Hurra, wir bekommen den nächsten Superstar.

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Eines muss man Dieter Bohlen lassen, er hat ein Händchen für gute eigene Geschäfte. Der erfolgreichste deutsche Pop-Produzent und ehemalige Modern Talking Sänger hat sich mit DSDS ein Denkmal gesetzt. Heute Abend wird nun der nächste Superstar gekürt.

Nur, ist der Sieger dieser Staffel wirklich ein Superstar? Dass er singen kann, steht ausser Frage, nur reicht das? Getragen von einem medial erzeugten Hype, auf einer Welle der Begeisterung jugendlicher kreischendender Fans wird er sein Konto erstmal reichlich füllen und sich als Superstar fühlen. Nur wie lange? Sehen wir uns Gewinner früherer Staffeln an, konnte sich keiner lange halten, stürzten alle Superstars ab. Alexander Klaws spielt heute in einer SAT 1 Seifenoper mit, von Elli Erl und Daniel Schumacher spricht heute keiner mehr. The Show must go on -- schaff es allein oder geh unter. Dass es keiner geschafft hat, verwundert nicht. Den jungen Talenten feht etwas, was echte Stars haben, die Erfahrung wie es ist, vor 30 Zuhöreren eine perfekte 2 Stunden Show zu bieten. Ob Lindenberg, Maffay, die Toten Hosen oder die Ärzte, alle sind durch Clubs getingelt und langsam zum Star gewachsen. Das ist unsere heutige mediale Welt, immer auf der Jagd nach Neuem. Von den Medien getragen und fallengelassen, weil die Nachfolger interessanter sind. Die Tragik eines Daniel Küblböck, der mit dem Ruhm nicht klarkam, der versuchte , durch die Teilnahme im Dschungelcamp seine Popularität zu halten, spricht ihre eigene Sprache. Bei DSDS kommt hinzu, dass diese Show ihre eigenes Publikum gezüchtet hat, das Neues erwartet. So gibt es nicht nur in der Prime Time die Hauptsendung, sonder am späteren Nachmittag auch ein Magazin, das hinter die Kulissen sieht, Kandidaten vor den Auftritten interviewt sowie Klatsch und Tratsch bietet. Printmedien berichten, die RTL Nachrichten füttern an , alles gesteuert von erfahrenen Medienprofis.

Egal, wer heute gewinnt, es ist zu befürchten, dass er das Schicksal seiner Vorgänger erleidet. Um in diesem Haifischbecken zu bestehen, müsste er sich von RTL und Dieter Bohlen lösen und allein schwimmen. Elli Erl hat dies konsequent getan und ist genau so konsequent gescheitert. Mark Medlock hat sich an Dieter gehalten, damit gut verdient und blieb länger im Geschäft.

Ein Gewinner steht jedenfalls bereits fest, Dieter Bohlen.Immerhin hat "Uns Dieter "den Siegersong schon geschrieben und komponiert. Und eigentlich ist ja auch egal, wer ihn singt, oder?

04:16 17.04.2010
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Geschrieben von

rolf netzmann

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rolf netzmann

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