rolf netzmann

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rolf netzmann
RE: Wann endet diese Erpressung? | 17.01.2013 | 12:42

Bedauerlicherweise habe ich aus mehreren Begegnungen mit israelischen Menschen überreagiert, die mich persönlich als Nazi bezeichnet haben. Und ja, das trifft mich, weil ich mich als Deutscher für die von den Nazis verübten Verbrechen am jüdischen Volk schäme. Nun habe ich natürlich auch Israelis erlebt, die mir offen und respektvoll gegenübertraten, so wie ich ihnen auch begegne.

Ich bedaure, dass ich mit meinen sehr missverständlichen und sogar sachlich falschen Formulierungen den Eindruck erweckt habe, ich würde eine Verantwortung Deutschlands für diese schwärzeste Periode seiner Geschichte negieren. Und ich bedaure, dass durch meinen Beitrag der Eindruck entstanden ist, die Freitag-Community sei antisemitisch.

Von mir verwendete Begriffe wie „Erpressung“, „Wir Deutschen“ sowie „Kollektivschuld“ assoziieren eine geistige Nähe zu Einstellungen, Ansichten und Handlungen, von denen ich mich immer distanzieren werde. Und ich bedaure, dass ich sie in meinem Beitrag verwendete. Dass dadurch bei meinen Lesern der Eindruck einer deutschnationalen Einstellung entstand, ist für mich nachvollziehbar, war aber nie beabsichtigt und entspricht auch nicht der Realität.

Der einfachste Weg wäre sicherlich gewesen, diesen Post zu löschen. Wegen der zahlreichen sachlichen Kommentare und der intensiv geführten Diskussion belasse ich ihn jedoch in der Community.

Die Aussage, Israel würde Deutschland erpressen, ziehe ich zurück. Und ich bekenne mich zu einer Verantwortung Deutschlands für die von den Nazis begangenen Verbrechen, mit denen Deutschland immer zu Recht behaftet sein wird.

RE: Die Krise der Blogger | 16.01.2013 | 11:47

Hier noch einmal eine leicht überarbeitete Fassung des Beitrags:

Was treibt Menschen zum Bloggen? Welche Beweggründe haben sie, sich mit Blogs in gesellschaftliche, politische und intellektuelle Debatten einzubringen? Blogger mit einem solchen Anspruch sind selbstbewusste Menschen. Sie stellen sich mit ihren persönlichen Ansichten offen ins Netz, ohne zu wissen, wer ihre Posts liest und wie ihre Leser darauf reagieren.
Und viele Blogger interagieren mit ihren Blogs in sozialen Netzwerken. Sie verweisen in Twitter, Facebook und Google + auf ihre Blogs und verbinden diese mit den social networks. Damit erreichen sie in der Regel höhere Zugriffszahlen und erhöhen den Bekanntheitsgrad ihrer Blogs. Wenn sie einzelne Posts auch noch in den sozialen Netzwerken einstellen, erreichen sie eine höhere Streuung. Doch liegt darin auch eine Gefahr. Wissen sie doch nicht, wer alles mitliest. Wer sich als Blogger zu brisanten Themen äußert, muss zwangsläufig auch mit Widerspruch zu den von ihm veröffentlichten Meinungen rechnen. Und ein einmal in der Netzwelt entfachter Shitstorm lässt sich auch mit den besten sachlichen Argumenten nicht mehr eindämmen. Der Blogger steht ihm quasi hilf- und machtlos gegenüber. Die Eigendynamik eines solchen Widerspruchs generiert meistens auch Unsachlichkeit und persönliche Angriffe gegen den Verfasser. Bewegt sich der Blogger auch noch in Communities, lässt sich ohne großen Aufwand durch Quervergleiche schnell ein vermeintlich umfassendes Profil von ihm erstellen, aus dem man dann meint, mutmassliche Handlungen des Verfassers ableiten zu können.
Jonny Häusler und Sascha Lobo plädieren dafür, die geschützten Räume der sozialen Netzwerke wieder mehr zu verlassen. Ein lobenswerter Appell, sicherlich. Nur sind Blogger in Deutschland eben auch Einzelkämpfer. Eine intensive Vernetzung in der Bloggerszene existiert nicht.
Was also treibt Blogger, sich so gegenüber einer anonymen Leserschaft zu öffnen? Es ist sicherlich auch Idealismus, der unerschütterliche Glaube daran, mit der Kraft des gebloggten Wortes etwas verändern zu können. Vielleicht erreiche ich den einen oder anderen Leser ja und bewege etwas in ihm. Der Idealfall wäre dann gegeben, wenn mit einem Post eine Diskussion angestoßen würde, an deren Ende eine praktische Veränderung konkreter Zustände passiert. Das wäre die Höchstform des Idealismus.
Sind in der offenen Netzwelt Blogs noch notwendig? Ja, denn Blogger sind schnell, flexibel und vor allem unabhängig. Wenn sie Nachrichten posten, die im Mainstream des täglichen Informationswahnsinns untergehen, haben sie ihre Funktion. Wenn sie Fakten mit den persönlichen Erkenntnissen und Empfindungen des Bloggers abgleichen und dann hinterfragen, sind sie wertvoll. Doch genau das ist die Gratwanderung eines Bloggers, der eben kein Journalist ist. Und doch greifen viel gelesene Blogs auch in den Meinungsbildungsprozess ein und beinflussen ihre Leser.
Ich wünsche mir weiterhin Blogger, die in ihren Posts ihre persönliche Meinung offen äußern und zum Nachdenken anregen. Ich wünsche mir für die Zukunft eine stärkere Vernetzung der Bloggerszene und Leser, die sachlich und konstruktiv diskutieren, aber den Verfasser nicht persönlich angreifen. Sondern Leser, die den Blogger als Persönlichkeit sehen, der seine Meinungen offen und für eine aus seiner Sicht anonyme Leserschaft vertritt. Und allein dafür gebührt ihm Achtung.

