den Etablierten den Kampf ansagen

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Die T-Shirts des historischen Derbysieges der Berliner Zweitligagekicker von Union Berlin gegen die große Hertha verkauften sich wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Was dem einen Recht ist, ist dem anderen billig, dachten sich da wohl die Kicker eines anderen Kultklubs und so schlug der FC St. Pauli den großen HSV. Einer freute sich nach dem Sieg ganz besonders, der Torhüter derPaulianer. Hatte ihn doch der HSV früher wegen mangelhafter Leistungen zum kleineren Hamburger Verein abgeschoben und, wurde er doch vor kurzem erst von HSV-Hooligans atackiert.

Während die Unioner gestern nachlegten und bei den Duisburger Zebras die nächsten 3 Auswärtspunkte holten, unterlagen die Hamburger Kiezkicker heute erwartungsgemäß beim Bundesligaspitzenreiter BVB.

Nur zeigt ein Blick auf die aktuelle Bundesligatabelle deutlich, dass es die so genannten "Kleinen" immer weniger gibt. Wer hätte vor der Saison Hannover 96 auf einem Europa-League-Platz erwartet, den auch Mainz immer noch erreichen kann. Etablierte Vereine wie die ehemaligen Deutschen Meister Stuttgart, Bremen und Wolfsburg stecken dagegen im Abstiegskampf, Vizemeister Schalke 04 kämpft sich mühsam nach oben und der Primus Bayern München hat die Meisterschaft zwar noch im Visier, doch wäre man nach dieser Saison wohl mit dem zweiten oder gar dritten Platz auch zufrieden.

Den Fan wird es freuen, Langeweile bietet die Bundesliga nicht , dafür Spannung pur. Der Mainzer Präsident gab vor kurzem das Ziel einer dauerhaften Etablierung seines Kubs in der Bundesliga aus und fügte hinzu, dass man von europäischen Pokalwettbewerben nicht nur träumen wolle. In Hannover will man die unverhoffte Chance ergreifen, international zu spielen. Die etablierten Vereine bekommen Konkurrenz im Kampf um die CL und EL Plätze, welche für die Klubs ja auch viel Geld bedeuten. Diese Einnahmen versetzen sie in die Lage, teure Spieler zu verpflichten, die , so wird immer gehofft, den sportlichen Erfolg bringen, der dann wieder die Teilnahme an internationalen Wettbewerben und damit Einnahmen bedeutet. Ein Kreislauf also, den die Bayern als finanzieller Krösus seit Jahren erfolgreich praktizieren. In Bremen dagegen versiegt der Geldfluss erst einmal, es müssen kleinere Brötchen gebacken werden.

Auch die Ausschüttungen des DFB an die 36 deutschen Profiklubs richten sich nach der aktuellen Platzierung in der Liga. Deswegen wird jedes Wochenende um jeden Punkt gekämpft, jeder Platz nach oben lässt die Kasse etwas mehr klingeln.

Dass Profifussball auch knallhartes Geschäft ist, weiss jeder. Dass es aber eben auch Stammtischthema Nr. 1 ist, auch das macht ihn so beliebt. Und so freuen wir uns über die kleinen, die den Etablierten den Kampf ansagen und sie alt aussehen lassen.

Das ist die Seite , die das Herz des Fans höher schlagen lässt und so sollte es auch bleiben. Hannover gegen San Sebastian oder Marseille, ist das nicht eine schöne Vorstellung?

19:49 19.02.2011
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Geschrieben von

rolf netzmann

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rolf netzmann

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