Björn Eriksson

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RE: Es ist angerichtet | 09.07.2012 | 03:36

@MONOSTEREO

Kein Thema, ich bin da völlig Ihrer Auffassung. Hatte auch keineswegs die Absicht, diese beiden arabischen Medien schönzureden, und schon gar nicht diesen feudalen Milliardär.

Mir ging es um die im Papier herausgearbeitete Alternative, einen Evakuierungskorridor für Zivilisten einzurichten, und den Hinweis auf die spezielle Situation der nichtlybischen Afrikaner dort, etc.

Eine Alternative, die meines Erachtens würdig gewesen wäre, dass sie einer näheren Betrachtung unterzogen worden wäre. Immerhin waren weder Gaddafis Killerbande, noch die Mörderbanden der Rebellen auch nur annähernd in der Lage, solche Korridore auch nur im Ansatz abzuriegeln. Und wie sich zeigte, war den ach so honorigen Rebellen - wie absehbar - völlig gleichgültig, ob es sich bei den nichtlybischen Afrikanern um Gaddafis Söldner, um normale Fremdarbeiter oder um festsitzende Flüchtlinge nach Europa handelte.

Aber wie sagt man bei Euch so schön: das Kind ist ja schon in den Brunnen gefallen. ;-)

RE: Es ist angerichtet | 08.07.2012 | 20:50

@MONSTEREO

Da läuft gerade derselbe Scheiß ab, wie in Libyen … Was mir im Zusammenhang mit dem Internet schon seit Libyen auffällt: … Tatsächlich kritische, arabische Seiten sind dann plötzlich weg und arabische (?) Seiten die den konventionellen Nachrichten angepasst sind tauchen dafür auf.“

Nicht ganz. Die im Vorfeld einer militärischen Intervention der „internationalen“ Allianz in Libyen veröffentlichte Expertise/Analyse der Wissenschaftler Asli Ü. Bâli / Ziad Abu-Rish, welche einen konkreten Vorschlag unterbreitete, wie unschuldige Zivilisten in Libyen von einer internationalen Gemeinschaft effektiv in Sicherheit gebracht werden könnten, gibt’s noch im Internet:

“The drawbacks of intervention in Libya” auf

http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2011/03/201132093458329910.html

und hier

http://www.jadaliyya.com/pages/index/907/solidarity-and-intervention-in-libya

Den arabischen Demokratiebewegungen, wie auch den europäischen Entscheidungsträgern und Journalisten, war diese Expertise bestens bekannt (wenn ich richtig informiert bin, wurde diese sogar jenen zugesandt), der deutschen Intelligenz wurde sie nach meinem Kenntnisstand im Namen der Demokratie und des professionellen Journalismus unterschlagen, zumindest ist mir keine Zeile darüber in jenen deutschen Medien bekannt, die sich auf meinem Radar befinden.

RE: Ein weiterer Krieg in Afrika | 06.07.2012 | 13:34

Es heißt, Krieg sei die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, demnach der Kulminationspunkt im Übergang von der Dummheit zur Aufregung.

Vielen Dank für Ihre Informationen!

Wären da nicht die unschuldigen Zivilisten in jenen Ländern, welche die Rechnung dafür mit ihrem Leben begleichen müssten, ich persönlich wäre damit einverstanden, wenn jeder Einzelne, der nach einer militärischen Beteiligung Ihres Landes an diesen Kriegen schreit, per Marschbefehl zum nächsten Depot seines ehemaligen Territorialkommandos geschickt würde, und von dort ausgerüstet dann im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste geschickt, damit sich sein Elan in Taten umzumünze ;-)

RE: Bestätigt: USA ermitteln gegen Aktivisten | 04.07.2012 | 18:38

Freut mich, dass die Berichterstattung über die Ereignisse, die sich in Bezug auf die isländische Abgeordnete Birgitta Jónsdóttir zugetragen haben, es bis nach Deutschland schaffte.

Wo „eingebetteter“ Journalismus zur Staatsräson erhoben, gerinnt der Anspruch, Demokratie zu praktizieren, zum reinen Lippenbekenntnis, und könne den Essenzen aus ausgeübtem Recht auf freie Meinungsäußerung bestenfalls die Note „Themaverfehlung“ zuerkannt werden.

Aber hier spricht ja Island. Oder ist die isländische Abgeordnete Birgitta Jónsdóttir nur ein Sandkorn in einem demokratischen Grundsatzprogramm „Vasallentum geht vor Demokratie“?

