„Gäbe es ein Mietniveau wie vor 35 Jahren, wäre die Energiekrise nicht so existentiell“

Interview Der Energiepreisschock trifft alle hart, die teuer wohnen müssen. Linkenpolitikerin Caren Lay fordert deshalb ein Mitte-Unten-Bündnis
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 35/2022
„Populistischer werden? Ja, aber es braucht auch Vorschläge, die radikale Forderungen mehrheitsfähig machen“
„Populistischer werden? Ja, aber es braucht auch Vorschläge, die radikale Forderungen mehrheitsfähig machen“

Foto: Piotr Pietrus (l.), Jens Gyarmaty/laif

Monopoly heißt das berühmte Kapitalismusspiel, Caren Lays Buch Wohnopoly spielt natürlich darauf an. Die Linkenpolitikerin erklärt, warum alte Mythen politische Eingriffe in den Mietmarkt immer wieder verhindern. Dass die explodierenden Energiepreise jetzt für viele nicht mehr zu stemmen sind, liege nicht zuletzt an der Mietenkrise.

der Freitag: Frau Lay, ausgerechnet Konrad Adenauer bescheinigen Sie in Ihrem Buch, dass er nach heutigen Maßstäben fast schon Sozialist wäre. Wie kommt er zu dieser Ehre?

Caren Lay: Das war sicherlich nicht meine Absicht, hat sich aber im Laufe der Recherchen zur Geschichte der Wohnungspolitik in der BRD so ergeben. Viele der Instrumente, die wir heute bräuchten, waren schon mal da – zum Beispiel eine Mietpreisr