berniewa

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RE: Crescendo der Wut | 07.08.2009 | 16:03

Gewalt zu verurteilen, sowie die Fehler der Regierung, ist leicht und über die Zustände zu lamentieren ebenso, auch wenn beides gute Gründe hat. Aber weshalb spendieren nicht z.B. die Milliardäre und Multimillionäre der Welt, afrikanische inklusive, für jedes Dach auf einer südafrikanischen Hütte PV Anlagen? - gebaut in Südafrika selbst, mit dort dafür zu errichtenden Produktionsalagen? Das würde sehr viele neue Arbeitsplätze schaffen. Dazu könnten sie für jede Schule Solarkocher (thermolosolare Parabolspiegelkocher) spendieren, ebenfalls in Südafrika selbst hergestellte natürlich. Nur zwei Beispiele.

Übrigens wäre wohl Martin Thembisile Hani, kurz Chris Hani genannt, vgl. de.wikipedia.org/wiki/Chris_Hani , wahrscheinlich heute ein besserer Präsident. Auch ein Grund, weshalb verschiedene Kreise 1993 seine Ermordung betrieben haben.

Verschärft werden die Probleme sicher aber auch dadurch, dass Gewalt als Mittel immer noch so sehr in den Gewohnheiten verankert ist. Freilich, Armut und Frustration machen diskutieren und raisonieren - physisch u. psychisch - schwer. Ein Ausgang aus der Tragödie gibt es gegenwärtig auch in Südafrika sicher nicht allein, aber auch nicht ohne etwas wie einen 'Green New Deal', bzw. eine stärker ökologisch linksliberale Politik.

RE: Die Wüste lebt | 07.08.2009 | 15:44

Zwei kleine Anmerkungen: (1) Diese Solarkraftwerke sind nicht photovoltaisch, sondern solarthermisch. (2) Aufdachsolaranlagen können in relativ sonnenarmen Ländern wie Deutschland höchstens den Privathaushaltsstrombedarf decken. Der Anteil der Industrie und des Verkehrs (der ja auch von der fossilen Verbrennung loskommen soll) ist aber viel höher. Allein was Metall- Glas- und Zement-herstellung an Energie fressen, ist gigantisch (nicht alles notwendig freilich, z.B. der Zement für Beton für Flughafenausbau oder neue Autobahnspuren u.s.w. ist ggf. entbehrlich; auch ließe sich viel Glas und Aluminium durch bessere Recyclingquoten sparen. Aber trotz Einsparung bleibt der Industrieanteil ein großer Brocken. Der Verkehr kommt noch dazu und die Elektrifizierung steht ja erst am Anfang. Sogar die Bahn hat noch Kohlekraftwerke. Daher mein unten erwähntes Plädoyer für küstendistanzierte Windenergie-Bojen für sonnenärmere Regionen, vgl. de.wikipedia.org/wiki/Schwimmende_Windkraftanlage

RE: Die Wüste lebt | 07.08.2009 | 15:34

Wüstensolarkraftwerke in Nordafrika etc. zu bauen ist insofern sinnvoll, als es dort immerhin mehrere Millionenstädte und viel Industrie gibt. Aber besonders dort, wo es kein ausgebautes Stromnetz gibt, sind aber dezentrale EE sinnvoller, vgl. z.B. das sehr gute Projekt www.tiloo.ch . Es muss sehr kritisch darauf geachtet werden, dass der dezentrale Ausbau nicht ausgespielt wird gegen solche Großkraftwerke, sondern b.e.i.d.e.s. geschieht. Daher ist auch z.B. Greenpeace zurecht dafür, höchstens 10 bis 15 % des deutschen Strombedarfs aus importiertem Wüstenstrom zu decken. Speziell für Mittel- und Nordeuropa wäre aber meines Erachtens der Großteil der Elektrizität (mind. 60%) langfristig sinnvoller durch Hochseewindkraftbojen erzeugt von www.sway.no und anderen - vgl.auch de.wikipedia.org/wiki/Schwimmende_Windkraftanlage - dort weitere Links. Eine einzige solches Windradboje erzeugt im Jahr an guten Standorten mehr als 5 Mio kWh (mehr als das Doppelte wie herkömmlich an Land).

RE: Du kannst dir ein Bild machen | 07.08.2009 | 15:22

Besonders die erste Seite und den letzten Absatz finde ich sehr gut gelungen. Sowohl das Alltagsverständnis, als auch die Wissenschaft sind tatsächlich bis heute noch zu sehr in Wirklichkeitsmodellen befangen, die den komplexen Wirkungsdynamiken nicht gerecht wird. Sogar das Wort "Wechselwirkung" geht etwa von trennbaren Teilen aus, die wechselwirken, dabei ist schon dieser Teilchenbegriff fragwürdig, lässt sich freilich als Modell auch wiederum kaum vermeiden. "Kombinierte Teile" und "unteilbares Ganzes" sind daher auch so ein Beispiel für komplementäre Modelle. In der Biologie etwa wird von Gehirnregionen gesprochen, oder von Gensequenzen u.s.w. Und ganz abwegig ist es ja, um auf den Alltag zurückzukommen, nicht ganz, z. B. von Buchstaben und anderen Zeichen, inklusive Leerzeichen etc. zu sprechen, die einen Text bilden, der allerdings nur durch die Kombination einen Sinn gibt (wenn er von sinngebenden Bewusstseinsformen interpretiert wird). Der Welle-Teilchen-Dualismus ist allerdings tatsächlich schwerwiegend und die Gefahr der Verharmlosung scheint mir größer als die Gefahr der übertriebenen Mystifizierung.