RE: Die Krise der Blogger | 16.01.2013 | 09:57

Was treibt Menschen zum Bloggen? Welche Beweggründe haben sie, sich mit Blogs in gesellschaftliche, politische und intellektuelle Debatten einzubringen? Blogger mit einem solchen Anspruch sind selbstbewusste Menschen. Sie stellen sich mit ihren persönlichen Ansichten offen ins Netz, ohne zu wissen, wer ihre Posts liest und wie ihre Leser darauf reagieren.
Und viele Blogger interagieren mit ihren Blogs in sozialen Netzwerken. Sie verweisen in Twitter, Facebook und Google + auf ihre Blogs und verbinden diese mit den social networks. Damit erreichen sie in der Regel höhere Zugriffszahlen und erhöhen den Bekanntheitsgrad ihrer Blogs. Wenn sie einzelne Posts auch noch in den sozialen Netzwerken einstellen, erreichen sie eine höhere Streuung. Doch liegt darin auch eine Gefahr. Wissen sie doch nicht, wer alles mitliest und geben sie die Kontrolle ihrer Blogs nahezu vollständig auf. Wer sich als Blogger zu brisanten Themen äußert, muss zwangsläufig auch mit Widerspruch zu den von ihm veröffentlichten Meinungen rechnen. Und ein einmal in der Netzwelt entfachter Shitstorm lässt sich auch mit den besten sachlichen Argumenten nicht mehr eindämmen. Der Blogger steht ihm quasi hilf- und machtlos gegenüber. Die Eigendynamik eines solchen Widerspruchs generiert meistens auch Unsachlichkeit und persönliche Angriffe gegen den Verfasser. Bewegt sich der Blogger auch noch in Communities, lässt sich ohne großen Aufwand durch Quervergleiche schnell ein relativ umfassendes Profil von ihm erstellen, was persönliche Angriffe vereinfacht.
Jonny Häusler und Sascha Lobo plädieren dafür, die geschützten Räume der sozialen Netzwerke wieder mehr zu verlassen. Ein lobenswerter Appell, sicherlich. Nur sind Blogger in Deutschland eben auch Einzelkämpfer. Eine intensive Vernetzung in der Bloggerszene existiert nicht.
Was also treibt Blogger, sich so gegenüber einer anonymen Leserschaft zu öffnen? Es ist sicherlich auch Idealismus, der unerschütterliche Glaube daran, mit der Kraft des gebloggten Wortes etwas verändern zu können. Vielleicht erreiche ich den einen oder anderen Leser ja und bewege etwas in ihm. Der Idealfall wäredann gegeben, wenn mit einem Post eine Diskussion angestoßen würde, an deren Ende eine praktische Veränderung konkreter Zustände passiert. Das wäre die Höchstform des Idealismus.
Sind in der offenen Netzwelt Blogs noch notwendig? Ja, denn Blogger sind schnell, flexibel und vor allem unabhängig. Wenn sie Nachrichten posten, die im Mainstream des täglichen Informationswahnsinns untergehen, haben sie ihre Funktion. Wenn sie Fakten mit den persönlichen Erkenntnissen und Empfindungen des Bloggers abgleichen und dann hinterfragen, sind sie wertvoll. Doch genau das ist die Gratwanderung eines Bloggers, der eben kein Journalist ist. Und doch greifen viel gelesene Blogs auch in den Meinungsbildungsprozess ein und beinflussen ihre Leser.
Ich wünsche mir weiterhin Blogger, die in ihren Posts ihre persönliche Meinung offen äußern und zum Nachdenken anregen. Ich wünsche mir für die Zukunft eine stärkere Vernetzung der Bloggerszene und Leser, die sachlich und konstruktiv diskutieren, aber den Verfasser nicht persönlich angreifen. Sondern Leser, die den Blogger als Persönlichkeit sehen, der seine Meinungen offen und für eine aus seiner Sicht anonyme Leserschaft vertritt. Und allein dafür gebührt ihm Achtung.

