beobachtermann

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RE: Quadratur des Kreises | 24.02.2013 | 13:35

"Was wäre die Alternative? Euthanansie-Kliniken wie in dem Film Soylent green?"

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Das Unternehmen in dem von Ihnen genannten Film heißt übrigens Soylent Green Ltd., das nicht nur "Müllentsorgung" betreibt sondern überdies Euthanasie im Sinne von Sterbehilfe und nicht im Sinne von "Rassenhygiene", sowie mit der Erzeugung von Lebensmitteln das/ein Geschäftsfeld im anzunehmenden Jahr 2022 formuliert.

Was nun Ihre Frage nach der Alternative zu meiner Pointierung anbelangt kurz soviel: Die von mir o.g. 5,2 Milliarden Euro Nettogewinn der Allianz-Gruppe resultieren auch aus Gewinnen mit der privaten Altersvorsorge, wie sie als Riester- oder Rürup-Produkten bekannt sind.

Was ein gewinnorientierter multinational operierender Versicherungskonzern mit dem zusehends zur Disposition gestellten Generationenvertrag eines Umlageverfahrens zur Alterssicherung zu tun hat, das konnte bislang, wurde diese Frage überhaupt gestellt, keiner beantworten.

Was mit dieser Form von "Wertschöpfungskette" volkswirtschaftlich daraus wird, kann man derzeit lediglich an zusehends volatil geratenden Rohstoffmärkten, zb. für Weizen, Soja (Sie lesen richtig: Soja), Reis etc.pp. studieren, an denen eben diese 5,2 Milliarden Euro Nettogewinn ganz gewiß ihre nicht zu übersehenden "Segnungen" für die Menschen entfalten, ganz zu schweigen von weiteren Wirkungen, die 5,2 Milliarden Euro an den Finanzmärkten zu entwickeln vermögen.

Wer also eine Versicherung bei diesem Konzern abschließt, weiß nicht nur, dass er aus dem Versicherungsvertrag nur mit Mühe kontraktlich zugesicherte Leistungen erhält: er weiß sich mit dem Konzern zusammen in einer eigenartigen Allianz: der, Probleme eher zu verschärfen, denn sie zu lösen.

So war meine Kritik gemeint und ich bedaure, dass das nicht ohne weiteres meinem obigen Comment zu entnehmen gewesen sein könnte..

RE: Wählen im Zeichen des Schweins | 23.02.2013 | 18:25

Wenn die Gesetze nicht "stimmen", stimmt der Bürger ab?

Berlusconi hat wenig mehr gemacht, als sich ein Land auf den eigenen Leib
zuzuschneiden: mit Zustimmung der Bürger, samt präfabrizierten
legislativen Voraussetzungen nicht nur für eine Konsolidierung
seiner Auffassung von Demokratie, sondern zudem für deren Ausbau.
Weiter noch: mit Zustimmung entsprechender parlamentarischer
Gremien. Und es war nicht nur Berlusconi alleine, dem die gegenwärtige
Situation zuzuschreiben wäre.

Monti, als "Agent" der EU, wie er nicht nur von Berlusconi dargestellt wird, sondern auch in den Augen vieler in Italien de facto gilt, dürfte eher in das Amt hineinverstolpert sein, (Zahlungsziele, Staats-Verbindlichkeiten) mit denen er (Monti), es sei erlaubt es so zu formulieren, Berlusoni die "Drecksarbeit"
mit der von Berlusconi samt dem Parlament zu verantwortenden Haushaltslage Italiens abgenommen hatte.

Berlusconi, der eine heillos zerstrittene Linke klaglos rechts überholen kann mit Rückzahlungsangeboten auf Kosten der Bürger Italiens und überdies mit einer avisierten Zerschlagung der EU, die vielen in der EU durchaus ins Konzept passen würde.

Auf der anderen Seite: Bürger, medienvollversorgt von Mediaset, bis in die RAI hinein (Gauck findet ja auch, dass mehr Fernsehen Europa und die EU stärken könnte), die bald nicht mehr wissen, wie sie ihren Alltag bewältigen sollen angesichts der Anforderungen einer Politik, die sich stets die eine oder andere "Läßlichkeit"
nicht vergönnen möchte.

Ob Italien, die EU, Deutschland nichtzuletzt auch, einen Postfeudalismus so eines Zuschnitts erlauben kann, erlauben möchte - man wird es sehen.

Nach der Wahl wird, wie stets, erneut vor der Wahl sein.

Gelassenheit kann dabei nicht schaden.

RE: Quadratur des Kreises | 23.02.2013 | 17:06

Bei 5,2 Milliarden Euro Nettogewinn in 2012 der Allianz-Gruppe erklärte sich zumindest ein Teil des Eiertanzes der "Demographieapologeten" in den Regierungen und Oppositionen hierzulande seit 1991.

Die Stoßrichtung ist allerdings nicht neu: sie wird weiter ausgebaut.

