bertamberg

Xundheit! Salut! o! genese! Aufs Ganze gehen, bei Erkennen & Tun, Diagnose & Therapie. Alles ist vollkommen, "wenn das nötige gemacht ist." (Goethe)
bertamberg
RE: Merkel und meine Steuergelder | 11.07.2015 | 16:26

Kann man den offenen Brief irgendwo unterschreiben? Ansonsten wäre es vielleicht eine gute Idee, das Kanzleramt damit zu bombardieren (mailtechnisch).

RE: "Ochi - ein notwendiges Signal des Protestes" | 11.07.2015 | 16:22

Wen ich mir klarmache, dass die Verantwortung Deutschlands für den 1. Weltkrieg zumindest teilweise vorhanden ist, der 2. Weltkrieg absichtlich angezettelt wurde, nach dem ersten Weltkrieg nur teilweise Reparationen gezahlt wurden, nach dem 2. Weltkrieg gar keine, dazu Altschulden erlassen wurden und absichtlich die Frage eines Friedensvertrages ausgeklammert wurde, dann drängt sich doch der Eindruck auf, dass das Kriegführung für Deutschland ein gutes Geschäft war, selbst wenn Deutschland formal verloren hat.

Wie sollen die Länder, die von deutschen Nazis verheert worden sind und jetzt wieder Verfügungsmasse im globalen Wirtschaftskrieg sind damit umgehen, dass ein Land offensichtlich ungestraft Angriffskriege darf?

Der Merkelianismus wird Europa zum Scheitern bringen, was nicht schade ist, weil es sowieso eher ein Projekt der Großbanken und -konzerne war. Kommen wird stattdessen ein "Deuropa", manche sind der Ansicht, das es schon de-facto da ist: Deutschland dominiert die europäischen Länder und setzt seine Interessen durch.

Wie dichtete Bert Brecht wohlwissend:

"Und nicht über und nicht unter
Andern Völkern wolln wir sein"

(http://ingeb.org/Lieder/anmutspa.html)

RE: "Ochi - ein notwendiges Signal des Protestes" | 11.07.2015 | 16:08

Sicher ist es so, dass die griechische Bevölkerung das Opfer eines von Finanzhaien eingefädelten Deals wurde, prototypisch wurden Geschäftsverluste auf Menschen abgewälzt, die dafür keine Verantwortung trugen, aber eben als Steuerzahler bzw. Mitglieder der haftenden Gemeinschaft zur Kasse gebeten werden.

Die politische Verantwortung dafür tragen Politiker, die von sich behaupten, demokratisch gewählt worden zu sein. Es wäre mal schön , den Ausgangs eines europäischen Referendums über Schäubles Tätigkeit als Gouverneur des ESM-Bank lesen zu können. auf eine 60%- Mehrheit wird er vermutlich nicht kommen.

RE: Walter Mossmann ist tot | 14.06.2015 | 21:02

Hllo TL,

freut mich sehr. Bin gerade zurück vom Chorwochenende, mal sehn, wann das was wird.

VG Bertamberg

RE: Walter Mossmann ist tot | 11.06.2015 | 18:54

Hallo Tlacuache,

das ist die Klaviatur, mit der der Sozialabbau vorangetrieben wird: die Behauptung fehlender Evidenz, z. B. von einem Skeptikerkreisen schon seit Jahrzehnten nahestehenden Herrn Dr. Henning Madsen, der sich früher mal in links-alternativen Kreisen bewegte (Hartz vier ist ja auch eine Erfindung eines ehemals stramm links talkenden Juso-Vorsitzenden).

Was die Evidenz für medizinische Verfahren angeht: Da ist so wenig von dem evidenzgesichert, was täglich in Krankenhäusern und Praxen stattfindet, dass man wohl mehr als die Hälfte des medizinischen Betriebes stilllegen könnte und müsste, wenn das das ausschlaggebende Kriterium sein soll.

Die Evidenzler sind aber keine Ärzte, sondern bloße Statistiker. Ärztliches Handeln besteht überwiegend in Einzelfallentscheidungen aufgrund einer gewissen Erfahrung.

Wenn Evidenz nur gelten sollte, wer definiert die denn? Der Typus von Kapazitäten, die erst im Rentenalter den Mut aufbringen, Kritik zu äußern?

Es ist Profilierungsstreben, es besser wissen zu wollen, wie Herr Spassov das anscheinend versucht hat.

Als ich meine Dissertation über das damals und jetzt noch ungeliebte Thema Faschismus im Berufstand gemacht habe, war mir klar, dass ich damit keine universitäre Karriere machen könnte.

Von daher kann ich nur den Kopf schütteln über die Naivität eines Herrn Spassov , ob er ein Typ wie Gustav ist, von dem Mossmann sang, sei dahingestellt:

"Gustaf ließ uns an's Mikrofon,
wir war'n zu deutlich, das reichte schon,
also war seine Karriere kaputt
- was kriegte der Mann auf den Hut!"

Vg Bertamberg

RE: Esst, was ihr wollt | 20.05.2015 | 18:38

Ich hoffe, dass es weder appetitmindernd noch bauchdrückend wirkt, wenn ich hier noch etwas Senf in die Debatte einbringe.

https://www.freitag.de/autoren/bertamberg/kulinarischer-voluntarismus-vs-ernaehrungswahn

RE: Naiv ist, wer Frieden will? | 20.05.2015 | 10:47

Worin besteht dann der Leidensdruck für die saturierten Mitteleuropäer, wenn Kriege in die Peripherie outgesourct sind ? Dass das europäische Boot voll werden könnte, weswegen die unerwünschten Beiboote versenkt werden müssen?

RE: Naiv ist, wer Frieden will? | 19.05.2015 | 23:32

Es gibt auch eine schon ältere Allianz für den Frieden unter dem gleichen Namen, wenn auch nicht in Konjunktion von so illustren Gestalten und wort- und wohlklanggesättigtem musikalischem und rhetorischem Habitus: http://www.entruestet-euch.de/presse.html

RE: Naiv ist, wer Frieden will? | 19.05.2015 | 23:29

"jemand hat mal gesagt: der Leidensdruck muss erst so hoch bzw. unerträglich werden, bis sich jemand zur "Arbeit" am eigenen Selbst oder Ich entscheidet"

Traurig, aber auch von mir vielfach für wahr befunden. Wer sich ändert, ändert die Welt.

RE: Naiv ist, wer Frieden will? | 19.05.2015 | 18:08

Die Herkunft ist nicht entscheidend, sondern wohin jemand will. Da kann mir die Argumentation oder philosophische Motivation nur weniger wichtig sein. Ich habe aber etwas gegen unberechtigte Sippenhaft, und Aristoteles war mehr als nur Materialist.