zuerst gepostet unter mann-im netz@blogspot.com

RE: Wann endet diese Erpressung? | 14.01.2013 | 19:25

Ich bedaure beim Lesen der Kommentare, dass meine Kernaussagen scheinbar gar nicht angekommen sind. Dass Augstein mit seiner berechtigten Kritik an Israel kein Antisemit ist, dass Bürger des Staates Israel, um es konkret zu sagen, in Nichtraucherhotels fröhlich paffen und darauf angesprochen, sich Kritik mit einem Hinweis auf die Naziverbrechen verbitten und dass die Bundesrepublik die Bewaffnung Israels immer aktiv unterstützt hat, das sind nun mal Tatsachen. Und diese Waffen wurden auch gegen die Palästinenser eingesetzt, denen bis heute das Recht auf einen eigenen Staat versagt wird.

Und es hat nichts mit neuem deutschen Nationalismus zu tun, dies offen zu schreiben. Ich bin im übrigen lange genug in der FC und habe zu brisanten Themen schon mehrfach solche von unsachlichen Beiträgen durchzogene Kommentarstränge gelesen.

@myflow, ich kritisiere nicht, weil es Juden sind, und ich kritisiere auch anderes Unrecht, ob in Deutschland, Spanien oder wo auch immer.....

RE: Fussballfans als Terroristen und Kriminelle | 11.01.2013 | 21:22

@ georgvon grote Ich finde es schon erstaunlich, wie Sie mich sehen. Weder stelle ich Israel als Welterpresser an die Wand, ich berichte sachlich über reale Fakten und ziehe daraus Schlüsse.

Und ich verteidige auch keine Hooligans, sondern sehe nur, wie Fussballfans, und zwar Hunderttausende, unter Generalverdacht gestellt werden. Und dazu habe ich schon früher geschrieben und diese Aussage getroffen. Wer einmal die Atmosphäre in einem Stadion erlebt hat, diese Begeisterung der Fans und das Mitgehen mit ihrer Mannschaft, wird sich schwerlich damit anfreunden können, dass der Fan neben ihm vielleicht später der Polizei berichtet.

Und Hooligans sind etwas ganz anderes, für mich sind das Chaoten, die Fussballspiele nur für ihre Gewaltausübung missbrauchen. Ich verteidige die echten Fans, wie die 150 Unioner, die die Eisernen mit in ihr Trainingslager ins spanische Huelva begleitet haben. Und die haben mit Gewalt nun wahrlich nichts zu tun.

RE: Wann endet diese Erpressung? | 06.01.2013 | 12:58

@ achtermann: dass die NPD dieses Thema mit aufgreift, ist nicht verwunderlich. Die NPD gebiert sich als demokratische Partei mit einer Abgrenzung zu den braunen Schlägerhorden. Sie greift brisante Themen auf und polarisiert.

Noch einmal deutlich gesagt, wer berechtigte Kritik an Israel übt, ist kein Antisemit. Damit ist auch Augstein keiner. Und wer es selber erlebt hat, wie israelische Touristen sich gegenüber deutschem Dienstleistungspersonal aufführen, bis hin zu der Behauptung, alle Deutschen seien jeute immer noch Nazis, der kommt nicht umhin, zu konstatieren, dass diese Israelis die Naziverbrechen missbrauchen, um ihr eigenes Verhalten zu rechtfertigen.

Mehr habe ich nicht ausgedrückt. Und das sind nun mal Tatsachen... real passiert, real erlebt und nüchtern gewertet.

