Neukölln grüßt Rostock - Bye Bye Berlin

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Da sitze ich nun zwischen Kartons, Regalteilen, einem halben Sofa und leeren Wänden. Meine Sachen sind so gut wie fertig gepackt. Nur noch ein paar Tage bis zum Umzug.

Ich hätte niemals gedacht, Berlin verlassen zu können. Schon gar nicht für eine so kleine Stadt. Der einzige Ort für den ich Berlin verlassen wollte, wäre London. Und auch nur, weil London Berlin so ähnlich ist. Aber ich verlasse meine Geliebte Millionenstadt doch nicht für...für...ROSTOCK! Rostock! Das hat 100.000 Einwohner weniger als mein BEZIRK! Aber mein Traum zu studieren ist nun mal größer. In Berlin ist das nicht mehr möglich, außer man hat ein 1,1 Abitur und kein Leben. Aber gut. Ich habe meine Uni gefunden und nun muss ich in den sauren Apfel beißen und weichen.

Immerhin ist da das Meer. Das ist schon mal ein ziemlich versöhnlicher Schritt. Und die Mieten da sind so billig, dass ich mir mit BAföG und jobben ganz locker eine Drei-Zimmer-Wohnung leisten kann. Das nenn ich mal nicht schlecht für eine erste Wohnung. Die Stadt an sich scheint auch ganz schön zu sein, zumindest in der Stadtmitte. Der Rest ist überwiegend Platte, aber damit kann ich leben. Muss ich auch.

Nun harre ich noch ein paar Tage auf meinen gepackten Koffern aus, bis es richtig losgeht.Die Drei-Stunden-Fahrt auf der Autobahn, bei der das klapperige Umzugsauto mindestens einmal den Geist aufgeben wird. Das Gebuckel in den dritten Stock ohne Fahrstuhl. Das Zusammenschrauben meiner Möbel und die Feststellung, dass irgendeine unglaublich wichtige Schraube fehlt. Das langwierige Wiederauspacken aller meiner verbliebenen Habseligkeiten und der Versuch, für jedes Stück den richtigen Platz zu finden. Und Schlussendlich der erste Tag an der neuen Uni, wenn es heißt: Neukölln grüßt Rostock!

11:15 09.09.2010
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Geschrieben von

Becci A.

26 Jahre alt, Politikwissenschaftlerin, Mutter, Demokratin
Becci A.

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