Weit gefehlt. Für Interessierte (leider nur für jene mit Englisch-Kenntnissen) hier z. B. der Bericht über den aktuell stattfindenden Prozess gegen VISA vor einem isländischen Gericht, da die isländische Firma Datacell Klage wegen Vertragsbruch eingereicht hat. Vertrat doch der treue Vasall VISA in Island die Auffassung, dass jenes, was in den USA für Recht gehalten wird, auch für andere Nationen zu gelten habe, und daher dort auch angewendet werden dürfe:

http://grapevine.is/Home/ReadArticle/Wikileaks-Court-Case-Begins-Today

Und ein kleiner Blick auf den aktuellen Verfassungsentwurf, über welchen demnächst abgestimmt wird, gibt der Vermutung Nahrung, dass der Weg „Demokratie vor Vasallentum“ in Island ungerührt fortgesetzt wird:

http://stjornlagarad.is/english/

Vorausgesetzt, dass der Schock, den der einleitende Satz „Unsere vielfältige Herkunft bereichert unsere Gesellschaft“ einem waschechten Autochthonen hierzulande versetzen könnte, es noch zuließe, sich bis zu den Artikeln 15 und 16 vorzuarbeiten ;-)

Und weil schon bei Scherzen: Meiner Ansicht nach wäre eine Gesellschaft, die von sich behauptet, Demokratie zu praktizieren, und gleichzeitig in ihrer Mehrzahl unwidersprochen in Kauf nimmt, von „eingebetteten“ Journalisten wie eine Kuh-Herde am Nasenring in die Irre geführt werden zu müssen, gut beraten wäre, wenn sie dabei darauf Acht gäbe, dass ihr Weg nicht an einer Schlachtbank endet ;-)

RE: Entgleiste Rhetorik | 15.06.2012 | 10:58

Ich erinnere mich noch lebhaft an jenen Rüpel auf dem Spielplatz. Er fiel dadurch auf, dass er sich an wehrlos erscheinenden Spielkameraden mit großem Maul und geringstem Geist sein Mütchen kühlte, sich seine üblen Späße auf deren Kosten erlaubte, sich als Herr gerierte, und keiner wagte es, sich mit ihm anzulegen. Eines Tages geschah es, dass einer der Malträtierten überraschend mit gleicher Münze zurückzahlte, womit dieser Held ja nicht gerechnet hatte. Da eilte er heulend zu seiner Mama, die dann auch flugs auf den Spielplatz rannte, sich lautstark über diese unmenschlichen Spielkameraden exaltierte, über diese unsägliche Entgleisung, welche belege, dass jene wohl die Werte ihrer Verfassung nicht begriffen hätten, und die Umgangsformen in diesem Land, die einfach nur erschreckend seien.
Und ich fragte mich damals in meiner kindlichen Naivität, aus welchem Grund sie wohl nicht schon viel früher auf den Spielplatz gerannt sei. Sah ich sie doch jeden Tag, wie sie hinter dem Vorhang der Küche versteckt, ihren Spross auf dem Spielplatz keine Sekunde aus den Augen verlor. Und ich fragte mich damals, für welche Art von Freiheit diese wohl stehe.

RE: Hartz IV-Sanktionen: Abstimmung im Bundestag | 27.04.2012 | 17:15

Vielen Dank für diesen höchst informativen Beitrag! Von CDU, CSU, SPD und FDP war ja nichts anderes zu erwarten, und dass die GRÜNEN seit vielen Jahren nur noch mit einem einzigen Abgeordneten im Deutschen Bundestag vertreten sind, ist hinlänglich bekannt.

Auch wenn ich kein Hartz IV-Empfänger bin, so erlebe ich doch bei der Betreuung von Betroffenen aus eigener Anschauung die tägliche humanitäre Katastrophe, und zwar bereits lange vor jeglichem Sanktionsbescheid. Selbst als Außenstehender verspürt man in sich ein immer mehr anschwellendes Grauen, wenn einem wieder so ein Brief zum Ausdeutschen vorgelegt wird. Und dies nicht nur, weil man nicht weiß, ob man Deutsch genug verstehe, um das darin enthaltene Bürokraten-Kauderwelsch für einen Normalsterblichen dechiffrieren zu können, sondern aus banger Furcht, der Betroffene habe möglicherweise einen Termin nicht verstanden, wäre daher nicht zum Rapport erschienen, oder er habe es versäumt, ein verlangtes Dokument rechtzeitig einzureichen, etc. und erhielte nun die Quittung dafür in der Form, dass man sein Existenzminimum auf Existenzminimum – x € reduziert, als gäbe es ein nach unten offenes Existenzminimum.

Wenn in dem von den Abgeordneten abgelehnten Antrag ausgeführt wird, über die Auswirkungen der Sanktionen auf die Lebenslagen und die Verhaltensweisen der betroffenen Menschen gäbe es nur wenige Informationen, und nach den verfügbaren Erkenntnissen hätten Sanktionierte nur in einem geringen Umfang die Möglichkeit, die finanziellen Einbußen durch alternative Einkommensquellen zu überbrücken, so ist dem Antrag zu widersprechen: die Sanktionierten haben, so meine Erfahrung, in der Regel keinerlei Möglichkeit, die finanziellen Einbußen durch alternative Einkommensquellen auch nur annähernd zu überbrücken!

