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Nichtraucherschutz Die "ruhrbarone" sind völlig verqualmt
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Die Debatte um den Nichtraucherschutz in der Gastronomie wird zurzeit in Nordrhein-Westfalen besonders heftig geführt. Anlass dafür ist, dass die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf alle Ausnahmeregelungen für die Gastronomie aus dem bisherigen etwas laschen lauen Nichtraucherschutzgesetz in NRW tilgen möchte.

http://www.meinfreundderbaum.de/wp-content/uploads/2012/11/rauchverbot.jpg(Bildrechte: © Viktor Schwabenland / pixelio.de)

Freunde des Nikotinqualms wettern in den diversen Online-Foren, was das Zeug hält, gegen das geplante Rauchverbot in den Gaststätten. Sie sehen die Freiheit untergehen, weil an der Theke und am Stammtisch nicht mehr gepafft werden darf, denn es müsse doch möglich sein, dass jeder Gastronom selbst entscheide, ob in seinem Laden geraucht werden darf oder nicht, und der mündige Kneipengänger könne dann entscheiden, ob er ein Raucherlokal oder ein Nichtraucherlokal aufsuche.

Leider übersieht diese Argumentation die Realität in NRW, denn dort gibt es mitnichten eine freie Wahl zwischen Raucher- und Nichtraucherkneipen. Während sich die reinen Restaurants weitgehend an das nordrhein-westfälische Nichtraucherschutzgesetz halten, tricksen die Kneipenwirte rum, erklären sich, obwohl sie Essen anbieten, zur speisenfreien Einraumkneipe (in der gemäß einer Ausnahmeregel im Gesetz geraucht werden darf), richten im Hinterzimmer einen Alibi-Nichtraucherraum ein, der meistens wegen dort tagender geschlossener Gesellschaften nicht nutzbar ist, oder deklarieren ihre ganze Kneipe einfach zur geschlossenen Gesellschaft. Dem Autor dieses Artikels ist an seinem Wohnort Essen keine einzige Bierkneipe bekannt, die den gesetzlich geforderten Nichtraucher-schutz umsetzt – Nennungen solcher Kneipen nimmt er gerne entgegen, um dort Kunde zu werden. Dass die rot-grüne NRW-Landesregierung jetzt alle Ausnahmeregeln vom Nichtraucherschutz abschaffen will, haben sich die tricksenden Gastwirte dummerweise selbst eingebrockt.

Und was besonders ärgerlich ist, dass die geschätzten und ansonsten so klugen Blogger ruhrbarone in den Freier-Qualm-für-freie-Bürger-Chor in einer besonders aggressiven Art einstimmen. Der ruhrbaron Stefan Laurin spricht von einer "Politik der Volkserziehung" und assoziiiert damit den nordrhein-westfälischen Nichtraucherschutz mit Methoden nationalsozialistischer Massenbeeinflussung. Wie albern ist das denn?

Und dann wollen der rauchende Ruhrschlot Laurin und seine Mitstreiter auch noch einen Pranger für die Landtagsabgordneten einrichten, die es wagen, dem neuen Nichtraucherschutzgesetz zuzustimmen:

"Wir werden bei vielen (...) Kneipen und Clubs von ihrem Ende berichten, wenn es in einem Zusammenhang mit dem Rauchverbot steht. Und wir werden mit einem Hinweis auf die Internet- und Facebookseite zeigen, welche Abgeordneten aus der jeweiligen Stadt für das Verbot gestimmt haben – unabhängig von der Partei. Und bei jeder Kneipe wieder. So haben die Anhänger des Rauchverbotes die Möglichkeit, den Politikern aus ihrer Stadt ihre Unterstützung auszusprechen, die Kritiker wissen, wem sie es zu verdanken haben, dass ihre Lieblingskneipe geschlossen hat." (http://www.ruhrbarone.de/nrw-fuer-transparenz-beim-rauchverbot/)

Vielleicht solltet ihr verqualmten ruhrbarone auch noch die Wohnadressen und die PKW-Stellplätze der kneipenkillenden Politiker bekanntmachen, damit die wütenden Raucher auch wissen, wohin sie Feuer geben müssen.

ruhrbarone, es reicht! Haltet ein! Ihr vergiftet nicht nur die Kneipen-lüfte, sondern auch die politische Diskussion. Das Ganze ist unter eurem Niveau.

07:43 23.11.2012
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
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