Pointiert formuliert: erst wenn das letzte Sozialsystem gefallen sein wird, werden privat durchversorgte Bürger vielleicht merken, dass man Versicherungen nicht essen kann.

RE: Gefühlseuropäer Gauck | 22.02.2013 | 21:17

Wer sich heutzutage öffentlich über Europa resp die EU äußert, erweckt nicht nur Widerwillen.

Ob man von einer "politischen Klasse" reden kann, keine Ahnung.

Von Wallenstein zu Schumann hat es ein paar Jahre gedauert.

Von Paris bis nach St. Helena für Napoleon auch.

Vergegenwärtigt man sich, in welche Redburning-Light-Districts Gauck's Rede sich bewegt hatte muß die Rede vlt sogar als schwach angelegt wirken. Und "Zupacken" als Insinuens - als würde nicht bereits schon genug zugepackt - von allen Beteiligten dieser Causa Europa und der Causa EU.

Man denkt an unweigerlich an Äußerungen von Epikur und fühlt sich vom pastoralen Ton Gaucks fast schon irritiert.

RE: Bersani reicht ein Remis | 22.02.2013 | 20:56

« Anche il dolore che nasce dalla noia e dal sentimento della vanità delle cose è più tollerabile assai che la stessa noia. », weiß das italienische Wiki.

L'Aquila, Napoli und seine immer noch vermüllten Straßen, Sizilien, das Land der Leoparden - und Rom/Mailand/Turin: die Trennlinie ist fein und umso unbarmherziger gezogen in bella Italia.

RE: Gefühlseuropäer Gauck | 22.02.2013 | 20:36

PS:

Gauck, die NWO, "Verarmung des deutschen Volkes als Sklavenmaterial", Europa, EU, "Der Gauckler hat also seine antideutsche Rede gehalten.".

Alles so Ausgangspunkte oder Eingangspunkte, die eher auf Reflexe schließen lassen als auf Reflektion Gehörten oder Gelesenens.

Nicht ein: Kann man darüber Reden?

Sollte man es?

Vielleicht ist es heutzutage mit Draufkloppen nicht mehr so einfach, wie noch zu anderen Zeiten.

RE: Gefühlseuropäer Gauck | 22.02.2013 | 20:10

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gauck-rede-im-wortlaut-vertrauen-erneuern-verbindlichkeit-staerken-12090513.html

RE: Folklore im Bundestag | 22.02.2013 | 19:51

Was für ein Spiel da gespielt werden mag mit welcher intrance und/oder exit-strategie auch immer: ein Fiasko, zumindest ein politisches mit weitreichenden Folgen scheint sich abzuzeichnen.

Liest man noch so etwas http://www.handelsblatt.com/politik/international/medienbericht-deutschland-verdoppelt-waffenexporte-in-die-golfstaaten/7822964.html dazu könnte man annehmen Politik gerate immer mehr zur Kurzfristveranstaltung, die sich zur kommenden Wahl, wo auch immer hindurchhangelt.

Wenn man schon nicht über Strategie reden möchte, scheint sich da zumindest auch ein taktisches Fiasko für schwarz/gelb abzuzeichnen.

Und die Bundeswehr dort in einen ggf anstehenden Kampfeinsatz zu entsenden kann man nur als außenpolitisches wie militärisches Abenteuer bezeichnen.

RE: Bersani reicht ein Remis | 21.02.2013 | 14:36

"Einen politischen Neuanfang wird es nach dem 25. Februar nicht geben"
Was wäre beispielsweise ein solcher?"

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Nun ja, vielleicht wäre ein politischer Neuanfang auch etwas, was man sich zuletzt wünscht?
Gleichwie bleibt die Beantwortung so einer Frage stets auch eine der Perspektive: in Brüssel beurteilt man sie vlt anders, als in London, Paris, Berlin oder in Helsinki - oder in Sofia, um nur einige der anderen Hauptstädte zu erwähnen in denen man sich über Ihre Frage vlt. auch Gedanken macht.
Ganz gewiss jedoch dürfte man sich in Italien fragen, wie ein politischer Neuanfang aussehen könnte:
so viele Parteien, soviele Antworten.

Es fällt jedoch auf, dass ein Wort des Cavaliere auszureichen scheint, um mögliche Koalitionen für denkbar oder undenkbar zu halten.

Schützenhilfe, die er dabei unversehends auch aus Deutschland zu erhalten scheint, scheint ihm recht zu geben.

RE: Bersani reicht ein Remis | 21.02.2013 | 11:27

So steht denn, bei aller Unwägbarkeit des Wahlausgangs, eines schon fest: Einen politischen Neuanfang wird es nach dem 25. Februar nicht geben.

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...Vielleicht war das eben das das Ziel Berlusconi's.

Worauf Berlusconi, immer noch halten ihn viele für einen schlauen politischen Kopf, setzen kann und setzt: Verwerfungslinien innerhalb der italienischen Linken, sowie auf Wirkungen vieler Maßnahmen der Monti-Administration auf italienische Wähler.