RE: Wann endet diese Erpressung? | 05.01.2013 | 13:01

zunächst einmal, ich kenne das am Anfang geschilderte Erlebnis nicht nur vom Hörensagen....

zweitens, was passiert denn zwischen Deutschen und Israelis? warum rüstet die Bundesrepublik Israel seit Jahren auf? Ist es ein zwischenstaatliches Verhältnis wie beispielsweise zwischen der BRD und Frankreich? Nein, der Stachel der Verbrechen zwischen 1933 -1945 sitzt immer noch in diesem Verhältnis. Und Augstein hat mit seinen Äußerungen Recht, wenn er offen ausspricht, dass Israel Rechtsbrüche verübt.

Und dass es Israelis gibt, die wie ein Monstrum die Naziverbrechen vor sich her tragen, um ihr eigenes Verhalten unangreifbar zu machen, ist eben leider auch eine Tatsache...

bitte sachlich diskutieren, das wünsche ich mir

RE: Zeitungskrise ja, aber wessen Zeitungskrise? | 23.11.2012 | 10:10

Beim Lesen des Artikels stellte ich mir die Frage, warum ich jede Woche den FREITAG kaufe und intensiv lese. Bekomme ich doch über ntv.de oder cnn.com alle aktuellen Information zeitnah und schnell geliefert. Und eine zweite Frage tauchte in mir auf. Die Zeitung mit den vier Buchstaben ist immer noch das auflagenstärkste Printmedium in Deutschland. Beim Durchblättern wird aber schnell klar, dass Hintergrundinformationen hier nicht zu finden sind.
Die Frage ist doch, was ist das Alleinstellungsmerkmal einer Zeitung in der Konkurrenz oder dem Nebeneinander mit den "neuen Medien"? Was macht eine Zeitung aus, was kann sie leisten, was elektronische Medien nicht können? Und hier ist auch die Frage, was bedeutet heute guter Journalismus? Er bedeutet eben nicht nur das Wiedergeben von Fakten, die aus Nachrichtensendungen bereits bekannt sind. Und er bedeutet schon gar nicht das unwidersprochene Nachplappern offizieller Verlautbarungen. Die persönliche Meinung von Journalisten in Form von kontroversen Kommentaren ist mir wichtig. Ich möchte wissen, wie die Macher von Zeitungen zu den Themen, über die sie schreiben, stehen. Ich möchte Zustimmung oder Ablehnung herauslesen können.
Wir leben in einer Welt voller komplizierter Widersprüche, die sich gegenseitig bedingen und aus ihrer Vermischung heraus neue Widerspruche produzieren. Wir lesen und hören täglich Sprechblasen, die ein Normalbürger überhaupt nicht mehr deuten, geschweige denn verstehen kann.
Und hier setzt guter Qualitätsjournalismus an. Die Hintergründe, die Entstehung politischer, gesellschaftlicher oder kultureller Prozesse beleuchten, mit Fakten unterfüttern und dem Leser in klaren und verständlichen Worten erklären, was passiert, ist eine wesentliche Aufgabe von Journalismus. Das erfordert Arbeit, aufwändige Recherchen und journalistische Sorgfalt. Weil fast alle Printmedien heute mehr renditeorientiert ausgerichtet sind und unter einem hohen Kostendruck stehen, wurde diese Aufgabe, die auch Geld kostet, in den letzten Jahren immer mehr vernachlässigt. Weil sie sich dadurch selber in ihrer eigenen Identität aufgegeben sowie ihr Profil abgeschliffen haben und nicht mehr unterscheidbar wurden, verloren die Printmedien Leser, sank ihre Auflage und Anzeigenkunden suchten sich andere Werbemöglichkeiten.
Ich glaube an die Zukunft der Printmedien. Sie haben einen großen Vorteil, wenn sie ihn denn nutzen würden. Hintergrundinformationen, sauber recherchiert sowie klar und verständlich für den Leser präsentiert, sind längere Texte. Auf den kleinen Displays von Smartphones oder auch Tablet-PCs sind sie schlecht zu lesen. Die Zukunft der Printmedien liegt in der Sachinformation, die über die reine Headline hinausgeht. Das erwarte ich von einer guten Zeitung. Kurze, knappe Fakten nehme ich auf elektronischem Wege auf, wie die Fakten entstanden, was im Background passierte, die Entstehung und die Entwicklungsprozesse dazu möchte ich lesen, auch bei einer Tasse Kaffee und einer Zigarette in einer ruhigen, entspannten Atmosphäre.
Und mit diesem Wunsch bin ich nicht der Einzige. Dass Printmedien einen Teil ihrer Artikel auch ins Netz stellen, ist dabei ein notwendiges Zugeständnis an den Zeitgeist. Ohne Webpräsenz kann heute kein Unternehmen mehr erfolgreich sein, auch kein journalistisches.
Doch auf eine Zeitung aus Papier, die mich entführt in fesselnde Stories, die mir entspanntes Lesevergnügen bietet, möchte ich auch in Zukunft nicht verzichten. Und für eine solche Zeitung habe ich diesen Beitrag soeben geschrieben.

