Diskriminierung einmal anders...

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Hof, ein hhübsches Städtchen in Bayern in einer idyllischen Landschaft mit gastfreundlichen Einwohnern. Als West-Berlin noch von einer Mauer umgeben war, fuhren dessen Bewohner mit ihren Kindern gern auch nach Franken, um der Enge der Großstadt einmal zu entfliehen. An diese schönen Erlebnisse aus seiner Kinderzeit dachte auch der junge Musiker, und wollte mit seiner Freundin einige Tage dort verbringen. Er buchte im "Sächsischen Hof" und das Paar freute sich auf unbeschwerte Urlaubstage. Beim Check In schrieben sie in den Meldeschein ihre Straße, die Postleitzahl und als Ort Berlin, ehe sie für zwei Stunden durch die Stadt bummelten. Als sie ihr Zimmer beziehen wollten, passte sie der Inhaber des privat geführten Hotels ab und erklärte ihnen: "Ich möchte Sie nicht als meine Gäste!". Ungläubiges Erstaunen erntete er damit bei den Beiden, ehe sie fragten: "Warum?". Die Antwort verstärkte dieses Erstaunen noch. "Na allein schon, weil Sie aus Berlin Kreuzberg kommen". Der Hotelier meinte es ernst, die beiden Berliner mussten sich ein anderes Hotel suchen, was sie einige Mühe kostete.

Als sie am nächsten Morgen diese Story in der Hofer Tourismus Information berichteten, erfuhren sie von der freundlichen Mitarbeiterin dort, dass dieses Hotel schon seit längerem von der Stadt nicht mehr beworben und empfohlen wird. Als Wiedergutmachung bot die Tourismus Information ihnen auf Kosten der Stadt ein Wellness Wochenende an. Dieses Angobot wurde gerne angenommen.

Der 36-jährige Musiker und die 27-jährige angehende Lehrerin waren weder Punks noch radikale Hausbesetzer, sie waren normal gekleidet, Jeans und Turnschuhe. Ihr Pech war nur, dass sie in Berlin Kreuzberg wohnen.

Traurige Realität in Deutschland 20 Jahre nach der deutschen Einheit...


Quelle: Berliner Morgenpost, Ausgabe 19.10.2010

15:36 19.10.2010
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Geschrieben von

rolf netzmann

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rolf netzmann

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