Aber wen schert das schon … Ich für meinen Teil habe mir bereits einen Topfdeckel und eine Pfanne bereitgelegt, sollte es eines Tages auch hier zu einer Topfdeckel-und-Pfannen-Revolution kommen ;-)

RE: Aus der Deckung | 20.04.2012 | 09:15

Die Zuweisung von „Wanderprediger“ für diese barttragenden vorislamischen Propagandisten darf als eine Beleidigung aufgefasst werden, gegenüber all jenen Wanderpredigern aller Religionen, welche jemals in den jeweiligen Bevölkerungen der Welt als solche tätig waren. Hätten diese Propagandisten das eingesetzte Geld an Bedürftige verteilt, dürfte man argwöhnen, es könnten da Muslime gehandelt haben. Aber so …

RE: Was gereimt werden muss (muss gereimt werden) | 04.04.2012 | 21:12

Dieses Gedicht sei nur schwer les- und konsumierbar, eventuell sogar gar kein Gedicht, sondern nur schlechter, wenn nicht sogar übler Text, im Gewande eines Gedichts? Der Dichter hatte es wohl schon vorher geahnt: Für den Deutschen ist deutsches Sprache schweres Sprache.

Mögen daher die Blaupausen jeglichen Unverstandes, die unbefleckt sich wähnen von ureigenen Verbrechen, die ohne Vergleich sind, gemeinsam mit jenen, die sich außerhalb jener Herkunft sehen, die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist, das tun, was sie ohnehin am besten können: das Gedicht von Günther Grass mit theatralischer Pose auf öffentlichem Platze den Flammen übergeben.

Und, um die Hoffnung dieses Dichters, es mögen sich viele vom Schweigen befreien, nicht zu enttäuschen, meine Aufforderung an die beteiligten Staaten, dass eine unbehinderte und permanente Kontrolle des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz von den Regierungen beider Länder zuzulassen ist.

Wüsste ich doch auch nicht, was an dieser Aufforderung, an beide Staaten gerichtet, „antisemitisch“ sein könne. Ist doch zu vermuten, dass solche Etikettierung nur von jener Art wäre, welche einst auch bei den Gegnern des Nato-Doppelbeschlusses und der Stationierung von Pershing-Raketen angewandt wurde, um diese diskriminieren zu können: kommunistisch! – Blühender Blödsinn.

RE: Finger weg von der Macht | 30.03.2012 | 22:09

Ja, find ich auch übel, dass die Piraten nicht solange gewartet haben, bis die deutschen Künstler sich der Krise in Deutschland annehmen mochten. Bin auch voll geständig, bevorzuge ich doch Großspurigkeit, wenn Schmalspur gefordert und daher opportun. Und mit der Demut hapert es bei mir sowieso. Hab da dummerweise mal was gelesen:

„Gibt es etwas Schlechteres als Mangel an Demut? Ja, mit dem Finger auf den Mangel an Demut anderer zu zeigen, ist schlechter. Und was ist besser als Bescheidenheit? Überheblich zu werden, wenn Überheblichkeit vonnöten ist. Und wann ist sie vonnöten? Wenn neidische Leute möchten, dass ihr demütig seid, damit sie Euch zum Schweigen bringen können.“

Und es stimmt, Deutschland ist nicht Island. In Island ist das geistige Eigentum der Künstler umfassend geschützt. Das liegt aber daran, dass die Schriftsteller sich in einer Gewerkschaft vereinigten. Auszug aus einer Veröffentlichung von Sigurdur A. Magnússon, 1986:

„Nach der Vereinigung der Schriftsteller in eine Gewerkschaft konnten zum ersten Mal Norm-Verträge mit dem Verleger-Verband, dem Staatlichen Verlag für Lehrbücher, den professionellen Theatern und der Gewerkschaft der Theater-Vereine vereinbart werden. Mit dem Isländischen Staatsrundfunk (Radio und Fernsehen) wurde ein neuer Vertrag geschlossen, Übersetzungen wurden verbindlich geregelt, und ein spezieller Vertrag mit dem Erziehungsministerium klärte den Gebrauch
fotokopierten Materials an Schulen.

Entsprechend dem Norm-Vertrag zwischen dem Schriftsteller- und dem Verleger-Verband betragen die Tantiemen sowohl für Hardcover- als auch für Paperback-Bücher mindestens 19,5 % des Verlags-Abgabepreises (das heißt: Endpreis minus 30 % Buchhandelsrabatt und 26 % Steuer). Alle Rechte an der Veröffentlichung verbleiben zudem beim Autor, der sein Copyright weder verschenken noch verkaufen kann. Bei Ablieferung des Manuskriptes erhält der Autor ein Viertel der geschätzten
Tantiemen der Mindestauflage und die Hälfte der Tantiemen für die Ausgabe innerhalb von drei Monaten nach dem Erscheinungsdatum. Ihm stehen 20 Freiexemplare für die erste Auflage und 12 für jede weitere zu. …“

Da haben die deutschen Künstler wohl mächtig was verschlafen ;-)

Und weil es mit dem Denken bei mir auch ganz mächtig hapert, kaufe ich Bücher deutscher Künstler auch immer noch in Buchhandlungen. Aber das wäre doch noch lange kein Grund, dass Sie mir Ihre Replik gleich zweimal zur Verfügung stellen müssen. Habe ich doch, so glaube ich wenigstens, dennoch gleich bei Ihrer Erstausgabe verstanden :-)