RE: Muss ein Fußballfan seine Hose ausziehen? | 15.11.2012 | 21:50

Nein, muss er natürlich nicht, nur beim FC Bayern, wenn er von außerhalb kommt und nicht in das bajuwarische Weltbild passt. Doch so einfach ist die Sache auch wieder nicht. Seit die Politik zusammen mit den Frankfurter Fussballfunktionären mehr Sicherheit in den Stadien durch scharfe Kontrollen, Stadionverbote , dem Verbot des Verwendens pyrotechnischer Erzeugnisse und angedrohte Geisterspiele schaffen will, kocht die Diskussion immer wieder hoch. Und der FC Bayern hat jetzt, obwohl noch nichts beschlossen wurde, schon mal vollendete Tatsachen geschaffen.
Bei einem kurzfristig angesetzten Treffen von DFB, Deutscher Fussball Liga und Bundesinnenministerium wurde vor einigen Wochen von fast allen Clubchefs eine Erklärung unterzeichnet, die diese Maßnahmen billigte und als Grundlage weiterer Konkretisierungen nahm. Lediglich Union Berlin unterschrieb nicht, weil die Zeit nicht ausreichte, diese Punkte mit den eigenen Fans ausreichend zu besprechen.
Und darum geht es letztendlich. Fussball lebt von Emotionen, von Leidenschaft auch auf den Rängen, und, wie bei Union und auch St. Pauli, von der Einbindung der Fans in den Verein. Bei Union werden vor allen wichtigen Entscheidungen auch die Vertreter der Fans gefragt. Und Geisterspiele treffen nicht nur die Vereine durch Einnahmeausfälle in sechstelliger Höhe, sondern auch die Anhänger, die jedes Wochenende in die Stadien strömen.
Und so ist es kein Wunder, dass ausgerechnet der FC Bayern diese drakonische Kontrolle der Frankfurter Fans als erster öffentlichkeitswirksam präsentierte. Wer erinnert sich noch an den Unmut der Bayern Fans auf den preiswerten Stehplätzen ob der Bemerkung von Mr. Bayern Uli Hoeneß, der sie gegenüber den Besuchern der VIP-Logen herabsetzte. Der FCB ist ein Wirtschaftsunternehmen mit Millionenumsätzen pro Jahr, bei denen mancher Mittelständler neidisch wird. Und eine Fankultur wie kleinere Vereine existiert hier nicht, hier wird geklotzt und nicht gekleckert.
Doch so mancher alte Unioner wird die Zeiten nie vergessen, als der Weg vom Stadion zum S-Bahnhof Berlin-Köpenich voller Polizei war und vor dem Bahnhof die grünen W 50 standen, auf die die Fans "gebeten" wurden, um damit in das Polizeipräsidium am Alexanderplatz zu fahren. Und er wünscht sie sich bestimmt niemals zurück.
Und deshalb sollten alle, Politiker, Funktionäre und Clubchefs nie vergessen, dass Fussball nicht nur ein Geschäft ist. Es ist für Hunderttausende Deutsche jedes Wochenende ein Highlight, zu dem sie pilgern. Und zu viel Reglementierungen zerstören dieses Event.
Eine Punkband aus Düsseldorf hatte noch nie viel für den FCB übrig und hat das auch in einem Song deutlich gesagt. Es lohnt sich, den Text genauer zu hören.
http://youtu.be/3FUxNm787_c

RE: Männerdomaine Führungsebene | 04.09.2012 | 22:54

@pw6 das ist doch nicht Ihr Ernst, dass Sie hier Äpfel und Birnen vergleichen. Dass im Alltag, nicht bei den elitären Models, Frauen bei gleicher Qualifikation immer noch benachteiligt sind, dürften auch Sie nicht bestreiten können.

equal pay for equal work, diese Forderung gilt immer noch