eva schief läuft. Wenn das nicht auch eine kognitive Störung ist.

Ich finde , man sollte nicht versuchen, den Film als Geschütz gegen "Rabenmütter" in Anschlag zu bringen. Das würde der Problemlage von Eva Khatchadourian nicht gerecht. Der Film zeigt doch an der kleinen Schwester von Kevin, dass Eva sehr wohl in der Lage ist, eine liebevolle Beziehung zu einem Kind aufzubauen.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich auf die Frage, warum Kevin zu dem geworden ist, was er ist, dass ich auf diese Frage in dem Film auch keine Antwort finde.

RE: Wir müssen über Tilda Swinton reden | 31.08.2012 | 23:34

Ich möchte zu bedenken geben, dass wir es hier nicht mit einer wissenschaftlichen Analyse zu tun, die natürlich alle sachlichen und überindividuellen Aspekte berücksichtigen muss, sondern mit einem Spielfilm. Es wird in ihm eine individuelle Geschichte erzählt, die sich ereignen kann, aber nicht verallgemeinerbar ist. Ich denke, man tut dem Film unrecht, wenn man ihn als Thesen-Film missversteht.

RE: Ein einfaches Wahlrecht muss her! | 06.08.2012 | 22:22

Doch, ich halte die Wahlkreiskomponente für durchaus erhaltenswert, damit auch alle Regionen im Parlament vertreten sind. Und die Überhangmandate könnte man doch wirklich proportional ausgleichen, so wie in fast allen Bundesländern praktiziert.

Dem von Ihnen zur Diskussion gestellten System, die Hälfte der Mandate per Mehrheitswahl zu vergeben, vermag ich mich nicht anzuschließen. Denn dann würde der Bundestag nicht die politischen Verhältnisse der Bevölkerug widerspiegeln. Es würde zu einer Verzerrung der politischen Verhältnisse zugunsten der beiden großen Parteien kommen, die weitaus stärker wäre, als bei der jetztigen vom BVG bemängelten Wahlgesetzgebung.

Das weiterhin von Ihnen angeregte Wählen von einzelnen Kandidaten auf Listen, gibt es ja tatsächlich schon bei diversen Kommunalwahlen. Für so ein Modell des Kumulierens und Panaschierens spricht die stärkere Mitwirkungsmöglichkeit der Wähler. Dagegen die Kompliziertheit, die viele Wähler überfordert und und am Wahltag zu Hause bleiben lässt. Man müsste daran arbeiten, diesen einfachen Grundgedanken nicht in zu komplizierte Wahlprozeduren münden zu lassen.

RE: Ein einfaches Wahlrecht muss her! | 06.08.2012 | 22:07

Ja, auch die PDS profitiierte mal von der Drei-Direktmandate-Regel. Daran dachte aber 1953 die Adenauer-Regierung ganz bestimmt nicht. Damals ging es darum, ein Wahlrecht zu schaffen, bei dem die regierenden Regionalparteien CSU und die DP sicher ins Parlament einzogen.

RE: Mehr Demokratie wagen – Reform des Wahlrechts (Teil 1) | 11.05.2011 | 14:42

Sie haben bezüglich des relativen Mehrheitswahlsystems auf jeden Fall recht. Ich meinte allerdings die personalisierte Verhältniswahl mit Einstimmensystem, so wie z.B. in Nordrhein-Westfalen bis 2005 praktiziert. Einige Wahlrechtsdiskutanten sehen in einem solchen Wahlsystem ein Instrument gegen die Überhangmandate. Und das stimmt leider nicht, denn auch in einem solchen Wahlsystem können Überhangmandate entstehen, wenn eine Partei mehr Wahlkreise gewinnt, als ihr nach dem landesweiten Stimmenverhältnis eigentlich an Mandaten zusteht. Unbeachtet dessen sympathisiere ich aber auch wie Sie mit einem System der offenen Listen, da hierdurch die personellen Mitbestimmungsmöglichkeiten des Bürgers vergrößert werden. Als weitere Anleihe bei Kommunalwahlen, sollte man m.E. auch über die Abschaffung von Sperrklauseln diskutieren, denn diese bewirken, dass Positionen eines beträchtlichen Anteils von Wählern keine parlamentarische Vertretung erfahren, insbesondere dann, wenn sich mehrere Parteien knapp unter der Sperrklausel bewegen - so z.B. bei der bayerischen Landtagswahl 2003, als 12 % der Wählerstimmen (hauptsächlich verteilt auf die Parteien Freie Wähler, FDP, Republikaner und ödp) parlamentarisch unberücksichtigt blieben.